Montag, 26. Oktober 2020

[Rezension] A Darker Shade of Magic


Autorin:
V. E. Schwab
dt.: Vier Farben der Magie (2017)
Verlag: Titan Books
Seiten: 400
Erscheinungsdatum: 27.02.2015
ISBN: 9781783295401
Taschenbuch


Trilogie (in meinen Augen auch als Einzelband lesbar):
  • A Darker Shade of Magic
  • A Gathering of Shadows
  • A Conjuring of Light


CW (Anklicken zum Öffnen):

graphische Gewalt, sexualisierte Gewalt, versuchte Vergewaltigung, Selbstverletzung, Tod, Folter, Blut (keine Gewähr auf Vollständigkeit)



Inhalt:

Kell ist einer der letzten, der zwischen den drei Paralleluniversen, den drei Londons, wechseln kann: dem Roten London, das vor Magie pulsiert, dem Grauen London, dem Magie fehlt, und dem Weißen London, das verdorben ist. Einst, ehe die Grenzen zwischen den Welten geschlossen wurden, gab es ein viertes London, das Schwarze London ...

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Rückblick August 2020

Huhu,
 
ich weiß, ich hinke ein bisschen hinterher, aber hier ist jetzt endlich auch mal mein Monatsrückblick August. ^^ (Dank Corona bin ich noch verwirrter, wie lange die Monate schon her sind und welchen Monat wir überhaupt gerade haben. :D)
 

Gelebt:

Auch der August stand ganz im Zeichen meiner Bachelorarbeit - oder eher der Prokrastination derselben. Gegen Ende habe ich mir mal zwei Wochen Pause gegönnt, in denen ich kaum daran gearbeitet habe, und ich muss sagen, das hat extrem geholfen, um ein bisschen Abstand zu gewinnen und danach mit neuem Schwung durchzustarten. Und sich einfach auch mal mit etwas anderem zu beschäftigen.
 
Außerdem wurde ich für meinen Master Politikwissenschaft zugelassen, in den ich jetzt starte. Ich war mir vorher nicht sicher, ob das klappen würde, umso mehr habe ich mich gefreut. ^^


Gebloggt:

Im August war ich eigentlich noch ganz gut dabei, unter anderem sind meine Gedanken zu dem Thema online gegangen, wie politisch wir eigentlich lesen - vielen Dank nochmal für eure Antworten, ich fand es toll, mich mit euch zu diesem Thema auszutauschen!
 

Gelesen:

Ich bin deutlich weniger zum Lesen gekommen als noch im Juni oder Juli, habe aber immerhin fünf Bücher geschafft, davon vier auf Englisch. Das auf Deutsch war tatsächlich auch meine einzige Enttäuschung. xD Und auch die Genres waren diesmal sehr durchmischt:
 

We Are Okay ~ Nina LaCour [Kurzvorstellung]
 
Das Buch hat mich insofern überrascht, als dass ich nicht erwartet hatte, dass es mich emotional so mitnehmen würde. Auch wenn die Geschichte eher ruhig erzählt wird, werden Themen wie Freundschaft, Verlust und Einsamkeit so eindrücklich erzählt, dass es mich mitten ins Herz traf.
 
Soul of the Sword ~ Julie Kagawa [Rezension]
 
Nachdem mich der erste Band "Sword of the Fox" schon überzeugen konnte, stand der Nachfolger diesem in nichts nach. Ich hab mich sehr gefreut über die unerwartete gay love story zweier Nebencharaktere, die ich sehr geshippt habe, mochte aber vor allem auch die humorvollen Dialoge und die liebenswerten Charaktere sehr gerne.


Swing Time ~ Zadie Smith [Rezension]

Dieses Buch zeichnet den Lebensweg einer jungen Schwarzen Frau nach, die in einem Arbeiterviertel in London aufgewachsen ist und dort ihre Leidenschaft fürs Tanzen gemeinsam mit einer Freundin entdeckt, die im Gegensatz zu ihr Talent hat. 
Das Buch behandelt unter anderem Sexismus, Klassismus und Rassismus. Themen wie white savourism, cultural appropriation und postkoloniale Machtstrukturen werden eindrücklich in die Erzählung eingewoben, sodass ich das Buch nur empfehlen kann.

Questions for Ada ~ Ijeoma Umebinyuo [Kurzvorstellung]

Der erste Gedichtband, den ich gelesen habe - was ich kein bisschen bereut habe. Die Gedichte der nigerianischen Autorin sind unglaublich wunderschön und gleichzeitig herzzerreißend geschrieben und setzen sich mit Rassismus, Kolonialismus, Feminismus, sexualisierter Gewalt und Mental Health auseinander.


