Freitag, 17. April 2015

[Rezension] Der Spiegel von Feuer und Eis


Autor: Lynn Raven aka Alex Morrin

Verlag: cbt

Seiten: 384

Erscheinungsdatum: 05.09.2011

ISBN: 978-3-570-30778-6

Taschenbuch; 8,99€




Klapptext:

Gejagt von der Eiskönigin und vom Lord des Feuers fällt das Mädchen Cassim in die Hände von Morgwen. Ihr Retter – oder eine weitere Bedrohung? Auf jeden Fall übt der mysteriöse junge Mann eine unglaubliche Faszination auf Cassim aus. Und Morgwen geht es nicht anders. Trotzdem schwebt das Mädchen in höchster Gefahr …
Äußere Erscheinung:
Den Titel finde ich irgendwie schön, abgesehen davon bringt er das Ganze treffend auf den Punkt. Immerhin dreht sich ja alles um besagten Spiegel.
Das Cover ... Na ja, wenn jemand weiß, was mir dieses Dekolleté einer Frau sagen soll, melde er sich doch bitte. Die charakteristische Haarfarbe stimmt aber.
Meine Erwartung:
Das Buch steht auch schon ziemlich lange auf meiner Wunschliste. Nachdem ich von der Autorin Seelenkuss als Ausrutscher gewertet habe und von Der Kuss des Kjer total begeistert war, hatte ich die Hoffnung, dass sich dieses Buch letzterem anschließen würde.
Meine Meinung:
Leider muss ich sagen, dass ich in meiner Erwartungshaltung enttäuscht wurde. Das Buch war in meinen Augen lange nicht so gut wie Der Kuss des Kjer, wenn auch ein wenig besser als Seelenkuss. Dabei war es prinzipiell nichtmal schlecht.
Mein größtes Problem war vermutlich, dass ich mich mit der Protagonistin nicht ganz anfreunden konnte. Cassim erzählt bis auf wenige Abschnitte, die sich am Ende häufen, die Geschichte (aus der dritten Person) und irgendwie erreichte sie mich schon mal gar nicht. Selbst nach dem Lesen habe ich nur eine ziemlich blasse Vorstellung von ihr.
Positiv ist vermutlich, dass sie tatsächlich mal abgesehen von ihrer Begabung ein ganz normales Mädchen ohne weitere besondere Fähigkeiten ist. Leider sorgte das aber auch dafür, dass ich den Eindruck hatte, sie würde nur durch die Gegend getragen. Allein kommt sie nicht wirklich zurecht. Zugegeben, vermutlich soll sie ein großes Herz haben und wenn es um Morgwen geht, zeigt sie auch eine gewisse Kratzbürstigkeit, aber alles in allem ist das wenig überzeugend.
Außerdem kam sie mir immer ziemlich nach Mädchen vor. Und damit meine ich die Sorte Mädchen, die nicht kämpfen kann und immer erschrocken daneben sitzt. Dabei ist sie nichtmal direkt ängstlich, sie handelt nur einfach nicht.
Ich habe auch irgendwie nicht mit ihr gefühlt oder so, es war eher so, als sähe ich ihr aus der Ferne zu, und nicht, als würde ich das mit ihr erleben.
Das Schlimmste war allerdings, dass Cassim hinter nichts kommt. Während der Leser sich schon die Hälfte von allem zusammengereimt hat, vertraut sie weiter fröhlich jedem, hinterdenkt nichts und findet auch irgendwie nichts heraus. Was mich ehrlich gesagt ein bisschen genervt hat.
Und trotz der für Bücher von Lynn Raven verhältnismäßig eher geringen Seitenzahl kam mir das Buch so zwischendurch ziemlich zäh vor. Nicht, weil nichts passierte, sondern weil ich die Stelle herbeiwünschte, an der Cassim ein paar Erkenntnisse bekam.
Tolles Beispiel war ja ihr Amulett. Cassim wird entführt, man erzählt ihr, da gibt es so ein Spiegel von Feuer und Eis, der ist nur leider kaputt und sie soll ihn mit ihrer Begabung wiederherstellen. Ach ja, und das Amulett, das ihre Mutter ihr geschenkt hat, ist das Herzstück. Dass sich dieses gute Stück immer noch bei dem herzlosen Onkel befindet, während sich alle Anwesenden immer weiter von diesem Fleckchen entfernen, interessiert irgendwie niemanden. Es kommt auch den Großteil der Geschichte niemand drauf ...
Die Spannung war daher auch nur so lala, ein paar Verfolger im Nacken, ein paar Komplikationen, undurchschaubare Mitreisende, ein bisschen Action. Vermutlich liegt auch hier das Problem darin, dass ich nicht mit Cassim klargekommen bin. Diese hat lange Zeit auch irgendwie keine Ahnung (als Einzige, übrigens), und so steht der Leser erstmal auch ein wenig auf dem Schlauch. Dann fängt er an, sich selbst was zusammenzureimen, und ist gelangweilt. Gegen Ende wurde es dann besser, auch wenn mich die Auflösung dann irgendwie wieder verwirrt hat.
Dabei ist es nicht so, als hätte die Idee kein hohes Potenzial, im Gegenteil. Mein Problem war wie gesagt in erster Linie, dass ich nicht an die Protagonistin herankam. Wem das anders geht, dem dürfte das Buch wohl auch um Einiges besser gefallen.
Die Autorin beschreibt eine fremde, in ewigem Schnee gefangene, faszinierende Welt mit besonderen Wesen. Die Grundidee erinnert an das Märchen Schneekönigin, von dem sich Lynn Raven auch inspirieren lassen hat, wenn auch neu erfunden. Das Setting ist daher ziemlich winterlich und von der Autorin bildlich beschrieben.
Der beste (und tiefgründigste) Charakter des ganzen Buches dürfte Morgwen sein, der in den Augen einer anderen Protagonistin vielleicht noch besser zur Geltung gekommen wäre. Mysteriös, undurchschaubar und irgendwie dunkel ist er eben einfach ein Bad Boy. Aber auch hier hatte ich das Gefühl, dass sein Potenzial erst gegen Ende genutzt wurde und hätte mir gewünscht, dass das noch ein bisschen mehr ausgearbeitet würde, denn er hat durchaus die Voraussetzungen, ein Mädchen ins Schwärmen zu bringen. Die er gegen Ende eben auch nutzt.
Ich merk langsam, meine Rezension rutscht ziemlich in den negativen Bereich ab, dabei war das Buch durchaus flüssig und unterhaltsam zu lesen und ich hab mich nicht durchgequält oder so. Es war auch durchaus Spannung vorhanden, die Idee und das Setting waren genaugenommen sogar ganz toll (im wahrsten Sinne des Wortes cool) und hätte ich nicht diese Differenzen mit Cassim gehabt, hätte es mich vielleicht auch begeistern können.
Denn in dem ganzen Buch liegt ein hohes Potenzial und der Weltenaufbau hat mich auch durchaus gefesselt.
Fazit: Blasse Protagonistin, zu der mir die Nähe fehlte - infolgedessen leichte Längen und nicht ganz ausgenutztes Potenzial




