Dienstag, 18. Februar 2014

[Rezension] Fee - Schwestern bleiben wir immer


„Man kann sich in Fees Augen verlieren. Man begegnet Wahrheiten, die man nicht wahrhaben will. Fees Augen kennen das Leben und den Tod. Sie wissen die Antworten und erlauben nicht ihnen auszuweichen." (Seite 62)




Autor: Monika Feth

Verlag: cbt

Seiten: 192

Erscheinungsdatum: 01.04.2002  (erstmals erschienen 1999 beim Bertelsmann Verlag)

ISBN: 978-3-570-30010-7

Taschenbuch: 7,00€  





Klapptext:

Wenn ich Fee mit einem einzigen Wort beschreiben müsste, würde ich das Wort "Licht" wählen ...

Claire und ihr Freund Jost unternehmen eine Motorradreise nach Schottland. Am Lake of Menteith haben sie ein kleines Blockhaus gemietet. Dort genießen sie die Zweisamkeit und die Schönheit der schottischen Landschaft. Erst hier, weit weg von zu Hause, findet Claire zu einer Verarbeitung des Tods ihrer Schwester Fee, die vor kurzem, im Alter von 19 Jahren, gestorben ist.

Ab ihrem vierten Lebensjahr wurde Fee zunehmend aggressiv. Ärzte stellten die Diagnose, dass sie an MPS (Mukopolysaccharidose) erkrankt war, einer seinerzeit noch weitgehend unerforschten und unheilbaren Stoffwechselkrankheit. Fee verlor ihre Sprache, ihre Bewegungsfähigkeit, sie musste gefüttert und rundum versorgt werden. Doch die Familie fand die Kraft, die Tochter zu Hause selbst zu versorgen und trotz der schwindenden Kommunikationsmöglichkeiten den emotionalen Kontakt zu ihr zu halten.

Alle waren darauf vorbereitet, Fee zu verlieren, nur Claire nicht. Sie verübelt ihrer Mutter, dass diese irgendwann bereit war, ihre Tochter loszulassen. Nun hat die Mutter Claire ihre Tagebücher auf die Reise mitgegeben, aus denen sie Fees Entwicklung noch einmal ganz anders als in ihrer eigenen Erinnerung Revue passieren lässt. Daraus entsteht allmählich, wie ein Mosaik, Fees Geschichte.




Äußere Erscheinung:

Irgendwie finde ich das Cover zu kindhaft für die Geschichte. Es macht auf mich den Eindruck eines Buches für Zehnjährige, dabei empfiehlt der Verlag es ab 14.


Meine Erwartung:
 


Ich habe die Thriller von Monika Feth gelesen, fand diese toll und war begeistert von dem Schreibstil der Autorin. Dementsprechend wollte ich mehr Bücher von ihr lesen. Sie selbst bezeichnet Fee als kostbar, daher wurde ich neugierig auf das Buch.
 
Meine Meinung:

Das Buch ist wie ein schönes, trauriges Lied. Manche Stellen lassen dem Leser die Tränen in die Augen steigen, aber es ist auf eine wunderschöne Art traurig und sehr gefühlvoll.
Und ich kann bestätigen: Es ist kostbar.

Das Buch hat keine spannende Handlung, es ist vielmehr Claires Prozess, in dem sie Fee loslassen muss. Dennoch ist es nicht langweilig, es zog mich mit seinem Zauber in den Bann. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive in der Gegenwart erzählt mit vielen Rückblicken in die Vergangenheit. Oft ähnelte es für mich einem inneren Monolog, da der Leser einen tiefen Einblick in Claires Gedankenwelt bekommt und sie so auch kennen lernt. Der Leser fühlt mit ihr, trauert mit ihr und erinnert sich vor allem mit ihr. Denn das ist das Wesentliche des Buches: Erinnerungen.

So lernt der Leser auch Fee kennen, ein einzigartiger Mensch, der übrigens, wie Monika Feth sagt, auf ein echtes Mädchen beruht. Claire und Fee standen sich sehr nah und das wird in diesem Buch auch deutlich.
Gleichzeitig läuft parallel Josts und Claires Reise durch Schottland und die Besuche der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ab. Doch auch hier liegt der Schwerpunkt auf den Erinnerungen, die oft durch das Erlebte ausgelöst werden.

Monika Feth hat einen tollen Schreibstil. Schlicht und gleichzeitig bildlich. Hin und wieder bestehen Sätze aus wenigen oder auch nur einem Wort, ohne dass dies abgehackt wird. Im Gegenteil, es lässt die Geschichte realistischer wirken, so dass ich wirklich das Gefühl hatte Claires Gedanken zu lesen.

Das Buch ist relativ kurz, was aber überhaupt nicht schlimm ist, da mehr Seiten der Geschichte nur geschadet hätten.

Fazit: Eine Geschichte voller Erinnerungen, die einem schönen, traurigen Lied gleicht. Sie verzaubert den Leser und lässt ihn berührt zurück.

 
 
 
 

Quelle Cover und Klapptext: cbt


4 Kommentare

  1. HuHu Dana,
    deine Rezensionn ist wirklich ganz super geschrieben!!!
    Man hat einen guten Einblick ins Buch bekommen und ich bin total baff, was sich hinter diesem kindlichen Cover,
    für eine reele und "erwachsene" Geschichte verbirgt *---* ich hab jetzt richtig lust auf dieses Buch und werde mal die Äuglein danach offen halten ;D

    Liebste Grüße,
    Leslie <3

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    1. Hey Leslie,
      dankeschön! ♥
      Ich habe mir zum Glück vorher das Cover nicht großartig angeguckt und war dementsprechend entsetzt, als ich es in den Händen hielt. Als ich das Buch dann begannt, war ich erleichtert, weil es eben kein "Kinderbuch" war, sondern eine tiefgründige Geschichte. Blöde Coverwahl. -,-
      Du solltest es lesen, es ist wirklich schön! *---*

      Ganz, ganz liebe Grüße
      Dana ♥

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  2. Ich hab heute auf Arbeit auch gesehen, dass Monika Feth nicht nur Krimis schreibt, wovon ich irgendwie überrascht war xD Von ihrem Thrillern werde ich weiterhin schön die Finger lassen, aber "Fee" klingt voll schön :)

    Liebe Grüße :)

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    1. Ich wusste es vorher auch nicht, doch dann bin ich auf ihre Website gestoßen ... :D Ich fand die Thriller zwar gut, aber lass meinetwegen die Finger davon und les dann "Fee" - es IST voll schön. Und unter 200 Seiten. Ohne, dass es abgehackt wirkte. :O

      Ganz liebe Grüße ♥

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