Mittwoch, 2. Juli 2014

[Rezension] Es wird keine Helden geben

„Alles ist doch oberflächlich. Diese ganze Welt, in der wir leben. Das einzig Wahre ist die Freundschaft, die Liebe. Und dies ist etwas sehr Vergängliches." (Seite 73)



 
Autor: Anna Seidl

Verlag: Oetinger

Seiten: 256

Erscheinungsdatum: Januar 2014

ISBN: 978-3-7891-4746-3

Gebunden;14,95€






*klick* Leseduett mit MissDuncelbunt *klick* (nicht spoilerfrei :/)


Klapptext:

Berührend, fesselnd, unfassbar: Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?


Äußere Erscheinung:
 
Das Cover besteht nur aus Buchstaben. Mir gefällt diese Schlichtheit, weil sie zum Inhalt passt - es gibt wenig Cover, die so einer Thematik gerecht werden würden.
 
Den Titel selbst finde ich auch passend, schon in den ersten zwanzig Seiten gibt es mindestens drei Anspielungen darauf.
 
Meine Erwartung:
 
Das Buch kam ja ziemlich gut an, daher war meine Erwartung schon ein wenig hoch.
 
Meine Meinung:
 
Der Leser wird ohne großes Herumgerede direkt in die Geschichte geschickt, direkt in den Amoklauf. Später gibt es immer wieder Rückblenden, die dem Leser helfen, die Situation und die Charaktere zu verstehen und kennen zu lernen.
Im Fokus liegt allerdings die Protagonistin Miriam und ihre Charakterentwicklung. Viel Spannung sollte man daher nicht erwarten, es wird hauptsächlich Miriams Entwicklung und Umgang mit dem Amoklauf nach diesem beschrieben.
Miriam erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive und in der Gegenwart, sodass der Leser sehr nahe am Geschehen ist und jedes Gefühl und jeden Gedanken von Miriam direkt übermittelt bekommt.
 
Am Anfang war Miriam ziemlich unsympathisch, da sie sehr ich-bezogen und oberflächlich war. Klar, es ist eine schwere Situation, aber trotzdem - sie verlangt zum Beispiel, dass alle sich um sie kümmern, auch ihre Freundinnen, die ja eigentlich selbst dieses Erlebnis verkraften müssen. Miriam macht allerdings im Laufe der Handlung eine sehr große Entwicklung durch und verändert sich stark.
Sie musst mit der Situation klar kommen und den Verlust ihres Freundes verkraften. Diesen Verlust fand ich sehr authentisch und nachvollziehbar dargestellt. Der Leser kann Miriams Gefühle nachempfinden.
 
Vor allem durch das beschriebene Verhalten von Miriams Freundinnen werden viele verschiedene, mögliche Methoden des Umganges mit dem Erlebnis gezeigt, was ich sehr schön fand. Jeder Mensch geht mit so etwas unterschiedlich um und das kam in dem Buch gut rüber.
 
Die Autorin hat sich ziemlich jung (als sie das Buch schrieb, war sie 16!) an ein sehr schwieriges Thema gewagt, es jedoch in meinen Augen gut umgesetzt. Die Situation wurde authentisch dargestellt und der Täter hatte seine Motive. Auch hier wurden verschiedene Verhaltensweisen gezeigt, wenn es um ihn ging. Allgemein wurde er aber nicht gleich einfach als böse abgestuft, im Gegenteil, es steht immer wieder die Frage im Raum, inwieweit die Anderen Schuld waren.
 
Anna Seidl hat einen flüssigen Schreibstil und das Buch ist auch durchaus gefühlvoll. Dennoch hat es mich nicht ganz umgehauen - versteht mich nicht falsch, das Buch ist wirklich gut, aber es hat mich nicht total vom Hocker jeweiligem Leseplatz gerissen.
 
Fazit: Die Entwicklung der Protagonistin nach einem Amoklauf wird authentisch und nachvollziehbar dargestellt.

 



Quelle Cover & Klapptext: Oetinger

 

12 Kommentare

  1. Das klingt super, wieder höher auf der WuLI gerutscht:D

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  2. So Amoklauf-Bücher haben immer etwas von Schullektüre. Ich weiß auch nicht warum, ergeht mir aber auch immer so mit Mobbing-Büchern. Dann fühle ich mich immer einige Jahre zurückversetzt. Was nichts Schlechtes sein muss.
    Da das Buch so gut ankam, bin ich auch echt neugierig. Und deine Rezi macht mich noch neugieriger *grummel*

    Ganz liebe Grüße ♥♥

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    1. Ja, das stimmt. Wobei dieses Buch weniger "belehrend" ist, als vielmehr die Gedanken und Entwicklung von Miriam darstellt - es ist also mehr auf die Protagonistin bezogen. Durch die Gedankengänge kann aber auch das Gefühl entstehen, dass nichts passiert. ^^
      Letztendlich wirst du deine Meinung wohl selbst herausfinden müssen ... xD

      Ich wünsche dir noch eine tolle Restwoche!! ♥♥♥

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  3. Hallo liebe Dana,
    soll ich ehrlich sein? Ich kann das Buch nicht mehr sehen. :-/
    Das ging so oft durch die Blogs und wie eine riesige Welle und nein ich werde das Buch immer noch nicht lesen.
    Auch wenn du hier eine wirklich schöne Rezension geschrieben hast. Neee... das Buch ist so über. :D
    ich wünsch dir einen sonnigen Donnerstag! :)

    Ganz liebe Grüße ♥

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    1. Ich kann das echt voll und ganz nachvollziehen, mich hat dieser ganze Wirbel um das Buch auch schon genervt. :/ Aber mich interessierte das Thema und außerdem war es im Rahmen des Leseduetts, deshalb ich dem Buch noch mal eine Chance gegeben. Also wie gesagt, ich kann das echt verstehen. ;)

      Ich wünsche dir noch eine schöne Restwoche und einen ebenso sonnigen Donnerstag! ♥♥

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  4. Eine wirklich tolle Rezension <3 Ich bin mir aber -ähnlich wie Katja- auch sicher das ich es nicht lesen werde. Ich habe während deiner Rezension (habe ich eigentlich schon erwähnt, dass diese sehr gut war :D) nochmal kurz darüber nachgedacht. Aber es reizt mich nicht soooo sehr. Wie erwähnt, es ist über :D

    <3 Nadine

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    1. Wie gesagt, ich kann das echt verstehen. ^^ Solche riesigen Blogger-Aktionen machen das Buch zwar bekannter, aber irgendwann kann man es einfach nicht mehr sehen. ;) Und es warten ja noch viele andere Bücher auf dich. xD

      Aber danke!! ♥♥

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    2. Du hast recht! Und irgendwann wenn das Buch schon jeder vergessen hat... Dann, ja dann komme ich damit um die Ecke ;)

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    3. ... und dann bringst du die Erinnerung zurück auf die Erde. Ich wusste doch, dass du zu Größerem bestimmt bist! ^^

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  5. Mir hat das Buch leider überhaupt nicht gefallen.
    Miriam ging mir leider so auf die Nerven, dass ich es am liebsten abgebrochen hätte.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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    1. Schade, aber ich kann´s verstehen. In der ersten Hälfte des Buches hat sie mich auch ziemlich genervt, aber letztendlich gefiel mir einfach ihre Entwicklung und ich habe es als Absicht angesehen. Am Ende mochte ich sie nämlich. ;)

      Liebe Grüße :)

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