Freitag, 28. Oktober 2016

[Rezension] Ballade - Der Tanz der Feen


Autor: Maggie Stiefvater
Übersetzer: Katharina Volk
amerik. Originaltitel: Ballad. A Gathering of Faeries (2009)
Verlag: PAN
Seiten: ~360
Erscheinungsdatum: Juni 2012 (2010 erstmals auf Deutsch erschienen)
ISBN: 978-3-426-28372-1
Taschenbuch mit Klappenbroschur; 9,99€
(Gebunden)





Trilogie:
  • Lamento - Im Bann der Feenkönigin  Rezi: *klick*
  • Ballade - Der Tanz der Feen
  • auf Amerik. geplant: Requiem, Übersetzung ins Deutsche im Falle einer amerik. Veröffentlichung unwahrscheinlich


! ACHTUNG - KANN SPOILER ZUM VORGÄNGER ENTHALTEN !



Inhalt:

James und Deirde gehen auf die Thornking-Ash School of Music, und doch sehen sie sich kaum. Es lastet schwer auf James, dass Dee seine Liebe nicht erwidert. Gleichzeitig zieht ihn abends geheimnisvolle Musik hinaus zu den Hügeln - und er ahnt, dass mehr dahinter steckt und er mit den Geschehnissen des letzten Sommers nicht endgültig abschließen kann ...
Nuala ist eine Leanan Sidhe, eine Muse. Sie kann James betörende Inspiration schenken, die ihn zu einer Berühmtheit werden lässt - doch zu einem hohen Preis. James lehnt ab, doch so einfach lässt sich Nuala nicht abschütteln ...

Äußere Erscheinung:

Diesmal passt der Untertitel mehr.
Das Cover ist nicht herausragend, aber ganz schön.

Meine Erwartung:

Ich hatte mir mit dem ersten Teil auch den zweiten bereits zugelegt.

Meine Meinung:

Hatte ich beim ersten Teil noch gejammert, die Welt käme zu kurz, erhalten wir nun einen tieferen Einblick in die Welt der Feen. Die mystische Atmosphäre, beruhend auf irischen Legenden, wird dabei gekonnt vermittelt.
Das Buch beginnt recht ruhig und nimmt dann nach dem ersten Drittel Fahrt auf, wird zunehmend auch durchaus fesselnd und endet zwar weitgehend abgeschlossen, dennoch sind nicht alle Fragen geklärt. An dem dritten Teil arbeitet die Autorin noch und bisher stehen die Zeichen auf Veröffentlichung - ich hoffe, dass es so bleibt. Im Zweifel dann eben auf Englisch.

Anders als im Vorgänger gibt es hier Sichtwechsel. Die meiste Zeit erzählt James, dazwischen tauchen aber auch öfters Erzählungen aus Nualas Perspektive auf. Dazu kommen hin und wieder nicht abgeschickte SMS von Deirdre, die einzigen Einblicke darin, was in ihr gerade so vorgeht.
Generell wird dem Leser so ein Teil des Geschehens vorenthalten, was mich aber nicht gestört hat, im Gegenteil. Mit James erleben wir die Geschichte aus der Sicht eines Charakters, der normalerweise eher eine Nebenfigur, vielleicht mit Tendenz zur Hauptfigur ist, was ein faszinierender Perspektivenwechsel abseits des üblichen Vorgehens ist, der eine neue Sicht auf die Dinge bietet. Auch wenn es natürlich auch interessant gewesen wäre, was in Deirdre vorgeht.

Wir erleben hier auch die Geschichte aus der Sicht des verschmähten Teils im Liebesdreieck, was dieses minimal weniger nervig gemacht hat. Mir tat James durchaus leid. Anders als im ersten Teil gibt es hier eindeutig Entwicklungen, auch die Story ist alles andere als 0815.

James ist ein Charakter mit ziemlich viel Tiefe. Er ist triefend sarkastisch und seine Ironie brachte mich wiederholt zum Grinsen, doch dahinter verbirgt sich ein verletzter Junge, der seine Hände vollschreibt, um sich zu beruhigen. Ein Ausnahmetalent am Dudelsack, das von einer Fee verführt werden soll.
Doch auch Nuala ist ein sehr faszinierender Charakter. Schlagfertig, bissig, aber auch verletzlich und unter Feen eine niedrige Verachtete.
Daneben gibt es weitere Charaktere, die jetzt oft vielschichtig sind, oft sympathisch. Lediglich auf Deirdre wird kaum eingegangen, ihre Gefühle erfährt man nur durch die SMS.
Luke scheint quasi kaum existent, was ich schade fand. Zumal man so nicht wirklich weiß, welche Rolle er spielt.

Fazit: Deutlich besser als der Vorgänger: Mystische Atmosphäre und vielschichtige Charaktere sowie eine ungewöhnliche Perspektive



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