Sonntag, 2. November 2014

[Rezension] Kirschroter Sommer


«Liebe war ein Geschenk, Liebe machte das Leben lebenswert und so viel schöner, als es ohne jemals sein könnte. Gleichzeitig trug Liebe aber so viel Macht, so viel Dunkelheit in sich, dass ihr Schatten Menschen unter sich begraben vermochte. Liebe konnte alles zerstören, was man sich aufgebaut hatte. Liebe konnte einen dazu bringen, sich selbst zu hassen ...»  (Seite 443)

 
 

Autor: Carina Bartsch

Verlag: rororo

Seiten: 512

Erscheinungsdatum: 25.01.2013

ISBN: 978-3-499-22784-4

Taschenbuch; 9,99€








Dilogie:
  • Kirschroter Sommer
  • Türkisgrüner Winter

Klapptext:

Würdest du deiner ersten Liebe eine zweite Chance geben?
Die erste Liebe vergisst man nicht. Niemand weiß das besser als Emely. Nach sieben Jahren trifft sie wieder auf Elyas, den Mann mit den leuchtend türkisgrünen Augen. Der Bruder ihrer besten Freundin hat ihr Leben schon einmal komplett durcheinander gebracht, und die Verletzung sitzt immer noch tief. Emely hasst ihn, aus tiefstem Herzen. Viel lieber lenkt sie ihre Aufmerksamkeit auf den anonymen E-Mail-Schreiber Luca, der mit seinen sensiblen und romantischen Nachrichten ihr Herz berührt. Aber kann man sich wirklich in einen Unbekannten verlieben?

Äußere Erscheinung:
 
Na ja. Das Cover finde ich jetzt nicht so ansprechend. Ein Mädchen, ein Junge - nichts gegen diesen, aber ich habe mir Elyas anders vorgestellt -, ...
 
Auch bei dem Titel finde ich leider keinen klaren Handlungsbezug.
 
Meine Erwartung:
 
Diese Dilogie wird gehypt und ich habe noch nie eine schlechte Rezension dazu gelesen, nur schwärmende. Dementsprechend groß war meine Erwartung.
 
Meine Meinung:
 
Das könnte eine Rezension werden, die ein wenig durcheinander ist (und lang).
 
Ich habe das Buch an zwei Tagen gelesen und meine Eindrücke waren irgendwie ziemlich unterschiedlich. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich etwas anderes erwartet hatte, dass ich eigentlich nicht in der richtigen Stimmung für das Buch war (falls es sowas überhaupt gibt ^^), dass ich einfach schlecht drauf war oder dass es tatsächlich am Buch gelegen hat.
Am ersten Tag war ich ein wenig enttäuscht und legte zwischenzeitlich das Buch sogar entnervt zur Seite. Ich erkannte durchaus die positiven Aspekte, aber die Kritikpunkte stachen mir ins Auge und ich konnte mich dem Hype nicht anschließen.
Am zweiten Tag dagegen schienen die Kritikpunkte nicht mehr so gravierend zu sein, das Lesen begann Spaß zu machen, das Buch wurde fesselnd und ich wollte gerne weiterlesen.
Dieser Unterschied bleibt mir ein Rätsel, aber ich versuche mal trotzdem, diese beiden Meinungen zusammen zufassen. ;)
 
Eine Sache veränderte sich allerdings auf jeden Fall nicht: Die Vorhersehbarkeit. Ich will nicht spoilern - by the way, wird als Spoiler eigentlich auch die vorwegnehmenden Dinge definiert, die man schon (lange) vor dessen Eintreten erraten hat? xD -, aber einige Sachen wurden schon durch den Klapptext offensichtlich und der Handlungsverlauf ist definitiv nicht besonders neu. Und manchmal kann das extrem frustrierend sein. ^^
Vor allem bei Szenen, bei denen man von vorneherein weiß, das wird gleich peinlich ... Ich gehöre nicht zu den Lesern, die sich gerne fremdschämen, aber Emily hat ein bemerkenswertes Talent dafür, in solche Momente zu gelangen - wohlgemerkt, meistens am Anfang. Vermutlich auch ein Erklärungsansatz für meine unterschiedliche Auffassung. ;)
 
Besonders am ersten Tag hatte ich das Gefühl, die Handlung würde sich ewig hinziehen. Irgendwie schien sich alles nur um Kreis zu drehen und dann sollte auch noch ein zweiter Band folgen? Ich fand, man hätte das Buch durchaus noch ein wenig kürzen können. Doch umgekehrt bedeutete das auch, dass die Liebesgeschichte sich langsam und realistisch entwickelt und der Leser vollen Einblick in diese Entwicklung erhält - allerdings ist es ja nicht so, als würden die beiden sich nicht schon gekannt haben (und wenn man jetzt auch noch bedenkt, dass Elyas der Bruder von Emelys bester Freundin ist ....) und als hätten sie nicht schon eine gemeinsame Vergangenheit gehabt. Klar, man verändert sich, aber trotzdem.
Andererseits ist es aber auch eine authentische Hate-Love-Story. Es gibt nicht diesen Pseudo-Hass à la Ich-hasse-dich-aber-eigentlich-finde-ich-dich-soo-toll, Elyas verhält sich wirklich wie ein Arschloch (sorry ^^) und Emely findet das alles andere als witzig.
 
