Mittwoch, 7. Juni 2017

[Rezension] Für dich soll's tausend Tode regnen


Autor: Anna Pfeffer
Verlag: cbj
Seiten: 320
Erscheinungsdatum: 12.09.2016
ISBN: 978-3-570-17155-4
Taschenbuch mit Klappenbroschur; 14,99€


Klappentext:

Wer Emi auf die Nerven geht, dem verpasst sie in Gedanken eine Todesart. Und seit dem Umzug weiß sie nicht, wer mehr nervt: die Neue ihres Vaters, die sich ernsthaft in der Mutterrolle sieht, ihr Strahlemann von Bruder, der das auch noch gut findet (stirbt bestimmt mal, weil er auf seiner Schleimspur ausrutscht), oder Erik, Alphatier an ihrer neuen Schule, der einen auf cool macht und sie ständig provoziert (stirbt garantiert an einem Hirntumor wegen übermäßigen Handykonsums). Als sie sich in Chemie mit Alpha-Erik anlegt, kracht es wortwörtlich zwischen den beiden. Die Strafe dafür sind acht Samstage Graffiti schrubben. Mit Erik! Kann das Leben noch beschissener sein? Um aus der Nummer rauszukommen, schlägt Emi einen Wettstreit vor. Doch Erik ist nicht kleinzukriegen. Emi wünscht ihm tausend Tode an den Hals, bis sie merkt, dass es gar nicht so nervig ist, Zeit mit Erik zu verbringen …

Äußere Erscheinung:

Das Cover ist schon ziemlich cool mit der außergewöhnlichen Gestaltung und den vielen kleinen Symbolen, die den Kern der Story treffen, indem sie einerseits den Aspekts des immer präsenten, aber humorvoll aufgefassten Todes und des alltäglichen Teenie-Lebens aufgreifen.
Ziemlich cool ist auch der schwarze Rand auf jeder Seite.
Auch der Titel ist ziemlich passend und passt zum Stil des Inhalts.

Meine Erwartung:

Schwarzer Humor und viel Sarkasmus klang genau nach meinem Geschmack, außerdem klang die Idee so skurril, dass ich das Buch lesen wollte. Dazu kamen natürlich noch die überwiegend positiven Rezensionen.

Meine Meinung:

Skurril ist die Idee allemal, dadurch sticht sie aber auch aus der Masse heraus. Es war definitiv unterhaltsam, mitzuverfolgen, wem Em warum welche Tode andichtet. Dazu kommen dann noch ungewöhnliche Tode, die sie sammelt. Makaberes, aber definitiv unterhaltsames und außergewöhnliches Hobby.
Generell ist Em eher pessimistisch und negativ eingestellt. Sie tritt entschlossen und selbstbewusst auf und spart zudem nicht mit sarkastischen Kommentaren, die zu der Erheiterung des Lesers beitragen.
Alles in allem ist das sich flüssig lesen lassende Buch also definitiv witzig und unterhaltsam.

Teilweise wirkte das Buch auf mich wie eine Mischung aus Middle Grade und Young Adult, da ziemlich oft Zickereien und Intrigen der Klassen-Zicke vorkommen. Dazu kommt Ems konsequente Abneigung gegen die neue Freundin ihres Vaters, die dann auch noch eine Klischee-Yoga-machende-immer-gut-gelaunte-Öko-Veganerin ist, bei der ich mir ein bisschen weniger Stereotyp und mehr Tiefe gewünscht hätte. 
Auch sonst legt sich Em oft mit ihrem Bruder, mit dem sie fast kindische Zänkereien austrägt, und ihrem Vater an. Insgesamt merkt man dem Buch also an, dass es für jüngere Leser geschrieben ist, was aber die Lesefreude nicht weiter trübt, sofern man nicht allzu hohe Ansprüche stellt.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und durchaus nachvollziehbar, und ist schon ganz süß. Wer auf Funken sprühende, giftige Schlagabtausche und strikte Feindschaft steht, dürfte hier ganz auf seine Kosten kommen.
Der Verlauf der Handlung ist natürlich relativ vorhersehbar, was allerdings typisch für diese Art der Bücher ist, zumal ja eh der Unterhaltungsfaktor im Vordergrund steht.
Die meisten Charaktere sind allerdings Stereotypen und oft eher oberflächlich gehalten: Die oben beschriebene Öko-Freundin des Vaters, immer betont gut drauf, übertrieben freundlich und entsprechend anstrengend ohne wirkliche charakterliche Kanten. Die überall beliebte, steinreiche, oberflächliche und nur auf ihr Äußeres bedachte, affektierte Klassenzicke. Die einsame, nette Labertasche. Der betont pädagogisch agierende Vater.
Lediglich Erik, der ein klassisches Bad Boy-Image mit einem faszinierenden Hintergrund innehat, verfügt über eine gewisse Tiefe.

Fazit: Unterhaltsame, kurzweilige Lektüre mit einer außergewöhnlichen, skurrilen Idee, stereotypischen Charakteren und viel Sarkasmus




Quelle Cover & Klappentext: cbj
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