Montag, 23. Februar 2015

[Gequatsche] Schullektüren

Hallo ihr Lieben,

ich könnte mich an dieser Stelle zum gefühlt hundertsten Mal dafür entschuldigen, dass ich keine Zeit fürs Posten habe, aber in der Regel gehöre ich auch zu den Leuten, die dann darunter kommentieren würden, dass Bloggen ein Hobby ist und der Blogger sich deswegen absolut nicht stressen sollte oder ähnliches, weil Bloggen Spaß machen sollte.
Deswegen also keine Entschuldigung. Wenn auch ebenfalls keine Rezensionen, weil ich einfach nicht zum Lesen komme. Ich bin dafür, dass der Tag noch mindestens drei Stunden mehr bekommt. Oder die Woche gleich einen ganzen Tag mehr. Oder so.
Keine Zeit bedeutet kein Lesen, das führt zu keine Rezensionen und das bedeutet nichts zum Posten.
Besserung ist auch nicht in Sicht, da mein Terminkalender für die nächste Zeit dezent voll aussieht.
Daher werde ich euch jetzt gepflegt volllabern.

Thema heute: Schullektüren. Falls es jemandem aufgefallen sein sollte, die habe ich bisher einfach unter den Tisch fallen lassen. Das liegt daran, dass es sich bei Schullektüren in der Regel eh um uralte, hochliterarische Bücher handelt, die so dermaßen auseinandergepflückt werden, dass man anschließend nicht mehr weiß, was die eigene Meinung war und was reininterpretiert wurde und so weiter. Jedenfalls ist das an unserer Schule der Fall und ich gehe mal davon aus, dass es bei euch ähnlich aussieht.
Mit Dramen tue ich mich generell schwer, vor allem was das Rezensieren angeht und sowieso habe ich ein Problem damit, Bücher zu bewerten, die seit Jahrhunderten in den Himmel gelobt werden. (Ob das auch seine Richtigkeit hat, sei mal dahingestellt - siehe Vom Winde verweht ...) Klar lässt sich Goethes Stil nicht flüssig lesen, ist ja auch fast 300 Jahre alt. Aber da schreibt doch keiner, dass der Typ einfach nicht schreiben konnte. Dass der Charakteraufbau Mist ist - schließlich wird das ja seit Jahrzehnten im Unterricht als Vorbild genommen. Wie soll man also einen Klassiker schlechthin rezensieren?

Dann das Lesen. Es ist ja nicht so, als würde man sich mit einer Schullektüre ins Bett kuscheln und sich an der Geschichte erfreuen, um das Buch anschließend beiseite zu legen, eine Rezension darüber zu schreiben, noch eine Weile mental in der Welt hängen zu bleiben und dann ein neues Buch anzufangen. Jedenfalls nicht normalerweise.
Stattdessen muss man sich schon bei dem Lesen zig Gedanken dazu machen. Wenn man es dann überhaupt an einem Stück und nicht über Wochen verteilt liest, nur um dann im Unterricht jeden Buchstaben dreimal umzudrehen. Das hat wenig mit andere Welten erleben zu tun - wie soll man denn einen Charakter bewerten, dessen Struktur man bis ins kleinste Detail durchleuchtet hat? Wie unterscheidet man dann noch zwischen eigenem Eindruck und Interpretation?

Vielleicht übertreibe ich hier auch ein bisschen, worauf ich hinaus will: Es fällt mir schwer, Schullektüren, wenn es nicht gerade Jugendbücher sind, wie jedes andere Buch zu rezensieren. Nicht, dass ich bisher in meiner Bloggerzeit besonders viele Schullektüren gelesen hätte, aber das ist so mein erstes Gefühl.
Abgesehen davon weiß ich auch nicht, inwieweit euch das interessieren würde, eine Rezension zu diesen absolut spannenden Büchern zu lesen und wie gesagt, ich habe so meine Probleme damit, Klassiker zu bewerten. (Wenn es sich denn nicht gerade um einen katastrophalen Reinfall mit einer äußerst sympathischen Protagonistin für mich handelt ...) Andererseits könnte ich ja auch lediglich meine Gedanken dazu äußern - falls es denn jemanden interessiert.

