Montag, 1. Februar 2016

[Rezension] Das unendliche Meer

«Die Welt ist eine Uhr, die abläuft.» (Seite 17)
«Wenn man dem Tod ins Auge sieht und der Tod als Erster blinzelt, erscheint nichts mehr unmöglich.» (Seite 22)


Autor: Rick Yancey
Übersetzer: Thomas Bauer
amerik. Originaltitel: The Infinite Sea (2014)
Verlag: Goldmann
Seiten: 352
Erscheinungsdatum: 30.03.2015
ISBN: 978-3-442-31335-8
Gebunden mit Schutzumschlag; 16,99€








Trilogie:
  • Die fünfte Welle  Rezi *klick*
  • Das unendliche Meer
  • amerik. The Last Star

! ACHTUNG - KANN SPOILER ZUM VORGÄNGER ENTHALTEN !



Inhalt:

Cassie will die Hoffnung nicht aufgeben, dass Evan Walker überlebt haben könnte, auch wenn die Wahrscheinlichkeit mit jedem Tag sinkt, die sie in ihrem Versteck verbringen. Gleichzeitig steigt die Gefahr entdeckt zu werden. Schließlich zieht Ringer los, um ein neues Versteck zu suchen - und stößt im Wald auf eine Leiche ...

Äußere Erscheinung:

Auch wenn ich mir nicht so ganz sicher bin, was das Cover darstellen soll, glänzt es immerhin genauso cool wie der Vorgänger.
Der Titel ist aus dem Buch aufgegriffen, auch wenn mir die Bedeutung auch hier nicht so ganz klar ist.

Meine Erwartung:

Dieses Buch hat bekanntlich für ziemlich viel Enttäuschung gesorgt, und obwohl ich den ersten Teil super fand, mischte sich ein wenig Skepsis in meine Vorfreude, die ich zu ignorieren versuchte.

Meine Meinung:

Vielleicht liegt das Lesen des ersten Teils zu weit weg und meine Euphorie war schon zu weit abgeebbt (obwohl ich mir da nicht so sicher bin), als dass ich hätte enttäuscht werden können - jedenfalls behielt meine Skepsis glücklicherweise nicht recht.
Das heißt, das Buch war auch nicht so gut wie der Vorgänger, sondern ein typischer zweiter Teil: Irgendwo zwischen fulminanten Beginn, spannenden Suchen sowie schockierenden Entdeckungen und dem epischen Showdown.

Das Ganze plätschert so ein wenig dahin, was nicht heißen soll, dass Action und Spannung generell zu kurz kommen. Die Seiten flogen nur so vorbei und ehe ich mich versah, war ich bei der Danksagung angelangt. Auch Action und Kämpfe sind in gewohnter Weise vorhanden.
Wenn man sich allerdings die Handlung anguckt, dann beschränkt sich diese in erster Linie auf Entwicklungen, die vermutlich zu dem Showdown hinführen und einigen neuen Entdeckungen. Umso gespannter bin ich nun auf den Abschluss der Trilogie.

Am Anfang wird der Leser ohne Wiedereinstieg direkt in die Geschichte geschmissen, was vermutlich nicht ganz so schön ist für diejenigen, bei denen das Lesen des Vorgängers ein bisschen länger als ein halbes Jahr her ist. Für die, die solche Rückblicke eh langweilen, ist es umgekehrt angenehm. In meinen Augen reine Geschmacks- und Situationssache.
In der ersten Hälfte wechseln sich die Charaktere mit dem Erzählen ab, hier kann es ein wenig irritierend sein, dass bei allen die Ich-Perspektive gewählt wurde, auch wenn ich mich dann doch schnell orientierte und ein Erzählerwechsel durch den Überschriftenwechsel deutlich gekennzeichnet ist, auch wenn es vielleicht sinnvoll gewesen wäre, einfach den Namen drüberzuschreiben.

Zu meiner Freude erhielt Cassie anfangs relativ lange Passagen, in dieser Reihe ist sie einfach meine Lieblingsprotagonistin. Insgesamt dominiert aber Ringer die Erzählhaltung, dadurch lernt man sie als Leser besser kennen und erhält auch einen Einblick in ihre Vergangenheit. Mir war sie durchaus sympathisch, vielleicht auch gerade dadurch, dass sie immer einen kühlen Kopf bewahrt und trotz allem Teacup sehr gern hat und sich um sie kümmert.
Es war amüsant zu lesen, wie Ringer und Cassie oft aneinandergerieten, vermutlich, da Ringers stoische und Cassies impulsive Art nicht gut zusammenpassen. Generell brachte mich der Sarkasmus wieder oft zum Grinsen, auch der feine schwarze Humor findet sich zwischenzeitlich wieder.

Auch die anderen Charaktere sind tiefgründig. Im Gegensatz zum Vorgänger verzichtet der Autor diesmal auf verschachtelte Sätze. Mir ist das ein oder andere Wortspiel aufgefallen, das im Englischen besser rübergekommen sein dürfte, aber das nur so nebenbei.
Wie auch beim Vorgänger kam die apokalyptische Atmosphäre bei mir an und ich fühlte mich hineinversetzt in diese Welt, in der der Großteil der Menschheit ausgelöscht ist und Misstrauen, Unsicherheit und Überlebenskampf herrschen. Die Bedeutung des Misstrauens und die Folgen der Invasion für die Menschen werden auch hier wieder authentisch thematisiert.

Fazit: Typischer zweiter Band, der das Showdown vorbereitet, nichtsdestotrotz spannend und ironisch!




Quelle Cover: Goldmann

6 Kommentare

  1. Huhu,
    eine schöne Rezension, ich möchte das Buch demnächst auch unbedingt lesen!
    Liebste Grüße Laura

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    1. Huhu Laura,

      danke, ich hoffe, es wird dir auch gefallen! ;)

      Liebe Grüße

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  2. Hallo Dana,

    Wieder einmal eine tolle Rezension von dir!
    Ich habe ehrlich gesagt auch keine Ahnung,
    was das Bild auf dem Cover darstellen soll.
    Vielleicht die Kanalisation oder einen gefluteten U-Bahn-Tunnel? :D
    Wie auch immer, du bist tatsächlich die erste, von der ich keine durch und durch negative Rezi zu dem Buch gelesen habe, daher bin ich motiviert, "Das unendliche Meer" so schnell wie möglich zu lesen. :)

    Liebe Grüße,
    Laura

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    1. Huhu liebe Laura,

      dankeschön! :)
      Ich kann mir auch vorstellen, dass es es aus einer Szene vom Ende stammt, aber so sicher bin ich mir da nicht. xD
      Stimmt, ich bin mir auch nicht sicher, ob ich bisher eine nicht enttäuschte Rezension dazu gelesen habe. :D Aber ich denke, wenn man nicht mit zu großen Erwartungen daran geht, hat das Buch eine Chance und ich hoffe, es wird dir auch gefallen. :)

      Liebste Grüße

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  3. Huhu,

    freut mich, dass dir die Fortsetzung gefällt. Ich kam im ersten Band nicht mit dem Schreibstil klar, weshalb ich wohl bei den Filmen bleibe :)

    LG
    Sonja

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    1. Huhu Sonja,

      das ist natürlich auch eine Lösung, wenn auch eine ungewöhnliche für einen Buchliebhaber. ;)

      LG

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