Mittwoch, 19. August 2015

[Rezension] In dieser ganz besonderen Nacht

Autor: Nicole C. Vosseler

Verlag: cbj

Seiten: 576

Erscheinungsdatum: 25.02.2013

ISBN: 978-3-570-15534-9

Gebunden mit Schutzumschlag; 18,99€
(Taschenbuch; 9,99€)



Inhalt:

Nach dem Tod ihrer Mutter muss Amber gegen ihren Willen aus einer deutschen Kleinstadt zu ihrem Vater nach San Francisco ziehen. Ihren Vater, den sie kaum kennt. Eines Tages zieht es sie in ein verlassenes Haus, das sie von nun an nicht mehr loslässt, sodass sie öfter hierher kommt. Dort lernt sie Nathaniel kennen. Doch während sie ihm alles erzählt, erfährt sie kaum etwas über ihn. Dennoch fühlt sie sich magisch zu ihm hingezogen, auch wenn er sich ihren Berührungen entwindet. Doch dann erfährt sie, dass er ein Geist ist - und eine Liebe undenkbar ...

Äußere Erscheinung:

Das Cover finde ich eigentlich ganz schön, es passt zu dem Titel, von dem ich wiederum nicht ganz weiß, was ich davon halten soll, weil er zwar passt, aber in meinen Augen auch ein wenig kitschig klingt.

Meine Erwartung:

Ich hatte das Buch als Geschenk bei einer Arvelle-Bestellung ergattern können, anschließend jedoch ein paar eher mittelmäßige Rezensionen gelesen und wenig begeisterte Meinungen dazu gehört, weswegen ich ein wenig skeptisch wurde.

Meine Meinung:

Wesentlicher Kritikpunkt vieler Rezensionen, die ich vorher gelesen hatte, war die Langatmigkeit, und leider kann ich dieses Argument nicht außer Kraft setzen.
Die Handlung dümpelt sehr lange nur vor sich hin und durchs ganze Buch durch kam keine durchgängige Spannung bei mir auf. Natürlich könnte man das auch als eine ruhige Geschichte bezeichnen, das ist immer Ansichtssache. Mich konnte das Buch allerdings nicht fesseln, auch wenn es sich dank des teilweise humorvollen Schreibstils flüssig lesen ließ und auch durchaus eine gewisse Unterhaltung bot.
Apropos Schreibstil: Zwischendurch gibt es kleine Versuche, Jugendsprache zu gebrauchen, diese wirkten auf mich allerdings eher holprig und hätten meiner Meinung nach auch weggelassen werden können. Vielleicht handelte es sich dabei auch um den Versuch der Autorin, Amerikanisch reinzubringen. Das ist an einigen Stellen durchaus geglückt, wäre hier in meinen Augen aber fehlplatziert.


Mit Amber bin ich leider das ganze Buch lang nicht wirklich warm geworden. Teilweise fand ich ihre Handlungen fast schon dumm, auch wenn ihre Gefühle im Allgemeinen nachvollziehbar waren. Somit war ich auch relativ nachsichtig, was die bockiger-Teenager-Momente anging, schließlich hat sie gerade erst ihre Mutter verloren und da ist man eben nicht emotionell ausgeglichen. Daher fand ich es wieder gut, dass sie nicht keine Mitleidsnummer abzieht und nicht das arme Mädchen mimt.
Meine Gefühle ihr gegenüber sind also relativ gemischt, vor allem aber auch ziemlich neutral, sodass mich der im ersten Absatz prophezeite Tod von ihr die meiste Zeit nicht weiter störte.

Die Nebencharaktere waren weitgehend ziemlich liebenswert. Matt konnte mir mit seinen sarkastischen Kommentaren zwischendurch auch ein Lächeln auf die Lippen zaubern und Ted, Ambers Vater, der sich wirklich bemüht, auch einer zu sein, tat mir vor allem in Ambers zugegeben nicht unverständlichen Ich-wollte-hier-nicht-sein-und-du-hast-uns-damals-verlassen-Trotzphasen schon ein bisschen leid.
Nathaniel erzählt zwischenzeitlich auch immer mal wieder ein paar Absätze lang, aber auch er hat mich irgendwie eher kalt gelassen.

Außerdem kam mir die Geschichte oft ziemlich kitschig vor. Abgesehen davon, dass das Grundprinzip mit dem Umzug und dem Tod eines Elternteils natürlich sowieso nicht ganz so neu war, aufgrund der Bezüge sehe ich aber mal darüber hinweg.
Aber zum Beispiel Ambers Beziehung zu dem Haus, in dem sie Nathaniel trifft: Die Faszination für leerstehende Häuser ist in meinen Augen absolut verständlich, und wenn es schön ist, dann kann ich durchaus nachvollziehen, dass man dort seine freien Nachmittage verbringt. Aber musste Amber dann wirklich so ein Gefühl haben, so ein Ziehen zu dem Haus, als hätten sie eine Verbindung? Für mich war das ein bisschen zu viel des Guten.
Dasselbe gilt für die Beziehung mit Nathaniel. Die Liebesgeschichte konnte mich nicht wirklich fesseln oder mitreißen oder so, und als sich dann auch noch ein (zugegeben nicht ganz unverständliches) Dreieck ankündigte, war ich schon ein wenig genervt.


Schön fand ich dagegen die Beschreibung von San Francisco. Der Autorin gelang es, wirklich Bilder von der Stadt in meinem Kopf entstehen zu lassen und man merkt, dass sie selbst dort war.
Außerdem entsteht aus der Sicht einer Deutschen (sowohl bezogen auf die Autorin als auch auf die Protagonistin) ein ganz anderes Bild des amerikanischen Lebens, als man es von den bekannten amerikanischen Büchern gewohnt ist. Zwar wäre das übertrieben in-den-Vordergrund-Schieben deutscher Bands nicht unbedingt notwendig gewesen, das Leben in Amerika kam aber sehr authentisch und echt rüber.

Fazit: Zwar unterhaltsam und mit einer bildhaften Beschreibung San Franciscos, allerdings kitschig, langatmig und ohne Nähe zu den Hauptcharakteren





Quelle Cover: cbj

2 Kommentare

  1. HuHu liebste Dana ♥

    Erstmal wollte ich dir ein Kompliment für dein neues Design dalassen, auch kleine Veränderungen können großes ausmachen und mit deiner Magie hast du *schwups* etwas glanzvolles erschaffen :)
    Ich finde es jetzt noch viel übersichtlicher, einfach toll! Das Buch habe ich auch hier und mir damals als es noch ganz neu war gekauft, einfach weil das Cover in Live so schön aussah :D Die Geschichte hat mir damals auch gut gefallen - obwohl es einige Ecken und Kanten gab....

    Schöne Rezi! Was liest du denn gerade so?

    Alles Liebe *Glitzerstaub für Freude werf*
    Leslie ♥

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    1. Huhu liebste Leslie,

      vielen Dank! *o* Es freut mich, dass die Veränderungen dir gefallen. :)
      Ja, die Covergestaltung ist auf jeden Fall gelungen. ;) Es war auch unterhaltsam, aber eben mit ein paar Schwächen ... :/

      Ich habe gerade "Die 5. Welle" beendet und werde vermutlich bald mit "Elias & Laia" anfangen. :)

      Dir auch alles Liebe! *noch mehr Glitzerstaub in die Luft werf* ♥

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