Donnerstag, 15. Dezember 2016

Solitaire

“Just because something doesn’t matter doesn’t mean it’s not worth doing.” (Seite 138)




Autor: Alice Oseman
dt. Solitaire
Verlag: Haper Collins
Seiten: 400
Erscheinungsdatum: 31.07.2014
ISBN: 978-0-00755922-0
Taschenbuch
(Gebunden)






It’s so easy to assume you know everything about a person. (Seite 259)

Die sechszehnjährige Tori Spring ist zynisch und denkt oft über Sachen nach, die sie traurig machen. Manchmal hasst sie Menschen. In ihrer Freizeit bloggt sie. Aber eigentlich ist ihr alles egal.
Das sollte sich nicht ändern, als Michael Holden auftaucht und ein merkwürdiges Spiel, das sich Solitaire nennt, und das eigentlich eher eine anonyme Website ist, deren Initiator(en) Streiche in der Schule spielt/-en. Michael, der hinter Toris Fassade zu blicken scheint, will herausfinden, wer dahinter steckt, aber Tori ist das egal. Es sollte ihr egal sein. Aber vielleicht ist es ihr doch nicht. Vielleicht ist sie sogar die Einzige, die es wirklich interessiert.

“Nothing’s going to change until you decide you want it to change.” (Seite 272)


"This is not a love story" steht vorne drauf und das stimmt. Es ist keine Liebesgeschichte, Es geht nicht darum, dass Michael Toris große Liebe ist oder so. Wer eine Liebesgeschichte sucht, ist ziemlich falsch bei diesem Buch.
Im Mittelpunkt steht "Solitaire" und ganz eigentlich steht Tori im Mittelpunkt. Eine Protagonistin, die so ziemlich das Gegenteil von optimistisch und lebensfreudig ist. Und trotzdem hat mich ihr trockener Zynismus gerade in der ersten Hälfte wiederholt zum Lachen gebracht. Und manchmal zum Nachdenken, weil er die Gesellschaft enttarnt.

I actually think that a lot of people are very beautiful, and maybe even more beautiful when they’re not aware of it themselves. In the end, though, being beautiful doesn’t do much for you as a person apart from raise your ego and give you an increased sense of vanity. (Seite 45)


Ich weiß nicht, wie man dieses Buch wirklich beschreiben soll, deswegen ist das hier auch keine Rezension. Es ist emotional, berührend, nachdenklich stimmend. Melancholisch. 
Die Charaktere sind lebendig, tiefgründig und viele muss man einfach ins Herz schließen. Wie Toris 15-jähriger Bruder Charlie, der eine Zwangsstörung hat und einen Anker in seiner Beziehung zu seinem Freund Nick gefunden hat. Charlie und Tori haben eine unglaublich enge und tiefe Bindung zueinander, und kümmern sich auch um einander. Mit ihren Eltern versteht sich Tori dagegen weniger.
Und dann ist da noch Michael, vor dem Charlie und Nick sie warnen, der jedoch hartnäckig immer wieder auftaucht.

“You always have interesting things to say,” he says. “You just don’t say them.” (Seite 112)


Das Buch ist traurig, melancholisch, zynisch, sarkastisch. Tori hat kaum Freunde und selbst die stehen ihr nicht sonderlich nahe. Manchmal scheint sie die Einzige zu sein, die das Leben und die Gesellschaft hinterfragt.
Ihre Gedanken und Gefühle breiten sich vor dem Leser aus, machen sie dadurch genauso zu einem tiefgründigen Charakter. In einer Geschichte, in der es darum geht, wie man sich selbst verliert und findet. Um ein Mädchen, das allein ist und manchmal die Welt und die Menschen hasst. Manchmal auch sich. Eine Geschichte, die unsere Gesellschaft kritisiert, die traurig ist und manchmal auch so ironisch, dass ich lachen musste. Tiefsinnig, melancholisch. Die zum Nachdenken anregt. Und die denen eine Stimme gibt, die sonst keine haben.

Everyone is okay with hurting people. Or maybe they cannot see that they’re hurting people. But I can.
The problem is that people don’t act.
The problem is that I don’t act. (Seite 266/267)



2 Kommentare

  1. Hey,
    schöne Rezi :)
    Ich habe "Solitaire" letztes Jahr auf Deutsch gelesen und war auch echt begeistert :) Und ich hoffe, dass das nächste Buch der Autorin bald auf Deutsch rauskommt, das klingt nämlich auch sehr vielversprechend: "Radio silence"
    Lg Callie

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    Antworten
    1. Hallo liebe Callie,

      danke. :)
      Deine Rezi hat mich auch dazu bewogen, das Buch zu lesen, wofür ich dir wirklich danken muss. ;)
      Stimmt, das klingt auch ziemlich interessant und ich werds auf jeden Fall mal im Auge behalten. ^^

      Liebe Grüße ♥

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