Freitag, 14. August 2015

[Rezension] The Iron Thorn - Flüsternde Magie

„Und aus der Asche der Magie hat sich der Phönix der Maschine erhoben.“ (Seite 410)

Autor: Caitlin Kittredge
Übersetzer: Katharina Steeg
amerik. Originaltitel: The Iron Thorn (The Iron Codex) (2011)
Verlag: cbj
Seiten: 576
Erscheinungsdatum: 01.09.2014
ISBN: 978-3-570-13380-4
Gebunden mit Schutzumschlag; 18,99€


Trilogie:
  • The Iron Thorn - Flüsternde Magie
  • amerik. The Nightmare Garden
  • amerik. The Mirrored Shard



Inhalt:

Die fünfzehnjährige Moira Grayson lebt in Lovercraft, einer Stadt, die von den Protektoren beherrscht wird. Jeder Glaube an Übernatürliches gilt als Ketzerei, die rationale Wissenschaft ist das höchste Gut. Die mittellose Moira hat das Glück, auf eine angesehene Akademie zu gehen, nachdem sie nie was von ihrem Vater gehört hat und ihre Mutter in einem Irrenhaus steckt. Doch Moira plagt die Angst davor, wie ihre Mutter und ihr Bruder Conrad an ihrem sechszehnten Geburtstag verrückt zu werden - denn der Nekrovirus befindet sich bereits in ihrem Blut.
Dann erhält sie eine Botschaft von Conrad, in der er sie auffordert, ihm zu helfen und einen rätselhaften Zauberkodex finden soll. Gemeinsam mit ihrem Freund Cal begibt sie sich auf eine gefährliche Reise ...


Äußere Erscheinung:

Wow. Ein Mädchengesicht. -,-
Immerhin stimmt es mit der Beschreibung überein, ansonsten ist eben einfach ein x-beliebiges Mädchengesicht-Cover, wobei die Dornenverzierungen ganz hübsch sind. Aber sollte das ein verführerischer Blick werden und wenn ja, wieso? o.O

Der Titel geht auch in Ordnung, da Inhaltsbezug vorhanden ist.

Meine Erwartung:

Das Buch hatte ich mal in einer Verlagsvorschau entdeckt und es klang ganz interessant.

Meine Meinung:

Lest bloß nicht den Klapptext! Ich habe das Gefühl, der spoilert so ziemlich alle Enthüllungen, die es im Buch so gibt - besonders die am Ende ...
Davon mal abgesehen ist er nicht mal ganz korrekt - daher eine 6 für den Klapptext.

Das Buch ist mein drittes aus dem Steampunk-Genre, wobei es diesmal statt im 19. Jahrhundert in der Mitte des 20. spielt, was, soweit ich weiß, relativ unüblich ist und mich auch erst mal zugegebenermaßen ein wenig verwirrt hat. Die Gesellschaft stützt sich auf Mechanik, Rationalität und Wissenschaft und entsagt sich jedem Anflug von Religion oder Übersinnlichkeit, was einer Fantasy-Liebhaberin wie mir ziemlich trostlos erscheint.
Gleichzeitig gibt es aber Nachtmahre und ähnliche Gestalten, Folgen des sogenannten Nekrovirus, der auch in Moira schlummert und droht, sie an ihrem 16. Geburtstag in den Wahnsinn zu stürzen. Spätestens bei der Botschaft des Bruders dürfte dem Leser dann klar sein, dass sich hinter all der Wissenschaft mehr verbirgt ...

Womit wir bei Moira wären. Die im Original verwirrenderweise Aoife heißt. Ich persönlich halte den Namenswechsel ja nicht für notwendig und finde den ursprünglichen Namen auch fast ein bisschen besser, aber gut. ^^
Moira aka Aoife ist einer dieser Charaktere, die immer auf dem schmalen Grad zwischen impulsiv und dumm balancieren. Für den Leser bedeutet das, dass sie auf der Grenze zwischen akzeptabel und nervig tanzt und ich bin mir nicht ganz sicher, ob sie am Ende nicht doch zu letzterem rübergerutscht ist. Das ist natürlich Ansichts- und Toleranzsache und sie ist mir auch weitgehend nicht unangenehm auf den Keks gegangen, hat aber definitiv ein Potenzial dafür und bewegt sich wie gesagt manchmal auf der Grenze.
Sie ist stur, sagt frei heraus, was sie denkt und ist somit vorlaut, ja, manchmal fast frech. Anfangs gibt sie sich noch Mühe, sich den gesellschaftlichen Ansprüchen an eine Dame zu fügen, im weiteren Verlauf verhält sie sich dann des Öfteren undamenhaft, aufbrausend, hin und wieder auch naiv und nicht selten auch unüberlegt. Nicht all ihre Handlungen fand ich auch nachvollziehbar, dennoch war sie mir auch nicht gänzlich unsympathisch, da man ihre Gefühle trotz allem gut übermittelt bekommt. Darüber hinaus handelt sie wenigstens eigenständig (wenn auch nicht immer überlegt) und ist damit anderen Protagonistinnen ihres Genres voraus. ^^

Die Handlung hielt ein paar nicht ganz so erwartete Wendungen bereit (je nachdem, ob man den Klapptext gelesen hat oder nicht, aber auch Wendungen, die der Klapptext zur Abwechslung nicht vorweggenommen hat), war durchaus spannend und auf jeden Fall unterhaltsam. Das Buch ließ sich flüssig lesen und konnte einen auch in die Welt voller Mechanik entführen.
Einige Aspekte der Idee waren auch innovativ, außerdem gibt es ein Verwischen des Gut-Böse-Denkens.

Fazit: Unterhaltsamer Steampunk mit innovativen Aspekten und einer Protagonistin, die eigenständig und nicht immer überlegt handelt




Quelle Cover: cbj
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