Montag, 18. April 2016

[Rezension] Cold Fury

“Innocence fades for everyone,” he said slowly. “If a person has any hope of survival, it must be substituted for plain reality. [...]” (Seite 84)




Autor: T.M. Goeglein
dt. Cold Fury
Verlag: speak
Seiten: ~320
Erscheinungsdatum: 2013 (2012)
ISBN: 978-0-14-242631-9
Taschenbuch







Trilogie:
  • Cold Fury
  • Flicker & Burn
  • Embers & Ash

Hier geht's zu meiner Kurz-Rezension zu der deutschen Ausgabe dieses Buches.



Inhalt:

Sara Jane führt ein mehr oder weniger normales Leben, in dem ihre italienischstämmige Familie das Wichtigste ist. Doch dann verschwinden ihre Eltern und ihr kleiner Bruder an ihrem sechszehnten Geburtstag und Sara wird angegriffen. Doch sie hat Boxunterricht, seitdem sie sechs ist. Und sie wird alles dafür tun, ihre Familie wiederzufinden. Alles, was sie hat, ist ein Aktenkoffer mit haufenweise Geld, eine Knarre und ein Notizbuch. Dabei kommt sie einem dunklen Familiengeheimnis auf die Schliche ...


[...] when it comes to staying alive, I can trust only myself. (Seite 22)

Äußere Erscheinung:

Ich finde das Originalcover wesentlich cooler als das deutsche. Okay, hier ist auch ein Mädchengesicht, aber es ist nicht so penetrant. Und der Schriftzug mit den Flammen ist wirklich cool. Außerdem wird unten noch Chicago, die Stadt, in der das Buch spielt, angedeutet.
Der Titel passt perfekt.

Meine Erwartung:

Was mich damals an dem Buch gereizt hat, war der Titel. „Cold Fury“ klingt ja quasi nach Kick Ass - Heldin. Auch der Klappentext sprach mich an.
Wie ihr vielleicht noch wisst, habe ich die deutsche Ausgabe gelesen, dann allerdings festgestellt, dass die Trilogie nicht weiter übersetzt wird. Da mich das Buch aber überzeugen konnte, bin ich dann auf die englischen Ausgaben umgestiegen. Hier kommt jetzt also die versprochene Rezension.

Meine Meinung:

Das Buch ist eigentlich das Tagebuch von der Protagonistin Sara Jane, das sie aufgrund einer Schulaufgabe anfertigt und das sie als Mittel betrachtet, die bisherigen Ereignisse zu reflektieren, um ihre Familie zu finden. Während der Handlung merkt man das jedoch kaum, es gibt kein „liebes Tagebuch“ oder so, sodass es meist wie eine normale Erzählung aus der Ich-Perspektive im Präteritum wirkt.
Lediglich am Anfang sorgt es dafür, dass der Leser ein wenig Vorwissen erhält, was die Spannung sofort weckt. Ausgehend davon, dass ihre Familie weg ist und sie im Besitz des Aktenkoffers ist, erzählt Sara Jane von ihrem Leben, beginnend mit einer Vorstellung ihrer Familie über wichtige Erinnerungen aus ihrer Kindheit bis hin zu ihrem Leben vor dem Verschwinden ihrer Eltern und ihres Bruders. Das wird jedoch nicht langweilig, da sie hier schon teilweise analysiert und außerdem ein roter Faden erkennbar ist.
Sobald man den ersten Teil hinter sich gelassen hat, wird das Buch von Action dominiert. Genau wie Sara Jane weiß der Leser nicht, wer hinter dem Verschwinden steckt und wer ihre Feinde sind, und begibt sich so mit ihr auf eine fesselnde Verfolgungsjagd. 