Agnes ~ Peter Stamm [Kurzvorstellung]

Dieses Buch um einen Schriftsteller, der etwas mit einer deutlich jüngeren Frau anfängt, konnte mich leider nicht wirklich überzeugen, auch weil ich weder zu den Charakteren noch zu der Handlung irgendeine Bindung aufbauen konnte. Und auch der Schreibstil war nicht mein Fall.


Gesehen:

Im August habe ich Portrait de la jeune fille en feu, immer noch einer meiner Lieblingsfilme, und Flesh and Bone re-watcht. Bei letzterem habe ich ein bisschen vergessen, wie abgefuckt und kaputt diese Serie ist, und wie gefühlt jede Folge immer krasser wird. :D

Dann habe ich mit einer Freundin Blau ist eine warme Farbe gesehen und ähm ja, mir war vorher nicht so ganz klar, dass der Film drei Stunden lang ist. Sagen wir mal so, ich musste zwischendurch neues Popcorn machen. Ich hatte ja den Eindruck, dass der Film problemlos auch eine Stunde kürzer hätte sein können, bei einigen Szenen habe ich den Sinn nicht so ganz verstanden. Nicht unbeteiligt an der Länge dürften auch die sehr langen Sexszenen sein, die außerdem Vorerfahrungen in Gymnastik vermuten lassen.
Insgesamt kann ich auch die Kritik an dem Film verstehen, er würde eine sapphische Beziehung bzw. lesbische Frauen im Allgemeinen fetischisieren. Warum zum Beispiel in so vielen Einstellungen der Blick auf den Hintern gezogen wird, ist mir schleierhaft, wenn nicht aus sexualisierenden Gründen.
Und schließlich fand ich die Beziehung dezent toxisch und mir fehlte da komplett die romantische Ebene.

Außerdem habe ich den Horrorfilm The Forest gesehen, den ich allerdings vor allem als langweilig, nicht wirklich gruselig und auch irgendwie nicht so ganz logisch empfunden habe. Zu den Charakteren konnte ich auch null Beziehung aufbauen, dabei war die Idee eigentlich ganz cool.

Ein weiterer Film, den ich gesehen habe, war My Days of Mercy, und diesen Film mochte ich eigentlich sehr gerne. Er handelt von zwei Frauen, die sich ineinander verlieben, nur dass die eine für Todesstrafe und die andere gegen Todesstrafe demonstriert. Ich mochte es, wie beide Positionen nachvollziehbar werden und wie die moralischen Fragen behandelt werden.

Und schließlich habe ich auch Kill Your Darlings gesehen, ein Film mit einnehmender Atmosphäre und genial gezeichneten Beziehungen zwischen den Charakteren. (Und einer süßen Katze.)


Welche Bücher und Filme kennt ihr? Habt ihr Horrorfilmempfehlungen? Und könnt ihr mir Gedichtbände empfehlen?


Habt noch eine wundervolle Restwoche! ♥
Eure Dana

Montag, 19. Oktober 2020

[Rezension] Das perfekte Leben meiner Schwester


Autorin:
Sophie Edenberg
Verlag: selfpublished
Seiten: 395
Erscheinungsdatum: 30.09.2020
ISBN: 979-8-6791-2510-0
Taschenbuch; 14,99€
 
 
CW:  (Anklicken zum Aufklappen)

Sexualisierte Gewalt, graphisch beschriebene Vergewaltigung, Rassismus, Sexismus, Alkohol, Krankheit, Blut, versuchter Todschlag, explizite Sexszenen, Fat-Shaming, Slut-Shaming (keine Gewähr auf Vollständigkeit)




Inhalt:

Als die neunzehnjährige Emma herausfindet, dass sie adoptiert wurde, bricht ihre Welt zusammen. Zudem stellt sich heraus, dass ihr Vater ein vermögender Wiener ist. Während sie selbst in Armut aufgewachsen ist, lebt ihre Halbschwester im Überfluss. Und ihr Vater will nichts von ihr wissen. Getrieben von Eifersucht beschließt Emma, Rache zu nehmen - doch dann lernt sie ihre Halbschwester besser kennen ...