Damit zu euch: Würden euch Posts zu zukünftigen Schullektüren interessieren? Wenn ja, zu allen oder nur zu zeitgenössischeren? Und wie handhabt ihr das?

Unterschlagen habe ich im letzten Jahr übrigens nur eine Schullektüre.

Viele liebe Grüße
Dana

18 Kommentare

  1. Zu 99,9 % sind alle schullektüren gruselig. :D
    Ich selber rezensiere sie eigentlich nicht, lese aber immer gerne von anderen wie sie diese fanden. Was war denn deine letzte Schullektüre? :D

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    1. Irgendwie schon, ja. xD
      Das ist schon wieder eine ganze Weile her, aber die nächste wird vermutlich "The Giver", dt. "Hüter der Erinnerung" sein. ^^ Faszinierenderweise gar nicht mal so uralt, daher bestehen bei mir durchaus Hoffnungen. ;D

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  2. Eine komplette Rezension find ich bei Klassikern eigentlich unmöglich. Da sie meistens älter sind, wurden sie auch vielfach diskutiert und es gibt verschiede Meinungen, Interpretationen etc. von daher würde ich persönlich es gar nicht als nötig empfinden. Was ich allerdings spannend finde, ist, wenn man eben einzelne Aspekte herausgreift und sagt, was man eben gut/schlecht an dem Buch fand - "das Buch hat dies und das gut gemacht, und das weniger". So mach ich das eigentlich immer (egal bei welchem Buch). Ohne groß zu analysieren oder auseinanderzupflücken.

    Von daher würde ich dir einfach vorschlagen - wenn du unbedingt etwas zu einer Schullektüre loswerden willst, dann mach es einfach. Ich bin zwar auch eher bei den Jugendbüchern unterwegs, aber hin und wieder verliere ich auch ein Wort über die Sachen, die ich in der Uni lesen muss. Deshalb empfehl ich dir einfach - weil du es ja schon selbst sagst, bloggen sollte Spaß machen, und wenn du die Nase voll von der Schullektüre hast, dann schreib nichts drüber, aber wenn sie dich doch irgendwie beschäftigt, dann tu es einfach :)

    Liebe Grüße
    Sanne

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    1. Genau das meine ich ja - Klassiker sind halt Klassiker.
      Ich analysiere die Bücher generell eher selten. xD In der Regel ist das sowieso nur mit Spoilern möglich und da ich das weitgehend vermeide ... Aber danke für deine Meinung, vielleicht versuch ich es dann einfach mal. :)

      Wobei es ja auch immer etwas hat, sich über ein Buch abzuregen. ^^ Möglichst begründet, versteht sich. Habe ich das letzte Mal mit "Vom Winde verweht" gemacht - na ja, eigentlich war es nur eine etwas ausuferndere Rezension. ;)
      Okay, danke. :)

      Liebe Grüße auch an dich!

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  3. Hallihallo :)

    Also erstmal finde ich deine Einstellung zum Thema "Entschuldigung weil wegen keine Zeit" total gut! Mir gehts momentan genauso, aber ich teile deine Meinung. Bloggen ist Hobby und wenn Stress, dann eben weniger Hobby (und weniger deutscher Satzbau, anscheinend ^^).

    Bei Klassikern habe ich, um ehrlich zu sein, gar nicht so sehr das Problem mit der Unterscheidung zwischen eigener Meinung und Interpretation. Gerade in der Oberstufe liest man plötzlich so viel, dass man gar keine Zeit mehr hat, ein Buch über ein halbes Jahr ausführlichst zu zerpflücken. Was mich aber jedes Mal wieder aufregt, ist der Schreibstil der meisten "Werke", die man sich so reinziehen muss. Mag ja sein, dass die alten Griechen "Antigone" total gefeiert haben, aber heutzutage ist es sowohl thematisch als auch vom Inhalt her einfach nicht mehr aktuell. Auf Deutsch - totale Scheiße :D Wenn es um solche Sachen geht, könnte ich mich jedes Mal wieder über den Lesekanon aufregen, den die Bildungsministerien so vorgeben *würg* *michwiederberuhig*

