Donnerstag, 31. August 2017

Das Auf und Ab - von guten und von schlechten Momenten

GBPicsOnline
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Es gibt Tage, an denen würde man am liebsten alles hinschmeißen. Wenn Posts, an den man Stunden saß, nicht kommentiert werden. Wenn einem der ganze Zeitaufwand einfach nicht mehr das Ganze wert erscheint, weil man sich nach jedem Buch ein, zwei Stunden hinsetzt und eine Rezension schreibt, täglich mindestens eine halbe Stunde bei anderen Blogs vorbeischaut und Kommentare hinterlässt, und dann wieder irgendwie kaum Rückmeldungen auf dem eigenen Blog erhält.
Vielleicht, weil man nicht so erfolgreich ist, so vernetzt, so talentiert. Vielleicht, weil das Bloggen nur eins von vielen Hobbys ist - und doch eins der Hobbys, die am meisten Zeit verschlingen.
Es gibt Tage, da sieht man sich seinen Blog an, und fragt sich, wofür man das eigentlich macht. Was die Welt ein kleiner Buchblog mehr oder weniger interessiert. Ob die anfängliche Euphorie nicht längst verfolgen, das, weswegen man angefangen hat, nicht längst Vergangenheit ist.

Und dann gibt es Tage, da öffnet man Blogger und findet lauter liebe Kommentare unter seinen Posts. Worte, die einen unwillkürlich lächeln lassen, egal, wie viele es sind. Denkanstöße, einfache Rückmeldungen. Dann gibt es Menschen, die man sonst vielleicht nie kennengelernt hat, aber die man trotzdem irgendwie liebgewonnen hat. Menschen, die die eigene Leidenschaft teilen, mit denen man diskutieren kann, scherzen, sich einfach austauschen, ohne sich je gesehen zu haben. Und Menschen, die man auch im echten Leben kennenlernt oder kennenlernen will.
Es gibt Tage, da liebt man dieses Hobby über alles, liebt die Community, das Schreiben, die anderen Blogger.

Aber ist es nicht mit jedem Hobby so, dieses Auf und Ab? Die Momente, an denen man es am liebsten aufgeben würde, und die, die einen wieder dafür brennen lassen?

Schreiben vergleiche ich immer gerne mit einem Auf und Ab zwischen himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Ich habe bisher keine Tätigkeit gefunden, bei der man ähnlich starken Stimmungsschwankungen unterliegt, von dem Glauben daran, dass das, was man aufs Papier bringt, wirklich Potenzial hat, bis zur absoluten Verzweiflung, weil man gefühlt nicht voran kommt und das alles der allerletzte Mist ist, der je geschrieben wurde. Von Momenten, in denen man am liebsten den ganzen Tag schreiben würde und sich sicher ist, dass man irgendwann veröffentlicht wird, hin zu denen, in denen man einfach aufhören würde, weil man es einfach nicht kann und die Scheiße die ganze Arbeit nicht wert ist.
Und ich glaube, ein bisschen ist das bei jedem Hobby so. Beim Bloggen. Beim Schreiben. Beim Tanzen.

Rückschläge und Momente, in denen man irgendwie nicht weiterkommt, passieren immer und sie haben zudem die nervige Angewohnheit, dass sie gerne im Rudel auftreten. Und dann passiert es schnell, dass all die Dinge, weshalb man dieses Hobby überhaupt ausübt, in den Hintergrund treten und man darüber nachdenkt, es aufzugeben. Manche Hobbys haben irgendwann vielleicht auch ihre Schuldigkeit getan, passen nicht mehr zu einem oder haben ihre Leidenschaft verloren. Für andere aber lohnt es sich zu kämpfen.
Die Zähne zusammenzubeißen und einfach weiterzumachen. Einen neuen Post zu schreiben, selbst wenn keiner ihn kommentiert. Die nächsten Seiten zu überarbeiten, selbst wenn ich das in zwei Wochen wieder umschreiben muss. Weiterzutrainieren, selbst wenn man das Gefühl hat, kein bisschen besser zu werden. Weiterzumachen.

Und wenn man weitermacht, wird man irgendwann feststellen, dass diese Momente vorbeigehen. Dass man die Leidenschaft wieder spürt, voller Motivation ist und sich am liebsten Tag und Nacht diesem Hobby widmen würde. Dass man sich fragt, wie man je hat daran zweifeln können. Wenn man alles daran liebt - die Kommentare, die anderen Blogger. Die eigene Welt, die eigenen Charaktere. Die Eleganz, die fließenden Bewegungen.

