Samstag, 24. Dezember 2016

Einfach auch mal das Positive sehen

Ungerechtigkeit, Benachteiligung, Armut, ... Es gibt so viel in der Welt, über das wir diskutieren. Wir erörtern die Probleme, Probleme wie Unterdrückung, sei es aufgrund unterschiedlicher ethnischer, religiöser, sexueller, politischer, äußerlicher Angehörigkeit oder was auch immer dem Menschen noch so als Unterscheidungskriterium einfällt; wir erörtern, wir suchen Lösungen. Wir regen uns über das Unrecht der Welt auf, darüber, was verändert werden muss. Aber vielleicht sollten wir zwischendurch auch mal sehen, was schon verändert wurde.
Damit meine ich nicht, dass wir die Probleme ignorieren sollen. Dass wir keine Lösungen suchen oder die Welt verändern sollen. Ich gehöre auch zu denen, die sich gerne den Kopf zerbrechen, wie es immer besser werden könnte.

Aber manchmal, manchmal sollten wir auch mal den Dingen einen Blick widmen, die schon getan wurden. Ich kann als Frau studieren, alleine leben, nahezu jeden Job wählen - das wäre vor hundert, ja, vor fünfzig Jahren noch nicht möglich gewesen. 
Das deutsche Gesetz gibt Menschen aller Ethnien, Religionen, etc. nahezu gleiche Rechte - auch das war vor hundert Jahren nicht selbstverständlich. Wir dürfen frei unsere Meinung äußern. Wir dürfen diese Probleme erörtern, öffentlich nach Lösungen suchen. Es steht uns frei, uns so zu informieren, wie wir wollen. Wir leben in einem Erste-Welt-Land, können morgens heiß duschen und abends nochmal, wenn wir wollen, wir haben genug zu essen, wir feiern Weihnachten mit Bergen an Geschenken. Wir haben Bildung und hunderte Möglichkeiten.

Und ja, ich weiß, dass dieses "wir" seine Grenzen hat. Und wo. Und auch hier. Und ja, mir fallen zu all dem schon wieder zig Abers ein, Einschränkungen, Verbesserungsvorschläge, Ungerechtigkeiten. Aber wenn wir die ganze Zeit nur darauf achten, was wir ändern müssen, verlieren wir vielleicht irgendwann den Blick dafür, was schon erreicht wurde. Was Menschen schon verändert haben - und was uns als Vorbild gilt. Wofür wir dankbar sein können.
Und ganz eigentlich sind wir alle am Leben. 

Vielleicht sollten wir zwischendurch einfach mal kurz inne halten und das sehen, was wir haben, und nicht nur das, was fehlt. Um das Ganze zu sehen. Gerade in dieser Zeit. Um den Blick für die Wirklichkeit nicht zu verlieren. 
Denn eigentlich geht es uns gar nicht so schlecht, wie man manchmal glauben mag. Eigentlich ist unsere Gesellschaft im Vergleich nicht so ungerecht. Natürlich gibt es viel, das noch verbessert werden kann. Aber auch viel, dass schon besser wurde. Und bevor wir in Verzweiflung über die Ungerechtigkeit der Welt versinken, sollten wir einfach auch mal das Positive sehen.

In dem Sinne: Frohe Weihnachten euch allen!! ♥

Eure Dana

8 Kommentare

  1. Das hast du sehr schön geschrieben, meine Liebe *-*
    Frohe Weihnachten auch an dich! ♥

    Liebste Grüße ♥♥♥

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  2. Oh ja uns geht es wirklich nicht schlecht, ich denke sogar, wer heute in Deutschland geboren worden ist, hat es eigentlich ziemlich gut getroffen, in kaum einen Land hat man solch guten Rechte und Privilegien wie hier. Aber es liegt eben in der Natur der Menschen, immer zu meckern und zu jammern ... Deinen Post finde ich sehr schön und wir sollten wirklich viel öfter inne halten und uns bewusst werden lassen, was wir alles haben und was wir zwar wollen, aber eigentlich nicht wirklich benötigen.

    In diesem Sinne, schöne Weihnachten mit deinen Liebsten!

    Liebste Grüße,
    Vivka

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    1. Das stimmt, auch im Vergleich zu anderen westlichen Ländern steht Deutschland da ziemlich gut. Und ich glaube, es gibt viel, das wir eigentlich gar nicht benötigen, aber für selbstverständlich erachten.

      Danke, das wünsche ich dir auch! :)

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  3. Meine liebe Dana,

    was für ein schöner und vor allem ehrlicher Beitrag von dir :) Danke dafür.

