Sonntag, 28. August 2016

[Rezension] Partials - Aufbruch



Autor: Dan Wells
Übersetzer: Jürgen Langowski
amerik. Originaltitel: Partials (2012)
Verlag: ivi
Seiten: 512
Erscheinungsdatum: 12.02.2013
ISBN: 978-3-492-70277-5
Gebunden mit Schutzumschlag; 16,99€







Partials -Trilogie:
  • Aufbruch
  • Fragmente
  • Ruinen


Inhalt:

Die Partials, von den Menschen für den Krieg geschaffene, überragend starke, aber menschlich aussehende Soldaten, haben sich gegen ihre Schöpfer gewandt. Elf Jahre nach dem Krieg haben sich die letzten Menschen auf Long Island verbarrikadiert. Doch die Seuche RM, die bereits fast die ganze Menschheit ausgelöscht hat, tötet jedes Neugeborene nach wenigen Tagen. Die sechszehnjährige Wissenschaftlerin Kira Walker setzt alles daran, ein Heilmittel zu finden. Ihre letzte Hoffnung liegt darin, einen Partial zu fangen - ihren größten Feind ...


Äußere Erscheinung:

Es ist dieses mittlerweile immer öfter auftauchende Mädchen-mit-Rücken-zu-Betrachter-rennt-in-Stadt-o.ä.-Cover, das ich an sich gar nicht so schlecht finde - bis ich gesehen habe, dass sie auf der Rückseite des Buches dann doch nach vorne abgebildet ist. Schade eigentlich. 
Den Titel finde ich passend.

Meine Erwartung:

Ich wusste zwar von der Existenz dieses Buches und habe auch einige begeisterte Stimmen dazu gelesen, aber irgendwie hat es mich nie wirklich angesprochen, obwohl ich eigentlich Endzeitstorys mag. Als ich es dann aber günstig kriegen konnte, kam ich zu dem Schluss, dass ich dem Buch gerade aufgrund der positiven Resonanz eine Chance geben will und dass die Thematik interessant sein könnte, auch wenn ich künstliche Intelligenz einerseits ein wenig unheimlich finde und andererseits nicht so ganz mit der Vorstellung klarkomme, eine ... Maschine könnte Emotionen entwickeln. ^^

Meine Meinung:

Bei diesem Buch steht die Wissenschaft teilweise sehr im Fokus, und obwohl Naturwissenschaften bei mir in der Rangfolge der beliebtesten Schulfächer ganz unten stehen, schafft der Autor es, die Prinzipien und Zusammenhänge des Virus so darzustellen, dass sogar ich das noch einigermaßen nachvollziehen konnte.
Somit kann das Geschehen sich zwischenzeitlich fast ein wenig beruhigen, ohne dass es auch aufgrund der unterschwelligen Spannung langweilig wird. Doch auch Action kommt eindeutig nicht zu kurz.

Die Idee finde ich leider gar nicht mal so abwegig, sondern sogar ziemlich realistisch, umso erschreckender ist sie. Dabei werden natürlich nebenbei auch die Fragen der künstlichen Intelligenz aufgeworfen - inwiefern ist ein vom Menschen geschaffenes Geschöpf dazu fähig, Emotionen zu empfinden, was macht einem zum Menschen und so weiter. Dabei handelt es sich bei den Partials um Hochleistungskampfmaschinen in einem biologischen Körper - was schon weit näher an einem Menschen dran ist als, übertrieben gesagt, eine Blechbüchse. Dennoch hätte man die Frage noch vertiefen können, sie wird kaum wirklich als Konflikt behandelt.
Die düstere Weltuntergangsatmosphäre kam auch definitiv bei mir an, gerade, wenn die Protagonistin Kira sich ausmalt, wie die Welt früher ausgesehen hat - und wie verschwenderisch. Gerade die Beschreibungen der verlassenen Zivilisation, den zerstörten Gebäuden und den teils noch rumliegenden Leichen verdeutlichen diese Atmosphäre. Nun steht die Menschheit vor dem Aussterben und vor einem Bürgerkrieg, der ersteres noch beschleunigt. Energieversorgung ist Luxus, die umliegenden Siedlungen werden geplündert und die Regierung verpflichtet alle jungen Frauen dazu, schwanger zu werden.
Was mir hier gefallen hat, ist, dass die Regierung nicht immer richtig handelt, es aber nicht hauptsächlich um sowas wie Rebellion geht - das Heilmittel steht im Mittelpunkt. Die Geschichte war teilweise sogar wenig vorhersehbar, auch wenn ich die ein oder andere Enthüllung schon erahnt habe.

Kira war mir zwischendurch ein wenig zu naiv, nicht, weil sie Gefahren nicht sieht oder dumm ist, schließlich ist sie in einer apokalyptischen Welt aufgewachsen und auch auf diese eingestellt. Naiv in dem Sinne, dass sie mir teilweise ein bisschen schnell Vertrauen schenkte, hier fehlte mir ein wenig die Entwicklung. Ansonsten hat sie aber durchaus das Potenzial zu einem starken Charakter, sie setzt ihren Willen durch, kämpft für ihre Vorstellungen, kümmert sich um anderen und entwickelt sich weiter. Ich bin gespannt, wie sich letzteres in den Folgebänden gestalten wird.
Was außerdem ziemlich ungewöhnlich ist, ist die Tatsache, dass sie von Anfang an einen Freund hat, den sie auch wirklich liebt. Nachteil ist vielleicht, dass es so nicht gerade Funken sprüht, ich Markus auch ein wenig blass fand und die Emotionen zwischen den beiden nicht so wirklich gespürt habe, andererseits steht die Liebesgeschichte auch alles andere als im Vordergrund, von daher war es eher eine angenehme Abwechslung, dass Kira nicht von den überwältigenden Gefühlen der ersten Liebe abgelenkt wird. Potenziell ist zwar die Gefahr eines Liebesdreiecks gegeben, das zumindest in diesem Teil aber nicht im Geringsten genutzt wird.
Leider bleiben die Nebenfiguren generell eher blass, doch auch hier ist Potenzial vorhanden, dass sich in den Fortsetzungen ausbauen lässt.

Fazit: Spannende, düstere und teils ungewöhnliche Endzeitstory mit dem Fokus auf dem ebenso faszinierenden wie verstörenden wissenschaftlichen Aspekt, Action und viel Potenzial




Quelle Cover: ivi
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