Das Ding mit Hobbys ist, sie haben ihre Schattenseiten. Sie machen nicht immer nur Spaß. Aber diese Momente wechseln sich ab, und es ist wichtig, sich in den schlechten auch an die guten zu erinnern. Und einfach weiterzumachen. Denn das zeichnet wahre Leidenschaft aus: Weiterzumachen, auch wenn es gerade nicht so viel Spaß macht, auch wenn man gerade Rückschläge erleidet. Denn letztendlich erreicht man so mehr, weil man sich weiterentwickelt. Und kommt dann irgendwann zu Erfolgserlebnissen, die all die Mühen wieder rechtfertigen.

Eure Dana

10 Kommentare

  1. Liebe Dana,

    ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich immer lieber auf deinen Blog stöbern gehe und mir deine schönen Beiträge durchlese. Seien es deine Rezensionen, oder deine Beiträge zu Aktionen oder eben diese Art von Beiträgen. Diese Vielfalt, die auf deinem Blog zu finden ist, ist einfach sehr schön, denn so ist für jeden etwas dabei. Und ich liebe deine Beiträge.

    Genau wie du sagst, hat wahrscheinlich jedes Hobby zwei Seiten der Medaille. Und beim Bloggen ist das nicht anders. Mir geht es oft auch so und manchmal stand ich wirklich an einem Punkt, wo ich mir die Frage gestellt habe: Warum machst du das überhaupt, wenn anscheinend keiner dein Zeug liest? Hat das alles überhaupt einen Sinn? Sollte ich meine Zeit nicht anders nutzen, als mir Gedanken für Beiträge zu machen, diese zu schreiben, um sie dann wieder zu verwerfen? Die Antwort dazu ist ganz einfach. Ich blogge nicht nur um Feedback zu bekommen, sondern vorrangig deshalb, weil es mir so viel Spaß macht. Weil es mir Spaß macht eben diese Gedanken zu hegen und neue Ideen zu entwickeln. Weil es Spaß macht Rezensionen zu schreiben, und weil es Spaß macht auf anderen Blogs zu stöbern. Und genau diese Sache, hat mich immer wieder ermutigt weiter zu machen. Und ich glaube, genau wie du das so schön auf den Punkt gebracht hast, wenn man nicht weitermacht, wird man auch nie in Erfahrung bringen, was man damit erreichen könnte.

    So, nun bin ich voller Motivation ^^ Ich danke dir vielmals für deinen schönen Beitrag <3

    Liebe Grüße,
    Cata

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    1. Liebe Cata,

      vielen lieben Dank für deine Worte, die mir gerade total den Tag versüßt haben und so ein dämliches Grinsen auf mein Gesicht gezaubert haben - danke! ♥

      Ich finde es irgendwie witzig, dass sowas immer totgeschwiegen wird, weshalb ich mich auch dazu entschlossen habe, diesen Post zu schreiben. Gerade dein Kommentar zeigt mir, dass es eben nicht nur mir so geht, und ich vermute, dass es sogar verbreiteter ist, als es den Anschein hat. Aber vermutlich ist es typisch, dass wir bei den Sachen, die wir lieben, die Schattenseiten verschweigen, um gar nicht erst einen negativen Eindruck zu riskieren.
      Ich finde deine Einstellung super, und mir geht es bis zu einem gewissen Grad genauso. Beispielsweise habe ich einfach Spaß daran, Beiträge und vor allem Rezensionen zu schreiben.

      Nicht zu danken, ich danke dir eher für deinen lieben Kommentar! ♥

      Liebe Grüße ♥

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  2. Ich kann zu deinen wundervollen Worten nichts Kluges sagen, aber ich wollte den tollen Post nicht unkommentiert lassen.
    Und da es hier keinen Like-Button gibt:
    <3

    Liebe Grüße ;)

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    1. Und an solchen Abenden wie heute, wo ich zig Kommentare unter meinen Post entdecke, liebe ich dieses Hobby. Und euch. Weil ihr hier kommentiert. Kann man dieses Gefühl überhaupt in Worte fassen?

