Montag, 12. Januar 2015

[Rezension] Die Bücherdiebin

 
Heimlichkeiten langweilen mich. Ich weiß, was passieren wird, und ihr auch. Es ist die Art und Weise, wie es passiert, die mich ärgert, verwirrt, fasziniert und erstaunt. (Seite 267)

Autor: Markus Zusak

Übersetzer: Alexandra Ernst

austral. Originaltitel: The Book Thief (2005)

Verlag: Blanvalet (alternativ auch cbj oder cbt)

Seiten (bezieht sich auf meine Ausgabe): 608

Erscheinungsdatum (bezieht sich auf meine Ausgabe): 07.09.2009

ISBN (bezieht sich auf meine Ausgabe): 978-3-442-37395-6


Taschenbuch mit Klappenbroschur; 9,99€
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag; 19,95€
Taschenbuch mit Klappenbroschur; 9,95€



Klapptext:

Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet.


Äußere Erscheinung:
 
Ich mag das schlichte Cover meiner Ausgabe, das den Tod Hand in Hand mit einem Mädchen, vermutlich Liesel zeigt, auch wenn der Tod anders beschrieben wurde. Und einen treffenderen Titel gibt es wohl nicht. ^^
 
Meine Erwartung:
 
Zu dem Buch habe ich fast nur Gutes, nahezu Überschwängliches gelesen und es gilt mittlerweile als Must-Read.
 
Meine Meinung:
 
Es ist das erste Buch, das ich gelesen habe, welches in der Nazi-Zeit spielt. Prinzipiell ein sehr schwieriges Thema, das der Autor aber angemessen umgesetzt hat. Er lässt die Handlung in dem alltäglichen Leben spielen, zeigt den vielleicht für einige schockierenden Einfluss, zeigt Schattenseiten auf und doch zeigt er auch das Leben.
 
Die Erzählperspektive hebt sich deutlich von der Masse ab, ist der Erzähler doch niemand Geringeres als der Tod, was wiederum zu einer Mischung aus personalem und allwissendem Erzähler führt. Der Tod hat Gefühle und ist alles Andere als böse oder grausam. Er wirkt auf den Leser beinahe sympathisch, auch wenn eigentlich Liesel im Vordergrund steht. Gleichzeitig nimmt der Tod, der das Ganze im Übrigen aus der Ich-Perspektive erzählt und auch kommentiert, auch des Öfteren Dinge vorweg, ohne jedoch der Geschichte dabei etwas von ihrer fesselnden Spannung zu nehmen, die es mir schwer machte, das Buch aus der Hand zu legen.
 
Den Großteil der Handlung ist Liesel ein Kind, allerdings verhält sie sich für ihr Alter relativ reif, wozu auch bisherige Schicksalsschläge in ihrem Leben beigetragen haben. Gleich zu Anfang wird der Leser mit dem Tod ihres Bruders konfrontiert. Und doch überwindet Liesel ihre Trauer. Ich konnte nicht anders als sie in mein Herz zu schließen.
Auch Rudi ist ein äußerst liebenswürdiger Charakter, den ich ebenfalls in mein Herz schloss. Oder Liesels Pflegevater. Oder ein weiterer Charakter, auf den ich hier nicht näher eingehen werde. Die Charaktere sind meist vielschichtig, oft verbirgt sich hinter dem äußeren Schein noch etwas anderes.
 
Der Schreibstil ist bildlich, teilweise werden Metaphern verwendet. Verbunden mit der ungewöhnlichen Erzählperspektive ist das relativ speziell. Ich mochte diesen besonderen Stil, der doch mal etwas Anderes war. Das Buch ist öfters emotional, vor allem, wenn man Liesel ins Herz schließt. Ihre Freundschaft zu Rudi und zu ihrem Vater. Und als krasser Gegensatz dazu der Nationalsozialismus und die durchaus angesprochene Judenverfolgung. Und der Krieg. Dabei wird die Geschichte authentisch geschildert, es gibt keine Beschönigungen.
 
