Samstag, 19. August 2017

[Rezension] Partials - Ruinen



Autor: Dan Wells
Übersetzer: Jürgen Langowski
amerik. Originaltitel: Ruins (2014)
Verlag: ivi
Seiten: 480
Erscheinungsdatum: 13.04.2015
ISBN: 978-3-492-70284-3
Gebunden mit Schutzumschlag; 19,99€


Partials-Trilogie:

! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZU DEN VORGÄNGERN !


Inhalt:

Obwohl Kira nun von Morgan untersucht wird, findet diese nichts, kein Anzeichen des Heilmittels. Doch Kira ist nicht bereit, die Hoffnung für den Fortbestand der beiden Spezies aufzugeben und stößt auf die Lücke in Morgans Aufzeichnungen ...
Unterdessen macht sich die menschliche Terroristin Delarosa mit einer geheimen Atombombe auf, um die Partials endgültig zu zerstören, ungeachtet der massigen menschlichen Opfer, die das kosten würde ...

Äußere Erscheinung:

Das Cover ist im selben Stil wie die vorherigen, der Untertitel direkt übersetzt worden und wenn man den Schutzumschlag abnimmt, schimmert das Buch in Gold.

Meine Erwartung:

Nachdem mich die beiden Vorgänger überzeugen konnten, wollte ich auch den Abschluss lesen.

Meine Meinung:

Ich bin ganz gut wieder in die Geschichte reingekommen, auch weil die wichtigsten Informationen am Anfang nochmal beiläufig gegeben werden.
Dieser Band wechselt nun zunehmend zwischen verschiedenen Sichten: Zwischen Kira und Samm, zwischen Marcus und einem Partial, manchmal auch zwischen Heron, zwischen Kiras Schwestern und zwischen einer anderen menschlichen Gruppe. Damit wechselt der Erzählstandpunkt auch zwischen ganz unterschiedlichen Schauplätzen. Spannung wird dadurch aufgebaut, dass der/die Leser*in so einen Überblick über die Informationen erhält, über die aber immer nur einzelne Personen verfügen, selbst wenn sie auch andere Gruppen betreffen. 
Gleichzeitig entsteht Spannung aber auch dadurch, dass sich irgendwie kein Antagonist mehr herauskristallisieren lässt. Wie Kira stand ich sowohl auf der Seite der Partials als auch auf der der Menschen, und beide handeln letztendlich nur, um ihr eigenes Überleben zu sichern. Hier zeigt sich auch der fatale Kreislauf des Krieges, bei dem jeder Angriff wieder vergolten werden will und nur noch mehr Hass und Rachsucht hervorruft.
Am diskussionswürdigsten sind wohl die Handlungen der Trust-Mitglieder, aber auch die haben allesamt Gründe für ihr Handeln, die bis zu einem gewissen Grad durchaus nachvollziehbar sind.

Obwohl also sehr viel Spannung da ist, passiert actionmäßig gar nicht mal so viel - das heißt, es passiert nicht nichts, aber letztendlich ist die Handlung vor allem davon geprägt, dass die einzelnen Gruppen getrennt voneinander durch die Gegend irren, versuchen, nicht von den anderen getroffen werden, für ihr eigenes Überleben kämpfen und teilweise eben nach Wissen suchen, über das wiederum bereits andere Charaktere verfügen.
Im Großen und Ganzen gibt es daher kein episches Show-Down in dem Sinne, auch wenn das Buch alles andere als langweilig ist und wieder von der düsteren Endzeit-Atmosphäre getragen wird. Dennoch war der Abschluss selbst durchaus gelungen.

Kira als Protagonistin war mir absolut sympathisch, weil sie für ihre Ideale kämpft, ihre Identität akzeptiert hat, eigenständig handelt und selbstbewusst und entschlossen agiert.
Samm verdeutlicht zunehmend auch die „menschliche", also emotionale, fühlende Seite der Partials. Seine zwischenzeitliche Unsicherheit verleiht ihm Ecken und Kanten. Insgesamt rückt er in diesem Teil etwas in den Hintergrund.
Marcus hat sich weiterentwickelt. Ob man seine plapperhafte, ehrliche und direkte Art als nervig oder amüsant empfinden, bleibt wohl jedem selbst überlassen.
Das Liebesdreieck hat mich ein bisschen genervt, glücklicherweise spielt die Liebesgeschichte aber stark im Hintergrund und das Ganze wird gelungen aufgelöst.
Auch die anderen Charaktere sind oft vielschichtig und einige von ihnen sehr sympathisch. Heron macht es einem nicht leicht, sie zu mögen, aber letztendlich schloss ich sie in mein Herz. Auch Ariel, Kiras Schwester, mochte ich, auch wenn sie sehr von ihrem Hass auf Nandita geprägt ist.

Fazit: Kein episches Show-Down, aber ein spannungsreicher, gelungener Abschluss mit vielschichtigen, oft sympathischen Charaktere und ohne wirkliche Antagonisten!




Quelle Cover: ivi

2 Kommentare

  1. Huhu Dana,

    hier bin ich noch mal, aber ich wollte zu dieser Rezi wenigstens auch noch ein paar Worte dalassen.

    Ich finde es wirklich echt cool, dass dir die Reihe insgesamt so gut gefallen hat. Vor allem finde ich das Thema künstliche Intelligenz und diese Endzeit-Atmosphäre, die hier geschaffen wird, wirklich spannend. Denn so abwägig zu unserer Zeit ist das ja auch nicht mehr. Gerade in dieser medialen Zeit, wo ja auch die künstliche Intelligenz oder so etwas ähnliches immer mehr in den Vorgergrund rutscht. Sehr spannend! Und der Autor scheint diese Dinge wirklich gut umgesetzt zu haben.

    So, nun hast du mich absolut überzeugen können und ich schaue gleich mal, ob ich mir die Reihe irgendwo günstig kaufen kann :D

    Ich wünsche dir einen wunderschönen Sonntag!

    Liebe Grüße,
    Cata

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    1. Huhu liebe Cata,

      das ist lieb, danke. ♥

      Ja, künstliche Intelligenz ist generell ein faszinierendes Thema. Ich finde zwar, dass die Trilogie zwischenzeitlich den Konflikt, inwieweit es da Unterschiede gibt bzw. was Intelligenz ausmacht, etwas vernachlässigt, dafür werden aber andere Konflikte wie die Daseinsberechtigung, "Rassismus" und die Gefahren definitiv thematisiert und der Autor vermittelt auch zahlreiche biologische Details, die zeigen, wie durchdacht das doch ist.

      Das freut mich, ich hoffe, sie kann dich ebenfalls überzeugen. ;)

      Danke, den wünsche ich dir auch! ♥

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