Montag, 17. November 2014

[Rezension] Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte

Autor: Jessica Park

Übersetzer: Bea Reiter

amerik. Originaltitel: Flat-Out Love (2011)

Verlag: Loewe

Seiten: 384

Erscheinungsdatum: 21.07.2014

ISBN: 978-3-7855-7867-4

Gebunden mit Schutzumschlag; 17,95€





Klapptext:
 
Julie kann es nicht fassen: Statt die ersten Tage am College zu genießen, beaufsichtigt sie plötzlich eine 13-Jährige, die keinen Schritt ohne die lebensgroße Pappfigur ihres Bruders Finn unternimmt. Zugegeben, ihres sehr gut aussehenden Bruders Finn. Der befindet sich zwar gerade auf Weltreise, schreibt aber E-Mails, die Julies Knie butterweich werden lassen. Doch wieso zögert er seine Rückkehr immer weiter hinaus? Weshalb stört sich niemand an seinem platt gedrückten Doppelgänger? Und verliebt Julie sich tatsächlich gerade in eine Pappfigur?
 
Äußere Erscheinung:
 
Der Titel ist zwar ein wenig lang, passt aber.
 
Meine Erwartung:
 
Ich hatte zu diesem Buch einige Rezensionen gelesen, die von diesem Buch und dem Humor schwärmten und beschloss daher, es auch zu lesen.
 
Meine Meinung:
 
Julies neue Wohnung in Boston, wo sie ab sofort studiert, stellt sich als nicht existent heraus und so ist sie froh, von einer ehemaligen Studentenfreundin ihrer Mutter aufgenommen zu werden. Deren Tochter Celeste ist allerdings keine typische 13-Jährige - denn da wäre diese lebensgroße Pappfigur ...
 
Ich wurde einfach mit der Protagonistin nicht warm und vermutlich sorgte das dafür, dass ich mich auch mit dem Rest des Buches nicht ganz anfreunden konnte. Bekanntermaßen hängt ziemlich viel von dem Protagonisten ab. ^^
Julie war mir irgendwie unsympathisch. Sie ist selbstbewusst - ziemlich selbstbewusst. Manchmal kam sie mir fast schon überheblich vor, zum Beispiel, wenn sie Matt als Nerd bezeichnet und es ihm fast schon vorwirft, auch wenn sie selbst gerne lernt. (Bin ich die Einzige, die darin einen Widerspruch sieht?) Sie ist in gewisser Hinsicht selbstüberzeugt, was vielleicht einerseits eine Abwechslung zu den gängigen Protagonistinnen darstellt, andererseits manchmal eben auch überheblich wirkte.
Dann wirkte sie teilweise ziemlich taktlos auf mich, wenn sie gefühlt zwei Tage bei den Watkins wohnt (nachdem sie von diesen aufgenommen wird), schon persönliche Fragen stellt und es als ihre Mission sieht (übertrieben betrachtet), die Antworten herauszufinden. Gleichzeitig ist sie manchmal auch ein wenig naiv, auch wenn sie sie rührend um Celeste kümmert.
 
Ich mochte Julie also nicht wirklich und hatte auch so meine Probleme mit ihren Entscheidungen. Dabei ist die Idee und was dahinter steckt eigentlich gar nicht so schlecht und vor allem die Personen der Familie Watkins ziemlich vielschichtig. Genau wie das Thema hinter der Ganzen.
Celeste, ein 13-jähriges Mädchen, das sich so gar nicht wie ein Teenager verhält, sondern ein wenig ... anders ist. Gebildeter, doch gleichzeitig schleppt sie eine lebensgroße Pappfigur ihres Bruders Finn, der auf Weltreise ist, herum und wirkt dann wieder wie ein Kleinkind. Ein faszinierender Charakter, den man ins Herz schließt, und der sehr viel Tiefe hat.
Einige Nebencharaktere, wie Julies Mutter oder ihre Freundin Dana (wieso fühlte ich mich da nur jedes Mal angesprochen?? ;D), bleiben dagegen eher blass, was aber auch nicht so schlimm war, da es nicht unbedingt handlungsentscheidende Charaktere sind, die viel im Mittelpunkt stehen. Lediglich zu Dana hätte ich mir im Nachhinein ein wenig mehr Informationen gewünscht - aber vielleicht liegt das auch nur an dem Namen. xD
 
Irgendwie konnte auch der Humor meine Vorstellungen nicht erfüllen. Ich hatte mir ein witziges und zugleich tiefgründiges Buch vorgestellt, bei dem man viel lachen muss. Zugegeben, tiefgründig ist es schon, aber witzig? Hm. Vermutlich hatte auch das seinen Ursprung in meiner fehlenden Sympathie für die Protagonistin (oder ich verstand den Humor nicht), wenn mich Sprüche, die vermutlich witzig sein sollten, ein wenig in Bezug auf Julies Motive dahinter irritierten. Wenn ihr versteht was ich meine. ^^
Der Schreibstil ist aber auf jeden Fall locker und flüssig zu lesen, auch wenn mich das Buch nicht wirklich fesseln konnte. Auch das Ende konnte mich irgendwie nicht überraschen.
 
Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich diesem Buch zwei oder drei Büchlein geben soll, weil ja durchaus Potenzial vorhanden ist und mein Eindruck eigentlich nur durch die Prota runter gezogen wurde, letztendlich habe ich mich aber entschieden, meinen Leseeindruck zu bewerten, und das sind nun mal nur zwei Büchlein. Leser, die mit der Protagonistin besser klar kommen, werden das Buch vermutlich eher mögen.
 
Fazit: Flüssig zu lesen, vielschichtig Thematik, allerdings eine mir unsympathische Protagonistin
 
 


Quelle Cover & Klapptext: Loewe
 

4 Kommentare

  1. Hey Dana :)
    Schade, dass dir die Protagonistin nicht gefallen hat, ich habe gestern ein wenig auf einer Buchaustellung in das Buch reingelesen, konnte mir aber noch keine wirkliche Meinung über sie bilden.
    Aber es hört sich echt gut an, ich stelle es mir lustig vor, wie ein Mädchen ganze Zeit mit der Pappfigur ihres Bruders rumläuft :D
    Aber ich bezweifel, dass ich es in nächster Zeit lesen werde.
    Schöne Rezension:)
    Liebe Grüße,
    Jana

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    1. Hallo Jana! :)
      Es ist lustig, aber auch wieder irgendwie traurig. In dieser Hinsicht ist das Buch wirklich nicht schlecht und ich kann mir vorstellen, dass es jemandem, der besser mit der Protagonistin klarkommt, auch gefallen würde. ;)
      Danke. :)

      Liebe Grüße

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  2. Schade, dass dich ds Buch nicht überzeugen konnte. Ich habe bisher nur gutes über das Buch gehört, aber jeder hat eine andere Meinung und ich hoffe, dass ich mir auch noch eine eigene bilden kann!
    Liebst, Emme ♥

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    1. Ja, das stimmt. Ich hoffe, deine Meinung fällt dann genauso aus, wie die meisten anderen. ;)

      Liebst ♥

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