Samstag, 16. Januar 2016

[Rezension] Digby #01

«Die Vorbereitungen auf einen typischen Tag mit Digby ähnelten stark den Vorbereitungen auf den Weltuntergang.» (Seite 131)

Autor: Stephanie Tromly

Übersetzer: Sylke Hachmeister

amerik. Originaltitel: Trouble is a Friend of Mine  (2015)

Verlag: Oetinger

Seiten: 320

Erscheinungsdatum: 22.02.2016

ISBN: 978-3-7891-4809-5

Gebunden; 14,99€


Reihe:
  • Digby #01
  • ??


Inhalt:

Nach der Scheidung ihrer Eltern muss Zoe mit ihrer Mutter in eine Kleinstadt ziehen. Aber Zoe plant sowieso, wieder zu ihrem Vater zu ziehen und auf eine Privatschule zu gehen. Doch dann trifft sie auf Digby und dieser stellt ihr Leben komplett auf den Kopf. Er geht dem Fall eines verschwundenen Mädchens nach und zieht Zoe fast unmerklich da mit rein. Denn irgendwie kommt sie immer mit, auch wenn man bei ihm auf alles gefasst sein muss. Und so landet sie nicht nur auf dem Polizeirevier ...


Äußere Erscheinung:

Der Titel ist sein Name und er ist eben Programm, auch wenn ich den Originaltitel cooler finde.
Das Cover besteht aus Fotos, dennoch finde ich es irgendwie cool.

Meine Erwartung:

Ich habe das Buch bei Vorablesen gewonnen - vielen Dank!
Die Leseprobe hatte mich fasziniert.

Meine Meinung:

Hatte ich infolge des Klappentextes (der im Übrigen ziemlich spoilert) noch gedacht, Zoe wäre eines dieser unschuldigen, braven Mädchen, die infolge einer Anziehung zu einem Jungen diesem hinterherlaufen, wurde ich schon auf den ersten Seiten eines besseren belehrt, denn Zoe ist alles andere als sein Fangirl. Genaugenommen weist sie ihn des Öfteren zurecht und hinterfragt grundsätzlich seine Pläne. Nur, um dann doch mitzukommen. Aber dazu später.
Zudem ist sie definitiv nicht das Sinnbild eines Good Girls. Gleich den ersten Schultag schwänzt sie, sie manipuliert durch ihren Vater, um unbedingt an die Privatschule zu kommen und obwohl sie nichts machen will, was ihre reine Akte gefährden könnte, neigt sie doch nicht zu Skrupeln.
Doch dahinter verbirgt sich eigentlich doch nur ein ganz normales sechzehnjähriges Mädchen mit Schwächen, auch wenn sie sehr selbstbewusst ist und erfrischend wenig auf Sachen wie Zickenkrieg, High School Ranking etc. gibt, diese sogar ironisch kommentiert. Letztendlich verfügt sie über Ecken und Kanten und ist ein sehr authentischer Charakter.

Darüber hinaus ist sie schnippisch, schlagfertig und zynisch, sie erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive und es schwingt immer ein leichter Sarkasmus mit.
Generell lässt sich das Buch flüssig lesen und mit zunehmender Seitenzahl steigt auch die Spannung. Wirklich langweilig wird es sowieso nie, das liegt an Digby. Zudem ist das Buch unvorhersehbar und überrascht den Leser immer wieder mit unerwarteten Enthüllungen und Wendungen. Denn auch wenn die Idee an sich nicht unbedingt neu ist, wird sie auf überraschende Weise umgesetzt.

Nicht nur Zoe ist von Digby fasziniert, ich bin es auch. Das liegt daran, dass er einfach ein außergewöhnlicher Charakter ist, der mir so oder so ähnlich noch nie begegnet ist. Zudem ist er unheimlich vielschichtig und besitzt ebenfalls Ecken und Kanten.
Digby ist unheimlich direkt und analysiert grundsätzlich alles, weshalb ihm auch ganz im Sherlock-Stil so gut wie alles auffällt. Seine bemerkenswerte Beobachtungsgabe sorgt dafür, dass er viele Zusammenhänge schnell und vor dem Durchschnittsmenschen erkennt. Apropos Durchschnittsmensch: Er ist prinzipiell der Einzelgänger, von dem alle fasziniert sind.
Über Privatsphäre setzt er sich gern mal hinweg und auch sonst kratzt er manchmal stark an der Grenze zur Dreistigkeit. Auf der anderen Seite sorgt seine unglaubliche Logik, seine lockere Art und die Schlagabtausche mit Zoe dafür, dass man ihn einfach mögen muss. Und seine hohe Auffassungsgabe zeichnet sich auch darin aus, dass er problemlos Informationen mit Wissen bezahlen kann.
Doch auch bei ihm schimmert hinter seiner unheimlich selbstbewussten, scheinbar unzerstörbaren Haltung sowas wie Verletzlichkeit durch, die zwar nie groß ausgearbeitet wird, ihm aber dennoch Tiefgründigkeit verleiht. Dabei bleibt er grundsätzlich unnahbar und auch für den Leser nie ganz greifbar, da er einfach nicht durchschaubar ist.

