Mittwoch, 24. September 2014

[Rezension] Half Bad - Das Dunkle in mir

„Ich habe meinen Vater niemals kennengelernt, habe meinen Vater niemals auch nur gesehen. Aber ich weiß, dass meine Augen seine Augen sind." (Seite 36)


Autor: Sally Green
Übersetzer: Michaela Link
engl. Originaltitel: Half Bad (2014)
Verlag: cbj
Seiten: 432
Erscheinungsdatum: 31.03.2014
ISBN: 978-3-570-15842-5
Gebunden mit Schutzumschlag; 17,99€


Trilogie:
  • Half Bad - Das Dunkle in mir
  • engl. Half Wild (24.03.2015)
  • ??



Klappentext:

Nathan wird gejagt.
Seit seiner frühesten Kindheit wird er von der Regierung beobachtet, verfolgt, eingesperrt. Denn Nathan lebt in einer Welt, in der – mitten im modernen Alltagsleben – Hexen existieren. Weiße Hexen, die sich selbst für gut erachten und die Regierungsmacht in ihren Händen halten. Schwarze Hexen, die gefährlich und skrupellos sind und im Untergrund arbeiten. Und Nathan, der beides ist – denn seine Mutter war eine Weiße und sein Vater Marcus ist der gefürchtetste Schwarze aller Zeiten. Nathan ist ihm nie begegnet, aber von so einem Vater kann er nur Dunkles und Böses geerbt haben. Oder?
Um an Marcus heranzukommen, stellt der Rat der Weißen eine tödliche Falle – mit Nathan als Köder. Bald wird Nathan von beiden Seiten gejagt und muss sich entscheiden, wofür es sich zu kämpfen lohnt: für die gute Seite in ihm – oder für die böse …

Äußere Erscheinung:

Ich mag dieses schlichte und doch irgendwie schöne, glänzende Cover. Die Darstellung des Titels in Schwarz und Weiß kann man als Symbol für die beiden Seiten in Nathan sehen.
Der aus dem Original übernommene Titel passt ebenfalls sehr gut und auch der deutsche Untertitel hat Handlungsbezug.

Meine Erwartung:

Der Klapptext hat mich sofort angesprochen und nach ein paar guten Rezensionen wollte ich das Buch unbedingt lesen.

Meine Meinung:

Ich weiß nicht wieso, aber ich dachte irrtümlich vor dem Lesen, bei dem Buch handle es sich um High Fantasy. Vielleicht, weil die Leseprobe irgendwie nach HF klang. Tatsächlich spielt das Buch aber in Europa.
Hinter der Fassade des normalen Lebens gibt es die Hexen. Hierbei wird strikt zwischen den schwarzen und weißen Hexen unterschieden. Doch Nathan ist besonders, denn er ist halb schwarz. Doch das akzeptiert der Rat nicht - und so sieht sich Nathan seit seiner Kindheit den Schikanen des Rates ausgesetzt, bis er schließlich gefangen genommen wird ...

Das Buch ist definitiv anders. Sowohl vom Schreibstil als auch von der Handlung her. Wenn du also Lust auf etwas Neues, etwas Anderes hast, dann kann ich dir dieses Buch nur empfehlen.
Auf den ersten paar Seiten lernen wir Nathans Leben als Gefangener kennen. Dann gibt es einen Sprung in die Vergangenheit, in der Nathans Kindheit und die Entwicklungen bis hin zu der Gefangennahme geschildert werden und in der wir Nathan kennen lernen. Das wirkte jedoch nie langweilig oder langatmig, denn es vermittelte wichtiges Hintergrundwissen und war spannend zu lesen. Dann springen wir wieder zurück in die Gegenwart.
Das Buch ist konstant sehr spannend und sehr fesselnd, sodass es sich problemlos in einem Zug durchlesen lässt.

Der Schreibstil war irgendwie anders und ich kann auch nicht direkt definieren, was anders ist. Die Sätze sind oft eher einfach. Die Atmosphäre ist düster, da Nathans Leben nie von Gutem dominiert wird, dennoch schwingt immer ein wenig Humor mit.
Ich hatte das Gefühl, in Nathans Kopf stecken. Er denkt relativ analytisch und erzählt die Geschichte aus der Ich-Sicht ein wenig distanziert, dennoch werden seine Gedanken gut vermittelt und man kann mit ihm mitfühlen. Denn seine Kindheit war absolut nicht einfach.
Nathans innerer Zwiespalt zwischen dem Guten und dem Bösen in ihm wird nachvollziehbar und authentisch dargestellt und zeigt sich auch immer wieder in seinem Verhalten. Eigentlich hat er ein gutes Herz und ist intelligent, aber er wirkt oft kalt und reagiert manchmal auch jähzornig. Auf jeden Fall ist er ein sehr individueller Charakter, der eigenständig und zielstrebig handelt.
Zwischendurch werden kurze Episoden von Nathan aus der Du-Sicht erzählt. Diese Erzählperspektive ist mir persönlich noch nie begegnet und sie bot eine interessante Abwechslung, da man sich als Leser stärker angesprochen fühlt. Dabei stellt diese Perspektive aber eine Ausnahme dar, sodass es nie zu viel des Guten wurde.

Im Übrigen ist es auch eine angenehme Abwechslung, mal einen männlichen Protagonisten zu haben, da dies im YA-Bereich doch eher die Ausnahme ist. Damit ist dieses Buch auch eins, das auch Jungen anspricht, die ungern Bücher mit der Zielgruppe Mädchen lesen. Dabei gibt es trotzdem eine kleine Liebesgeschichte, die aber bisher eher im Hintergrund bleibt.
Das Buch wird manchmal als brutal bezeichnet. Mir ist keine unnormale Brutalität aufgefallen, aber das Buch ist in der Hinsicht schon ziemlich ehrlich, sodass man als Leser schon Blut sehen können sollte (im Kopfkino, versteht sich).

