Montag, 11. Juli 2016

Wie ein Buch alles veränderte

Hättest du mich vor drei Wochen gefragt, ob ich beim Lesen Musik höre, hätte ich voller Überzeugung nein gesagt. Lesen, das bedeutet für mich in eine andere Welt eintauchen, die Realität komplett abschalten. Manchmal nervt es mich extrem, wenn dann noch Hintergrundgeräusche wie Stimmen da sind, die mich immer wieder aus der Konzentration reißen. Wenn ich aber richtig in ein Buch vertieft bin, dann schaffe ich das auszublenden.
Hintergrundgeräusche ausblenden - okay. Absichtlich welche mit Musik erzeugen erschien mir da vollkommen sinnlos. Was insofern lustig ist, als dass Schreiben für mich im Prinzip fast dasselbe bedeutet - und ich beim Schreiben gerne Musik höre. Wie viele, obwohl das umstritten ist. Tatsächlich blende ich die Musik dann auch aus, wenn ich wirklich drin bin, aber vorher hilft sie mir einfach dabei, die Verbindung zwischen den Welten zu lösen. Vielleicht heißt es deshalb Medium, wie die ursprünglichen Medien, die auch zwischen den Welten vermittelten.

Obwohl also einige Bücher von Playlisten (ich hab's jetzt mal eingedeutscht xD) durchzogen sind ("Mein bester letzter Sommer", Anne Freytag; "Amy on the Summer Road", Morgan Matson; "Wie viel Leben passt in eine Tüte?", Donna Freitas), habe ich die höchstens anschließend angehört.
Vor kurzem habe ich aber "Das Lied der Träumerin" von Tanya Stewner gere-readt (die Rezension findet ihr hier) und befand mich zwischendurch in einer ... nennen wir es entnervten Stimmung. xD Der Moment, wenn euch alles nur noch nervt und ihr euch irgendwohin zurückziehen wollt, wo niemand euch findet - kennt ihr das? Für mich gibt es drei Möglichkeiten, das zu erreichen: Lesen, Musik und Schreiben. Ich wählte die ersten beiden. 
In "Das Lied der Träumerin" spielt Musik eine wesentliche Rolle und so werden auch dauernd Lieder erwähnt, zitiert, ihre Wirkung beschrieben, Ich wollte die Außenwelt ausblenden, sie mit Musik übertönen. Und gleichzeitig in eine neue Welt eintauchen. Also hörte ich zum ersten mal wirklich beim Lesen Musik, und zwar immer genau die Lieder, die in dem Buch gerade erwähnt wurden. Dementsprechend war es nicht irgendeine Musik, sondern immer genau die, die gerade zur Atmosphäre passte.

Gut, vielleicht war es deshalb kein Problem, das Lesen für das Suchen des aktuellen Liedes zu unterbrechen, weil ich die Handlung schon kannte. In jedem Fall war das eine ganz neue Erfahrung für mich - und es hatte was. Vielleicht werde ich bei Büchern mit Playlisten öfter Musik im Hintergrund laufen zu lassen. Als Medium und um eine Atmosphäre zu unterstreichen.

Hört ihr beim Lesen Musik?

Eure Dana

8 Kommentare

  1. Also ich habe eine Zeit lang mal the xx zum Lesen gehört, weil es einfach alles in einem eine entspannte Atmosphäre war für mich. Aber ich habe noch nie auf Musik in Büchern geachtet, mir noch nie welche angehört, weil es in Büchern erwähnt wurde :D

    Liebst, Lara.

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    1. Das macht irgendwie Sinn, aber es gibt ja auch Leute, die bewusst Lieder zu Bücher auswählen. :D Bisher habe ich Lieder, die erwähnt werden, wie gesagt auch erst anschließend gehört, wenn ich sie nicht kannte, einfach aus Interesse. ;D

      Liebst :)

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  2. Hallo liebe Dana!

    Ich höre normalerweise keine Musik beim Lesen. Playlisten höre ich auch immer erst im Nachhinein und da meist nur die Lieder, ich noch nicht kenne. Ich finde aber echt toll, wie ein einziges Buch sowas ändern kann!! Jetzt bin ich auch richtig neugierig auf "Das Lied der Träumerin". Vielleicht bringt es auch mich dazu, Musik parallel zum Lesen zu hören. ;)

    Liebste Grüße
    Nina ♥♥♥

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    1. Hallo liebe Nina,

      genauso handhabe ich es normalerweise auch. :D
      Na ja, die äußeren Umstände haben auch dazu beigetragen, aber nichtsdestotrotz ist es ein inspirierendes, ungewöhnliches Buch. ^^

      Liebste Grüße ♥

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  3. Hey,
    ich höre, wenn ich unterwegs bin (z.B. im Zug) oder auch generell ganz gerne Musik beim Lesen. Natürlich achte ich dabei nicht immer auf den Text, aber ich mag es trotzdem :D :)
    Aber interessant mal wirklich ein Playlist, die im Buch abgedruckt ist, dabei zu lesen. Hab ich irgendwie noch nie gemacht :D, aber ich könnte es sehr bald mal mit "Mein bester letzter Sommer" probieren :)
    Lg Callie

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    1. Hi Callie,
      mittlerweile kann ich das ganz gut nachvollziehen. :D
      Es wird nur immer dann schwer umsetzbar, wenn das nicht mehr mit dem eigenen Musikgeschmack vereinbar ist. xD

      Liebe Grüße ♥

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  4. Huhu liebste Dana,

    eine interessante Frage :D
    Grundsätzlich bin ich ein Mensch, der bei jeder Gelegenheit Musik hört: Beim Kochen, Backen, Aufräumen, Bloggen, und jetzt beim Kommentieren auch gerade :D ABER beim Lesen komischerweise nicht. Ich sehe es eigentlich genauso wie du: Beim Lesen tauche ich in eine ganz andere Welt ab und kann mich nicht so wirklich konzentrieren, wenn nebenbei noch Musik läuft. Das ist eigentlich merkwürdig, weil ich ja quasi die Musik nur im Hintergrund laufen lasse.

    Zeitweise habe ich es mal probiert beim Lesen Musik zu hören, aber ich kann das irgendwie nicht so. Also jedenfalls Musik mit Text wird das schwierig, weil ich mich schnell ablenken lasse und dann lieber dem Text lausche als zu lesen. Wenn es aber nur Musik ist, dann geht es grundsätzlich. Beim Zugfahren stört mich das zum Beispiel gar nicht beides gleichzeitig zu machen.

    Ich merke gerade, es ist etwas komisch. Eigentlich nein, aber irgendwie ja doch :D

    Naja, ich lass mal liebe und sonnige Grüße da <3
    Liebste Grüße, Caterina

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    1. Hallo liebe Caterina,

      es ist gar nicht komisch, denn mir geht es genauso. Ich höre auch fast überall Musik, nur beim Lesen eben nicht. Bei diesem Buch war es das erste Mal, dass es funktioniert hat, vielleicht auch, weil ich nur dann auf den Text geachtet habe, wenn er auch zitiert wurde.
      Allerdings lenkt mich Text auch beim Schreiben schnell ab, aber da ich mich da eh dauernd ablenken lasse, bis ich richtig drin bin ... xD Aber gerade nur akustische Musik lässt sich wirklich sehr gut im Hintergrund abspielen. :)

      Dir auch liebe und sonnige Grüße! ♥

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