Donnerstag, 15. Oktober 2020

[Rezension] Loveless

'You're gonna be OK. There's nothing you have to do except be.' (Seite 284)
 

Autor*in:
Alice Oseman
Verlag: Harper Collins
Seiten: 448
Erscheinungsdatum: 09.07.2020
ISBN: 978-0-00-824412-5
Taschenbuch


Inhalt:

Georgia hatte noch nie eine Beziehung. Sie hat noch nie jemanden geküsst und einen richtigen Schwarm hatte sie auch noch nie. Jetzt, wo sie ihr erstes Semester an der Universität anfängt, soll sich das endlich ändern. Aber muss es das überhaupt?

Sonntag, 11. Oktober 2020

[Rezension] Swing Time

Do others have to lose so we can win? (Seite 50)


Autorin: Zadie Smith
dt.: Swing Time (2017)
Verlag: Penguin
Seiten: 464
Erscheinungsdatum: 2016
ISBN: 978-0-141-03660-1
Taschenbuch mit Klappenbroschur


TW: (Anklicken zum Aufklappen)

Rassismus, sexualisierter Missbrauch, körperlicher Missbrauch, Alkohol, Drogen, Krankheit



Inhalt:

Zwei Schwarze Mädchen wachsen in Willesden auf und lernen sich beim Tanzunterricht kennen. Nur Tracey hat wirklich Talent, doch für die nächsten Jahre scheinen die beiden unzertrennlich. Und doch werden sie zwei sehr unterschiedliche Lebenswege einschlagen.

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Rückblick Juli 2020

Hallo ihr Lieben,

mir ist aufgefallen, dass der Monatsrückblick Juli tatsächlich noch fehlt. Hoppala. Dann wollen wir das schnell mal nachholen.

Gelebt:


Im Juli ging das Semester schon wieder zu Ende, das gefühlt nicht wirklich stattgefunden hat? Ich hatte jedenfalls das Gefühl, es hätte gerade erst begonnnen, da war es auch schon wieder vorbei. Ein paar Abgaben standen an, aber hauptsächlich lag mein Fokus auf meiner Bachelorarbeit, wobei ich zugeben muss, dass ich im Juli noch relativ viel prokrastiniert habe, zumal meine Abgabefrist verschoben wurde.

Gleichzeitig habe ich allmählich wieder Menschen gesehen. Zwei liebe Freundinnen haben mich überraschen besucht, worüber ich mich sehr gefreut habe. Trotzdem galt natürlich weiterhin, Abstand zu halten und vorsichtig zu sein.

Geschrieben:


Ähm, ja, ich habe zwischendurch spontan ein neues Young Adult-Projekt angefangen und hatte - ungewöhnlich für mich - sehr viel Spaß am Plotten, was vermutlich überhaupt nichts damit zu tun hatte, dass ich eigentlich eine Bachelorarbeit schreiben sollte. *hust* Ich hab auch den Anfang zwischendurch sehr enthusiastisch geschrieben, ehe ich gegen Ende des Monats einen Schlussstrich gezogen habe, weil die Bachelorarbeit definitiv Vorrang hatte. xD

Gelesen:


Ähnlich wie im Juni habe ich auch im Juli ein wenig durch Lesen prokrastiniert und somit insgesamt für meine Verhältnisse überragende zehn Bücher gelesen, davon vier Re-Reads und ("nur") drei Bücher auf Englisch. In Bezug auf Genres war meine Auswahl recht durchmischt, wobei Fantasy wenig überraschend dominiert.

Magie ~ Trudi Canavan
 
Ich habe dieses Buch zuletzt vor Ewigkeiten gelesen und hab's mir dann spontan gekauft, um es zu re-readen. Es erzählt die Vorgeschichte zu der Trilogie "Die Gilde der schwarzen Magier", stellt aber vor allem auch eine in sich abgeschlossene, eigenständige Handlung dar, und ich fand das World Building, das dahintersteckt, einfach nur beeindruckend. Gerade wenn man es dann mit der anderen Reihe vergleicht und eigentlich nicht anders kann, als die Konzeption einer geschichtlichen Entwicklung mit Ursachen und unzähligen Facetten zu bewundern. Und der Vergleich dieser Gesellschaft mit der in der Trilogie, die mehrere Jahrhunderte später spielt, ist sehr faszinierend und unterhaltsam.
Daneben mochte ich aber auch die Charaktere und die Handlung, es geht um Themen wie Kolonialismus und ein bisschen auch Feminismus, und ich mag es, wie im Verlauf deutlich wird, dass es nicht immer klares Gut und Böse gibt, sondern dass womöglich gut beabsichtigte Handlungen auch moralisch fragwürdig sein können.
 
