Dienstag, 15. September 2015

[Rezension] Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken

„Aber es gibt zwei Arten von Schuld, Mädchen: die Art, die dich erstickt, bis du zu nichts mehr zu gebrauchen bist, und die Art, die deine Seele zu etwas anfeuert.“ (Seite 332)
 
Autor: Sabaa Tahir

Übersetzer: Barbara Imgrund

amerik. Originaltitel: An Ember in the Ashes (2015)

Verlag: one

Seiten: 507

Erscheinungsdatum: 15.05.2015

ISBN: 978-3-8466-0009-2

Gebunden mit Schutzumschlag; 16,99€




Reihe:
  • Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken
  • ??


Klapptext:

Wie überlebt man in einer Welt, in der Männer mit silbernen Masken jeden Tag den Tod bringen können? Wie kann man sich selbst treu bleiben, wenn die Herrschenden des Imperiums alles dafür tun, voller Grausamkeit ein ganzes Volk zu unterjochen? Elias und Laia stehen auf unterschiedlichen Seiten. Und doch sind ihre Wege schicksalhaft miteinander verknüpft.
 
Während Elias in der berühmten Militärakademie von Schwarzkliff dazu ausgebildet wird, als Elite-Krieger die silberne Maske der Macht voller Stolz und ohne Erbarmen zu tragen, muss Laia täglich die Willkür der Herrschenden fürchten. Als ihre Familie ermordet wird und ihrem Bruder die Hinrichtung droht, schließt sie sich dem Widerstand an. Als Sklavin getarnt, dringt sie in das Innerste von Schwarzkliff vor. Dort trifft sie auf Elias, den jungen Krieger, der eigentlich ihr Feind sein müsste ...

Äußere Erscheinung:

Die Farbgestaltung an sich finde ich ganz schön, diese Männeraugen allerdings weniger überzeugend. Zum Einen hat Elias grau-grüne Augen, zum Anderen bedeckt die Maske das ganze Gesicht, was hier auch nicht der Fall ist. ^^
Der Titel ist nicht der einfallsreichste, aber immerhin passt er.

Meine Erwartung:

Das Buch ist mir relativ früh ins Auge gefallen und nachdem die meisten es toll fanden, wollte ich es lesen.
 
Meine Meinung:
 
Das Buch wird abwechselnd je ein Kapitel lang aus der Sicht von Elias und von Laia erzählt.
Elias war mir ziemlich schnell sympathisch, das imperiale Gewaltregime und besonders der brutale Umgang an der Militärakademie sind ihm verhasst und obwohl er seit seiner Kindheit zu einem Elitesoldat, einer Maske ausgebildet wird, plant er Fahnenflucht. Somit erkennt man als Leser ziemlich schnell seinen liebenswerten Charakter, auch wenn er sich nach außen als harter Krieger gibt. Alles in allem ist er dabei aber auch durch die Umstände ein starker Charakter.
 
Mit Laia war das dann schon ein bisschen schwieriger. Lange Zeit kam sie mir einfach schwach vor - das verängstigte, unschuldige, kleine Mädchen, dessen Familie ermordet wurde, das nun verzweifelt seinen Bruder sucht und dabei zwischendurch auch immer mal ein wenig naiv wirkt. Dabei würde man doch gerade bei ihrem Hintergrund ein wenig Stärke erwarten - gerade deshalb ist das vielleicht auch eher unüblich. Ich persönlich ziehe aber nun mal starke Protagonistinnen vor, sodass ich meine Probleme mit Laia hatte, auch wenn sie mir nicht direkt unsympathisch war, dafür wurden ihre Gedanken und Handlungen ähnlich wie bei Elias zu nachvollziehbar dargestellt.
Zudem macht Laia in dem Buch auch eine Entwicklung durch, sodass ich sie am Ende dann wirklich mochte. Und auch Elias entwickelt sich weiter. Beide sind dazu auch sehr vielschichtig aufgebaut.
Dies gilt auch - beziehungsweise besonders - für die Nebencharaktere. Gut und Böse verschwimmen und weisen oft tiefere Hintergründe auf, und auch viele Nebencharaktere selbst sind erstaunlich tiefgründig, die einen mehr, die anderen weniger.
 
