Freitag, 2. September 2016

Über positive Bewertungen

Hallo ihr da draußen in der großen, weiten Welt,

heute greife ich mal ein Thema auf, das mir schon seit langem durch den Kopf geht: Bewertungen. Oder besser gesagt: Die Übermacht positiver Bewertungen.
Ehrlich gesagt halte ich nicht viel von solchen Rezensenten, die nur gute Bewertungen verteilen, weil einem das die Glaubwürdigkeit nimmt. Wenn man jedes Buch toll findet, ist man logischerweise nicht sonderlich kritisch. Wenn ich aber umgekehrt hohe Ansprüche habe (und meine sind gewachsen), dann ziehe ich kritische Rezensionen vor. 
Genaugenommen lese ich sogar ziemlich gerne (begründete!) negative Stimmen zu einem Buch, weil ich dann anhand der Kritikpunkte entscheiden kann, inwiefern ich dem zustimmen würde. Die sind meist aussagekräftiger als "ES IST SO TOLL, ich habe es geliebt".

Aber auf der anderen Seite fällt mir auf, dass die meisten meiner Bewertungen ziemlich positiv sind. Vier Büchlein machen den Durchschnitt aus, und manchmal frage ich mich schon, ob ich zu wenig kritisch bin. 
Doch ich weiß eigentlich auch, dass ich durchaus Ansprüche habe und letztendlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das eigentlich nur eine Folge von guter Intuition und pragmatischem Kaufverhalten ist.

Ich kaufe keine Bücher, bei denen ich schon nach dem Klappentext zu wissen glaube, wie die Geschichte verläuft. Ich kaufe keine Bücher, bei denen mir die Charaktere schon im Klappentext auf den Geist gehen. Ich kaufe keine Bücher, deren Idee mich nicht anspricht.
Und ich lese Rezensionen. Spontankäufe sind sehr selten geworden, stattdessen vertraue ich oft auf eure Meinung - vor allem auf die von den Bloggern, bei denen ich weiß, dass wir einen ähnlichen Geschmack haben. Auf die Rezensionen, die begründet und nachvollziehbar sind.
Natürlich kann auch das schiefgehen, aber bei mir funktioniert es eigentlich ganz gut.

Denn ganz ehrlich, wer kauft sich Bücher, bei denen er davon ausgeht, dass sie ihm nicht gefallen? Schließlich ist das ein Hobby und wir wollen doch eigentlich, dass die Bücher gut sind. Wollen ihnen eine Chance geben, sie toll finden, uns von ihnen in den Bann reißen lassen. Deswegen lesen wir doch.
Und wenn man dann noch die Arbeit einberechnet, die ein Autor in ein Buch gesteckt hat, dann ist man noch gewillter, das anzuerkennen, sodass man letztendlich die positiven Aspekte durchaus würdigt.
Ich bemühe mich, in jeder Rezension auch objektiv Kritikpunkte zu sehen, aber letztendlich entscheidet für die Bewertung nur, inwieweit mich das Buch unterhalten hat, mitreißen konnte und wie viel Freude ich am Lesen hatte. Drei Büchlein sind dabei nicht mal schlecht. Und ein Büchlein habe ich direkt noch nie vergeben ("Vom Winde verweht" hätte gute Chancen gehabt) - einfach, weil ich es nicht übers Herz bringe, ein Buch so zu verurteilen.

Macht mich das als Rezensent schlechter? Sagt ihr es mir.
Aber als Buchliebhaber? Ich glaube nicht.

Wie sieht eure Meinung dazu aus? Ich bin gespannt. :)

Eure Dana

10 Kommentare

  1. Ich denke da auch oft drüber nach. Mir selbst fällt es leichter, kritische Rezension zu verfassen. Weil wenn mir ein Buch gefällt, kann ich ja gar nicht mehr als "Es ist toll" schreiben, es fühlt sich einfach toll an beim Lesen und negative Punkte kann man so viel schöner ausführen. Ja, es gibt Bücher, über die ich auch richtig schimpfen könnte, bei manchen habe ich auch nichts zu sagen, weil es so schlecht (meiner Meinung) nach war. Aber es sind eben nur Meinungen, die auch auseinander gehen können. Dann bewertest du eben viele Bücher mit 4 Punkten, ja und? Das heißt ja eigentlich nur, dass du ein gutes Gefühl für Bücher hast und es ist ja auch ziemlich gut für dich, dass du keine "schlechten" Bücher liest.