    Klassiker zu rezensieren finde ich allgemein immer schwierig, weil das ja oft Bücher sind, die jedem in der Schulzeit reingewürgt werden und bei denen man Charaktere und Inhalt grob kennt. Interessanter fände ich eher einen "Laberpost" zum jeweiligen Klassiker. Bei dem man den jeweiligen Klassiker auch mal gepflegt haten kann, das wird spätestens nötig, wenn du irgendwann mal gezwungen wirst, Kafka zu lesen :'D

    Liebste Grüße ♥

    PS: Wenn du mal ein Stündchen erübrigen kannst, hätte ich einen Tag für dich ;)
    http://duncelbunt.blogspot.de/2015/02/tag-wurdest-du-eher.html

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    1. Deutscher Satzbau überbewertet sein. So viel Zeit nicht da. ^^

      Ich musste "Antigone" ehrlich gesagt gerade erstmal googeln und fand die erste grobe Inhaltszusammenfassung bei Wikipedia sehr einladend. xD Mein Beileid.
      Zurzeit lesen wir immer mal wieder Ausschnitte von Goethe und wäre er ein zeitgenössischerer Autor, würde ich ihn mal dezent darauf hinweisen, dass er sich vielleicht mal für eine Anredeform entscheiden könnte - man kann doch nicht innerhalb eines Dialoges die ganze Zeit zwischen "Ihr" und "Du" hin- und herspringen. -,-

      Von Kafka hatten wir irgendwann mal eine Kurzgeschichte, irgendwas mit einer Uhr. :x Ich hab beschlossen, dass ich ihn nicht zu meinen Lieblingsautoren zählen werden. xD
      Ich hätte dann auch eher an einen Laberpost gedacht. ^^

      Alles Liebe! ♥♥

      PS: Ich hätte ja geantwortet, dass ich doch nicht hoffe, dass es solange dauert, aber das war, bevor ich die Fragen gesehen habe. xD

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    2. Meister Yoda sein stolz auf uns :DD

      Sei froh, wenn du Antigone nie lesen musst. Ich frage mich, warum ich nicht schon bei dem Buch aufgehört habe, Schullektüre zu lesen :D
      Du könntest Goethe ja einen Brief schreiben, im "Love letters to the dead"-Style :P Aber ich fürchte, das wird nichts ändern ;)

      Die Kurzgeschichten und Parabeln von Kafka sind noch akzeptabel im Gegensatz zu den Romanen *gleichdenkaugummiauswürg* :DD

      ♥♥♥

      PS: Ich warne dich vor - ich wollte in einer Stunde mit dem Post fertig sein. Habe drei Stunden gebraucht :'D

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    3. Die Macht mit die sei, junger Schreiberling. :'D

      Ich hoffe es mal. ;D
      Schade eigentlich. Vielleicht wären dann in der Antwort lauter Metaphern und tiefsinnige Anspielungen versteckt ...?

      Kafka, dein Freund und Vorbild. :P

      ♥♥♥

      PS: Na toll. Wo nehm ich die denn dann her? ;D

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    4. Ich nie die Filme gesehen haben :x Das sein schlimm? :x Laserschwerter ich nämlich finden unepisch. Schwerter sein viel epischer...

      Kafka, dein Fein und Gehirnzerstörer! Ganz ehrlich, Kafka wollte nicht, dass seine Texte veröffentlicht werden. Warum konnte sein blöder Freund das nicht akzeptieren? xD

      ♥♥♥

      PS: Such, Dana. Such :D

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    5. Nein, nicht schlimm sein. Ich auch maximal Bruchstücke. Sehr amüsant, auch wenn nicht von Filmemachern vermutlich beabsichtigt. xD Ja, epischer viel Schwerter sind. *-*

      Weiß ich auch nicht. xD Böser Freund. Ganz bööööse.

      ♥♥♥

      PS: Unter meinem Bett sind sie nicht ...

