Samstag, 15. Oktober 2016

[Rezension] Masken - Unter magischer Herrschaft

„Man kann das Leben spüren. [...] Es jagt durch deinen Körper. Jeden Tag. Aber du gewöhnst dich daran und vergisst, es zu spüren. Dabei ist es so deutlich. [...] Und es ist kurz. Der Tod dauert viel länger ... als das Leben. Es ist vergänglich. Nur ein Augenblick. [...]“ (Seite 90)
„Alles im Leben birgt ein Risiko [...]. Jede Handlung kann gute oder schlechte Folgen haben. Doch wer seine Flügel nicht spreizt und versucht zu fliegen, weil er Angst vor dem Absturz hat, bleibt ewig am Boden hocken. Er wird den Himmel nicht sehen und die Freiheit nicht spüren. [...]“ (Seite 426) 




Autor: Mara Lang
Verlag: Knaur
Seiten: 608
Erscheinungsdatum: 01.03.2012
ISBN: 978-3-426-51009-4
Taschenbuch mit Klappenbroschur; 14,99€








Inhalt:

Endlich ist der Tag gekommen, an dem die siebzehnjährige Ferin ihre Maske erhält, die die hässlichen Male ihres Volkes bedeckt. Jetzt muss sie sich nicht länger verstecken, sondern ist Teil der Gesellschaft. Aber von welcher Wirkung der Maske reden ihre Eltern, wieso sind sie so bestürzt, dass Ferin mehr über die Herkunft ihres Volkes und die Hintergründe der Masken wissen will?
Zu ihrer größten Verzweiflung zerfällt ihre Maske zwei Tage später zu Staub - und Ferin wird verhaftet und soll in ein Arbeitslager gebracht werden. Doch sie wird von Rebellen befreit und lernt die Wahrheit über ihr Volk und die Masken kennen ...


Äußere Erscheinung:

Ich kann jedem empfehlen, der sich nicht bis Seite 450 spoilern lassen will, die Inhaltsangabe auf der Innenseite der Klappenbroschur nicht zu lesen, ebenso wenig wie den offiziellen Klappentext auf der Verlagsseite.
Das Cover ... an sich erkenne ich den Versuch, die Gesichter von Ferins Volk ohne die Masken nachzuahmen, ja an, aber eins der wesentlichen Merkmale, der Riss auf der Nase, fehlt eben leider.
Der erste Titelteil ist perfekt, der Untertitel ist eben ein typischer Untertitel, irgendwie passend, ohne treffend zu sein, ganz nett und einfach da. :D

Meine Erwartung:

Ich habe dieses Buch noch vor meiner Bloggerzeit irgendwo entdeckt, jedenfalls stand es auf einer uralten Wunschliste. Als ich diese ausgemistet habe, klang dieses Buch aber interessant genug, um es drauf stehen zu lassen, weil mich die Idee fasziniert hat.

Meine Meinung:

Obwohl die Gesellschaft fast dystopisch anmutet, handelt es sich um einen High Fantasy-Roman. Auch wenn die Völker der Merdhuger und der Pheytaner im Mittelpunkt stehen, wird die Existenz anderer Völker kurz angerissen. Somit ist die Welt insgesamt zwar auf wenige Schauplätze beschränkt, ihre Geschichte wird aber angeschnitten, sodass sie lebendig wirkt.
Die Idee mit den Masken finde ich, wie gesagt, ziemlich faszinierend, will hier aber nichts vorweg nehmen, damit ihr selbst hinter ihr Geheimnis kommen könnt. ^^

Ganz angenehm ist auch, dass es sich mal um einen Einzelband handelt. Dadurch kann die Welt gar nicht so komplex werden, dennoch verläuft die Handlung nicht zu hastig, alles entwickelt sich und dem Leser wird genügend Zeit gegeben, sich zurechtzufinden.
Nichtsdestotrotz ist der Schreibstil fesselnd und die Handlung oft sehr spannend, anfangs vor allem dadurch, dass man als Leser wissen will, was es mit den Masken auf sich hat, aber auch durch Ferins Verhaftung. Auch wenn das Buch nicht direkt überraschend war, war es auch nicht wirklich vorhersehbar.

Die größte Entwicklung durchläuft Ferin. Anfangs ist sie ein ängstliches, unsicheres und unwissendes Mädchen ohne Selbstvertrauen, deren Traum von Schönheit und Zugehörigkeit mit der Maske zu Staub zerfällt, doch sie findet im Verlauf der Handlung Stärke, entdeckt neue Seiten an sich und entwickelt sich stark weiter. Und obwohl mich ihr Verhalten anfangs manchmal schon zu Seufzern veranlasst hat, war es nicht direkt nervig, sondern bot nur die Grundlage für diese beeindruckende Entwicklung.
Aber auch die anderen Charaktere entpuppen sich als vielschichtig. Sie haben alle Gründe für ihr Verhalten, das somit nachvollziehbar wird, und viele sind mehr als sympathisch.

Hauptsächlich erzählt Ferin aus der dritten Person Singular, aber zwischendurch erhalten auch der Statthalter und ein Hauptmann kurze Passagen, die Spannung wecken, obwohl ich persönlich auch auf sie hätte verzichten können. Andererseits bieten sie auch Einblicke in die Persönlichkeit dieser Charaktere und verleiht ihnen so Tiefe.
Auch die Gegenspieler haben Gründe für ihr Verhalten, sodass die Welt nicht direkt Schwarz-Weiß wirkt.

Fazit: Faszinierende Idee, vielschichtige Charaktere, die Gründe für ihr Verhalten haben und eine Protagonistin, die eine riesige Entwicklung durchmacht


4 Kommentare

  1. Hallo Liebes :)
    Sehr schöne Rezension. Dieses Buch wollte ich schon lange lesen, da mir die Leseprobe ziemlich zugesagt hatte, aber irgendwie habe ich es wohl vergessen ^^ Jetzt erinnere ich mich wieder :D

    Alles Liebe ♥♥♥
    Carly

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    1. Hallo Liebes,

      danke. ^^
      Oh, das kommt mir bekannt vor. :D Ich kann es dir aber empfehlen, trotz kleinerer Schwächen ist es ein gutes und durchaus tiefgründiges Buch. ^^

      Dir auch alles Liebe ♥♥♥

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  2. Hey Dana :)

    das klingt gar nicht schlecht, das sollte ich mir vielleicht mal vorsorglich auf die WuLi packen ^^. Zuerst dachte ich, es klingt ein wenig nach Elias & Laia, so von wegen Maske und so, hihi. Wenn mir der Schreibstil der Autorin von ihrem neuen Buch zusagt, hat dieses hier auf jeden Fall gute Chancen. Sehr schöne Rezi ♥

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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    1. Hallo liebe Insi,

      nein, das hier sind weniger Masken im klassischen Sinne, als vielmehr neue Gesichter, sodass Ferins Volk "normal" aussieht, da eben die Male so verschwinden.
      Ich kann's auf jeden Fall empfehlen. :)
      Danke. ^^

      Liebste Grüße ♥

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