Mittwoch, 14. September 2016

[Rezension] Naris - Die Legenden von Mond und Sonne



Autor: Lucy Hounsom
Übersetzer: Barbara Röhl
engl. Originaltitel: Starborn - The Worldmaker Trilogy (2015)
Verlag: Piper
Seiten: 528
Erscheinungsdatum: 11.05.2015
ISBN: 978-3-492-70348-2
Taschenbuch mit Klappenbroschur; 16,99€



Trilogie:
  • Naris - Die Legenden von Mond und Sonne
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Inhalt:

Seit 500 Jahren entscheidet in Kyndras Dorf ein uraltes Artefakt über die Berufung und den wahren Namen eines jungen Menschen. Doch bei der Zeremonie zum Eintritt in das Erwachsenenalter zerbricht es unter den Händen der jungen Kyndra.
Zur selben Zeit treffen zwei Fremde in dem Dorf ein, die zu Kyndras Überraschung über Wissen über die verlorene Welt Acre zu verfügen scheinen. Aber dann brechen Stürme über das Dorf hinein und plötzlich sieht Kyndra sich von dem ebenso wütenden wie abergläubischen Dorf in die Enge getrieben und in Todesgefahr. Doch sie wird von den beiden Fremden gerettet - und bricht widerwillig zu einer Reise auf, die ihr ganzes Leben verändern wird ...

Äußere Erscheinung:

Das Cover dürfte eine Szene aus dem Buch darstellen, weshalb ich es mag - auch, weil es farblich stimmt. Der Titel ist ziemlich treffend und nimmt weniger vorweg als der Originaltitel.

Meine Erwartung:

Ich habe mal eine Leseprobe von dem Buch ergattert, die mich eigentlich ziemlich angesprochen hat, bin dann aber von diesem Buch abgekommen, bis ich ihm jetzt doch endlich eine Chance gebe.

Meine Meinung:

Das Buch wird auf der Rückseite mit Fantasy von Trudi Canavan gleichgesetzt, und obwohl diese Idee und die von „Die Gilde der schwarzen Magier“ buchstäblich Welten auseinander liegen, erinnerte mich doch die Atmosphäre und der Weltenaufbau besonders gegen Ende an diese Reihe von Trudi Canavan - nicht, was die Welt selbst betrifft, aber aufgrund ihrer Tiefe.
Der Weltenaufbau zog mich komplett in seinen Bann. Das liegt vor allem darin, dass die Welt eine Geschichte hat, was ihr Authentizität verleiht, zudem enthält diese Geschichte eine ungewöhnliche und fesselnde Idee, die mich komplett verzauberte - ich war lange nicht mehr so sehr von einer High Fantasy-Welt begeistert wie von dieser.

Kyndra besitzt ein Buch, das von der untergegangenen Welt Acre handelt. Einer Welt, in der es Drachenreiter und vor allem die sogenannten Wirker gibt, bei denen die eine Hälfte über die Energie der Sonne und die andere über die Energie des Mondes gebietet. Außer Kyndra kennt niemand diese Geschichten - bis die beiden Fremden in ihr Dorf kommen ...
Gleich zu Beginn wird ein Auszug aus diesem Buch abgedruckt, der anfangs vielleicht ein wenig viel Infodumping ist. Aber schnell war ich froh, diese Informationen so auf den Punkt gebracht zu finden. Auch eine Karte vorne im Buch trägt dazu bei, die Reise nachzuvollziehen.

Einige Enthüllungen habe ich mir schon schnell erschlossen, die Handlung an sich bleibt aber eher unvorhersehbar und die genaueren Zusammenhänge konnten mich begeistern. Das Ende an sich ist weitgehend abgeschlossen, lässt aber kleine Fragen und viel Potenzial für die Folgebände offen, auf die ich mich schon sehr freue.
Somit vermochte mich das Buch an seine Seiten zu fesseln, sodass ich es leider auch nicht schaffte, es beiseite zu legen und bis in die Nacht las.

Kyndra ist anfangs natürlich eher unwissend. Die Hauptperspektive liegt bei ihr, dazu gibt es mit steigernder Tendenz zum Ende hin Sichtwechsel zu anderen Charakteren auf für High Fantasy typische Weise, sodass man sich als Leser schneller einen Eindruck von Intrigen und Absichten machen kann, sodass Spannung aufgebaut wurde, trotzdem wurden die wahren Absichten aber erst am Ende wirklich klar.
Kyndra entwickelt sich im Laufe des Buches stark weiter. Obwohl sie einen völlig anderen Charakter hat, erinnerte sie mich an Sonea aus „Die Gilde der schwarzen Magier“ insofern, als dass sie der Welt anfangs aufgrund ihrer Hilflosigkeit ausgeliefert ist und sich dennoch darin zu behaupten versucht.
Sie will unbedingt ihrer Familie in ihrem zerstörten Dorf helfen und dahin zurückkehren, auch wenn die abergläubischen Dorfbewohner sie fast umgebracht hätten. Gleichzeitig ist sie offen und neugierig, gerade da sie das erste Mal ihr einsiedlerisches Dorf verlässt.
Keine Kick Ass-Heldin also, sondern ein junges Mädchen, das zum ersten Mal einer fremden Welt begegnet und nicht weiß, wem sie trauen kann - nichtsdestotrotz mochte ich sie und bin gespannt darauf, wie sie sich in den Fortsetzungen weiter entwickelt.

Aber auch einige andere Charaktere, besonders der ein oder andere, aus dessen Sicht man auch mal lesen darf, wuchsen mir ans Herz, zumal man als Leser auch hier immer mal wieder einen Einblick in die Vergangenheit erhält, sodass nicht nur der Welt, sondern auch den Charakteren Tiefe verliehen wird.
Auch die Antagonistenfrage ist nicht ganz klar, da hier oft sehr nachvollziehbare Gründe für das Verhalten sowie Ängste und Empfindungen vorliegen.
Eine Liebesgeschichte gibt es zumindest ausgehend von der Protagonistin kaum, hier konnte vor allem bei den Nebencharakteren eine Beziehung mein Herz erwärmen, insgesamt steht das aber ziemlich im Hintergrund.

Fazit: Fesselndes Buch mit sympathischen Charakteren, Gegenspielern mit nachvollziehbaren Gründen für ihr Verhalten, einer faszinierenden Idee und besonders einem Weltenaufbau, der mich in seinen Bann zog





Quelle Cover: Piper
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