    Ich vergebe höchsten 5 Blumen + den Diamanten, der dazu kommt, wenn das Buch mich so mitgerissen und umgehauen hat, dass 5/5 nicht reicht. Nach einer Weile habe ich das ganze dann noch in halbe Blumen unterteilt, was rückblickend eine schlechte Idee war.

    Mittlerweile denke ich darüber nach, nur noch 3 Kategorien einzuführen. Irgendwas in Richtung "Leseempfehlung" (Sehr gut), "Bedingte Leseempfehlung" (Ganz Okay) und "Keine Leseempfehlung" oder so ähnlich. Aber darüber werde ich mir noch ausführlichere Gedanken machen müssen :)

    Liebst, Lara.

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    1. Wow, ich bin gerade geflasht von den langen Kommentaren - danke!

      Das ist mir auch aufgefallen: Gerade Kritikpunkte lassen sich weit mehr ausführen als nur positive Aspekte aufzuzählen. Wenn Bücher nicht gerade wie bei Antonia Michaelis aus der Masse herausstechen, wiederholt sich schnell "Vielschichtige Charaktere, flüssiger Schreibstil, fesselnd". Wobei ich mich bemühe, immer sowohl positive als auch negative Aspekte in meiner Rezension zu erwähnen. Ich glaube, es ist letztendlich schwierig, den Eindruck beim Lesen direkt wiederzugeben, weil auch mittelmäßige, oberflächliche und stereotypische Bücher unterhalten können, während eine tolle Idee keine gelungene Umsetzung garantiert.

      Bewertungen sind sowieso schwierig, und ich bezweifle, dass es ein perfektes System gibt. Gerade im mittelmäßigen Bereich habe ich viele Bücher mit drei Büchlein, die trotzdem nicht alle gleich gut sind - manche mochte ich mehr, andere weniger, von daher ist es nur eine grobe Einteilung. Weswegen ich einfach hoffe, dass das Wesentliche aus der Rezension hervor geht.

      Liebst ♥

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  2. Huhu Dana ^^

    toller Beitrag! Ich stimme dir da zum großen Teil zu. Gut geäußerte Kritik ist definiv wertvoller als haltlose Schwärmerei. Ich selber interessiere mich auch oft für negative Bewertungen und schaue, inwiefern ich da zustimmen kann oder nicht.

    Spontankäufe sind bei mir auch so gut wie nicht mehr vorhanden, seit ich selber blogge und mich viel in dieser Community bewege. Man liest dann eben zwangsläufig viele Meinungen zu den unterschiedlichsten Büchern und kann sich davon anfixen lassen. Da fällt das spontane Kaufen schon automatisch weg irgendwie. Bei bestimmten Leuten kann man sich nach einer Weile auch einfach darauf verlassen, dass deren Geschmack den eigenen ganz gut widerspiegelt. Trotzdem kommt es natürlich auch manchmal zu Meinungsverschiedenheiten, man kann ja nicht immer alles genauso toll finden, aber man entwickelt nach einer gewissen Zeit einfach ein Gefühl dafür, wem man da vetrauen kann und wem nicht so.
    Und dann minimieren sich auch die Fehlgriffe die zu einer schlechten Bewertung führen zwangsläufig. Das ist ganz normal ^^. Ich habe auch viele Bewertungen, die sich im oberen Bereich abspielen. Das ist doch was Gutes. Natürlich ist es einfacher eine kritische Rezension zu schreiben, da geht es mir nicht anders, aber auch die positiven wollen geschrieben werden. Solange man das Ganze gut begründen kann und evtl. noch mit einbringt, was anderen vielleicht nicht so gut gefallen könnte an einem Buch, finde ich es völlig okay. Ein schlichtes "Ich liebe es, ihr müsst es lesen" reicht da natürlich bei Weitem nicht. Aber ich finde auch nicht, dass du eine solche Rezensentin bist. Wenn du halt viele gute Bücher liest und rezensiert, spricht das doch keineswegs gegen dich. Solange du deine Meinung ausreichend begründest ist alles gut, da musst du dir keine Gedanken machen :).

