Montag, 3. März 2014

Tote Mädchen lügen nicht



Ich habe diese Aktion hier entdeckt.
Bekanntermaßen ist es für Bücherfreunde ziemlich schwierig, sich auf ein Lieblingsbuch festzulegen. Ich möchte euch heute aber ein Buch vorstellen, das mir viel bedeutet und das ihr unbedingt lesen solltet. Unbedingt!


Ich glaube, Tote Mädchen lügen nicht war eines der ersten Jugendbücher, die ich gelesen habe. Oder sogar das erste. Das ist schon mehrere Jahre her und dennoch hat sich meine Meinung zu diesem Buch nie geändert.
Das erste Mal, als ich es las, habe ich es geradezu verschlungen. Es zog mich in seinen Bann und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Als ich es beendet hatte, saß ich einfach da und war in Gedanken noch bei dieser berührenden Geschichte. Seitdem habe ich es viele Male re-readet.

Clay kommt nach der Schule nach Hause und findet ein Päckchen mit sieben Kassetten. Er legt sie in einen alten Kassettenrekorder - und hört die Stimme von Hannah Barker. Das Mädchen, das sich vor zwei Wochen das Leben genommen hat.

Ich hoffe, ihr seid bereit, denn ich will euch die Geschichte meines Lebens erzählen. Genauer gesagt, warum mein Leben ein Ende fand. Und wenn ihr diese Kassetten hört, dann seid ihr einer der Gründe dafür. Seite 11

Es gibt nur zwei Regeln und die sind ganz einfach. Regel Nummer eins: Ihr hört zu. Nummer zwei: Ihr schickt die Kassetten weiter. Hoffentlich wird euch beides schwerfallen. Seite 12

Es ist die Geschichte von Clay, der mit Hannahs Stimme in den Ohren durch die Nacht läuft. Schockiert ist, von den 13 Geschichten, die doch nur eine sind: Hannahs Geschichte. Im Laufe des Buches lernt man sie kennen, erfährt ihre Beweggründe, Gefühle und Gedanken. Erfährt, wie aus einzelnen Schneebällen eine ganze Lawine geworden ist, die über Hannah zusammengebrochen ist.
Clay ist der nette Junge von nebenan, und auch ihn lernt der Leser kennen. Hannah bedeutete ihm was, umso mehr ist er durcheinander, während er die Kassetten hört.

Was habe ich dir getan, Hannah? Seite 76

Hannahs Erzählung ist in kursiv gedruckt. Dazwischen gibt es immer wieder die Gedanken, Handlungen, Erinnerungen und oft auch nähere Erläuterungen von Clay. Dadurch wirkt die Geschichte authentisch, Clay hört die Kassetten, gleichzeitig weiß der Leser aber auch, was er macht.

Ich lausche jemandem, der resigniert hat. Jemand, den ich kannte. Jemand, den ich mochte. Ich lausche, doch es ist zu spät. Seite 145 

Ihre Worte wärmen mich nicht mehr. Vielleicht sollten sie das, doch stattdessen brennen sie in meiner Seele. Und in meinem Herzen. Seite 208

Das Buch hat kein Happy End, jedenfalls nicht im klassischen Sinne. Hannahs Selbstmord ist unwiderruflich.
Eigentlich ist es auch nur die Geschichte einer einzigen Nacht und trotzdem ist das Buch unheimlich fesselnd. Es geht darum, Hannahs Gründe herauszufinden. Ihre Handlung nachzuvollziehen.
Selbstmord ist ein sehr sensibles Thema, das meiner Meinung nach von dem Autor aber sehr gut behandelt wurde.

Es geht um die Auswirkungen deines Verhaltens. Genauer gesagt, die Auswirkungen auf mein Leben. Es geht um Dinge, die du so nicht geplant hast - Dinge, die du nicht planen konntest. Seite 45

Wenn ihr euch in das Leben einer anderen Person einmischt, dann berührt das ihre gesamte Existenz. Alles ... beeinflusst alles. Seite 199

Doch man kann nicht vor sich selbst davonlaufen. Man kann nicht beschließen, den Kontakt zu sich abzubrechen. Man kann den Lärm in seinem Kopf nicht zum Stillstand bringen. Seite 177

Sowohl die Idee als auch die Umsetzung finde ich sehr gut. Die Geschichte ist realistisch und macht auf ein großes Problem unserer Gesellschaft aufmerksam.
Im Laufe von Hannahs Geschichte lernt der Leser viele Leute kennen, die alle einen Anteil an ihrem Selbstmord hatten.

Wie viele Geheimnisse kann es an einer einzigen Schule geben? Seite 159

Das Buch ist berührend, gefühlvoll, fesselnd und ernst, aber nicht erdrückend ernst. Es ist auf seine Weise schön, flüssig zu lesen und regt den Leser zum Nachdenken an. Auf jeden Fall ist es ein Must-Read.





Autor: Jay Asher
Übersetzer: Knut Krüger
Verlag: cbt
Amerik. Originaltitel: Thirteen Reasons Why (2007)
Seiten: 288
Erscheinungsdatum: 16.03.2009
ISBN: 978-3-570-16020-6
Gebunden mit Schutzumschlag; 14,95€


Fakten zu Selbstmord/ Suizid

"In Deutschland sterben jedes Jahr mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Drogen und AIDS zusammen. Suizid (Selbstmord) ist nach wie vor eine der häufigsten Todesursachen bei Jugendlichen." Quelle

" Dabei begehen in keinem anderen Lebensabschnitt so viele Menschen Suizidversuche wie vor dem 25. Lebensjahr. Nach Verkehrsunfällen sind Suizide die zweithäufigste Todesursache unter den 15- bis 20-Jährigen. Jeden zweiten Tag stirbt in Deutschland ein Jugendlicher durch seine eigene Hand." Quelle

"Suizid ist bei Jugendlichen in den USA die dritthäufigste Todesursache (nach Unfällen und Mord). Jedes Jahr begehen in den USA 5000 Teenager Suizid." Quelle

6 Kommentare

  1. Hi :-)
    Ich kenn das Buch noch gar nicht.. klingt aber gut! Die Selbstmord-Fakten sind echt übel :o

    Liebe Grüße :-)

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    1. Ja, die Fakten sind echt heftig!! Und zeigen, wie präsent das Thema ist.

      Liebe Grüße :)

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  2. Bisher konnte ich mich noch nicht dazu durchringen, das Buch zu lesen. Aber die Fakten sind grad echt... omg :x

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    1. Lies es!!!! Ich versichere dir, es ist kein x-beliebiges Buch wie tausend andere und es ist einfach auf seine Art und Weise toll. Berührend. Realistisch. <3 Merkt man, dass ich ein Fan davon bin? :) Aber ich finde schon, dass du es lesen solltest.

      Die Fakten haben mich auch schockiert. :O Jeden zweiten Tag und das allein in Deutschland ... Krass.

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  3. Das Buch hat mir auch sehr gut gefallen :)

    LG Melie

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    1. Es ist wirklich ein tolles Buch! *-*

      LG

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