Quelle Cover & Klapptext: cbt

4 Kommentare

  1. HalliHallo du wunderbare Wortakrobatin ♥♥♥

    Was habe ich gerade eben zuerst auf meinem Dashboard entdeckt? DEINE REZENSION! *-*
    Da ich hier viel stöbere, aber mir mal echt in den Prinzessinen-PoPo treten muss um mehr zu kommentieren, bin ich nun *hach* freudig hier und tippe fleißig in die Tasten <3 Das Buch erinnert mich ein bisschen an "Die Beschenkte" also einfach so von der Handlung her, schade, dass das Potenzial wohl nicht voll ausgeschöpft worden ist, ich vertraue mal ganz auf deine Worte und werde das Buch mal vermerken, aber nicht auf die "dringend Wunschliste" setzen, mein Geldbeutel dankt es dir und schickt liebe Grüße, haha :D :D :D

    Fühl dich lieb gedrückt und hab einen schönen Abend!
    Leslie

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    1. Liebste wundervolle Prinzessin Leslie,

      ich wage zu behaupten, dass du noch besser mit Worten spielen und umgehen kannst als ich. ♥ ;)
      Zwar ist das Lesen von "Die Beschenkte" bei mir schon Jahre her (ich muss es unbedingt mal wieder re-readen), aber abgesehen von dem Gerne sind die Bücher eher unterschiedlich. Katsa und Bo ähnlen Cassim und Morgwen kaum, und Sinn ist in erster Linie, um das Land vor der Eiskönigin zu retten - Morgwen ist dabei auf der Reise eher ein zufälliger Begleiter.
      Ja, wirklich, schade - schon um die Idee, und um Morgwen. *-* :'(
      Aber es bestünde zumindest die Hoffnung, dass du keine Probleme mit Cassim hättest - vielleicht könnte dich das Buch dann durchaus begeistern. Eine graziöse Verbeugung an deinen Geldbeutel mit lieben Grüßen zurück. ^^

      Fühl du dich auch ganz lieb gedrückt und hab ebenfalls einen wunderschönen Abend!! ♥

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  2. Mich reizt das Buch generell eher weniger, ich finde auch das Cover eher wenig ansprechend und deine Rezension hört sich auch nicht wirklich überzeugt an, also werde ich es eher nicht lesen :)
    Liebst, Emme ♥

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    1. Es gibt vermutlich auch nicht so viele, die das Cover ansprechend finden. ;)
      Leider kann ich nicht sagen, dass du da groß etwas verpasst. :/

      Liebst ♥

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