Die Gilde der schwarzen Magier ~ Trudi Canavan [Reihenvorstellung

Diese Reihe zählt zu meinen absoluten Lieblingsreihen, gleichzeitig habe ich beim Lesen aber auch sehr gemerkt, wie sehr ich mich doch in den letzten Jahren verändert habe. Die Liebesgeschichte, die ich mit 12 noch absolut gefeiert habe, hat mich hier deutlich weniger berührt, dafür war ich  zufriedener mit dem Ende. Insgesamt kann ich zwar verstehen, warum manche die Langatmigkeit kritisieren, mochte die Reihe nichtsdestotrotz aber sehr gerne und habe sie ein bisschen durchgesuchtet. (Wir, äh, reden lieber nicht darüber, in welchem Tempo ich die drei dicken Bände inhaliert habe. Prokrastination und so.)



The Seven Deaths of Evelyn Hardcastle ~ Stuart Turton [Kurzvorstellung]

Dieses Buch war mein Ausflug in das Genre Mysterythriller und konnte mich definitiv unterhalten. Ich fand das Konzept dahinter ziemlich spannend und faszinierend und hing an den Seiten, um herauszufinden, was hinter dem Phänomen steckte, bei dem der Protagonist jeden Tag in dem Körper eines anderen Gasts eines Balls aufwacht.

Seeker ~ Veronica Rossi [Rezension]

Diese Fortsetzung zu "Riders" hat mich leider enttäuscht. Ich mochte zwar die Dynamik zwischen die Charakteren und das Potenzial der Idee, das für mich allerdings komplett verschenkt wurde. Es wurden keine Hintergründe erklärt, Entscheidungen wirkten auf mich nicht nachvollziehbar und stattdessen willkürlich. Und auch die Liebesgeschichte nahm zulasten der Freundschaften zu viel Platz ein.



Red, White & Royal Blue ~ Casey McQuiston [Rezension]

Ich habs auch endlich mal geschafft, dieses Buch zu lesen, das seit gefühlten Jahren auf meiner Wunschliste steht. (Was nicht möglich ist, denn so lange ist das Buch noch gar nicht raus.)
Und was soll ich sagen? Nach dem Lesen hatte ich einen leichten Zuckerschock. Sehr viel Cuteness. Außerdem sehr viel Diversity, was ich sehr cool fand, und vielschichtige Charaktere. Absolut unterhaltsam. Und ich wünschte, die realen USA sähen auch so aus ...

One True Queen - Aus Schatten geschmiedet ~ Jennifer Benkau [Rezension]

Dieses Buch war leider meine zweite Enttäuschung in dem Moment. Ich habe es zusammen mit Alica gelesen und nachdem ich den ersten Band so toll fand, hatte ich gehofft, es würde hier genauso sein. Pustekuchen. Erst mal hatte ich das Gefühl, zwischen den beiden Teilen der Dilogie unzähliges an Entwicklungen verpasst zu haben, was dazu geführt hat, dass ich die Handlungen der Protagonistin absolut unnachvollziehbar fand. Und dann fand ich generell den Plot ziemlich willkürlich und vor allem auch die Liebesgeschichte übertrieben kitschig und anstrengend. Schade. :/
 

Quelle
Exit Racism ~ Tupoka Ogette [Kurz-Vorstellung]

Okay, hier stimmt die Reihenfolge nicht, das war tatsächlich das zweite Hörbuch, das ich zum Thema Alltagsrassismus in Deutschland gehört habe, aber ich werde jetzt nicht nochmal mit Blogger kämpfen.
Tupoka Ogette geht hier, angelehnt an ihr übliches Workshop-Format, Grundkonzepte von Rassismus durch und bietet durch ihr interaktives Format auch immer wieder die Möglichkeit zur Selbstreflexion, weshalb es auch meiner Meinung nach als Einstieg in das Thema gut geeignet ist.

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen (aber wissen sollten) ~ Alice Hasters [Kurz-Vorstellung]

Das war jetzt das erste Hörbuch, das ich einerseits zu dem Thema, andererseits überhaupt seit langem gehört habe. Ich tu mich normalerweise immer schwer damit, bei reiner Audio aufmerksam zu bleiben, aber Alice Hasters hat eine angenehme Erzählstimme. Sie spricht in dem Buch oft sehr persönlich und mit vielen Beispielen von Rassismus, was mich wütend, aber auch nachdenklich in Bezug auf mein eigenes Verhalten gestimmt hat. Definitiv auch eine Empfehlung.