Womit wir bei Emely wären. Emely ist eine angenehme, authentische Protagonistin, mit der man sich identifizieren kann, weil sie einfach mal normal ist. Damit allerdings nicht unbedingt einzigartig - ich meine, den meisten von euch ist schonmal dieser Typ Prota begegnet: Geringes Selbstwertgefühl, einfacher Lebensstil (kein Make-up, bequeme Klamotten), unsportlich, geringes Liebesleben und ein Hang zu peinlichen Situationen. Emelys Markenzeichen ist nämlich ihre Ungeschicklichkeit mit der Tendenz zu häufigem Fallen, was natürlich auch irgendwie wieder amüsant ist. Aber sie ist emanzipiert und sie fängt nicht an zu sabbern, wenn sie Elyas sieht. Das muss man ihr wirklich hoch anrechnen, sie lässt sich trotz seines offensichtlichem guten Aussehen nicht unterkriegen, bietet ihm ununterbrochen Paroli und gerät nicht auf einmal entgegen aller Vorsätze ins Schwärmen. Meistens jedenfalls nicht. Und nicht vor ihm.
Sie erzählt die Geschichte mit einem wundervollen, sehr unterhaltsamen Humor. Und sie ist wirklich schlagfertig - die Schlagabtausche mit Elyas sind wirklich gut und amüsant.
Prinzipiell haben die Charaktere Tiefe. Allen voran Elyas, der zweifellos ein sehr attraktiver Zeitgenosse ist. Zu schade, dass er ein bereits-erwähntes-Schimpfwort-für-Personen-mit-schlechtem-Charakter ist. So ein unglaublich charmanter und mal richtig authentischer Bad Boy.
Und dann gibt es natürlich noch viele andere tolle Nebencharaktere wie Alex, dessen Eltern, Emelys Eltern, ...
 
Ein weiterer positiver Aspekt an der Geschichte: Sie ist realistisch. In den meisten YA-Büchern hat man das Gefühl, Alkohol, Drogen und Sex seien in der Gesellschaft so gut wie tabu und die Charaktere allesamt (Ausnahmen bestätigen die Regel) die reinsten Engel auf diesem Gebiet. Diese Illusion gibt es in diesem Buch nicht - eine angenehme Abwechslung.
Ansonsten ist es natürlich auch mal ganz schön, wenn ein Buch in Deutschland bzw. in diesem Fall in Berlin spielt.
 
Was mich außerdem ein wenig genervt hat, war die Tatsache, dass dem Leser ewig nähere Details zu der gemeinsamen Geschichte von Elyas und Emely vorenthalten werden. Ist ja schön und gut, dass damit Spannung geschaffen werden soll, aber eine frühere Offenbarung hätte dem Buch auch nicht geschadet. (Das Faszinierende daran, am zweiten Tag habe ich nach besagter Offenbarung weitergelesen und siehe da, mein Eindruck war besser ...) Abgesehen davon nervt es mich immer, wenn der aus der Ich-Perspektive erzählende Protagonist die Dinge ja eigentlich weiß, und nur der Leser auf dem Schlauch steht. Vielleicht hätte dieser so früher einige Sachen besser verstehen können.
Den flüssigen Schreibstil fand ich am ersten Tag kaum und am zweiten Tag absolut fesselnd ... Hm ...
 
Fazit: Eine vorhersehbare, nicht unbedingt neue, allerdings realistische Liebesgeschichte mit leichten Längen, dafür aber vielschichtigen Charakteren und unterhaltsamen Schlagabtauschen


 


Quelle Cover & Klapptext: Rowohlt

6 Kommentare

  1. Ich habe ja wirklich auch schon eine Menge von diesem Buch gehört, ich bin mal gespannt, ob ich es auch so gut finde, wie alle. Ich denke, mir wird es eher so gehen wie dir, als ich neulich den Kindle einer Freundin in der Hand hatte, habe ich in das Buch mal ein wenig reingelesen und bis dahin hatte es mich noch nicht komplett umgehauen :D
    Liebe Grüße,
    Jana

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    1. Dann bin ich auch mal gespannt auf deinen Eindruck. ;) Irgendwie hatte ich mehr erwartet ... *seufz*

      Liebe Grüße :)

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  2. Oh man. Liegt bei mir noch auf dem SuB, aber da es so lang ist und eine Liebesgeschichte ist, habe ich echt kein Bock darauf. :D

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    1. Du hast Recht, es ist ziemlich lang. Vor allem, da es zwei Bände sind. Wie gesagt, meiner Meinung nach hätte man es auch kürzen können. ;D

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  3. Jetzt weiß ich nicht, ob ich das mögen oder nicht mögen soll :D Authentisch ist ja an sich sehr gut, aber wenn das Buch streckenweise langweilig ist... dann lieber nicht xD

    Liebe Grüße :)

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    1. Mach dir nichts draus, ich weiß es auch nicht. Ich weiß gar nicht, wie man zwei so unterschiedliche Meinungen haben kann. xD
      Im Großen und Ganzen war es ganz unterhaltsam, aber es zog sich halt teilweise. ^^

      Liebe Grüße ♥

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