Dienstag, 26. Januar 2016

[Rezension] Tschick



Autor: Wolfgang Herrndorf

Verlag: rororo

Seiten: ~250

Erscheinungsdatum: 17.09.2010

ISBN: 978-3-499-21651-0

Taschenbuch; 8,99€
(Taschenbuch; 9,00€)
(Hardcover; 16,95€)


Klappentext:

Zwei Jungs. Ein geknackter Lada. Eine Reise voller Umwege durch ein unbekanntes Deutschland.

Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine unvergessliche Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz.

Äußere Erscheinung:

Ich finde die Cover insgesamt relativ nichtssagend, auch wenn das Auto natürlich schon irgendwie einen Bezug hat.
Der Titel ist der Name von Maiks Begleiter und passt, weil dieser das Ganze auch antreibt.

Meine Erwartung:

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, oftmals Schullektüre und von einigen positiv rezensiert - als ich es als günstiges Mängelexemplar entdeckte, beschloss ich, mir selbst mal eine Meinung dazu zu bilden.

Meine Meinung:

Nach wenigen Seiten war mir klar, dass es sich um die perfekte Schullektüre handelt: Vierzehnjähriger Junge, der in der Klasse eher der Außenseiter ist, auf Selbstfindung, vor gesellschaftlichen Problemen wie beispielsweise Alkoholmissbrauch, auf der Suche nach Werten - sehr geeignet für den Unterricht.
Ehrlich gesagt wäre das nicht mal eine allzu üble Schullektüre. Die Geschichte ist durchaus unterhaltsam, allerdings sprang bei mir der Funke nicht ganz über und sie vermochte mich nie zu fesseln oder gar mitzureißen.

Maik ist wie erwähnt auf Selbstfindung und 14 Jahre alt, und er denkt und handelt auch seinem Alter entsprechend. Dabei spielen Faktoren wie erste Liebe auch eine Rolle, selbst wenn die Freundschaft im Vordergrund steht.
Tschick ist ein Charakter, der durchaus Tiefgründigkeit durchschimmern lässt, in erster Linie aber den lässigen, unbeeindruckten Rebellen darstellt.
Die meisten anderen Charaktere bleiben eher blass, auch wenn bei einigen eine Vielschichtigkeit angedeutet wird, letztendlich steht der Road Trip von Maik und Tschick zu sehr im Vordergrund, als dass sie sich groß entfalten könnten.

Die Geschichte beginnt mit dem Ende des Road Trips, dann arbeitet sich Maik, der das Ganze aus der Ich-Perspektive erzählt, über Erinnerungen und Vorstellungen von ihm, seiner Klasse und seinen Lehrern zur eigentlichen Geschichte vor, sodass es auch für mich ein wenig dauerte, bis ich in die Geschichte reinkam und bis diese Fahrt aufnahm - buchstäblich.
Bei dem Schreibstil wurde sich anscheinend um möglichst viel Jugendlichkeit bemüht, was in meinen Augen nicht immer ganz funktioniert hat - ich jedenfalls fand eingeworfene englische Ausdrücke wie „never“ überflüssig und die Formulierung „er macht okayen Unterricht“ hat mich auch ziemlich irritiert.

Letztendlich hat das Buch keinen sonderlich großen Eindruck auf mich gemacht, es hat mich nicht wirklich mitgerissen, auch wenn es durchaus unterhaltsam und gerade die sich entwickelnde Freundschaft zwischen den Jungen auch ganz süß war.
Es werden mit Sicherheit einige diskussionswürdige Themen angesprochen, bei mir fehlte einfach der letzte Funke, um die Geschichte wirklich lebendig zu machen.


Fazit: Unterhaltsam, viele diskussionswürdige Themen, aber nicht wirklich mitreißend und der Funke ist nicht übergesprungen




Quelle Cover & Klappentext: Rowohlt

6 Kommentare

  1. Hallo Dana,
    Mal wieder eine schöne Rezension von dir. :)
    Mir hat "Tschick" sogar noch etwas besser gefallen als dir,
    vor allem, als ich es als Hörbuch gehört habe.
    Da kam alles noch einmal ganz anders rüber.

    Alles Liebe,
    Laura

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    1. Hallo liebe Laura,

      dankeschön. :)
      Ich fand es nicht schlecht, der Funke ist nur einfach nicht übergesprungen. ^^ Dennoch kann ich mir vorstellen, dass es im Hörbuch nochmal anders rüberkommt.

      Alles Liebe

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  2. Hey,
    ich habe zwar nie das Buch gelesen, aber das ganze als Theaterstück gesehen. Ich bin ehrlich gesagt froh das Buch nicht gelesen zu haben, denn genau wie bei dir wäre bei mir der Funke wohl nicht über gesprungen. :)
    Alles Liebe,
    Ellen

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    1. Hey Ellen,

      da gibt es sogar ein Theaterstück zu? o.O Wie macht man denn aus einem Road Trip ein Theaterstück? :D
      Na ja, es war ganz unterhaltsam, nur eben nicht besonders mitreißend. ;)

      Alles Liebe ♥

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  3. Huhu Dana :)

    mir ging es mit diesem Buch genauso wie dir. Mich konnte es auch nicht völlig umhaun. Ich würde zwar sagen, es ist eines der besseren 'Schullektüren' und hat mich teilweise auch ganz gut unterhalten, aber irgendwas hat mir auch gefehlt. Die jugendliche Sprache war mir auch zu gewollt. Habe auch 3 Sterne vergeben.
    Sehr schöne Rezi auf jeden Fall, du hast es gut auf den Punkt gebracht :).

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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    1. Huhu liebe Insi Eule,

      als Schullektüre wäre ich auf jeden Fall sehr zufrieden gewesen, gerade weil es ja auch unterhaltsam war. Aber wie du sagst, irgendwas hat eben gefehlt. ^^ Von daher freut es mich, dass ich mit dieser Meinung nicht allein stehe. ;)
      Danke, ich hatte schon Angst, meinen Leseeindruck nicht in Worte fassen zu können. :x

      Liebe Grüße ♥

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