Dienstag, 1. August 2017

[Rezension] Die Feenjägerin - Das verbotene Königreich


„Deine Narben sind keine Makel [...]. Sie machen dich nicht unvollkommen. Sie sind wie Geschichten, die in deine Haut geritzt werden. " (Seite 210)
Die Wahrheit ist niemals so schön wie eine Lüge. Sie ist niemals so anziehend. Sie ist wie ein Schwert, das in die Eingeweide dringt, und sie erinnert uns daran, dass manche Menschen nicht das sind, was wir glauben. (Seite 357)


Autor: Elizabeth May
Übersetzer: Sonja Rebernik-Heidegger
engl. Originaltitel: The Vanishing Throne (2015)
Verlag: Heyne
Seiten: 480
Erscheinungsdatum: 14.11.2016
ISBN: 978-3-453-31736-9
Taschenbuch; 14,99€


Trilogie:
  • Die Feenjägerin  [Rezension]
  • Die Feenjägerin - Das verbotene Königreich
  • engl.: The Fallen Kingdom


! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZUM VORGÄNGER !

Inhalt:

Aileana ist gescheitert, als sie die Feen erneut unter Edinburgh verbannen wollte. Stattdessen sind sie entkommen und zerstören Aileanas Heimat, während sie von ihrem Feind im Feenreich gefangen gehalten wird, der in ihr einen Schlüssel zur Macht sieht ...

Äußere Erscheinung:

Auch dieses Cover mag ich irgendwie - das zerfetzte Kleid, das erhobene Schwert, die passende rot-wallende Mähne, die Landschaft im Hintergrund ...

Aber auch hier irritiert mich, dass der Untertitel erst ab dem zweiten Band eingeführt wurde. :D

Meine Erwartung: 

Mich konnte der Vorgänger vollends überzeugen und gerade dieser krasse Cliffhanger hat mich dazu getrieben, unbedingt den zweiten Band lesen zu wollen.

Meine Meinung:

Das Buch ist geprägt von einer düsteren Atmosphäre, vor allem aufgrund der dunklen Grausamkeit der entfesselten Feen. Und es geht schon düster los, denn Aileana findet sich in den Händen ihres Feindes - Lonnrach - wieder.
Somit besteht von der ersten Seite an Spannung, die auch im weiteren Verlauf nicht abebbt. Vielmehr war das Buch unheimlich fesselnd, sodass ich teilweise meine gesamte Willenskraft aufbringen musste, um mich von den Seiten zu trennen und es vorgezogen hätte, einfach den ganzen Tag im Bett zu verbringen und mich in das fiktiv-historische Schottland entführen zu lassen.

Dieses Buch hält vor allem Enthüllungen zu der Geschichte der Feen bereit. Generell fasziniert mich die Einwebung schottischer beziehungsweise keltischer Feenmythen. Zum Einen sind das natürlich die verschiedenen Feenarten, aber eben auch Aspekte wie die Einteilung in den Seelie- und den Unseelie-Hof. Hier merkt man der Autorin ihr fundiertes Wissen an.
Mit der Vertiefung der Hintergründe erhält auch die Geschichte zunehmend Tiefe. Das betrifft vielleicht sogar vor allem die Charaktere, und hier zeigt sich, dass es trotzdem kein direktes Gut-Böse-Denken gibt. Auch ehemals schlechte Personen können sich wandeln - dadurch kommt der Konflikt auf, wie man ihnen dann begegnen soll.
Auch das Konzept der Story und ihre Hintergründe haben mich absolut fasziniert und in den Bann gezogen.

Aileana macht eine deutliche Entwicklung durch. Geprägt durch die Folter, die sie erleiden muss, hat sie sich verändern. Das führt dazu, dass sie vor allem ihre nahezu irrationalen Rachegelüste abgelegt hat, gleichzeitig nun aber mit den Schuldgefühlen wegen ihres Scheiterns hadert. Insgesamt gewinnt sie weiter an Stärke und Selbstbewusstsein, gerade da sie weiter dazulernt und sich ihren Feinden entgegenstellt.

In diesem Band lernt der Leser/ die Leserin auch neue Charaktere kennen. Einer meiner neuen Lieblingscharaktere ist dabei Aithinne, die mich immer mal wieder zum Grinsen gebracht hat mit ihrer ganz eigenen Art (und den Dialogen mit einer gewissen anderen Person). Und auch das macht diese Trilogie aus: Neben all dem Massemord, dem Folter und der Verwüstung schaffen es die Charaktere mit ihrer sympathischen Weise auch Humor reinzubringen.
Generell sind die Charaktere unheimlich vielschichtig. Sie haben alle eine Vergangenheit - die im Falle der Feen auch sehr lang sein kann. Sie haben Personen, die ihnen nahestehen, Ziele, Stärken, Schwächen, machen Fehler und haben sich im Verlauf ihres Lebens verändert. Und das gilt ebenso für die Antagonisten, was das Buch auch ausmacht.

Meine Befürchtungen, es könnte sich ein Liebesdreieck entwickeln, lösten sich im Übrigen so ziemlich in Luft auf, wovon ich positiv überrascht wurde. Die Liebesgeschichte selbst mochte ich, gerade weil Kiaran so ein düsterer, tiefgründiger Charakter ist.
Am Ende habe ich es bereut, dass ich diese Trilogie nicht auf Englisch lese - so muss ich mich nämlich noch auf die Übersetzung des dritten Teils gedulden. Und dieses Ende war kein bisschen besser als das letzte. ^^

Fazit: Fesselnde, düstere Geschichte, basierend auf keltischen Mythen, mit einer starken Protagonistin und sehr tiefgründigen, vielschichtigen Charakteren!




Quelle Cover: Heyne
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