      Von daher: Danke auch für diesen Kommentar, weil ich zwar unglaublich gerne diskutiere, aber auch solche kleinen Worte reichen, um einen zum Lächeln zu bringen. ♥

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  3. Hey,

    ein wirklich toller Beitrag, den wohl jeder Blogger verstehen kann :)

    Ich glaube, das was du beschreibst, kennst fast jeder Blogger. Gerade bei Rezis habe ich das Gefühl, die werden bei keinem wirklich kommentiert. Ärgerlicher finde ich es persönlich bei Beiträgen zu anderen Themen, die einem wirklich Zeit und Kreativität gekostet haben. Irgendwie frustriert mich das dann schon manchmal.

    Ich bin keine Autorin und habe bis jetzt auch nie wirklich an einem Roman oder so gearbeitet, allerdings kann ich dir verraten, dass ich einen Beruf gefunden habe, bei dem man ähnliche Berg- und Talfahrten durchlebt. Ich habe ja dieses Jahr als Referendarin angefangen und sitze teilweise für eine Schulstunde vier oder fünf Stunden zu Hause und bereite ganz tolle Dinge vor. Manchmal klappt alle super und man geht mit einem tollen Gefühl nach Hause und manchmal macht man die schlimmsten Anfängerfehler oder die Schüler springen einfach nicht drauf an, etc. Und dann bekommt man die Krise, weil man so viel Arbeit investiert hat. Und man kann es nie vorhersehen.

    Liebe Grüße
    Lena

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    1. Hey Lena,

      wobei wir, glaube ich, trotzdem gerne so tun, als würden wir nie daran zweifeln, jedenfalls habe ich bei mir selbst auch manchmal das Gefühl, dass ich lieber so tue, als würde das immer Spaß machen, als einzugestehen, dass es eben nicht so ist. Und diesen Post zu schreiben, hat mir geholfen zu erkennen, dass es aber nicht nur bei diesem Hobby so ist.

      Rezensionen sind auch die Posts, bei denen wohl die meisten gestehen, sie kaum zu lesen (ich fühl mich manchmal wie die seltene Ausnahme), was insofern witzig ist, als dass das ja irgendwie die Essenz des Buchbloggens ist.
      Aber ja, ich kenne das auch bei anderen Beiträgen.

      Interessanter Einblick. Vielleicht ist es ein bisschen auch etwas, was sich auf das ganze Leben übertragen lässt. Aber ich kann mir vorstellen, dass es frustrierend ist, wenn Schüler*innen nicht mitarbeiten, wenn man selbst total begeistert davon war.

      Liebe Grüße ♥

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  4. Liebe Dana,

    ein ganz toller Beitrag, den ich gerne gelesen habe. Ich stimme vollkommen mit dir überein. Ich kenne auch solche Momente, beim Bloggen und auch beim Schreiben. Die große Enttäuschung, wenn keine Kommentare eingehen und die große Freude, wenn man feststellt, dass man einen neuen Leser gewonnen hat. Auch wenn das Bloggen enorm viel Zeit frisst und es manchmal sehr frustrierend ist, stundenlang an einem Beitrag zu arbeiten und kein Feedback zu erhalten, will ich dranbleiben, um mich mit den wenigen Gleichgesinnten auszutauschen, die auf meinem Blog vorbeikommen. Ich muss jedoch gestehen, dass ich nur dann einen Beitrag auf einem anderen Blog kommentiere, wenn ich wirklich etwas loswerden will. Geht es in dem Blog um bestimmte Bücher, kommentiere ich nur dann, wenn ich das Buch kenne oder Interesse daran habe, was selten der Fall ist. Mit Kommentaren wie "Das Buch kenne ich nicht, liebe Grüße" kann ich wenig anfangen. Was soll man auch darauf erwidern? Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass Rezensionen die Beiträge sind, die am wenigsten gelesen werden, deshalb habe ich mir abgewöhnt, zu jedem Buch eine Rezension zu verfassen. Ich mache das nur bei Lust und Laune. Ich will mich nicht unter Druck setzen und nur lesen, um hinterher einen Beitrag veröffentlichen zu können.

    Beim Schreiben ist es ähnlich. Manchmal platze ich fast vor Motivation und Euphorie, vor allem bei einer positiven Rückmeldung durch einen Verlag, aber es gibt auch Zeiten, an denen ich das Schreiben an den Nagel hängen will, weil ich das Gefühl habe, nichts Lesenswertes zustande bringen zu können. Ein ständiges Auf und Ab.

