Dienstag, 12. September 2017

[Re-Read-Rezension] Anna Dressed in Blood


Autor: Kendare Blake
dt.: Anna im blutroten Kleid
Verlag: TOR
Seiten: ca. 320
Erscheinungsjahr: 2011
ISBN: 978-0-7653-2867-0
Taschenbuch


Dilogie:
  • Anna Dressed in Blood
  • Girl of Nightmares

Hier kommt ihr zu meiner Rezension zu der deutschen Ausgabe.


Inhalt:

Während sich das Leben anderer Teenager um Schule, Freunde und Partys dreht, hat Cas sein ganzes Leben darauf ausgerichtet, das Erbe seiner Vorfahren anzunehmen und Geister zu jagen. Insgeheim ist sein Ziel, eines Tages den Geist endgültig zu töten, der seinen Vater umgebracht hat.
Diesmal führt ihn seine Profession nach Thunder Bay, einer kanadischen Kleinstadt - zu Anna dressed in blood, dem Geist eines jungen Mädchens, der jeden tötet, der die Schwelle zu seinem Haus überschreitet. Doch Cas wird von Anna verschont ...

Äußere Erscheinung:

Ich liebe ja diese Aufmachung und mochte das Cover schon bei der deutschen Ausgabe, die das glücklicherweise übernommen hatte, total gerne. Auch wenn das Kleid tatsächlich blutgetränkt sein soll, mag ich es irgendwie, dass sich das Blut hier nur am unteren Saum befindet. Die Nebelschwaden und das wehende Haar sowie das düstere Haus im Hintergrund fangen die Atmosphäre perfekt ein.
Der Titel ist der Name, den Annas Geist von den Einwohnern erhalten hat, und passt daher. Mein persönliches Highlight ist, dass die Schrift im Buch in meiner Ausgabe auch dunkelrot ist.

Meine Vorgeschichte:

Vielleicht erinnert sich ja noch der/die eine oder andere daran, dass ich dieses Buch vor drei Jahren (so lange ist das schon wieder her? :o) zusammen mit Miss DuncelbuntAnna und Marianne gelesen hatte, allerdings auf Deutsch (hier meine damalige Rezi). Da der zweite Teil nicht mehr übersetzt wird, wollen Anna, Marianne und ich demnächst den zweiten Teil auf Englisch lesen und wegen Vollständigkeit und so habe ich jetzt auch noch mal den Vorgänger auf Englisch re-readet.

Meine Meinung:

Das Buch lässt sich durchaus schon dem Genre Horror zuordnen. Wie gruselig man es empfindet, hängt zum Einen davon ab, was für ein Kopfkino man hat und wie detailliert und präzise man sich die Beschreibungen vorstellt, die aber durchaus Grusel-Potenzial haben. Dinge, wie dickes, schwarzes sowas-wie-Blut, das aus der Kehle heraus nach unten, aber auch übers Gesicht hinauf in die Augen fließt, sind da fast noch harmlos. Zum Anderen hängt das natürlich auch davon ab, wie gut man damit klarkommt.
Der fesselnder Schreibstil lässt den/ die Leser*in durch die Seiten fliegen, hinzu kommt die Spannung. Dadurch, dass man gleich mit einer Szene einstiegt, bei der man Cas bei dem Töten eines anderen Geistes begleiten darf und die Autorin sich auch danach nie lange mit Herumgeplänkel aufhält, wird es nie langweilig. Beim ersten Lesen habe ich einige Wendungen als unerwartet empfunden.

Cas ist ein sehr sympathischer Protagonist, der bis dato aber auch recht einsam war und keine Freundschaften geschlossen hat, sondern nur von einem Ort zum anderen gezogen ist. Er sieht sich quasi zu seiner Aufgabe berufen, weil sein „Athame", der Dolch, mit dem er Geister tötet und den er von seinem Vater geerbt hat, mit seinem Blut verbunden ist, und er niemanden kennt, der außer ihm dieser Aufgabe nachgeht.
Cas kennt seine Stärken, ist darauf beruhend recht selbstbewusst und es gewohnt, die Kontrolle und die Oberhand zu behalten. Etwas, was ein wenig ins Wanken gerät, als er Thomas kennenlernt, ein Hexer, der Gedanken lesen kann. Obwohl Cas lieber alleine bleibt, zieht er Gespräche mit Menschen über Geister der trockenen Bibliotheksrecherche vor. Auch wenn er dafür sich gezielt an die High School Queen, hier Carmel, wendet, will er diese nicht wirklich ausnutzen und vermeidet es deswegen, die Idee romantischen Interesses zu wecken.