Die Nebencharaktere entsprechen teilweise typischen amerikanischen Klischees, die dann aber dadurch aufgelöst werden, dass sich dahinter dann doch nur normale Menschen mit Ecken und Kanten befinden. Unfehlbar ist bei Stephanie Tromlys Werk niemand, jeder ist in gewisser Weise vielschichtig.
Eine Liebesgeschichte spielt sich maximal im Hintergrund ab, was ebenfalls eine angenehme Abwechslung war.

Das ganze Buch ist manchmal wie Comedy, allerdings nicht die Art, bei der Gags auf Gags kommen, es ist eher ein unterschwelliger, schräger Humor, der mich unglaublich unterhalten hat. Das liegt einerseits an Digbys direkten Verhaltensweise und seiner Art, bei der es so wirkt, als hätte er nie einen Plan und womit die ein oder andere brenzlige Situation entsteht.
Auch die Ermittlung ist unterhaltsam, sowie die Schlagabtausche zwischen Digby und Zoe. Generell zeichnet sich das Buch durch einen hohen Unterhaltungswert aus.
Die Handlung ist in sich abgeschlossen, weshalb das Buch auch als Einzelband gelesen werden kann, dennoch plant die Autorin eine Fortsetzung, auf die ich mich schon sehr freue.

Fazit: Sehr unterhaltsam, aufgrund eines unterschwelligen, schrägen Humors und Schlagabtauschen, außergewöhnlicher, faszinierender Protagonist, generell vielschichtige, lebensnahe Charaktere mit Ecken und Kanten!




Vielen Dank an den Verlag und Vorablesen!


Quelle Cover: Oetinger

10 Kommentare

  1. Hallo Liebes :)

    "Digby" ist auch so ein Titel, der einen förmlich anspringt :D
    Das Cover finde ich echt cool, auch wenn es aus Fotos besteht MIT GESICHTERN *Horror* ;) Ne, manchmal kann das schon gut aussehen.
    Das Buch hört sich auch gut an, gerade weil Zoe keines dieser zarten Pflänzchen zu sein scheint :)

    Alles Liebe ♥♥♥

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    1. Huhu Liebes,

      ja, die Gesichter waren auch der Teil daran, der mich störte, aber da es coole Fotos sind, sehe ich da mal bereitwillig drüber hinweg. ^^
      Ich würde es empfehlen, Zoe ist wirklich kein zartes Pflänzchen, im Gegenteil. Sehr angenehm. Sie ist auch nicht perfekt (aber wer will das auch schon? ^^), jedoch erfrischend selbstbewusst und eigenständig.

      Dir auch alles Liebe! ♥♥♥

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  2. Hey Dana,
    freut mich, dass dir das Buch so sehr gefallen hat. :)
    Ich habe es heute auch beendet, und mir hat es leider so gar nicht zugesagt...

    Alles Liebe,
    Laura

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    1. Hey Laura,
      das ist schade. :/ Aber ich kann mir vorstellen, dass manche es nicht mögen - es kommen bestimmt wieder bessere Bücher! ;)

      Alles Liebe

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  3. Die Rezi macht ziemlich neugierig xD
    Hm... ENTSCHEIDUNGSPROBLEME :D

    Liebe Grüße ♥♥♥

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    1. Lies es! :D Auch auf das Risiko, dass du es nicht magst (ja, diese Absicherung muss seit "Bannwald" sein xD), spreche ich dir hiermit eine Empfehlung aus - ich glaube, du könntest Digby und Zoe mögen. ^^

      ♥♥♥

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  4. Hallo meine Liebe,

    das Buch klingt ja mal mega! Danke, jetzt ist es wieder eins mehr auf der Wunschliste und wohl bald auf dem SuB XD

    LG
    Sonja

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    1. Hallo liebe Sonja,

      hm, tatsächlich freut mich das. :D Ich hoffe, dass es dich dann ebenfalls überzeugen kann. ;)

      LG

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  5. Hey Dana

    Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich das Buch wegen dem Cover gar nicht wirklich beachtet habe. Irgendwie reizt mich das nicht so .... doch nun höre ich immer mehr begeisterte Stimmen und wenn ich tolle Charaktere und schrägen Humor lese, schlägt mein Leserherz schon höher. So muss ich mir das Buch doch noch genauer anschauen.

    lg Favola

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    1. Hey Favola,

      die Charaktere sind wirklich toll, einerseits Digby, der einfach einzigartig ist, sowie Zoe als eher ungewöhnliche Protagonistin, andererseits weil alle Charaktere ganz authentisch Ecken und Kanten haben. Auch der schräge Humor ist cool, daher freut es mich, dich neugierig gemacht zu haben. ;)

      Liebe Grüße

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