Montag, 17. August 2015

[Rezension] Bad Romeo & Broken Juliet - Wohin du auch gehst

Autor: Leisa Rayven

Übersetzer: Tanja Hamer

amerik. Originaltitel: Bad Romeo (2014)

Verlag: Fischer

Seiten: 496

Erscheinungsdatum: 23.07.2015

ISBN: 978-3-596-03322-5

Taschenbuch mit Klappenbroschur; 14,99€



Bad Romeo & Broken Juliet - Reihe:
  • Wohin du auch gehst
  • Ich werde immer bei dir sein  (erscheint voraussichtlich am 22.10.2015)


Inhalt:

2007 - Cassie erfüllt sich ihren Traum und bewirbt sich an einer renommierten Schauspielschule. Dort trifft sie auf Ethan Holt, und vom ersten Moment an besteht zwischen den beiden eine außergewöhnliche Anziehung, die sie von da an zum Traumpaar aller Liebesgeschichten werden lässt. Doch Ethan macht Cassie von Anfang an klar, dass er nicht mal Freundschaft oder gar mehr will, doch können sie diese Anziehung verleugnen?

2013 - Cassie ergattert eine lang ersehnte Rolle. Der Haken an der Sache: Sie muss zusammen mit Ethan Holt spielen, dem Mann, der ihr zweimal das Herz gebrochen hat ...

Äußere Erscheinung:

Der Titel ist schlicht kitschig und das „Juliet“ im anderen Titelteil (Untertitel, Reihentitel, whatever) ist insofern nicht ganz passend, als dass im Buch immer von Julia gesprochen wird. Ansonsten ist die Beschreibung an sich aber durchaus irgendwie treffend.

Das Cover ist zugegeben ziemlich schön mit dem glänzend goldenen Hintergrund und dem zerberstenden Herz. Und passend, da unserer armen Protagonistin ja gleich zweimal das Herz gebrochen wurde.

Meine Erwartung:

Erst klang es ganz gut, ins Besondere der Schauspielteil hat mich angesprochen. Auch die Leseprobe klang nicht schlecht. Dann hörte ich allerdings Gerüchte, es sei ursprünglich eine Twilight - Fan Fiction gewesen (wo den meisten gleich „Shades of Grey“ einfällt *hust*) und wurde skeptisch. Dann gewann ich das Buch bei einer Leserunde von Wasliestdu - vielen Dank dafür an dieser Stelle - und habe es dann eben im Rahmen dieser Leserunde gelesen.

Meine Meinung:

Kommen wir doch erst mal zu den positiven Teilen des Buches: Der Aspekt des Schauspielens, der eine gewisse Rolle (haha) in dem Buch spielt, war wirklich cool. Außerdem sorgte der flüssige und humorvolle Schreibstil dafür, dass sich das Buch schnell durchlesen ließ und die Dialoge waren teilweise auch durchaus unterhaltsam.
Machen wir im selben Atemzug (metaphorisch, ihr könnt wieder ausatmen) mit den negativen Teilen weiter: In dem Buch wird ungewöhnlich viel Fäkalsprache oder besser gesagt das Wörtchen „fuck“ benutzt, allerdings nicht mehr in einem angemessen Umfang, sondern einfach ... too much.
Die Handlung spielt immer abwechselnd 2007 und 2013, über den Abschnitten finden sich immer Zeit- und Ortsangaben. In beiden Jahren erzählt Cassie die Story aus der Ich-Perspektive im Präsens, zwischendurch werden Tagebucheinträge von ihr eingeschoben.
Dadurch weiß der Leser von Anfang an, dass Ethan Cassie 2007 zweimal das Herz brechen wird, was ebenso Spannung bewirken als auch zerstören kann. Am Ende des Buches bleiben viele Fragen offen, die wohl im zweiten Teil geklärt werden.
Das Buch hat mich jetzt nicht wirklich komplett an Twilight erinnert, dennoch waren die Protagonisten besonders 2007 erstaunlich 0815.
Cassie ist 2007 ein behütetes Mädchen mit merkwürdigen Fantasien aus gutem Hause, das von allen gefallen werden will, unerfahrene Jungfrau ist und Minderwertigkeitskomplexe hat. Ach ja, und ein Faible für Fettnäpfchen. Also, wenn ihr mal wieder Lust auf eine Runde Fremdschämen habt ... Ungefähr nach einem Drittel macht sie dann auf einmal eine Persönlichkeitswandlung und findet anscheinend irgendwo gratis Selbstvertrauen. Und schmeißt sich fröhlich an Ethan an. Okay, zugegeben, es hat schon schwächere Protagonistinnen gegeben. Trotzdem.
2013 fand ich sie nicht mehr ganz so nervig, da sie sich da dann doch ein bisschen mehr zusammengerissen hat, auch wenn das zwischenzeitlich stark bröckelte und sie mir außerdem wie eine Alkoholikerin vorkam, da sie sich in jeder zweiten Szene betrinkt. Sagen wir mal so: Eine tiefere Bindung konnte ich zu keiner „Version“ aufbauen.
Ethan ist 2007 der unnahbare Bad Boy, der alle von sich stößt, irgendwie anders ist und ihr als Erstes erklärt, dass er keine Freundschaft wolle. Außerdem hat er ein dunkles Geheimnis und will sie deshalb nicht an sich ranlassen, weil er sie schü- Moment. Edward? o.O Das Geheimnis selbst fand ich dann wieder viel zu schwach und harmlos, und es rechtfertigt dann für mich auch nicht sein Arschloch-Verhalten, das er zwischendurch drauf hat.
Die Nebencharaktere bleiben alle ziemlich blass und erfüllen so meist nur ihre Funktion - die nette Schwester, der interessierte, nette Good Guy, die Zicke ... 
Ansonsten war es mein erster richtiger New Adult - Roman, allerdings hat niemand mir erzählt, dass das bedeutet, dass zwischen den Protagonisten jegliche Art von Gefühle übersprungen werden und die beiden einfach schlicht .... nun ja, sexbesessen sind. So ziemlich jedes Mal, wenn Cassie Ethan sieht, denkt sie daran, ihm die Klamotten vom Leib zu reißen.
Die Romantik bleibt da ziemlich lange auf der Strecke, und wenn sie dann mal auftaucht, ist es auch eher kitschig. Abgesehen davon, dass diese Anziehung vom ersten Moment da ist. Allerdings kam von den Emotionen irgendwie auch nichts so richtig bei mir an.
Auch sonst konnte mich das Buch nicht fesseln, es zog sich ein wenig dank des ewigen Hin und Hers und ich habe auch nicht wirklich das Bedürfnis, den zweiten Teil zu lesen.
Fazit: Sexbesessene, stereotypische Protagonisten


Vielen Dank an den Verlag und Wasliestdu!

Quelle Cover: Fischer Verlage
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