Sonntag, 28. September 2014

[Rezension] Die unterirdische Sonne

„Die Stille war ein Grab aus Luft." (Seite 263)


Autor: Friedrich Ani

Verlag: cbt

Seiten: 336

Erscheinungsdatum: 24.02.2014

ISBN: 978-3-570-16261-3

Gebunden mit Schutzumschlag; 16,99€









*klick* Leseduett mit Miss Duncelbunt *klick*   (mit Spoilern)


Klapptext:

Eine Insel. Ein Haus. Ein Keller. Fünf Jugendliche, die mit Gewalt darin festgehalten werden. Kein Tageslicht. Und täglich wird einer von ihnen nach oben geholt. Doch niemand spricht über das, was dort geschieht. Denn wer spricht, stirbt, bekommen sie gesagt. Die Lage scheint aussichtlos, und Angst, Wut, Schmerz, Verzweiflung und Sehnsucht lassen die Jugendlichen beinahe verrückt werden. Doch nichts kann sie retten vor den schrecklichen Dingen, die geschehen. Bis ein neuer Junge zu ihnen gebracht wird, der nicht bereit ist, die Gewalt zu akzeptieren.


Äußere Erscheinung:
 
Ich mag das Cover irgendwie und es hat auch eine tiefere Symbolik, die ihr aber selbst ergründen müsst. *-*
 
Meine Erwartung:
 
Ich hatte ein oder zwei gute Rezensionen dazu gelesen und die Thematik hat mich irgendwie angesprochen, sodass das Buch schließlich auf meiner Wunschliste gelandet ist. Als Miss Duncelbunt und ich ein zweites Leseduett machen wollten, haben wir uns kurzerhand für dieses Buch entschieden und ich hatte keine niedrigen Erwartungen.
 
Meine Meinung:
 
Ich zitiere jetzt einfach mal aus unserem Leseduett einen Satz, der in meinen Augen das ganze Buch beschreibt: Die ganze Zeit liest man in stummen Entsetzen, wird aber von der Story erfasst und fühlt mit den Charakteren mit.
 
Das Buch schockt den Leser wirklich immer wieder. Der Inhalt ist absolut schockierend und immer wieder übertrifft sich der Schock selbst und überrascht den Leser von Neuem.
Das Buch ist total fesselnd und man wird von der sehr hohen Spannung mitgerissen.
 
Die Atmosphäre ist bedrückt, düster, unheilvoll und hoffnungslos und das Buch vermittelt eine Menge Gefühle. Verzweiflung. Hoffnungslosigkeit. Angst. Wut. Trauer. Entsetzen.
Denn der Autor schreibt einfach und doch metaphorisch - sein Schreibstil ist toll. Auf jeden Fall hatte ich beim Lesen immer ein starkes Kopfkino - und wenn du die Augen der Kinder siehst, dann würdest du am liebsten weinen. Immer wieder habe ich während des Lesens fassungslos gefragt, wie Menschen Kindern so etwas antun können. Warum?
Dabei wird an keiner Stelle direkt angesprochen, was genau mit den Kindern passiert, aber die Andeutungen und die ganzen Emotionen reichen, sodass einen die Fassungslosigkeit und das Entsetzen erfüllt. Denn das Schlimmste ist, dass ich die ganze Zeit im Hinterkopf hatte, dass sowas auch in der Realität passiert. Und dabei wirken die Gefühle der Kinder so authentisch, so echt ...
 
Fünf völlig verschiedene Kinder mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten, die alle unterschiedlich alt waren. Fünf verschiedene Kinder, mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften, Wünschen und Verhaltensweisen. Fünf Kinder, denen das Leben zur Hölle gemacht wurde.
Einzig über Conrad hätte ich gerne mehr erfahren. Schön fanden wir, dass der Stil sich verändert, je nachdem welches Kind gerade erzählt, und sich diesem anpasst. Die Kinder wechseln sich ab, etwas, dass mich bei vielen anderen Büchern stört, aber hier nicht im geringsten. Denn nur so bekommt der Leser Einblick in die verschiedenen Gefühlswelten, kann die Gedanken nachempfinden und bekommt mit, wie unterschiedlich sie mit der Situation umgehen.
Maren, die stottert. Sophia, die kämpft. Conrad, der am meisten Angst hat. Eike, der rebelliert. Leon, der am reifsten scheint, obwohl er der Zweitjüngste ist. Das ist auch etwas, was der Roman zeigt: Dass Reife nicht unbedingt etwas mit dem Alter zu tun hat. Denn Conrad, eigentlich der Älteste, wirkte oft eher wie der Jüngste. Jeder Charakter ist unglaublich individuell, durchdacht und verschieden und doch teilen sie ein auswegloses Schicksal.
 
Das Ende überfällt den Leser und lässt ihn schockiert zurück. Dabei ist es realistisch, wie eigentlich das ganze Buch. Und wir können und dürfen nicht gänzlich die Augen vor der Realität verschließen. Gerade diese Realität ist schockierend und es hat vermutlich durchaus seine Gründe, dass das Buch ab 16 Jahren empfohlen wird (*husthust*) - denn es ist brutal und schonungslos ehrlich und ich würde es niemandem mit zarten Nerven empfehlen. Doch denen, die sich das Buch zutrauen, kann ich es absolut empfehlen. Es ist kein Buch, das einem nette und heitere Lesestunden beschert, sondern eins, dass einen schockiert und nachdenklich zurücklässt, aber wirklich sehr gut geschrieben und aufgebaut ist.
Es ist kein Buch, das man einfach wieder weg legen kann, es lässt einen nicht los und ich war noch lange nach dem Lesen geschockt und dachte darüber nach. Und wieso so etwas passiert, wieso es passieren kann. WIESO?
 
Fazit: Die ganze Zeit liest man in stummen Entsetzen, wird aber von der Story erfasst und fühlt mit den Charakteren mit.


 



Quelle Cover & Klapptext: cbt

6 Kommentare

  1. Ich kann nur voll und ganz zustimmen! Und das Buch trotzdem empfehlen...

    Liebe Grüße :)

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    1. Ich auch ... Aber Vorwarnen muss ich ja. ^^

      Liebe Grüße :)

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  2. Ach, das ist das Buch, das du meintest :)
    Oh nein, wenn ich lese, dass das Ende einen geschockt zurücklässt, dann erinnere ich mich an Bunker Diary (oder war es Bunkers Diary? oO egal). Passiert etwas das, von dem ich denke, dass es passiert? ICH MUSS ES WISSEN.
    Es kommt auf die Wunschliste :)

    Wunderbare Rezension, meine Liebe ♥

    Ganz liebe Grüße ♥♥♥

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    1. Genau. ;)
      Tja, damit hast du mich jetzt zum Lachen gebracht. :D Lies es und sag mir deine Meinung. Es MUSS dir gefallen. Ich meine, es ist toll (ich bin mir sicher, tausendmal besser als Bunker(s) Diary ^^)! ;)

      Danke ♥

      Liebste Grüße ♥♥♥

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    2. Ich habe mir das Buch jetzt ausgeliehen :D
      Erst kommt noch der letzte Percy Band, Where She went, Gated und Atemnot und dann aber die Sonne :D

      Liebste Grüße ♥♥♥

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    3. Yay, ich bin gespannt. ^^ Aber ich warn dich vorher, du brauchst Zeit für dieses Buch, es ist kein Zwischendurch-mal-ein-paar-Seiten-lesen-Buch. Und es ist emotionell. Sehr.

      ♥♥♥

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