Donnerstag, 27. Juli 2017

[Rezension] Red Rising - Tag der Entscheidung


„[...] erkannte ich, dass es bei der Gerechtigkeit nicht darum geht, die Vergangenheit in Ordnung zu bringen, sondern die Zukunft in Ordnung zu bringen. Wir kämpfen nicht für die Toten. Wir kämpfen für die Lebenden. Und für die, die noch gar nicht geboren sind. [...]" (Seite 357)

 
Autor: Pierce Brown
Übersetzer: Bernhard Kempen
amerik. Originaltitel: Morning Star (2016)
Verlag: Heyne
Seiten: 656
Erscheinungsdatum: 12.09.2016
ISBN: 978-3-453-53443-8
Taschenbuch mit Klappenbroschur; 12,99€


Trilogie:
  • Red Rising  [Rezension]
  • Red Rising - Im Haus der Feinde [Rezension]
  • Red Rising - Tag der Entscheidung


! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZU DEN VORGÄNGERN !

Inhalt:

Auf dem Höhepunkt seiner Macht ist Darrows Geheimnis enttarnt worden. Vom Schakal gefoltert und gefangen an einem Ort der Unmenschlichkeit ist Darrow all seiner Stärke beraubt. Doch die Rebellion ist noch nicht gestorben. Und Darrow wird alles daran setzen, sie zu beenden ...

Äußere Erscheinung:

Die Sichel ist ziemlich passend - Schnitter und so. ^^ Von dem deutschen Untertitel bin ich weniger überzeugt, da finde ich den Originaltitel besser.

Meine Erwartung:

Nach dem Cliffhanger?! 

Meine Meinung:

Das Buch geht schon alles andere als nervenschonend los: Darrow wurde über Monate hinweg in einer Gruft eingesperrt, gedemütigt vom Schakal und zunehmend dem Wahnsinn ausgesetzt finde er sich nun jenseits seiner einstigen Stärke zwischen seinen Feinden wieder, die ihn für seine wahre Herkunft verachten - selbst seine ehemaligen Freunde.
Hier wären wir auch bei meinem einzigen, kleinen Kritikpunkt: Ebendiesen Wahnsinn überwindet Darrow doch recht schnell, ich hätte mir gewünscht, dass er vielleicht ein bisschen zurückbehält - denn monatelange Isohaft überwindet man schließlich nicht ganz so einfach, trotz leistunsgfähigerem Körper und Gehirn.

Davon abgesehen kann auch der Abschluss der Trilogie mühelos mit den Vorgängern mithalten. Spannung und Action kommen gerade im Rahmen des Krieges alles andere als zu kurz. Kriegsführung, Strategien, Allianzen und Kalkül spielen ebenso eine Rolle wie kämpferische Stärke und Überlegenheit, und insgesamt fand ich diese Umsetzung schlichtweg gelungen.
Was diese Trilogie absolut ausmacht, ist, wie sehr man mit den Charakteren mitfiebert, und wie sehr man auch mit ihnen leidet. Ich spürte die Demütigung, die Darrow widerfährt, als würde ich sie selbst erleiden, und all das sorgt dafür, dass einen die Bücher nur um so mehr mitnehmen, mitreißen, fesseln. So sehr, dass man sie kaum aus der Hand legen mag.

Darrow macht im Verlauf der Trilogie eine beeindruckende Entwicklung durch, ohne seine ursprünglichen Ideale und Ziele aus den Augen zu verlieren. Er ist ein unglaublich starker Charakter, der zu immer mehr Stärke gefunden hat. Trotz der massiven Rückschläge verliert er aber sich selbst und seine Prinzipien nicht, wird aber dennoch härter. Gleichzeitig hat er auch schwache Momente, Momente des Zweifelns.
Er nimmt die Verantwortung der Schlüsselfigur der Rebellion auf sich, weiß sie zu nutzen. Gerade seine Intelligenz und sein Kalkül zeichnen ihn aus, weit mehr als seine körperliche Stärke. Und seine Loyalität, seine Liebe selbst zu den Freunden, die ihn verraten haben und die er jetzt bekämpft.

Gerade letzteres unterstreicht nochmal diese unglaubliche Tiefe der Charaktere. Denn selbst in denen, die ihn verraten haben, die jetzt seine Feinde sind, sieht Darrow immer noch ihre guten Seiten, ohne sich davon blenden lassen. Und das macht alle Charaktere aus. Der Schakal, das Oberhaupt, Cassius - sie haben alle eine Geschichte, haben Ecke und Kanten, haben Gründe, wieso sie so geworden sind, wie sie sind. Keiner von ihnen ist grundlos böse.
Allein bei Cassius brach es mir insgeheim das Herz, dass aus seiner engen Freundschaft zu Darrow tiefe Feindschaft wurde, gerade weil Darrow trotz allem auch seine guten Seiten in ihm sieht. Das macht die Trilogie tiefgründig, vielschichtig, authentisch: Es gibt kein Schwarz-Weiß. Nur Menschen und Gründe dafür, warum sie so geworden sind, wie sie sind.

Fazit: Ein absolut gelungener, mitreißender Abschluss, der einen mitfiebern lässt mit den vielschichtigen Charaktere, bei denen auch die Gegenspieler gute Seiten und Gründe für ihr Handeln haben




Quelle Cover: Heyne
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