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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    1. Vielen Dank für deinen langen und lieben Kommentar, liebe Insi Eule! ♥

      Stimmt, mittlerweile laufe ich durch die Buchhandlungen, kenne 80-90% der Bücher aus dem Jugendbuch- und Fantasybereich und ganz automatisch fallen mir Meinungen ein, die ich dazu gelesen habe. Es ist selten, dass ich Bücher lese, die vorher keiner kannte - kürzlich habe ich "Masken" gelesen, dass vorher in nur einem Beitrag Erwähnung fand, "Die Messertänzerin" ist auch ziemlich unbekannt, aber im Allgemeinen sind das Ausnahmen.
      Wobei ich beim kritischen Schreiben manchmal aufpassen muss, dass der Gesamteindruck bei einem mittelmäßig bis gutem Buch nicht nu getaiv rüberkommt. xD Auch schon passiert. ^^

      Liebe Grüße ♥

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    2. Oh "Die Messertänzerin" kenne ich, das fand ich toll :D.

      Ich kann dir da nur zustimmen, mir geht es in allen Punkten ähnlich. Und so eine negativ klingende Rezi, obwohl es gar nicht so negativ gemeint war, die habe ich auch schon hinbekommen xD.

      Achja, wegen "Steelheart" kannst du mich gerne anschreiben wenn du Lust hast (per Mail oder Lovelybooks, wie du willst), im Moment bin ich relativ frei in meiner Bücherwahl und kann da auch spontan agieren ;). Also wenn dir der Sinn nach dem Buch steht, ich bin hier *grins*.

      LG Insi

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    3. Schade, dass solche Bücher nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen. :x

      Da hat man doch gleich ein schlechtes Gewissen. xD

      Ich hab dir mal eine Mail geschrieben. ;)

      LG ♥

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  3. Hey Dana,

    ich lese auch gerne kritische Rezensionen, meist suche ich sogar gezielt danach. Bei fünf Sterne Rezensionen schaue ich mir selten mehr als das Fazit an, weil mich die kritischen einfach stärker interessieren. Ich habe es mittlerweile auch schon sehr oft erlebt, dass ich einem Buch fünf Sterne gegeben habe und da auch zu stehe, aber vielen kritischeren Rezensionen auch zustimmen musste und nachvollziehen konnte. Viele Sachen sind mir beim Lesen auch aufgefallen, aber haben mich nicht so gestört, weshalb ich einem Buch dann letzten Endes auch fünf Sterne gegeben habe ;)

    Waiting in Wednesday ist eine Aktion, bei der ich gerne mitmache. In den letzten Jahren hatte ich so viele Neuerscheinungen, auf die ich mich gefreut habe, dass das Jahr zu wenig Wochen hatte! :D Dieses Jahr habe ich deutlich weniger Bücher auf der Liste, die mich so stark interessieren. Zwar sind immer noch genug Bücher dabei, die ich gerne lesen möchte, aber nicht mehr soo viele wie in den Jahren zuvor.
    Ich lese wirklich nur noch Bücher, die mich richtig ansprechen, denn durch die Arbeit und dem Hund ist die Freizeit auch weniger geworden, sodass ich dann auch nur noch Bücher lesen möchte, bei denen ich weiß, oder zumindest ahne, dass sie mir gefallen werden.

    Ich sage oft, dass die Geschmäcker verschieden sind. Jemand kann ein Buch lieben, während ein anderer von dem gleichen Buch einfach nur genervt ist. Ich lese dann aber lieber ehrliche Meinungen ;)

    Liebe Grüße
    Chianti

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    1. Hey Chianti,

      auch dir vielen Dank für deinen langen Kommentar!!