Fazit: Besonderer Stil, außergewöhnliche Erzählperspektive, vielschichtige, oftmals liebenswürdige Charaktere

 


Quelle Cover & Klapptext: Blanvalet

8 Kommentare

  1. Uii, schöne Rezi! :) Das Buch liegt seit einer halben Ewigkeit auf meinem SuB... vlt werde ich es ja bald lesen ;)
    LG, Anto <3

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    1. Danke. ^.^ Ich bin auch ziemlich lange um das Buch herum geschlichen, aber es lohnt sich. ;)

      LG <3

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  2. Jeder schwärmt von dem Buch, aber ich mag es irgendwie nicht lesen, weil es schon eher eine schwerere Geschichte ist oder? Also jedenfalls mag ich das Thema nicht allzu gerne und es würde mir eher schwerfallen.

    Danke für deine Büchertipps, außer Böanche habe ich alle Bücher schon gelesen xD Aber das werde ich mir mal nähr angucken ^-^ Spinnenkuss oder wie das auch heißt, diese eine Reihe von Jennifer Estep soll ja auch eine Auftragskillerin haben, das muss ich auch mal lesen :D

    Liebe Grüße,
    May

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    1. Ja, das stimmt, es ist nicht unbedingt die leichteste Geschichte. Aber wenn du vorher weißt, dass es dir nicht gefallen wird, ersparst du dir die Enttäuschung. ;)

      Ja, "Blanche" ist eher unbekannt, weil es auch aus einem kleineren Verlag ist - schade, eigentlich, wir bräuchten mehr von der Sorte Protagonistinnen, die nicht so viele Skrupel haben. xD
      Von der Reihe habe ich auch schon gehört und obwohl mich die geplante (gefühlte) Endlosigkeit ein wenig abschreckt, zieht mich die Protagonistin doch irgendwie magisch an .... ;D

      Liebe Grüße :)

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  3. Du hast Die Bücherdiebin rezensiert! Das hab ich ja noch gar nicht gesehen! :D
    Toll, dass dir das Buch auch so gefällt (: Ich LIEBE es einfach! Generell die Bücher von Markus Zusak *-* Er erschafft unglaubliche Figuren, die man einfach lieben MUSS, sein Schreibstil ist DER WAHNSINN und seine Art sich auszudrücken. Die Themen, mit denen er sich auseinander setzt. Wie er die Welt beschreibt. Einfach außergewöhnlich und fesselnd. Der Mann ist ein GENIE! :D
    Wahrscheinlich klinge ich hier wie ein durchgeknalltes Fangirl, aber... Ich liebe sein Bücher. Ich hab der Joker schon sieben mal gelesen. Die Bücherdiebin vier mal. Wilde Hunde fünf mal. Und jedes mal nehmen mich seine Worte gefangen.
    Ich sollte hier am besten mal aufhören :D

    Aber schöne Rezension ;)

    Alles, alles Liebe!
    deine Nati (:

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    1. Ich kann dein Fangirlen absolut verstehen. :D Der ganze Stil ist einfach so anders, so toll, so unglaublich, so emotionell, die Art, wie Markus Zusak mit den Worten spielt ... *o*
      Leider ist dieses Buch das erste, das ich von ihm lese, aber "Der Joker" steht schon auf meiner Wunschliste. ^^

      Danke. :)

      Alles, alles, alles Liebe auch dir, liebe Nati ♥

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  4. Kannst du Beispiele von den metaphern machen die im Buch vorkommen? Wäre super❤

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    1. Ehrlich gesagt ist das ein bisschen schwierig, weil es schon ein wenig her ist, dass ich das Buch gelesen habe, weshalb ich es gerade noch mal zur Hand genommen habe. Ich kann dir da vor allem empfehlen, dir vielleicht die Leseprobe dazu durchzulesen, bereits am Anfang finden sich einige Vergleiche ("Die Straßen waren aufgerissene Adern.", S. 19, "Schneeflocken aus Asche", S.20 als Beschreibung eines Bombenangriffs, "In Liesels Erinnerung war der Mond in dieser Nacht wie an den Himmel genäht. Drumherum waren Wolken gestickt." (S.65) oder "Sie war die Bücherdiebin ohne Worte.
      Aber ihr könnt mir glauben: Die Worte waren bereits zu ihr unterwegs, und als sie ankamen, hielt Liesel sie wie Wolken in den Händen und wrang sie aus bis auf den letzten Tropfen." (S.91)) - generell wird eine sehr bildhafte Sprache verwendet.
      Ich hoffe, ich konnte dir helfen. :)

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