[...] the present is constructed from the events that preceded it. (Seite 2)

Sara Jane war mir mehr als sympathisch. Sie ist eine absolute Kick Ass-Heldin, dadurch, dass sie seit zehn Jahren Boxunterricht hat und dafür auch Talent, kann sie sich wehren. Sie ist zu einer Einzelgängerin erzogen worden, legt auch nicht viel Wert darauf, beliebt zu sein, auch wenn sie schon ein Teenager ist und einen Schwarm hat, ohne das jedoch vor diesem raushängen zu lassen. Generell spielt sich die Liebesgeschichte nur im Hintergrund ab. Zwar besteht kurzzeitig die Gefahr eines Liebesdreiecks, aber Sara Jane setzt von Anfang an die Grenzen, sodass diese Gefahr sofort erlischt.
Sie denkt analytisch und denkt vor allem nach, kennt ihr Schwächen, ist aber auch selbstbewusst und weiß um ihre Stärken. Sie lässt sich nicht unterkriegen und findet sich schnell in den neuen Begebenheiten zurecht. Außerdem ist sie eigenständig und sarkastisch. Und sie verlässt sich auf ihre Instinkte, was ihr des Öfteren das Leben rettet.

I’m not shy, I’m quiet. And I’m not a wallflower, I’m an observer. (Seite 7)

Auch sonst gibt es viele liebenswerte Charaktere, wie zum Beispiel Doug, der sich in dem von Sara Jane gegründeten Filmclub befindet (womit wir die Mitglieder dann auch weitgehend erfasst haben). Auch (vor allem klassische) Filme spielen so eine gewisse Rolle. Doug ist dick und das Lieblingsmobbingopfer eines anderen Jungen, doch er erträgt stoisch dessen Angriffe, ist strikt gegen Gewalt und ansonsten ziemlich intelligent und ruhig. Ihn muss man einfach ins Herz schließen, zumal er auch ein recht tiefgründiger Charakter ist.
Auch Sara Janes Familie ist auf jeden Fall sehr vielschichtig, für die Gegenspieler gilt dasselbe. Manchmal ist die Gut-Böse-Trennung gar nicht so leicht wie erwartet, es gibt viele Grauzonen dazwischen, was das Buch authentisch macht. Oh, apropos, die Protagonistin bricht auch tatsächlich nach einer heftigen Jagd zusammen - Erschöpfung wird also nicht ignoriert.

She said it was important to play by the rules, but that sometimes it was just as important to know how to break them, too. (Seite 79)

Das Ganze ist ein Mystery-Thriller, das heißt, es gibt auch einen (ziemlich) kleinen "Fantasy"-Part, auf den ich aus Spoiler-Gründen nicht weiter eingehe. Aber die Idee ist ziemlich cool. Wie gesagt hat die Familie hier sehr viel Bedeutung und Sara Jane hat auch eine enge Beziehung zu ihr, was mal eine angenehme Abwechslung zu den üblichen zerrütteten Familienverhältnissen ist.
Auch fesselnd ist das Buch auf jeden Fall. Vom ersten Lesen weiß ich, dass ich mich kaum von den Seiten lösen konnte, einige Wendungen überraschend waren und der Thrill-Effekt da war. Natürlich hat man als Leser ausgehend von dem Prolog und Andeutungen bezüglich der Familie schon gewisse Ahnungen, aber im weiteren Verlauf gibt es einige weniger erwartete Ereignisse. Diesmal kannte ich ja schon die Wendungen, dennoch las ich es flüssig durch. Das Englisch würde ich als mittelschwer einordnen.

Everyone lives a self-centered life.
From the world’s greatest humanitarian to those incredible nuns who work in slums, everyone wakes up each morning thing about herself. (Seite 61)


Fazit: Fesselnder Mystery-Thriller mit einer eigenständigen Kick Ass-Heldin, sehr vielschichtigen Charakteren und einem dunklen Familiengeheimnis!



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten zaubern ein Lächeln ins Gesicht! ♥
Ich freue mich über jeden Kommentar, gebt einfach eure Meinung/ Kritik/ etc. zu dem Post ab. Ich antworte in der Regel auch. :)