Gesehen:


Unter anderem habe ich im Juli Parasite gesehen und fand den Film erstaunlich unterhaltsam, wenn auch auf recht düstere Weise.

Dann habe ich die chinesische Realverfilmung von Mulan gesehen und war tatsächlich positiv überrascht. Ja, es gibt anstrengend viele Weißblenden und Zeitsprünge, aber I kinda liked the love story? Und ich mochte es, wie gefühlt authentischer der Krieg und Mulans Lebensweg dargestellt wurden, als, surprise, in dem Disney-Animationsfilm. Kein Meisterwerk, aber dennoch ganz unterhaltsam und irgendwie mochte ich den Film.

Außerdem habe ich, tatsächlich zum ersten Mal, die Stolz und Vorurteil-Verfilmung von 2005 gesehen, und ja, ich hab's immer noch nicht geschafft, die Buchvorlage zu lesen. Shame on me. (Sie hüpfen im Film relativ viel, ist mir aufgefallen. Juhu.)


Das war der Juli - welche Bücher wollt ihr unbedingt mal wieder re-readen? Welche Bücher/Filme kennt ihr von denen, die ich im Juli gelesen/gesehen habe?

Bis bald!
Eure Dana ♥

Sonntag, 4. Oktober 2020

[Buchvorstellungen] The Seven Deaths of Evelyn Hardcastle & Agnes

 

The Seven Deaths of Evelyn Hardcastle 

 
Autor: Stuart Turton ~ dt. Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle (2019) ~ Verlag: Raven Books ~ 528 Seiten ~ 2018 erstmals erschienen ~ 978-1-4088-8951-0 ~ Taschenbuch


Der Protagonist wacht ohne Erinnerung in dem Wald eines herrschaftlichen Grundstücks auf und schreit den Namen "Anna" - ohne zu wissen, warum, oder wer sie ist. Es stellt sich heraus, dass er einer der Gäste auf dem Anwesen sein soll, die sich für einen Ball zu Ehren der jungen Evelyn Hardcastle eingefunden haben. Am Ende des Abends wird eine Person sterben - und der Protagonist muss den*die Mörder*in finden. Dafür wacht er jeden Tag in dem Körper einer anderen Person auf ...

Ich hatte mal Lust, einen Mysterythriller auszuprobieren, und das Buch konnte meine Erwartungen definitiv erfüllen. Es war fesselnd und ich habe mitgefiebert bei dem Versuch des Protagonisten, herauszufinden, was abgeht, wer er wirklich ist und wem er trauen kann. 
Ich mochte die Komplexität, die die Handlung entfaltet, die kleinen Plottwists und die stets präsente Spannung ebenso wie die dunklen Abgründe, die sich in dem renovierungsbedürftigen Herrenhaus auftun.

Dadurch, dass der Protagonist jeden Tag in einem anderen Körper aufwacht, ist er an diesem Tag quasi mehrere Personen gleichzeitig, und ich bin beeindruckt von dem Plotten, das der Autor hineininvestiert haben muss. Ich gebe zu, ich habe das Buch an einem Tag gelesen, an dem ich etwas fertig war, und hab mir daher nicht die Mühe gemacht, Logiklücken zu suchen - mir sind keine ins Auge gesprungen, und ich fand die verwobenen Stränge einfach nur sehr unterhaltsam und eine extrem faszinierende Idee.

Lediglich mit dem Ende bin ich nicht ganz zufrieden. Ich hätte gerne mehr über die Hintergründe der letzten Enthüllungen erfahren und weiß noch nicht so ganz, was ich von den Entwicklungen halten soll. Wobei es an sich durchaus faszinierend ist und Denkanstöße liefert. Und der Rest konnte mich schließlich absolut unterhalten.



Agnes


Autor: Peter Stamm ~ Arche Literatur Verlag ~ ca. 150 Seiten ~ 1998 erstmals erschienen ~ 978-3-7160-2403-4 ~ Gebunden


Ich … weiß nicht, was ich von dem Buch halten soll? Ich habe es von einer Freundin ausgeliehen bekommen und hatte keine Ahnung, was mich erwartet.
Es geht letztendlich um einen Schriftsteller und seine Beziehung zu einer deutlich jüngeren Frau, die er parallel zur Gegenwart, manchmal auch vorausgreifend, als Geschichte erzählt. Wie viel jünger, wird nicht klar, aber an einer Stelle weist sie ihn darauf hin, dass er ihr Vater sein könnte, und ab dem Moment habe ich die Beziehung sowieso nur noch mit zusammengekniffenen Augen betrachtet.

