Sonntag, 17. Mai 2015

[Rezension oder so] The Giver


Lois Lowry

dt. Hüter der Erinnerung

137 Seiten - Taschenbuch - 9,99€ - Schulausgabe (Klett Verlag)

1993 erstmals erschienen








Inhalt:

Jonas lebt in einer Community, in der alles seinen geregelten Ablauf hat. Er sehnt seiner Zeremonie des zwölften Lebensjahres herbei, bei der er erfahren wird, welche Aufgabe ihm in der Community zukommt. Doch er hat keine Ahnung, was für ihn vorgesehen ist ...


Äußere Erscheinung:
 
Ähhhm. Das deutsche Cover finde ich ja schon ziemlich bescheiden, aber immerhin entfernt passend, wie das originale englische Cover aussieht, weiß ich nicht, aber das meiner Ausgabe ... Tja, was soll man sagen, da kann ich ja fast besser zeichnen. xD
 
Ganz nett sind natürlich die übersetzten Vokabeln am Ende der Seite, das ist wohl ein positiver Aspekt der Schulausgabe. ^^
 
Meine Erwartung:
 
Das Buch war eine Schullektüre für meinen Englischunterricht. Ich hatte es vorher auf Deutsch auf zwei, drei Blogs entdeckt, es hat mich zwar nicht wirklich angesprochen, klang aber besser als die üblichen Schullektüren.
 
Meine Meinung:
 
Im Vergleich zu anderen Schullektüren schneidet das Buch in Betracht meiner Leserfreude mit Sicherheit besser ab, schon weil es ein wenig in mein übliches Leseschema fällt. Damit hatte ich dann aber auch umgekehrt eine gewisse Vergleichsmöglichkeit.
Dazu kommt, dass das Buch über 20 Jahre alt ist, was mir vielleicht nicht aufgefallen wäre, aber meine Betrachtung immer ein wenig beeinflusst hat - ich werde das später in der Rezi nochmal aufgreifen.
 
Das Englisch ist einfach und flüssig zu lesen, daher würde ich es auch Englischeinsteigern empfehlen. Die Kapitel in meiner Ausgabe sind ziemlich kurz und auch die Gesamtseitenzahl ist sehr gering, sodass sich das Buch schnell durchlesen lässt. Diese Kürze des Buches weckte schon von vorneherein eine gewisse Skepsis in mir, und na ja, ein paar Seiten mehr hätten mit Sicherheit nicht geschadet.
Der Protagonist Jonas ist zwölf Jahre alt, was mich zusammen mit der vergleichsweise eher harmlosen Handlung bezüglich Brutalität ahnen lässt, dass sich das Buch auch an diese Zielgruppe richtet. Ich persönlich fand das Alter für die Rolle beziehungsweise generell für den Beginn einer Ausbildung ziemlich tief gesetzt, zumal sich Jonas oft reifer verhält. Leider blieben die Charaktere auch sonst eher blass und die geringe Seitenzahl bot auch keine wirkliche Entwicklungsmöglichkeit.
 
Wie gesagt gibt es kaum wirkliche Gewalt und so blieb damit leider auch die entsprechende, für andere Dystopien typische Action auf der Strecke. Natürlich kann ein Buch auch auf andere Weise spannend sein, aber Spannung kam hier erst gegen Ende auf.
Vorher zieht sich das Buch hauptsächlich hin mit Beschreibungen der Community und ihrem Ablauf. Dabei hat die Autorin davon eine ziemlich gute Vorstellung, aber erst kommt sie nicht auf den Punkt und am Ende (das ich irgendwie anders interpretiert habe, als die meisten anderen) wird alles viel, viel zu schnell abgehandelt. Zum Schluss fehlten Erklärungen, viele Fragen blieben offen.
 
Mir kam es so vor, als wäre dieses Buch ein Mix aus den Elementen (bezüglich der Regelung in der Gesellschaft, wie z.B. totale Kontrolle, Beschränkung der Kinderzahl, eingegrenzte Communities usw.) vieler Dystopien, was schlicht nicht zutreffend kann, weil es viel früher entstanden ist. Daher begegne ich der Tatsache, dass mich diese Dystopie kaum überraschen konnte, mit einer gewissen Nachsicht.
Die Idee hinter allem ist aber ziemlich gut und tiefgründig und regt auch zum Nachdenken an, ich hätte mir wirklich gewünscht, dass sie näher ausgearbeitet worden wäre.
 
Fazit: Für eine Schullektüre eine angenehme, leicht verständliche Abwechslung, ansonsten gute Idee, die kaum ausgearbeitet wurde, kaum Entwicklung, kaum Spannung, viel zu viel Beschreibung der Community
 
 
 

2 Kommentare

  1. Ich habe das Buch auf deutsch gelesen und mir hat es noch ein bisschen besser als dir gefallen, es hat von mir 3 von 5 Herzen bekommen.
    Als Schullektüre lesen wir momentan Looking For Alaska, was eigentlich ein ziemliches Highlight ist.
    Liebst, Emme ♥

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    1. Ich fand es auch nicht direkt schlecht, mir fehlten eben nur Wendungen und Entwicklungen und so. ^^ Prinzipiell die Idee und das Ende haben mir auch gefallen. ;)
      Wow, das ist toll! *-* Das wäre für mich auch nochmal ein Traum von Schullektüre. ^^
      Liebst ♥

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