Mittwoch, 9. September 2015

[Rezension] Die fünfte Welle

«Wie befreit man die Erde von den Menschen? Indem man die Menschen von ihrer Menschlichkeit befreit.» (Seite 25)

Autor: Rick Yancey

Übersetzer: Thomas Bauer

amerik. Originaltitel: The Fifth Wave (2013)

Verlag: Goldmann

Seiten: 480

Erscheinungsdatum: 14.04.2014

ISBN: 978-3-442-31334-1

Gebunden mit Schutzumschlag; 16,99€

(Taschenbuch; 9,99€ - erscheint am 11.01.2016)

 
 
Trilogie:

  • Die fünfte Welle
  • Das unendliche Meer
  • amerik. The Last Star (erscheint voraussichtlich am 08.09.2015 auf Amerikanisch)

 
Inhalt:

Seit der Ankunft der Anderen, der Außerirdischen, wird die Menschheit systematisch ausgerottet. Die erste Welle schaltete das Licht aus, die zweite Welle zerstörte, mit der dritten Welle kam die Seuche und nach der vierten Welle traut Cassie niemandem. Sie hat alles verloren, ist allein und auf sich gestellt und doch treibt sie ein Versprechen voran. Und in dieser Welt, in der jede Hoffnung vergeblich zu sein scheint, bleibt die Frage, wie die fünfte Welle aussehen wird ...


Äußere Erscheinung:

Der Klapptext nimmt mir ein bisschen viel vorweg.
Der Titel ist schlicht perfekt.
Und das Cover ... ist toll! *-* Es glänzt richtig schön, gleichzeitig vermittelt es aber auch sehr gelungen die düstere Atmosphäre des Buches.

Meine Erwartung:

Das Buch wurde eine Zeit lang von vielen Bloggern gerühmt, ich glaube, Carlys Rezension hat mich damals überzeugt, das Buch auf meineWunschliste zu setzen, mit einer nicht geringen Erwartung.

Meine Meinung:
 
Außerirdische sind nicht meine Lieblingsfantasy(?)wesen, erst recht nicht seit gewissen Lichtwesen *hust*. Dennoch hat mir die Darstellung von ihnen von Anfang an sehr gut gefallen, da hier versucht wird, unser eingeschränktes menschliches Denken zu überwinden und somit nicht davon ausgegangen wird, dass Außerirdische uns ebenbürtig sind. Nein, sie übertreffen uns, und rotten uns aus, sodass wir keine Chance haben.
Im Laufe des Buches werden viele Kennzeichen der Menschen, ihrer Persönlichkeit und ihres Verhaltens angesprochen, und wie wir uns in so einem Fall verhalten würden. Teilweise wird auch unser heutiges Verhalten kritisiert. Somit regte mich dieses Buch zum Nachdenken an.

Dem Autor gelingt es, dieses Szenario authentisch darzustellen, mit all ihrer Bedeutung für die Charaktere und dem Verhalten der Menschheit in so einem Fall. Auch die düstere, hoffnungslose Endzeitatmosphäre vermittelt er gekonnt, sodass ich das Gefühl hatte, mit Cassie durch die Trümmer der menschlichen Zivilisation zu irren, während der normale High School - Alltag wie ein anderes Leben erschien.
Dabei sind einige Aspekte, besonders der Geschwister-Teil, nicht besonders neu, doch diese durch die Seiten spürbare, echt wirkende, postapokalyptische Atmosphäre ließ mich darüber hinwegsehen.

Die Umstände und auch weitere Entwicklungen sowie die vielen Action-Teile sorgen für eine konstant sehr hohe Spannung und der fesselnde Schreibstil tat sein Übriges, sodass ich gefesselt vor den Seiten hing.
Zwischendurch verwendet der Autor verschachtelte Sätze, manchmal mit Wortwiederholungen, und obwohl ich diese Sätze teilweise zweimal lesen musste, um sie zu verstehen, faszinierten sie mich, weil sie oft einen wahren Kern enthielten. Vermutlich macht es auch den Stil des Autors aus - und es waren auch nur die Ausnahmen, ansonsten ließ es sich flüssig lesen. Hier mal ein Beispiel:
«Ich hätte mich schon damals stellen sollen, dann müsste ich mich jetzt nicht stellen, doch früher oder später muss man sich entscheiden, ob man sich dem stellt, von dem man glaubt, man könne sich ihm nicht stellen, oder ob man davor wegläuft.» (Seite 146)
 
Zu meiner Überraschung hat das Buch gleich zwei Protagonisten, wobei Cassie in meinen Augen die Hauptprotagonistin ist, zumal sie meinem Gefühl nach auch den etwas größeren Teil der Erzählung einnimmt. Der Sichtwechsel war manchmal ein wenig verwirrend, da man ihn sich selbst zusammenreimen musste, erstaunlicherweise aber nicht so verwirrend wie gedacht, da sie doch relativ leicht zu erkennen waren.
Zu dem anderen Protagonisten werde ich auch nicht viele Worte verlieren, außer dass mir die Entwicklung gefällt, die er im Laufe der Handlung durchmacht.