      Das kenne ich, gerade bei nahestehenden Bloggern und guten Rezensionen kann ich viele Kritikpunkte nachvollziehen, selbst wenn ich das Buch geliebt habe. Oft erkenne ich auch, dass Bücher ziemlich viele potenzielle Kritikpunkte haben, auch wenn ich sie mag.
      Zwar sind meine Ansprüche im Verlauf der Zeit gestiegen, meine Hauptforderung an ein Buch ist aber immer noch, dass es mich unterhält, und darauf stützt sich auch die Bewertung auf der Skala von 1-5. Schließlich lese ich immer noch Unterhaltunsgliteratur, um von der Welt abzuschalten, und bin keine professionelle Literaturkritikerin.

      Auch das geht mir so, irgendwie interessieren mich immer weniger Neuerscheinungen. Früher barst meine Wunschliste, heute denke ich eher bei einigen Büchern "Mal sehen".

      Ich glaube, gerade die unterschiedlichen Geschmäcker sind ziemlich faszinierend. Und ehrliche Meinungen sollten sowieso Standard sein. ;)

      Liebe Grüße ♥

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  4. Hey,
    ich stelle mal wieder fest, dass ich manchmal Kommentar-faul bin :D In Gedanken hatte ich diesen Kommentar nämlich schon längst geschrieben :D Aber besser spät als nie :)

    Ich denke, ich kann jetzt ja eigentlich nur von mir sprechen :D, dass ich meistens einfach Glück und ein gutes Gefühl bei der Auswahl meiner Lektüren habe. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn mir vieles gefällt. Wobei noch die Frage aufkommt, was genau ist positiv, sind 4 Sterne noch gut und so (also ich hab da meistens ja schon Kritikpunkte ...). Je mehr man liest und aus jeweiligen Genre gelesen hat, desto mehr vergleicht man, findet anderes nicht mehr neu oder zu vorhersehbar. Ich habe das Gefühl, dass Leute, die aus ihrer Meinung oft schlechte Bücher lesen, vielleicht einfach falsch zugreifen. Und das andere Bücher ihre Erwartungen vielleicht besser erfüllen würden ... Ach, und vor allem Erwartungen: die machen ab und zu auch viel in den Bewertungen aus.
    ich finde gut begründetete und negative Rezis auch gut, aber ich mag auch gerne positive, wo man wirklich gut rüberbringen kann, warum man es geliebt hat.
    Auf keinen Fall, sollte man Bücher kaufen, wo man denkt, sie gefallen einem nicht. Völliger Schwachsinn und ich denke mir: na und, dann gefallen dir halt viele Bücher, weil du weißt, wovon du lieber die Finger lässt. Mache ich auch genauso.
    Und ich denke auch, dass wenn man gerade mal kritischer bei einigen Büchern ist, dass das ja nicht für immer so ist. Die Bücher, die genail sind, kommen schließlich so oder so. :)
    Lg Callie

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    1. Hallo liebe Callie,

      oh, das kenne ich. Und dann stellt man ganz erstaunt fest, dass da doch kein Kommentar ist. :D

      Hm, für mich sind vier Sterne/ Büchlein noch gut, drei eigentlich auch noch. Vier sind nur nicht mehr sehr gut, wegen ein, zwei Kritikpunkten, die mein Lesevergnügen aber nicht deutlich beeinträchtigt haben. Bei dir haben mich schon ein paar Sachen gestört, aber ich hatte insgesamt Spaß beim Lesen - oder umgekehrt: Ich war nicht wirklich hin und weg, aber es gab viele positive Aspekte. ^^
      Aber ich stimme dir zu, vermutlich ist die Buchwahl wirklich entscheidend.
      Stimmt, es gibt wirklich tolle Rezensionen, bei denen man merkt, wie sehr die Person das Buch geliebt hat - die dann meist auch sehr überzeugend sind. ^^

      Liebe Grüße ♥

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