Mittwoch, 12. Oktober 2016

[Rezension] Level 6 - Unsterbliche Liebe



Autor: Michelle Rowen
Übersetzer: Christiane Meyer
kanad. Originaltitel: Countdown (2013)
Verlag: Darkiss
Seiten: ~350
Erscheinungsdatum: März 2014
ISBN: 978-3-86278-878-1
Taschenbuch mit Klappenbroschur; 12,99€







Inhalt:

Die sechzehnjährige Kira erwacht in vollkommener Dunkelheit, ohne zu wissen, wie sie in dieser Situation gelandet ist. Doch sie ist nicht allein: Mit ihr im Raum ist der siebzehnjährige Rogan, ein verurteilter Mörder. Sie erfährt, dass sie in einer Reality Show gelandet und untrennbar mit ihm verbunden ist. Von nun an müssen die beiden sechs Level bewältigen - versagen sie, droht ihnen der Tod. Und der Countdown läuft ...
Kira merkt schnell, dass sie nichts ist als ein Spielball in einem kranken Unterhaltungsprogramm. Wem kann sie noch trauen?


Äußere Erscheinung:

Ich muss sagen, ich mag das Cover wirklich gar nicht. Die Schrift hätte ja noch was, aber einfach ein Mädchen und einen Typen da drauf zu klatschen, nur weil in der Handlung zufällig ein Mädchen und ein Typ auftauchen - was wäre das denn für ein Einheitsbrei, wenn alle das täten? (Oh, tun sie ja. *hustMädchenaufCovernhust*) Und dann noch dieser krasse Kajal, ganz abgesehen davon, dass das nicht wirklich mit meiner Vorstellung übereinstimmt.

Ich finde den Originaltitel weitaus passender, weil der Countdown eine weit größere Rolle spielt, als die Tatsache, dass es sich um sechs Level handlt.
Den Untertitel versuche ich verzweifelt zu ignorieren, weil ich jedes Mal einen halben Würgereiz bekomme, wenn ich ihn lese. Unsterbliche Liebe - geht’s noch ein bisschen dramatischer? Ganz abgesehen davon, dass es hier überhaupt keine schicksalsgetragene, nie endende, unsterbliche Liebe gibt.

Meine Erwartung:

Für meinen Geschmack gibt es mittlerweile ziemlich viele Bücher über Reality Shows, weshalb ich nie ernsthaft Interesse daran gezeigt habe. Allerdings fand ich die Idee von diesem Buch, auch in Anbetracht der Tatsache, dass er für Mord verurteilt wurde, ganz interessant, zudem hat das Buch ja immer ganz gute Kritiken bekommen. Somit habe ich es dann gekauft, als ich es als Mängelexemplar entdeckte, war aber etwas skeptischer, weil ich immer Angst hab, das könnte zu nah an „Panem“ dran sein.

Meine Meinung:

„Panem“ ist es definitiv nicht, sondern durchaus anders aufgezogen, sodass der Vergleich bei mir gar nicht erst entstand.
Tatsächlich wurde ich positiv überrascht. Die ebenso faszinierende wie verstörende Idee verbirgt noch mehr als nur den Wettlauf gegen die Zeit in einer Reality Show und auch diese selbst ist spannend, dadurch, dass den beiden immer nur wenig Zeit bleibt, um die Aufgaben zu lösen. Dabei stehen die Aufgaben selbst fast im Hintergrund, viel wichtiger ist die Frage, wem Kira trauen kann und was hinter der Show steckt. Und wie sie da wieder rauskommt. Oder ob überhaupt. Dadurch sind die Level auch nicht hochgradig komplex, die Spannung wird eher durch den Countdown gehalten.

Kira erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive und hat einen angenehm sarkastischen, teilweise auch zynischen Erzählstil. Insgesamt war das Buch sehr fesselnd, sodass ich mich nur mit Mühe von den Seiten lösen konnte.
Kira war mir sympathisch. Sie lebt zwar seit zwei Jahren auf der Straße, ist aber keine eiskalte Bad Ass, sondern stark mit Schwächen. Sie hat Ängste, die sie zugibt, denkt aber auch meist nach und versucht, das Spiel zu durchschauen. Gerade mit ihrer Ironie sammelte sie bei mir Pluspunkte.
Rogan ist ein faszinierender und vor allem tiefgründiger Charakter. Die Interaktion zwischen den beiden ist anfangs fast unterhaltsam, denn wie geht man mit einem Jungen um, der für Mord verurteilt ist, aber in absehbarer Zeit nicht so schnell loswird? Dennoch behauptet Rogan auch, dass nicht alles an den Geschichten über ihn stimme und Kira ahnt, dass mehr dahinter steckt.
Auch die anderen Charaktere sind oft tiefgründig, sodass gerade die Schwarz-Weiß-Einteilung gegen Ende verwischt.

