Dienstag, 22. November 2016

[Rezension] Demon Road - Hölle und Highway

„Oh, Amber ... Wir sind alle Monster. Im übertragenen Sinn, meine ich. Die ganze menschliche Rasse. Wir hassen, wir töten, wir tun uns untereinander und dem Planeten schreckliche Dinge an. Aber in unserem Fall sind wir auch echte Monster. Mit Hörnern.“ (Seite 45)




Autor: Derek Landy
Übersetzer: Ursula Höfker
ir. Originaltitel: Demon Road (2015)
Verlag: Loewe
Seiten: 480
Erscheinungsdatum: 19.09.2016
ISBN: 978-3-7855-8508-5
Gebunden mit Schutzumschlag; 19,95€






Demon Road-Trilogie:
  • Hölle und Highway
  • erscheint voraussichtlich im September 2017 auf Deutsch (ir.: Desolation)
  • ir.: American Monsters


Klappentext:

Wenn ihr glaubt, eure Eltern wären schwierig, dann solltet ihr euch mal mit Amber unterhalten!


Amber Lamont ist gerade 16 Jahre alt, als sie feststellen muss, dass ihre eigenen Eltern sie gerne zum Abendessen verspeisen möchten. Nur so könnten sie ihre Kräfte wieder aufladen. Alles klar: Ambers Eltern sind waschechte Dämonen.
Seitdem ist Amber auf der Flucht. Quer durch die USA ist sie auf der Demon Road unterwegs, einem magischen Straßennetz, das unheimliche Orte und schauerlichste Wesen miteinander verbindet. Sie trifft auf Vampire, Hexen und untote Serienkiller und erfährt nach und nach, was für teuflische Fähigkeiten in ihr stecken ...




Äußere Erscheinung:

Das Cover ist durchaus passend, die Farbwahl im dämonischen Schwarz-Rot ebenfalls. Beim Titel wurde der treffende Originaltitel beibehalten, über den Untertitel kann man sich wie gewohnt streiten. Für sonderlich sinnvoll halte ich ihn nicht

Meine Erwartung:

Ich habe die „Skulduggery Pleasant“-Reihe des Autors nicht gelesen, wenn auch natürlich die Begeisterungsstürme dazu mitbekommen. Die neue Trilogie klang von der Idee faszinierend, weshalb mir das Buch schon in der Vorschau ins Auge gesprungen ist. Bei der Leserunde auf Wasliestdu hatte ich dann Glück und habe ein Exemplar gewonnen.

Meine Meinung:

Das Buch zeichnet sich besonders durch die Skurrilität aus, die sich durch die gesamte Story zieht. Ich kann nicht beurteilen, inwieweit der teils abstrus anmutende Humor typisch für den Autor ist, da es mein erstes Buch von ihm war, in jedem Fall sorgt er für einen gewissen Unterhaltungswert.
Auf der anderen Seite kann er aber auch schnell überzogen wirken, da sich die Geschichte selbst nicht so ganz ernst zu nehmen scheint. Die Dialoge sind oft durchzogen von trockenem Sarkasmus, die Protagonisten haben alle so ihre Eigenarten und auch die Handlung selbst ist manchmal schlichtweg skurril.

Dabei wirkt es zwischenzeitlich, als würden verschiedene Elemente typischer Horrorgeschichten zu einem Road Trip zusammengebastelt. Für den Herbst ist diese gruselige Atmosphäre perfekt, viele der Ideen fand ich persönlich faszinierend, was vielleicht generell an meinem Faible für entsprechende Geschichten liegen mag.
Allerdings ist das Buch nichts für schwache Nerven, da es auch durchaus auch mal härter zur Sache geht - und auch durchaus etwas blutiger. Das geht schon damit los, dass Ambers Eltern ihre Tochter essen wollen, und zwar nicht mit Messer und Gabel. ^^

Die Charaktere selbst haben meist eine Hintergrundgeschichte, mit Ausnahme unserer Protagonistin. Die Handlung startet nahezu unmittelbar damit, dass Amber die wahre Natur ihrer Eltern herausfindet und flieht, über ihr Leben davor erfährt man kaum etwas, außer, dass sie von einer ehemaligen Freundin gemobbt wird - was an sich eindeutig Potenzial enthält, das jedoch weder genutzt noch erklärt wird. Auch sonst erfährt man nur wenig über Amber, sodass sie eher blass bleibt, obwohl durchaus die Möglichkeit von Vielschichtigkeit gegeben ist.
Als Tochter zweier Dämonen verfügt nämlich auch sie über eine Dämonengestalt, die sie stärker und schöner macht, und von der sie deutlich fasziniert ist. Damit einher gehen auch gewisse ... dunkle Verlockungen, wie der Sinn nach Gewalttätigkeit, der mich zwischenzeitlich ein wenig irritiert hat. Hier fehlte mir so ein bisschen der Konflikt zwischen der „guten“ und der „bösen“ Seite Ambers, denn Schuldgefühle sind irgendwie nicht so ihr Ding. Umgekehrt grenzt sie sich dadurch natürlich auch wieder von typischen Young Adult-Protagonistinnen ab.
Zwischendurch fand ich ihre Handlungen gelinde gesagt ziemlich dumm, hier war ziemlich deutlich, dass damit erreicht werden sollte, dass sie in einer verzwickten Situation landet. Dabei stellt sich Amber im Allgemeinen nicht direkt dämlich an.

Der faszinierendste Charakter war für mich Milo, Ambers schweigsamer Chauffeur, der deutlich vielschichtiger wirkt als die Protagonistin selbst.
Was die meisten Charakteren, die dem Leser auf der Reise begegnen, gemeinsam haben, ist, dass sie irgendwie mit etwas dunklem zusammenhängen - nicht umsonst reisen Milo und Amber auf der Demon Road, auf der sie dann auch den oben erwähnten Horrorgeschichten anmutenden Elementen begegnen.
Wirklich zu fesseln vermochte mich das Buch allerdings erst im letzten Drittel, wobei durch die ständige Bedrohung durch Ambers Eltern sowie einem Zeitultimatum durchaus Spannung erzeugt wird. Das Ende selbst legt dem Leser das Lesen der Fortsetzung nahe. ^^


Fazit: Skurril und teilweise ein wenig brutal mit trockenem, abstrusen Humor, typischen Horrorgeschichts-Elementen, einer gruseligen Atmosphäre und einer eher blassen Protagonistin





Vielen Dank an den Verlag und Wasliestdu!


Quelle Cover & Klappentext: Loewe
Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten zaubern ein Lächeln ins Gesicht! ♥
Ich freue mich über jeden Kommentar, gebt einfach eure Meinung/ Kritik/ etc. zu dem Post ab. Ich antworte in der Regel auch. :)