Generell war mir der Protagonist schlichtweg unsympathisch. Ein egozentrischer, unsensibler Typ, der was mit einer jungen Frau anfängt, aber sich gefühlt nie wirklich Gedanken darum macht, wie es ihr tatsächlich geht. Kurz gesagt: Auf mich wirkte die Beziehung extrem ungesund. Was vielleicht auch intendiert war, keine Ahnung. Aber ich hatte immer das Gefühl, das ist der Typ Mann, vor dem Mütter ihre Töchter warnen.
Ein bisschen habe ich ja auch die Augen verdreht, dass die Geschichte von einem Schriftsteller handelt, als könnte man sich als Autor*in nichts anderes ausdenken, aber natürlich ist das hier auch ein zentrales Motiv der Geschichte. Ein Motiv, das man mit Sicherheit auf vielerlei Art interpretieren könnte, aber dafür hat mich die Geschichte eindeutig zu wenig interessiert. Genau genommen hat sie mich relativ kalt gelassen, auch weil ich zu keinem der Charaktere irgendeine Bindung aufbauen konnte (Hass wäre auch eine Bindung, aber dafür hat's auch nicht gereicht).

Vielleicht war daran auch der Schreibstil schuld, der sehr einfach gefasst ist, mit sehr schlichten, klar formulierten Sätzen. Ich ertappte mich nicht nur einmal bei dem Gedanken, dass es ein wenig platt klang, als würde die Handlung einfach runtergerattert, mit sehr viel "sagte" und manchmal pseudo-deepen Ansätzen. Kann natürlich auch daran liegen, dass ich poetische Schreibstile sehr gerne mag und der hier das absolute Gegenteil davon ist.
Dadurch, dass die Kapitel aber recht kurz sind, lässt es sich immerhin schnell lesen. Aber ich konnte einfach bis zum Ende hin nicht recht was damit anfangen. Und es nervte mich, wie auch sensible Themen gefühlt vollkommen gleichgültig behandelt wurden - ohne jetzt spoilern zu wollen.


Donnerstag, 1. Oktober 2020

[Top Ten Thursday] Autor*innen, deren Nachnamen mit H anfangen

 

 

Einen wunderschönen guten Morgen!

Nach langer Zeit dachte ich mir, wäre es mal wieder soweit, um an dem Top Ten Thursday teilzunehmen, voranstaltet von Aleshanee, von der auch der Banner ist. Das Thema für diese Woche lautet: 10 Autor*innen, deren Nachname mit einem H anfängt. (Jaaa, ich lass ein paar Buchstaben aus, künstlerisches Freiheit und so.)

Ein erster Blick in mein Rezensionsidex ließ das einfach wirken, allerdings waren da auch ein paar Autor*innen dabei, die nicht unbedingt die sind, die ich als Erstes nennen würde. Hier aber jetzt meine Auswahl:


1.) Starborn (Lucy Hounsom)



Dieses Buch ist der Auftakt zu einer wundervollen High Fantasy-Reihe über ein Mädchen, das bei einer traditionelle Zeremonie ihre Dorfes ein uraltes Artefakt zerbricht und damit den Zorn der Menschen dort auf sich zieht, dem sie nur durch die Hilfe zweier Fremder entfliehen kann, die die alten Geschichten von Acre kennen.
Unglaublich genialer Plot, vielschichtiges Charaktere, sehr ausgearbeitetes, tiefgründiges World Building und fesselnde Handlung - klare Empfehlung!

2.) Serafina - Das Königreich der Drachen (Rachel Hartman)


Der Auftakt dieser High Fantasy-Dilogie spielt in einer Welt, in der der Frieden zwischen Menschen und Drachen fragil ist und durch einen Mord ins Wanken gebracht wird. Die junge Serafina hütet ein gefährliches Geheimnis, das ihr zum Verhängnis werden könnte, als sie in die Ermittlungen verwickelt wird ...


Quelle

3.) Und er steht doch auf dich (Rachel Harris)


So viele Rachels heute. Hier mit einer Young Adult-Romance-Story, die ich vor ein paar Jahren ganz unterhaltsam fand:
Aly startet die Operation Sexappeal, um endlich von den Jungen als mehr als nur die Kumpelin wahrgenommen zu werden. Ihr Ziel: Mit Justin Carter, dem heißesten Jungen der Schule, auf den Homecoming-Ball zu gehen. Neben einem krassen Umstyling soll ihr bester Freund Brandon der Weg zu diesem Ziel sein, indem die beiden eine Scheinaffäre vortäuschen. Dumm nur, dass beide anfangen, Gefühle füreinander zu entwickeln - doch keiner von ihnen will ihre Freundschaft in Gefahr bringen ...
 