Trotz dass die Atmosphäre weitgehend düster ist, enthält das Buch aber auch Humor. Das liegt vor allem an Cas' sarkastischer Erzählweise. In trockener selbstverständlicher Lässigkeit erzählt er von seinem Job, kommentiert die Vorgänge ironisch und spielt immer wieder in leiser Verachtung auf Geisterfilme an. Dementsprechend genervt ist er, wenn er dann mit „Ghostbusters" verglichen wird - Vergleiche, die auch zur Erheiterung des Lesers/ der Leserin beitragen.

Manche Nebencharaktere mögen blass bleiben, das liegt aber daran, dass der Fokus eher auf den Hauptcharakteren liegt.
Carmel zum Beispiel ist alles andere als der Stereotyp der typischen High School Queen. Zwar ist sie reich, hat die typischen oberflächlichen Freundinnen und ist sehr gut darin, sich ihre Beliebtheit zu sichern und zu erhalten, dennoch ist sie keine überhebliche Zicke, sondern freundlich, humorvoll und reflektiert auch schon mal spöttisch ihre Stellung. 
Thomas ist zwar der typische schüchterne Außenseiter, der zu Cas heraufblickt, aber dank seiner eigenen Fähigkeiten auch mehr als das. Er ist loyal, durchaus mutig und auch ziemlich niedlich.
Auch Cas' Mutter ist eine Hexe, allerdings eine „harmlose" Kräuterhexe, die sich zwar dauernd Sorgen um Cas macht, aber sich auch bemüht, seinen Job weitgehend zu akzeptieren.

Der aber wohl faszinierendste Charakter dürfte Anna sein, einerseits das Mädchen, das vor Jahrzehnten brutal ermordet wurde, andererseits ein grausamer Geist, der zwanghaft Menschen zerfetzt (und dabei nicht sonderlich zimperlich mit seinen Opfern umgeht) - bis auf Cas. Und dadurch ganz neue Seiten enthüllt.
Generell basiert die Darstellung von Geistern in diesem Buch weitgehend auf bekannte und verbreitete Vorstellungen, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tut. Gerade durch Charaktere wie Thomas oder Cas' Mutter spielen auch Zauberei und entsprechende Rituale eine gewisse Rolle.

Fazit: Fesselnde Geistergeschichte mit durchaus gruseligen Szenen, düsterer Atmosphäre, einem selbstbewussten, sympathischen Protagonisten und einer sarkastischen, humorvollen Erzählweise!



2 Kommentare

  1. Hey,

    das Buch subbt bei mir auch noch rum, dabei wollte ich es eigentlich bald mal lesen, da mir irgendwer gesagt hat, dass ist quasi wie Supernatural :D Und dann heißt der Prota auch noch Cas :D
    Auf jeden Fall hast du mich jetzt mal wieder neugierig gemacht und ich sollte es endlich von seinem SuB-dasein erlösen. Humor mit Horror klingt auf jeden Fall gut ;)

    Liebe Grüße
    Lena

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    1. Hey Lena,

      ja, die Ähnlichkeit ist mir auch aufgefallen, da ich ja seit kurzem "Supernatural" gucke - und dass er dann auch noch Cas heißt ... xD Ich würde auch definitiv sagen, das Buch ist was für Supernatural-Fans, wobei die Ähnlichkeiten eigentlich vor allem auf die Genreähnlichkeit basieren - und vielleicht auf die ironischen Seitenhiebe auf gängige Horror-Geisterfilme (Stichwort "Ghostbsuters"). Mit anderen Worten: Ähnlichkeit ist da, aber nur im positiven Sinne, ansonsten ist es ein eigenständiges Werk, aber eben etwa in dem Stil. ^^
      Ich kanns dir also auf jeden Fall empfehlen und wünsche dir schon mal viel Spaß beim Lesen! :)

      Liebe Grüße ^^

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