Cassie ist allerdings definitiv eine meiner Lieblingsprotagonistinnen geworden. Sie beginnt in dem Moment, in dem sie alleine ist, erzählt dann, wie sich die Wellen entwickelt haben, sodass der Leser einen guten Einblick hat in das, was geschehen ist.  Sie ist relativ schnell damit klargekommen, jemanden töten zu müssen, weil es getan werden muss, ist taff, mutig und analysiert immer ihre Möglichkeiten, was sowohl sie als auch den dankenden Leser vor Dummheiten beschützt. Und das Mädchen kann denken! Endlich eine Protagonistin, die Dinge hinterfragt, sodass man ihr als kombinierender Leser nicht ständig voraus ist, eine, die logisch denkt und logisch handelt (ohne kalt zu sein) und ihren Menschenverstand einsetzt.
Dennoch hat sie auch Ängste und schwächere Momente, was ihr eine authentische Vielschichtigkeit verleiht; die Umstände machen sie zu einer Kick Ass - Heldin, doch man merkt auch noch, dass sie noch vor ein paar Monaten ein unsicheres High School - Mädchen war - diese Entwicklung kam in ihren Rückblicken nachvollziehbar rüber.
Dazu kommt ihr genialer Sarkasmus - generell verfügt das Buch über eine gewisse Portion schwarzen Humor, die mich hin und wieder zum Lachen und nicht selten zum Grinsen gebracht hat. Was will man mehr? ^^
 
Ach ja, vielschichtige Nebencharaktere - check. Action - check. Eine annehmbare Love Story - dann sag noch mal einer, Männer könnten sowas nicht schreiben (ich gebe zu, mir ist zwischendurch auch entfallen, dass die Geschichte aus der Feder eines Mannes stammt :x); hier bin ich entspannt auf weitere Entwicklungen.

Fazit: Dunkle, postapokalyptische Atmosphäre, die beim Leser ankommt; fesselnde Spannung; tolle, logisch agierende und denkende, starke Protagonistin!
 
 



Quelle Cover: Goldmann

6 Kommentare

  1. Ich wollte gerade schreiben "Habe ich dir nicht schon vieeel frueher gesagt, du sollst das Buch lesen, HMMMM *Fragezeichen auf der Fremdsprachigen Tastatur such und nicht finden kann und daher aufgeb*"
    Hauptsache das Buch gefaellt dir :) Alles andere haette ich nicht akzeptiert :)

    Verdammt, ich hasse diese Tastatur! Argh. Argh.

    Ganz liebe Gruesse aus Kirgistan <3 ♥♥♥

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    1. Ja, hast du. xD Aber ich war zu arm beziehungsweise andere Bücher hatten Vorrang, darum hat es so lange gedauert hat - was im Nachhinein schneller hätte gesehen sollen, weil du absolut Recht hattest, es ist TOLL. *o*

      Warum gibt es in Kirgistan keine Fragezeichen? o.O Mein Beileid zu der Tastatur. Davon abgesehen wünsche ich dir aber ganz viel Spaß dort, auch wenn ich das Land bis gerade nicht mal kannte (Allgemeinwissen aufpolieren - check) und nicht weiß, was du da machst, aber andere Länder sind toll, also viel Spaß!! ♥♥♥

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  2. Da gebe ich dir total recht. Das Buch ist mega toll und jetzt musst du noch schnell den zweiten Teil lesen. ;D

    Alles Liebe,
    Ellen

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    1. ICH WEIß. Mein Budget ist nur momentan komplett ausgeschöpft, als wird der Kauf neuer Bücher wohl auf Jahresende verschoben. In der Hoffnung, dass ich da endlich mehr Geld habe. *seufz* Dabei ist mein Must-Have-List endlos. *doppeltseufz* Und es erscheinen so. viele. tolle Fortsetzungen. *dreifachseufz*
      Aber ja, dieses Buch ist definitiv toll. Und der zweite Teil ist schon auf besagter Must-Have-List. ;D

      Dir auch alles Liebe :)

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  3. Das Buch ist wirklich total beliebt. Aber das ist eine Art Dystopie, nicht? Ich kann einfach keine mehr lesen, weil ich für ein Jahr lang ausschließlich solche Bücher gelesen habe ._. Vielleicht, nachdem diese Stimmung ein bisschen abgeflaut ist. Bald kommt ja auch ein Film raus. Ein schlechtes Omen. Denn nachdem ich einen Film gesehen habe, habe ich keine Lust mehr auf die Buchvorlage xD

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    1. Na ja, es ist wahrscheinlich schon noch als Dystopie zu bezeichnen, aber die altbekannten Strukturen wie unterdrückende Regierung, Hierarchie, Rebellion usw. fehlen, stattdessen würde ich das Buch noch eher unter apokalyptische Romane einordnen, da es in dem Chaoszustand mitten im Ende der Menschheit ohne wirkliche Ordnung spielt. Von daher kommt es darauf an, was genau dich momentan an Dystopien abstößt. ;)
      Hmmm, dann sieh den Film doch erstmal nicht, sondern erst, nachdem du das Buch gelesen hast? xD Weil ... das ist wirklich gut. Nicht nur, was Handlung und Charaktere angeht, sondern auch in Bezug auf Schreibstil und Authentizität. ^^ Ich persönlich bezweifle ja, dass der Film dem Buch gerecht wird. :x

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