    Ich glaube weil wir in einer solchen Meckergesellschaft leben, ist es echt schwierig auch mal inne zu halten und zu schauen, was gerade positiv ist. Ich meine, nie kann man uns was recht machen. Ein gutes Beispiel ist das allbekannte deutsche Wetter: Regnet es - meckern wir. Scheint die Sonne - blendet sie wie blöd. Ist es windig - ist das auch nicht das Wahre. Dann wünscht man sich Schnee und kaum ist er da - Ich hasse Winter! Bäh der Matsch ect... Eigentlich schlimm.

    Ich selber zähle mich genau wie du auch manchmal zu den Meckerköpfen dazu. Wie oft ich mich über sinnlose Dinge beschwere, statt das Positive in den Dingen zu sehen, weiß ich nicht mehr. Mittlerweile versuche ich das permanente Meckern und das negative Denken abzulegen und ich muss sagen, mir geht es dadurch viel besser.

    Viele sollten das einfach mal ablegen und genau, wie du es so schön geschrieben hast, einfach mal das Positive sehen.

    Wir in Deutschland brauchen eigentlich nicht meckern. Wir haben das Recht auf Bildung, auch als Frau, was noch im letzten Jahrhundert völlig unmöglich war. Uns ist freigestellt, was wir nach der Schule machen. Wir haben so viele Möglichkeien und das kann nicht jedes Land von sich behaupten. Wir können alles kaufen, was uns beliebt, weil Deutschland ein finanziell stabiles Land ist. Man kommt aber auch mit wenig aus.

    Vielleicht ist es auch das, wir schätzen das vielleicht nicht so was wir haben. Vielleicht entsteht dadurch eine solche Meckergesellschaft. Wer weiß!

    Ich danke dir vielmals für den schönen Beitrag, der sehr zum Nachdenken anregt <3

    Alles Liebe,
    deine Cata

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    1. Vielen Dank für deine lieben Worte, liebe Cata! ♥

      Oh ja, das Wetter kann es einigen wirklich nie recht machen. xD Erst meckern, dass man keinen Sommer hat und dann bin ich - die sich dann wirklich auch über Hitze freut - irritiert, weil wieder alle nur am Meckern sind. :D

      Ich glaube, wir merken manchmal auch gar nicht mehr, was für Privilegien wir haben, wie viel wir können und wir leicht. Einfach in den nächsten Laden gehen und etwas kaufen, einfach einen Post veröffentlichen und die Meinung in die Welt setzen ... das ist selbstverständlich geworden, auch wenn es das nicht immer war. Und an vielen Orten auch lange noch nicht ist.
      Manchmal frage ich mich, wieso es uns so schwerfällt, das einfach mal zu schätzen, anstatt immer mehr zu wollen. Ja, Weiterentwicklung gehört durchaus angestrebt. Aber auch das anzuerkennen, was man hat.

      Alles Liebe! ♥

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  4. Ein sehr schön geschriebener Beitrag mit sehr wichtigen Gedanken.
    Ich habe selbst auch in letzter Zeit gemerkt, dass mich mein ständiger Drang, mich über diverse Misstände und Menschen aufzuregen, innerlich teilweise verbittert und kaputtmacht. Dass ich auch mal ein paar ruhige Momente brauche, in denen ich mich darauf besinne, was ich eigentlich alles habe, was mich glücklich macht.
    Denn wenn man eins aus Krieg, Terror und Hetze lernt, dann, dass Hass zu nichts Gutem führt. Nur zu Leid und mehr Hass. Und aus konstantem Aufregen wird leicht Reinsteigern und dadurch vielleicht auch irgendwann Hass.

    Du hast sehr schöne Wort gefunden :).

    Liebe Grüße,
    Charlie

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    1. Dankeschön. :)
      Ja, genau das habe ich bei mir nämlich auch gemerkt: Ich habe mich von dem ganzen Elend und den ganzen Misständen in der Welt runterziehen lassen, statt das Ganze zu sehen, das eben nicht nur schlechte, sondern auch positive Aspekte enthält.
      Vielleicht ist das auch die Wurzeln allen Übels: Dass die Menschen zu fokussiert auf die Probleme (wenn auch anderer Art als die, die ich meinte) sind, und dann einen Schuldigen suchen. Ich weiß es nicht. Aber mir ist klar geworden, dass es so viel gibt, wofür ich eigentlich dankbar sein sollte, statt es zu ignorieren, weil es das nicht wert ist.

      Liebe Grüße und noch eine schöne Woche! :)

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