Im Vordergrund des Buches steht der Konflikt zwischen Schwarz und Weiß, zwischen Böse und Gut. Dies zeichnet sich vor allem durch Nathans inneren Konflikt aus, aber auch in seinen Beziehungen zu anderen. Die Grenzen verschwimmen, denn dem Leser wird schnell klar, dass der weiße Rat nicht so gut ist, wie man es erwarten würde. Außerdem stellt sich Nathan in seinen Tagträumen manchmal vor, dass sein Vater trotz all seiner schrecklichen Taten nicht so böse ist, wie überall beschrieben. Dabei wirken diese Tagträume nie naiv, denn sie stellen auch Nathans Konflikt dar. Mal träumt er davon, einen richtigen Vater zu haben, mal hasst er seinen Vater Marcus geradezu.
Prinzipiell stellt Marcus einen faszinierenden Charakter da und ich hoffe, in den Folgebänden noch mehr über ihn zu erfahren.
Des Weiteren bin ich gespannt auf Nathans weitere Entwicklung, denn bereits in diesem Buch entwickelt er sich stark.

Auch die Nebencharaktere sind interessant. Nathans weiße Halbgeschwister, von denen seine ältere Schwester ihn hasst und sein Bruder auf das Gute in ihm vertraut, aber auch Celia, die undurchschaubar bleibt oder Charaktere, die erst am Ende auftauchen. Auch hier verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse, Schwarz und Weiß stark.
Das Buch endet einigermaßen abgeschlossen, aber es bleiben einige Fragen offen und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Fazit: Ein spannendes, fesselndes Buch, das anders ist als andere Bücher seines Genres und in dem der innere Konflikt des Protagonisten im Vordergrund steht und in dem die Grenzen zwischen Gut und Böse verwischt werden.



Quelle Cover & Klappentext: cbj

16 Kommentare

  1. Das Buch hört sich wirklich richtig gut an und du scheinst auch begeistert zu sein, also denke ich, dass ein Blick darauf es wert ist!
    Liebst, Emme ♥

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    1. Denke ich auch - ich finde es durchaus empfehlenswert. ;)

      Liebst ♥

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  2. Antworten
    1. Cool, dann sind wir schon zu zweit. ^^

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  3. Hmm, von dem Buch hatte ich noch nie was gehört, aber dank dir steht es jetzt auf meiner Wunschliste ;)
    Wehe es wird nicht gut :P

    Liebe Grüße

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    1. Irgendwie hatte ich gehofft, du würdest das sagen. O.o :D Hm, vielleicht ist an Miss Duncelbunts Behauptung doch was Wahres dran? xD
      ICH fands definitiv gut, und ich hoffe, du auch, sonst lande ich in unserer kleinen Geschichte am Ende noch am Galgen oder. :o

      Liebe Grüße :)

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    2. Da verfolgt man einmal die Kommentare nicht weiter und auf einmal ist man eine Wasserelfe :D Man, man. Wo soll das nur enden!? :D

      Auch wenn du echt begeistert vom Buch bist, ist das für mich glaube ich nix. Der Klappentext spricht mich schon mal gar nicht an :S

      Liebe Grüße! <3

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    3. *muhahaha* Sei gewarnt. Unserer Hirngespinste sind außer Kontrolle. xD

      Ist ja nicht schlimm, erstens sind Geschmäcker verschieden und zweitens ist es doch besser, wenn du von Vorneherein sagst, dass das Buch dich nicht anspricht, bevor du im Nachhinein enttäuscht wirst. ^^

      Liebe Grüße! ♥

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    4. Du hattest es gehofft? O.o
      Auf die Idee dich in der Geschichte zu bestrafen bin ich noch gar nicht gekommen. Danke für die tolle Idee :P

      Liebe Grüße :)

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    5. Ja, keine Ahnung. xD Miss Duncelbunt färbt wohl ab mit ihrem Orakeln. ^^

      Mist. Wieso hatte ich das bloß geschrieben?? :'(

      Liebe Grüße :)

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  4. Nach deiner Rezi bin ich wirklich froh, dass sich das Buch bereits in Griffnähe befindet ^^. Ich schaffs aber wahrscheinlich vor den Weihnachtsfeiertagen nicht =). Dann hab ich aber schonmal was, auf das ich mich freuen kann =)

    LG
    Anja

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    1. Das freut mich. ^^ Bis Weihnachten sind es ja nur noch drei Monate (erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht :O) - und das Buch ist ja auch weihnachtlich rot. xD

      LG :)

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  5. Das Buch hatte ich auch schon einmal im Auge, aber dann habe ich es doch nie gelesen...

    Ich habe dich übrigens getaggt. :)
    http://theshadowofdragonfly.blogspot.de/2014/09/tag-fragen-uber-fragen.html

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    1. Schade eigentlich. ^^

      Ich habs gerade gesehen, danke! :)

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  6. Das Buch habe ich auch! Auf dem SuB! :D
    Ich werde es lesen! Zu viele Ausrufezeichen, sorry! Aber ich bin gerade total begeistert, weil dir das Buch so gut gefallen hat! Die Leseprobe damals fand ich auch super, mega toll!

    Ich höre jetzt auf zu nerven! Liebste Grüße ♥♥♥!!!

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    1. Wie kommst du eigentlich auf die Idee, du könntest nerven, Liebes?? Niemals, hörst du?
      Ja! Lies es! Ich will deine Meinung! :D

      Ganz! Liebe! Grüße! ♥♥♥

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