Quelle

4.) Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen (aber wissen sollten) (Alice Hasters)


Ein sehr lesenswertes Buch über Rassismus im Allgemeinen und Alltagsrassismus in Deutschland, in dem die Autorin ihre eigenen Erfahrung schildert und die Problematiken mit vielen Beispielen erklärt.


Quelle

5.) Slide - Durch die Augen eines Mörders (Jill Hathaway)


Die sechzehnjährige Vee hat Narkolepsie und wacht in den Körpern anderer Menschen auf. Einmal landet sie in dem Körper eines Mörders - und ist so die Einzige, die die Wahrheit kennt ...
Keine Ahnung, wie ich das Buch und die Darstellung der Krankheit heute fände, aber damals (vor fünf Jahren) fand ich es gut.


Quelle

6.) Bannwald (Julie Heiland)


Die junge Robin trifft im Wald auf Emilian von dem Stamm, der ihren Stamm unterjocht. Doch wider Erwarten tötet er sie nicht, sondern lässt sie laufen ...
Als ich das Buch vor fünf Jahren gelesen habe, war ich total begeistert, heute kann ich mich nur noch geringfügig daran erinnern. Meine Rezension hat jedenfalls ein wenig Cringe-Faktor. :x


Quelle

7.) In einer Sommernacht wie dieser (Tanja Heitmann)


Die siebzehnjährige Leo verbringt ihren Sommer in der neuen Villa ihres Vaters am Potsdamer See. Doch schon bei ihrer Ankunft muss sie feststellen, dass dort vor allem Schwarzarbeiter aus Osteuropa beschäftigt sind. Dann trifft Leo auf den undurchschaubaren, schweigsamen Alexei, der für Prügeleien bekannt ist. Dennoch gibt sie nicht klein bei und erhascht immer wieder einen Blick hinter seine Fassade. Aber dann passiert ein Mord und Leo muss sich fragen, ob sie Alexei entgegen ihrer Gefühle wirklich vertrauen kann - und welche dunklen Abgründe er versteckt ...



8.) Der Sandmann (E.T.A. Hoffmann)


Okay, ich konnte es mir nicht verkneifen, diesen Klassiker hier zu nennen, den ich gar nicht mal so schlecht fand:
Der junge Student Nathanael glaubt in einem Kaufmann Coppelius wiederzuerkennen, der früher öfter bei ihm zuhause zu Besuch war, den Kindern dort die Freude verdarb und der für den jungen Nathanael die Figur des grausamen Sandmanns aus dem Ammenmärchen verkörperte, der Kinder die Augen nimmt. Nathanael sieht sich zunehmend verfolgt und einem dunklen Wahn ausgesetzt, von dem ihn auch seine Verlobte Clara nicht zur Räson bringen kann.
 


9.) Maybe Someday (Colleen Hoover)


Jaaaa, ich beuge mich der Mehrheit, hier ist sie. Ich muss allerdings auch gestehen, ich bin kein Fan von ihr und habe dieses Buch nur gelesen, weil eine Freundin es mir geschenkt hat:
Nachdem Sydney an ihrem 22. Geburtstag erfährt, dass ihr Freund Hunter sie mit ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Tori betrogen hat, bricht ihre Welt zusammen und sie steht auf einmal ohne Wohnung da. Doch ihr Nachbar Ridge nimmt sie kurzerhand bei sich auf, nachdem er ihr Talent entdeckt hat, ihm beim Songschreiben zu helfen. Von Anfang an spüren die beiden eine Anziehung zueinander - aber Ridge hat eine Freundin, die er über alles liebt und Sydney fühlt sich längst nicht wieder bereit für eine Beziehung.
 

Quelle

10.) Tschick (Wolfgang Herrndorf)


Dieses Buch um den spontanen Road Trip zweier Jungen aus unterschiedlichen Mileus habe ich damals als perfekte Schullektüre empfunden, die nacheinander alle möglichen pseudo-gesellschaftskritischen Themen abklappert, ohne in die Tiefe zu gehen, trotzdem aber ganz unterhaltsam ist.