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    6. Man kann sich kaum vorstellen, was ich für böse Blicke bekommen habe, als ich wegen einem Freund mal ein Stück Laserschwertgekloppe angeschaut habe und dann zugegeben hab, dass ich das unepisch finde :'D

      ♥♥♥

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    7. Viel zu billig, da fehlt einfach die Epik eines echten Schwertkampfes. ^^
      Ich übe mich in der Parodie der "Ich bin dein Vater" - Szene, nachdem ich einmal Bruchstücke davon gesehen habe und bemüht war, nicht zu lachen. xD

      ♥♥♥

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    8. Haha, "billig" ist gut - das klingt irgendwie wie Plastik, wenn die gegeneinander treffen :'D
      Und, wie kommst du voran? :PP
      ICH BIN DEIN VAAAAATEEEEEER! xD

      ♥♥♥

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    9. Irgendwie immer dezent übertrieben. :'D
      Jaaaaaa .... xD
      "Oh neeeeeiiiiiin." xD

      ♥♥♥

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  4. Schullektüren sind so eine Sache. Früher (5.-9. Klasse), als wir noch Jugendbücher & Co. gelesen haben, fand ich die immer ganz okay. Es gab bessere und es gab schlechtere.

    Aktuell hängen wir gerade bei Goethes "Faust I" und das schon bestimmt seit November. An sich finde ich die Idee richtig genial (Goethe hat sich selbst eigentlich kaum etwas ausgedacht, er hat verschiedene wahre und erfundene Storys genommen, in den Mixtopf geworfen und heraus kam die Fausttragödie – faszinierend, dass er mit lauter "geklauten" Ideen seine eigene Idee zusammengeschraubt hat) und ich finde es absolut bewundernswert, dass die gesamte Tragödie in Reimen geschrieben ist.

    Aber ich finde es doch sehr schwer zu lesen und vor allem zu verstehen. Z.B. muss man schon sehr viel interpretieren, bis man kapiert, das Gretchen schwanger ist und dass sie ihre Mutter umgebracht hat. Aber ich finde es schon wichtig, dass wir solche Klassiker lesen, weil wir dann viel eher verstehen, wie die Welt von damals getickt hat. Das ist Geschichtsunterricht von einem anderen Blickwinkel.

    Eine Meinung dazu bilden? Das ist meiner Meinung nach erst möglich, wenn man sich wirklich bis zum Umfallen mit dem entsprechenden Klassiker beschäftigt hat. Jetzt am Ende von "Faust I" besprechen wir das ganze weniger ausführlich und ich kapier gar nichts mehr. Den Anfang finde ich aber wirklich megagenial. Das Ende ist Bockmist.

    Ich fände es spannend zu lesen, wie ausführlich ihr die einzelnen Lektüren besprecht und was du darüber denkst. (Aber ich finde jede Idee, die anders ist, spannend :D)

    Liebe Grüße
    Lioba von Libramor

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    1. Ja, Jugendbücher waren immer ganz nett. ;)

      Manchmal hab ich das Gefühl, Goethe klaute gerne. xD
      Die Reime sind bewundernswert ... wenn auch schwierig zu lesen, nehme ich an. Zwar war das zu der Zeit üblich, aber ich hätte keine Lust, eine ganze(s) Geschichte/ Drama in Reimen aufzuschreiben. ;D

      Ja, das stimmt, sie vermitteln wirklich Einiges über das Leben der damaligen Zeit und insofern sind sie ja gar nicht so schlecht. ^^ Nur der Stil ist manchmal ein wenig gewöhnungsbedürftig.

      Okay, danke für deine Meinung, die Idee klingt echt nicht schlecht. :)

      Liebe Grüße

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  5. Also ich würde sagen: Hau raus, was geht xD (wenn du es denn willst)
    Wenn du irgendwelche Gedanken dazu hast, die du gerne mit uns teilen möchtest, dann ja! Her damit.
    Wenn nicht, dann auch her damit ;) Spaß.

    Alles Liebe ♥

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    1. Ach so, du möchtest einen Einblick in all meine schmutzigen Gedanken? *Unschuldslächeln* xD
      Okay. Ich werds raushauen. Mal sehen, ob meine Tastatur das auch so lustig findet. ^^

      Alles Liebe auch an dich! ♥

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