Die Entwicklung der Liebesgeschichte fand ich nicht hundertprozentig nachvollziehbar, aber letztendlich konnte sie dann doch mein Herz erwärmen.
Was ich ein bisschen lustig fand, war, dass Kira zwischenzeitlich argumentiert, mit sechzehn sei man für seine Handlungen noch nicht voll verantwortlich, weil man noch ein Kind sei, während sie selbst sechzehn ist und seit zwei Jahren auf der Straße lebt. Dabei sollte ihr eigentlich klar geworden sein, wie schnell man kindliche Unschuld verlieren kann und dass man auch im jungen Alter eine Reife erlangen kann, die Verantwortung für die Taten nach sich zieht.

Was mich am meisten überrascht hat, war die Tatsache, dass es sich um eine Dystopie handelt. Das bot technisch mehr Möglichkeiten (wobei, ganz so weit entfernt sind wir von Implantaten auch nicht mehr), allerdings bleiben hier die Umstände dann doch etwas auf der Strecke. Es wird zwar von einer Plage gesprochen, die 60 Prozent der Menschen ausgelöscht haben soll, viel mehr erfährt der Leser aber auch nicht mehr dazu, da der Fokus auf der Show und ihren Hintergründen liegt. Somit wird leider auch nicht näher beschrieben, wie die Welt nach dieser Plage aussieht.

Fazit: Sehr fesselnd mit tiefgründigen Charakteren und sarkastischem Erzählstil, auf die dystopische Welt wird nicht näher eingegangen, der Fokus liegt auf den Hintergründen der Reality Show


6 Kommentare

  1. Also dieses Cover ist wirklich zum Totlachen :'D Ist denen denn nichts Besseres eingefallen? Außerdem sehen die Menschen nicht so jugendlich aus ^^ Aber jut.

    Das überrascht mich, dass dir das Buch so gut gefallen hat. Ich habe es schon seit einer Weile im Auge, aber so richtig überzeugt es mich bisher nicht :D Vielleicht weil ich gerade keine Dystopien mag. Hm.

    Alles Liebe ♥♥♥

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    1. Der Typ sieht mindestens aus wie Ende 30, dabei müsste der 17,18 sein. xD Wer auch immer das Cover designt hat ... aua.

      Mich auch irgendwie. :D Aber es ließ sich ganz gut lesen und meine Erwartungen waren ziiiemlich niedrig, das dürfte die gute Bewertung trotz der kleinen Kritikpunkte erklären. Weil es eben nicht so wirklich Dystopie war, das kam ein bisschen rüber wie so ein Fun Fact am Rande: "Hey, das hier spielt übrigens in der Zukunft, und die Gesellschaft ist anders und es gibt neue Technik, aber mehr wird nicht verraten." Der Fokus lag einfach total auf der Reality Show, dessen Konzept war aber schlicht weit besser als ich erwartet hatte.

      Alles Liebe ♥♥♥

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  2. Hi Ho =)

    Mir hat das Buch damals genauso gut gefallen wie dir. Mich hat das Buch auch positiv überrascht. Kann man empfehlen =).

    LG
    Anja

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    1. Hallo liebe Anja,

      puh, ich hatte irgendwie das Gefühl, seit dem Lesen eher negative Rezensionen zu finden. :D

      Liebe Grüße :)

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  3. Hallo, liebe Dana,

    das Cover hatte mich auch immer abgeschreckt, aber das Buch unter dem Deckel fand ich echt klasse! Wirklich schade, dass diess tolle Buch nicht besser angekommen ist.

    Liebe Grüße
    Lena ♥

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    1. Hallo Lena,

      ja, das Cover ist wirklich als ein Eye Catcher, und mich hat es auch eher abgeschreckt, was dem Inhalt nicht gerecht wird. :/

      Liebe Grüße

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