So, das waren meine Bücher. Welche kennt ihr und habt ihr vielleicht sogar gelesen? Und habt ihr beim Lesen alter Rezensionen auch manchmal das unangenehme Gefühl, dass manches von den eigenen Gedankengängen früher nicht ganz unproblematisch war? :D

Habt einen schönen Tag!
Eure Dana

Dienstag, 29. September 2020

Von Abschied und Rückkehr

Hallöchen,
 
okay, das ist man mal ein paar Wochen nicht auf Blogger und dann muss man auf einmal klarkommen mit diesem ... ich weigere mich, das als sinnvolles Update anzuerkennen. Wer hat sich das ausgedacht? Und wie krieg ich mein altes Blogger zurück?

Ich gebe zu, in den letzten Wochen der Endphase meiner Bachelorarbeit habe ich es nicht mehr geschafft, mich auf irgendwas anderes zu konzentrieren, zumal ich dann noch innerhalb kurzer Zeit eine letzte Hausarbeit schreiben musste. (Zu COVID-19. Wie bescheuert muss man sein, um in Pandemie-Zeiten auch noch ein Seminar dazu zu belegen?)
Von daher bin ich leider ein wenig sang- und klanglos verschwunden, was mir auch leid tut, andererseits ist es ja nicht so, als hätte ich nicht schon erwähnt, dass ich an meiner Bachelorarbeit sitze. Ich hoffe nur, ihr seid jetzt nicht alle verschwunden, sondern es gibt noch Menschen, die sich für meinen Kram interessieren, denn ich vermisse das Bloggen. :D
 
Jedenfalls habe ich vorletzten Sonntag erfolgreich meine Bachelorarbeit und meine Hausarbeit abgegeben und war dann erst mal eine Woche im Urlaub, und ich muss sagen, es ist ein wundervolles Gefühl, das erste Mal seit Februar nicht durchgehend irgendwelche wissenschaftlichen Arbeiten schreiben zu müssen. Zumal mein Semester auch erst im November wieder startet und ich daher jetzt endlich ein bisschen durchatmen kann. Bin noch ganz überfordert damit. 
Und es ist ein sehr krasses Gefühl, dass ich ab kommendem Semester im Master Politikwissenschaft studieren würde. Irgendwie fühle ich mich noch nicht bereit dafür. ^^
 
Ansonsten habe ich in der Endphase nicht nur das Bloggen, sondern auch das Lesen und Schreiben schweifen lassen, was ich jetzt auch wieder mit neuem Elan aufnehmen möchte. (Das klingt jetzt so, als wäre es absolut ausgeschlossen, dass ich nicht stattdessen den Tag mit einer Serie im Bett verbringen würde. xD)
Momentan bin ich noch ein bisschen hin- und hergerisssen, ob ich ein neues Young Adult-Projekt schreibe oder mein altes, an dem ich seit drei Jahrhunderten sitze, endlich mal fertig überarbeite - was denkt ihr? ^^

Zudem müsste mein SuB ein bisschen aufgestockt werden und ich könnte endlich mal anfangen, die ganzen ausstehenden Monatsrückblicke aufzuholen - wann hab ich aufgehört? Juni? Juli? Hilfe.
In den nächsten Tagen werde ich aber endlich mal eure lieben Kommentare beantworten und bei euch vorbeischauen.Was habe ich so verpasst? :D Und wie geht es euch so? 

Bis dahin alles Liebe!
Eure einigermaßen motovierte Dana

PS: Kann man eigentlich irgendwas formatieren, ohne das Gefühl zu haben, 'ne Bombe zu zünden?

Dienstag, 22. September 2020

[Rezension] Die Sommer


Autorin
: Ronya Othmann
Verlag: Hanser
Seiten: 288
Erscheinungsdatum: August 2020
ISBN: 978-3-446-26760-2
Gebunden mit Schutzumschlag; 22,00€
 
 
Klappentext:
 
Das Dorf liegt in Nordsyrien, nahe zur Türkei. Jeden Sommer verbringt Leyla dort. Sie riecht und schmeckt es. Sie kennt seine Geschichten. Sie weiß, wo die Koffer versteckt sind, wenn die Bewohner wieder fliehen müssen. Leyla ist Tochter einer Deutschen und eines jesidischen Kurden. Sie sitzt in ihrem Gymnasium bei München, und in allen Sommerferien auf dem Erdboden im jesidischen Dorf ihrer Großeltern. Im Internet sieht sie das von Assad vernichtete Aleppo, die Ermordung der Jesiden durch den IS, und gleich daneben die unbekümmerten Fotos ihrer deutschen Freunde. Leyla wird eine Entscheidung treffen müssen. Ronya Othmanns Debütroman ist voller Zärtlichkeit und Wut über eine zerrissene Welt.