Die Geschichte spielt in einer Welt, die - auch der Autorin zufolge - nicht nur wegen der Namen an das römische Imperium erinnert. Dabei werden auch Dinge wie Unterdrückung und Versklavung thematisiert, gerade die Militärakademie zeichnet sich durch eine brutale Ausbildung aus.
Das Buch offenbart eine Grausamkeit, die auf faszinierende Weise unseren Normen widerspricht - ob das nicht eigentlich realistisch oder teilweise doch überzogen ist, bleibt jedem selbst überlassen. Das näher auszuführen, ohne zu spoilern, ist schwierig, aber ich fand den Umgang des Imperiums mit seinen Soldaten manchmal ein wenig zweifelhaft. ^^
 
Die Idee an sich ist in einigen Bereichen nicht wirklich neu - unterdrückendes System, Widerstand und ein paar andere Aspekte -, prinzipiell fand ich sie aber interessant: Eine Rebellin (sofern man Laia denn so nennen will), die sich als Sklavin ausgibt, die brutalen Umstände ertragen muss und dort auf einen Krieger trifft, der das System infrage stellt.
Dabei meidet die Autorin bekannte Konflikte, auch die Liebesgeschichte entwickelt sich relativ dramenfrei. Der fesselnde Schreibstil sorgte zudem dafür, dass ich das Buch flüssig durchlas.
 
Zum Schluss war ich überrascht, dass das Buch ursprünglich als Stand-Alone vorgesehen sein sollte, da das Ende doch eher offen ist und viele Fragen nicht geklärt werden. Glücklicherweise ist aber mittlerweile eine Fortsetzung geplant, und ich bin gespannt, wie es sich weiter entwickeln wird.
 
Fazit: Eine anfangs eher schwächere Protagonistin, die ich erst gegen Ende wirklich mochte und ein sympathischer, starker Protagonist in einem brutalen Imperium, in dem beide für ihre Freiheit kämpfen
 




Quelle Cover & Klapptext: one

4 Kommentare

  1. Ich habe das Buch vor ein paar Wochen angefangen zu lesen konnte es aber nie beenden - Laia ist für mich ein zu schwacher Charakter!! Aber wenn sie sich wirklich im Verlauf der Geschichte ändert werde ich es wohl wieder anfangen zu lesen! Du hast meine Meinung echt geändert! Ich war bereit es in meinem Regal verstauben zu lassen, was schade wäre, denn ich hab mich unglaublich auf die Veröffentlichung gefreut!
    Mal schauen ob du Recht hast ;)

    Du hast übrigens eine neue Leserin :)

    Liebe Güße

    Tamara

    http://thebookquibbler.blogspot.co.at/

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kann dich wirklich verstehen, wäre Laia die einzige Erzählerin gewesen, hätte das Buch auch deutlich schlechter bei mir abgeschnitten. So erzählt die Hälfte der Zeit ein wesentlich angenehmerer Elias und die Idee fand ich eben auch ganz gut. Laia dagegen ist mir sehr lange auf den Geist gegangen, relativ weit gegen Ende wächst sie dann aber meiner Meinung nach über sich selbst hinaus, sodass ich das Gefühl habe, sie im nächsten Teil tatsächlich richtig mögen zu können.
      Ich freue mich, dir einen Anreiz gegeben zu haben, dem Buch noch eine Chance zu geben und hoffe, dass es diese auch bei dir verdient hat. ;)

      Das freut mich, herzlich Willkommen auf meinem Blog! *o*

      Dir auch ganz liebe Grüße ♥

      Löschen
  2. Und ich habe noch ein Buch gefunden, dass ich gelesen und sogar ähnlich empfunden habe.
    Ganz liebe Grüße,
    Hibi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Stimmt, ich schätze, zumindest die Meinungen zu Laia ähneln sich häufig. :x

      Ganz liebe Grüße!

      Löschen

Nachrichten zaubern ein Lächeln ins Gesicht! ♥
Ich freue mich über jeden Kommentar, gebt einfach eure Meinung/ Kritik/ etc. zu dem Post ab. Ich antworte in der Regel auch. :)