Dienstag, 5. Mai 2015

[Rezension] Loving


Autor: Katrin Bongard

Verlag: Oetinger

Seiten: 296

Erscheinungsdatum: April 2015

ISBN: 978-3-8415-0348-0

Taschenbuch; 9,99€




Klapptext:

Das hätte Ella nie gedacht. Dass sie – die sich für Bücher und Buchblogs interessiert – sich ausgerechnet in den coolen Luca verliebt. Luca, den alle Mädchen für den tollsten Jungen der ganzen Schule halten. Und den sie bis vor Kurzem nur oberflächlich und arrogant fand. Doch bei einem Schulprojekt über Jane Austens »Stolz und Vorurteil« lernen sie sich besser kennen …
 

Äußere Erscheinung:
 
Das Cover kann vielleicht ein bisschen kitschig wirken, ich finde es aber gar nicht so schlecht und für eine Liebesgeschichte ganz gut gewählt, da durch die Schatten die eigene Vorstellung der Protagonisten nicht vorweggenommen wird. Der Titel ist allerdings leider relativ nichtssagend.
 
Meine Erwartung:
 
Ich habe das Buch von dem Verlag bekommen - vielen Dank! - und es hörte sich nach einer lockeren Liebesgeschichte für Zwischendurch an, auch wenn mir die Idee nicht wirklich neu erschien. Außerdem klang die Protagonistin ganz cool.
 
Meine Meinung:
 
Zugegeben, das Grundkonzept ist wirklich nicht neu. Außenseiterin verliebt sich in Bad Boy - hängt vielen vermutlich mittlerweile schon zum Hals heraus. Dabei war die Umsetzung aber durchaus unvorhersehbar und gar nicht mal so klischeehaft.
Lediglich am Anfang ging mir die Entwicklung ein bisschen zu schnell - auf einmal hatte ich das Gefühl, irgendwas verpasst zu haben. Ab dann konnte ich die Handlung aber wieder nachvollziehen, auch wenn mir das Ende wieder ein kleines bisschen überhastet vorkam.
Das waren aber nur Kleinigkeiten, ansonsten ließ sich die Geschichte flüssig lesen und bot in erster Linie einen erwarteten, hohen Unterhaltungswert.
 
Das Buch würde ich genretechnisch irgendwo zwischen Young Adult und New Adult einordnen. Einerseits wird Ella gerade erst 17 und geht noch in die 11. Klasse einer Berliner Schule - übrigens war es mal eine angenehme Abwechslung, ein deutsches Buch, das auch in Deutschland spielt, zu lesen. ^^ Andererseits gibt es aber nicht diese für YA typischen Szenenwechsel, wenn die Protagonisten einen Schritt weiter gehen, sprich: Es gibt durchaus ein, zwei Sexszenen. Nichts, was als richtige Erotik zu bezeichnen wäre, ich fand die Szenen gut beschrieben und es war mal ein Zeichen dafür, dass es auch anders geht, als einen Absatz zu machen. ^^
Auch ansonsten sind wir im 21. Jahrhundert angekommen, was die somit authentische Darstellung des Lebens der Jugendlichen angeht.
 
Ella war eine tolle Protagonistin. Ich meine, natürlich ist das Hobby Buchbloggen keine Garantie für einen sympathischen Charakter, aber in diesem Fall war es wirklich cool. Ich konnte mich zu einem großen Teil mit Ella identifizieren.
Dazu trug eben bei, dass sie Buchbloggerin ist, was nicht nur zwei, drei Mal à la Da war ja noch was erwähnt wird, sondern wirklich einen großen Teil ihres Lebens ausmacht. Und ich denke mal, viele von euch, die auch einen Blog haben, werden sich in dem wiederfinden, was auch für Ella das Bloggen bedeutet. Dabei wird dies auch sehr realitätsnah dargestellt - inklusive dem allseits bekannten SuB-Problem. ^^
Auch Ellas Bücherliebe nimmt einen großen Teil der Geschichte ein und ihre Einstellung, beispielsweise was E-Books angeht, dürfte jedem Bücherliebhaber aus dem Herzen sprechen. Spätestens als es dann losgeht mit dem Projekt im Deutschunterricht und sie zusammen mit Luca, erklärter Nichtleser, Stolz und Vorurteil behandeln soll. Das habe ich im Übrigen leider nicht gelesen, ich kann mir aber vorstellen, dass die, die es gelesen haben, viele Anspielungen darauf finden werden.
 
Auch sonst ist Ella die intelligente Außenseiterin mit der Brille, die lieber liest, als Partys zu feiern, Schriftstellerin werden will und eher introvertiert ist. Doch genau das sorgte dafür, dass ich mich sehr gut mit ihr identifizieren konnte und ihre Gedanken oft auch teilte.
Darüber hinaus fehlen aber die sonst üblichen Minderwertigkeitskomplexe beziehungsweise sie sind nicht sonderlich stark ausgeprägt. Daher besitzt Ella auch durchaus ein gewisses Selbstvertrauen. Außerdem denkt sie oft logisch und handelt nachvollziehbar.
 
Luca ist auch nicht der ganz so klischeehafte Bad Boy. Das heißt, er ist schon ein Bad Boy - arrogant, sehr selbstbewusst, allseits umschwärmt -, aber er verhält sich nicht direkt abweisend und ist auch nicht voller dunkler Geheimnisse, was wiederum realistischer wirkt. Dabei verbirgt sich natürlich mehr hinter seinem Playboy-Ruf und seiner überheblichen Art, und er wirkt am Ende auch nicht perfekt. Letztendlich ist er auch echt süß. *-*
Auch die anderen Nebencharaktere kamen auf mich lebensecht rüber und werden insoweit vielschichtig gezeichnet, als dass viele Schwächen haben und es keine „Der ist aus Prinzip schlecht“-Einstufung gibt.
 
Fazit: Süße, unterhaltsame sowie authentische Liebesgeschichte für Zwischendurch und eine Protagonistin, mit der ich mich identifizieren konnte
 
 
 


 
 



Quelle Cover & Klapptext: Oetinger

2 Kommentare

  1. Ich freue mich, dass du so viel positives dazu sagen kannst, denn ich habe bisher eher negatives über das Buch gehört, muss aber sagen, dass es mich doch ganz schön reizt, unter anderem auch wegen dem Bloggen :)
    Liebst, Emme ♥

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    1. Echt? o.O Mir hat es trotz anfänglicher Zweifel sogar ziemlich gut gefallen, weswegen es mich gerade ein bisschen wundert, dass du vor allem Negatives dazu gehört hast. :x
      Ich kann es dir aber empfehlen, und das Bloggen nimmt auch wirklich einen nicht kleinen Teil der Handlung ein, anders als z.B. in "Obsidian". ^^

      Liebst ♥

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