    Ich hoffe, dass du nie die Freude am Schreiben oder Bloggen verlierst, egal, wie frustrierend es manchmal scheint.

    Liebe Grüße
    Violetta

    https://wispertraeume.blogspot.de/

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    1. Hallo liebe Violetta,

      danke! :)
      Ich vertrete eigentlich immer den Standpunkt, immer zu kommentieren, wenn mir was zu dem Beitrag durch den Kopf geht, und sei es nur, dass der Beitrag zum Nachdenken angeregt hat oder die Argumentation gelungen war, weil ich denke, dass jeder Kommentar, egal, wie kurz er ist, gerade bei kleineren Blogs etwas bedeutet, einfach weil er zeigt, dass der Beitrag gelesen und gemocht wurde.
      Allerdings - manche Posts sind gut, aber mir fällt nichts dazu ein, und dann versuche ich auch nicht, mir was aus den Finger zu saugen.
      Ja, viele geben zu, Rezensionen kaum zu lesen, ich gehöre allerdings zu denen, die sie ganz gerne lesen und auch sehr gerne schreiben. Allerdings: Generell habe ich mir angewöhnt, mich nicht mehr unter Druck zu setzen. Wenn ich mal keine Lust habe zu posten, poste ich auch nichts. Wenn ich keine Rezi schreiben will, schreibe ich auch keine.

      Danke, das wünsche ich dir auch!

      Liebe Grüße :)

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  5. Huhu Dana! ♥

    Am Anfang war ich ein wenig schockiert, weil sich das alles so negativ anhörte, aber dann kamen die positiven Seiten vom Bloggen, von Hobbys.
    Erst einmal möchte ich sagen, dass ich deinen Text wirklich sehr schön geschrieben finde. Du benutzt immer die richtigen Worte und ich konnte komplett nachvollziehen, was du gefühlt hast und was du ausdrücken möchtest!

    Da ich in meinem Leben schon sehr viele Hobbys hatte (tausend verschiedene Sportarten xD), kann ich dieses Auf und Ab sehr gut nachvollziehen. Aber ich muss dazu sagen, dass ich es nirgendwo so extrem verspürt habe wie beim Bloggen. Und ih denke, das liegt daran, dass man einen Sport nie alleine macht. Gerade beim Volleyball habe ich eine ganze Mannschaft um mich, die mich auch an schlechten Tagen, wenn einfach nichts klappen möchte, aufbaut. Beim Turnen oder Einrad habe ich ebenfalls menschen um mich, die mir Hilfestellung geben und mit mir neue Sachen lernen, denen ich vielleicht sogar etwas beibringen kann. Beim Bloggen ist man aber alleine und wenn man gerade mal in einer blöden Phase ist, hat man niemanden, der einen da raus zieht. Daher empfinde ich diese Phase extremer als bei all meinen anderen Hobbys.

    Zum Schreiben selbst kann ich nichts sagen. Außer einem Buch, das ich in der dritten klasse geschrieben habe und sage und schreibe 10 Seiten hatte, habe ich mich noch nie ans Schreiben gewagt. Ich denke aber, dass es fast noch schwerer als das Bloggen ist, weil man hier auch abgeschottet von den Kommentatoren/Lesern ist.

    Aber, wie du so schön sagst: Irgendwann gibt es auf einmal wieder sehr liebe, ehrliche und positive Kommentare und dann sind die negativen Phasen wie ausgewaschen. Und das ist es doch, warum wir letztendlich trotz der schweren Phasen immer weiter machen und das Bloggen so lieben!

    Ganz liebe Grüße,
    Anna ♥

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    1. Hallo liebe Anna, ♥

      danke, das freut mich wirklich! *o*

      Hm, das ist en guter Punkt. Ich glaube, gerade bei Mannschaftsportarten durchläuft man Tiefphasen auch gemeinsam - und geteiltes Leid soll ja halbes Leid sein. Wobei es natürlich auch immer darauf ankommt, was für Anforderungen man sich persönlich stellt und wie sehr einen Rückschläge dann treffen.
      Und ich glaube, je mehr Resonanz man erhält, desto leichter ist es, Tiefphasen zu überstehen, was erklären würde, warum das beim Schreiben so extrem ausgeprägt ist.

      Hast du schön gesagt am Ende. :)

      Ebenfalls ganz liebe Grüße ♥

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