Freitag, 13. Januar 2017

[Rezension] Steelheart

Ich weiß besser als jeder andere, dass keine Helden kommen und uns retten werden. Es gibt keine guten Epics. Keiner von ihnen beschützt uns. Macht korrumpiert die Menschen, und absolute Macht korrumpiert absolut. (Seite 23)


Autor: Brandon Sanderson
Übersetzer: Jürgen Langowski
amerik. Originaltitel: Steelheart (2013)
Verlag: Heyne fliegt
Seiten: 448
Erscheinungsdatum: 09.06.2014
ISBN: 978-3-453-26899-9
Gebunden mit Schutzumschlag; 17,99€
(Taschenbuch; 9,99€)


Die Rächer-Trilogie:
  • Steelheart
  • Firefight
  • amerik. Calamity


Auszug Klappentext:

Als David sechs ist, zerstört eine gewaltige Explosion die Welt, die er kannte. Einige der Überlebenden erlangen Superkräfte, die sie dazu nutzen, sich die übrigen untertan zu machen. Als David acht ist, muss er miterleben, wie einer dieser Superhelden, ein gewisser Steelheart, seinen Vater ermordet. Von da an kennt David nur ein Ziel: herauszufinden, warum sein Vater sterben musste. Und ihn zu rächen. Er schließt sich einer Untergrundbewegung an, die die Herrschaft der scheinbar unbesiegbaren Superhelden bekämpft. David ahnt, dass sogar der mächtige Steelheart eine Schwachstelle hat. Er muss sie nur entdecken. 


Äußere Erscheinung:

Das Cover ... na ja, nicht überragend, aber da die Stadt aus Stahl ist, schon irgendwie passend.
Der Titel ist das absolut, da Steelheart ja im Vordergrund steht.

Meine Erwartung:

Ich habe viele begeisterte Meinungen dazu gelesen und mich hat die Idee angesprochen.

Meine Meinung:

Die Idee ist ziemlich cool. Superhelden kennt jeder, aber hier wurde das Ganze mal umgedreht, denn sie sind nicht gekommen, um die Welt zu retten und für das Gute zu kämpfen, sondern um die Macht an sich zu reißen, was ich ziemlich interessant fand.
Es gibt viele verschiedene Superhelden, Epics genannt, einige sind schwächer, andere stärker. Während die stärkeren ganze Gebiete beherrschen, sich aber im ständigen Machtkampf mit anderen starken Epics befinden, unterwerfen sich diesen die schwächeren. Insgesamt gibt es somit eine Vielzahl unterschiedlichster Begabungen - und jeder Epic hat eine Schwäche, die er zu verbergen sucht.

Diese tolle Idee ist zudem noch recht ungewöhnlich, auch wenn man anfangs das Gefühl hat, dass der Aufbau der Geschichte bekannt ist. Rebellen, die gegen einen übermächtigen Herrscher kämpfen und ein unerfahrener Protagonist mit dem Wunsch nach Rache, das ist nicht komplett neu. Doch die Handlung weist einige überraschende Wendungen auf, auch wenn ich die ein oder andere Enthüllung bereits erahnt habe.
Zudem ist das Buch sehr fesselnd, was vor allem daran liegt, dass die Kapitel meist mit Cliffhangern enden und man somit quasi dazu gezwungen wird, weiterzulesen. Zwar ist es lange nicht wirklich atemraubend und total mitreißend, was auch an dem nüchternen Erzählstil des Protagonisten liegt, aber gerade gegen Ende steigert sich das Ganze nochmal.

David ist auch ein eher ungewöhnlicher Protagonist. Er brennt nach Rache, will Steelheart unbedingt zu Fall bringen und sich deswegen den Rebellen anschließen, zudem ist er sehr intelligent und denkt oft analytisch, was ihn zu einem starken Charakter werden lässt. Zwar streitet er ab, ein Nerd zu sein, allerdings hat er Informationen zu allen Epics und ihren Schwächen gesammelt, was eher auf das Gegenteil schließen lässt, wodurch entsprechende Diskussionen sehr unterhaltsam werden. Zudem verfügt er so über wertvolles Wissen, mit dem er zu glänzen weiß.
Auf der anderen Seite wirkte er oft jünger als er tatsächlich sein soll - also achtzehn Jahre alt. Manchmal kommt er ziemlich naiv rüber, außerdem verliebt er sich auf den ersten Blick in eine der Rebellen - Megan - und himmelt sie dauernd an, etwas, das ich nicht so ganz nachvollziehen konnte, da sie lange sehr verschlossen bleibt.
Allgemein wirkt David auf zwischenmenschlicher Ebene sehr unbeholfen, was ihn niedlich erscheinen lässt. Im Allgemeinen entwickelt er sich aber weiter und zeigt Potenzial dazu, zu einem starken Helden zu werden.

Zwei weitere typische Merkmale für David und seine Gedankengänge sind Metaphern und Feuerwaffen. Zum Einen zeigt er sich auch in der Benutzung von Metaphern als sehr unbeholfen, sodass er teils sehr verdrehte Bilder entwickelt. Dieser Humor kam jetzt bei mir persönlich nicht hundertprozentig an, war aber ganz unterhaltsam.
Außerdem taucht regelmäßig seine Kritik an Pistolen wieder auf, da er Gewehre eindeutig vorzieht. Auch hier entsteht der Unterhaltungswert vor allem durch die Wiederholung und seine Versessenheit.

Auch die anderen Charaktere deuten oft Vielschichtigkeit an und einige von ihnen habe ich auch schnell lieb gewonnen.
Das Ende ist einigermaßen abgeschlossen, lässt aber ein paar Fragen offen und gerade durch die Steigerung zum Ende hin bin ich gespannt auf die Fortsetzung.


Fazit: Ungewöhnliche, faszinierende Idee, mit viel Action und Spannung, leider auch einer nicht ganz nachvollziehbaren Liebesgeschichte am Rande umgesetzt, nüchtern erzählt durch einen intelligenten, teils aber auch noch naiven Protagonisten, der viel Potenzial dazu hat, sich zu einem starken Helden zu entwickeln




Quelle Cover & Klappentext: Heyne fliegt
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