Dienstag, 25. Oktober 2016

[Rezension] Lamento - Im Bann der Feenkönigin



Autor: Maggie Stiefvater
Übersetzer: Katharina Volk
amerik. Originaltitel: Lament. The Faerie Queen’s Deception (2008)
Verlag: PAN
Seiten: ~350
Erscheinungsdatum: Juni 2012 (2009 erstmals auf Deutsch erschienen)
ISBN: 978-3-426-28371-4
Taschenbuch mit Klappenbroschur; 9,99€
(Gebunden)




Trilogie (kann auch als Einzelband gelesen werden, allerdings von mir nicht empfohlen):
  • Lamento - Im Bann der Feenkönigin
  • Ballade - Der Tanz der Feen
  • auf Amerik. geplant: Requiem, Übersetzung ins Deutsche im Falle einer amerik. Veröffentlichung unwahrscheinlich


Inhalt:

Deirdre ist ein musikalisches Ausnahmetalent, ansonsten aber weitgehend unsichtbar und ziemlich normal. Aber dann steht bei einem Wettbewerb auf einmal Luke, der Junge ihrer Träume, vor ihr und meldet sie spontan zu einem Duett mit ihm um. Deirdre spielt besser als je zuvor und von da an lässt Luke sie nicht mehr los. Doch als in ihrer Umgebung immer mehr übernatürliche Phänomene auftreten, muss sie sich fragen, wer er wirklich ist - und welche Rolle sie spielt ...


Äußere Erscheinung:

Den Untertitel finde ich ziemlich irreführend, da er einfach nicht wirklich passt.
Das Cover der deutschen Taschenbuchausgabe finde ich allerdings recht hübsch.

Meine Erwartung:

Auch dies ist eines der Bücher, das ich lange vor meiner Bloggerzeit beim Stöbern entdeckt und auf meine Wunschliste gesetzt habe, und das ich dort Jahre später wieder entdeckte. Da ich aber mittlerweile einige Bücher von der Autorin gelesen und lieben gelernt habe, war meine Neugier für dieses eher unbekannte Werk von ihr geweckt, auch wenn ich einige enttäuschte Stimmen gelesen habe und der Klappentext ziemlich 0815 klingt.
Von der deutschen Ausgabe sind leider mittlerweile nur noch Restauflagen erhältlich, von der ich ein Exemplar billig erwarb, an das ich nun mit eher niedrigen Erwartungen heran ging.

Meine Meinung:

Ich wurde in meinen niedrigen Erwartungen überrascht, auch wenn das Buch lange nicht an spätere Werke der Autorin heran reicht. Die Geschichte ist tatsächlich ziemlich stereotypisch aufgebaut - bis dato unsichtbares Mauerblümchen als Protagonistin, das auf einmal neue Fähigkeiten entwickelt, dann der geheimnisvolle, düstere Junge, der plötzlich auftaucht, ein bester Freund, bei dem zumindest die Protagonistin nicht mehr empfindet, eine angespannte Beziehung zu der Mutter ... Einiges war somit vorhersehbar, auch wenn ich die genaueren Zusammenhänge und die Auflösung selbst nicht erraten habe.
Anfangs wird der Leser sofort in die Geschichte hinein geworfen, nach einem ebenso unverständlichen wie spannungsaufbauenden Prolog geht es sofort mit dem Wettbewerb los. Da dieses Buch aber mit etwa 350 Seiten nicht sonderlich dick ist und der zweite Band aus der Sicht eines anderen Charakters ist, kann sich die Handlung kaum wirklich entfalten und entwickeln, ohne dass sie ihre Nachvollziehbarkeit direkt einbüßt. Inwieweit damit jetzt Potenzial verschenkt oder aber eben der Anspruch einer oberflächlichen Unterhaltungslektüre entsprochen wird, bleibt wohl jedem selbst überlassen.

Unterhaltsam ist die Story allemal. Zwar sind die Charaktere lange nicht so lebendig und vielschichtig und der Schreibstil noch nicht so atmosphärisch wie in Maggie Stiefvaters späteren Büchern, nichtdestotrotz ist die Geschichte aber sehr humorvoll geschrieben. Das liegt vor allem an Deirdre, die das Geschehen dauernd sarkastisch in Gedanken kommentiert. Aber auch ihr bester Freund James brachte mich mit seiner witzigen Art und seinen lockeren Sprüchen zum Grinsen.
Zwar hatte ich keinerlei Problem damit, das Buch beiseite zu legen, dennoch ließ es sich flüssig durchlesen.

Die geringe Seitenzahl bietet kaum Raum für Entwicklungen, das Ende ist weitgehend abgeschlossen, weshalb das Lesen des zweiten Teiles nicht zwingend erforderlich ist. Dennoch kann ich rückblickend sagen, dass sich das lohnt, weil das Potenzial da genutzt und weiter ausgearbeitet wird. :)
Deirdre hat zumindest eine funktionierende Auffassungsgabe, und auch wenn sie sich schnell den entflammenden Gefühlen hingibt, erkennt sie zumindest rational die Hinweise. Auf die obligatorischen Minderwertigkeitskomplexe wird verzichtet und auch wenn sie unter starkem Lampenfieber mit einhergehendem Brechzwang leidet, findet sie im Verlauf der Geschichte doch zu Stärke. Alles in allem war sie mir sympathisch.
Auch bei Luke deutet sich eine Tiefgründigkeit zumindest an, er ist ein faszinierender Charakter, obwohl die Liebesgeschichte vielleicht eine Spur zu schnell ablief.

Was mir vermutlich am meisten gefallen hat, ist die Einbindung irischer Legenden rund um Feen - Freunde dieser Mythen kommen durchaus auf ihre Kosten. Schade eigentlich, dass die Thematik aufgrund der Kürze des Buches nur kurz angeschnitten werden kann. So bietet das Buch aber auf jeden Fall eine kurzweilige Unterhaltung.

Fazit: Kurzweilige, weitgehend vorhersehbare und sehr humorvolle Unterhaltungslektüre, die nicht an spätere Werke der Autorin heranzureichen vermag



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