Freitag, 29. September 2017

[Rezension] Boy Nobody - Ich bin dein Freund. Ich bin dein Mörder.


Autor: Allen Zadoff
Übersetzer: Petra Post & Andrea von Struve
amerik. Originaltitel: Boy Nobody bzw. The Unknown Assassin - I Am the Weapon (2013) [es gab im Original einen Titelwechsel]
Verlag: Bloomoon
Seiten: 336
Erscheinungsdatum: 03.09.2013
ISBN: 978-3-8458-0005-9
Gebunden mit Schutzumschlag; 16,99€


Trilogie [wird nicht weiter übersetzt]:
  • Boy Nobody - Ich bin dein Freund. Ich bin dein Mörder.
  • Fearless - Ich bin dein Freund. Ich bin dein Verräter. 
  • amerik. I Am the Traitor

Inhalt:

Mit zwölf Jahren wurde er von dem „Programm" rekrutiert, nun, mit sechszehn, ist er einer der Besten und macht nie Fehler. Er gibt sich als der Freund der ihm genannten Zielperson aus, erschleicht sich ihr Vertrauen, um dann in die Nähe seines Opfers zu gelangen, das er tötet. 
Sein neuer Job ist ein Job wie jeder andere - oder? Denn der Zeitrahmen ist ungewöhnlich kurz. Und mit einem Mal kommen Zweifel auf - Zweifel, die jemand wie er nicht haben sollte ...

Äußere Erscheinung:

Der Titel passt durchaus – der Protagonist ist wirklich ein boy nobody ohne eigene Identität. Und gerade der Untertitel hat dann auch mein Interesse geweckt.
Das Cover ist auch passend, gerade durch die düsteren Farben, von denen sich der orangerote Titel abhebt und dem Fadenkreuz, das sich ohne den Rest, aber mit Einschussloch nochmal unter dem Schutzumschlag wiederfindet - etwas, was eben auch zu dem Job des Protagonisten passt.

Meine Erwartung:

Mich hat das Buch schon lange angesprochen, weil ich Storys aus der Sicht von Assassinen immer faszinierend finde, gerade in Bezug auf Moral und so, und hier schon die Leseprobe sehr … interessant klang. Nachdem ich allerdings herausfand, dass der Verlag die Reihe nach dem zweiten Teil nicht weiter übersetzen würde, verkümmerte das Buch zu einer SuB-Leiche, weil ich schlichtweg keine Lust mehr hatte, mich daran zu wagen, wenn ich doch entweder nicht weiterlesen kann oder ins Englische wechseln muss. Letztendlich habe ich mich vor kurzem überwunden und das Buch einfach mal gelesen.

Meine Meinung:

Wie gesagt, der Protagonist, der sich bei seinem neuen Auftrag Benjamin nennt, und den ich ab sofort auch bei diesem Namen nennen werde, hat quasi keine Identität. Er wurde von dem „Programm“ zum Assassinen ausgebildet und sein ganzes Leben besteht aus Aufträgen, bei denen er Freundschaften, meist zu den Kindern der von dem Programm ausgewählten Opfer vorgaukelt, inklusive erfundener Identität, um dann nach der Ermordung der Zielperson zu verschwinden.
Bis dato hat er seine Jobs auch immer fehlerfrei erledigt und seine Aufträge nie hinterfragt. Doch dieses Mal ist alles anders.

Die Frage nach der Moral ist ein zentrales Element. Genaugenommen weiß Benjamin kaum was über das Programm, außer dass es ihn zu einer Waffe ausgebildet hat und angeblich patriotische Absichten verfolgt, wodurch es auf den/die Leser*in automatisch ziemlich dubios wirkt. Davon abgesehen finde ich es aber schwierig, es und vor allem die wirklichen Motive einzuschätzen.
Hinzu kommt, dass Benjamin ironischerweise selbst einmal Opfer einer solchen vorgegaukelten Freundschaft wahr, deren eigentliche Intention sein Vater war. Das aktuelle Geschehen wird immer wieder von Rückblicken durchbrochen, in denen sich Benjamin an die Geschehnisse von damals erinnert und manchmal auch darüber  nachdenkt, was genau warum passiert ist.

Dabei wirkte Benjamin ziemlich gehirngewaschen auf mich, allerdings mit Potenzial zu mehr. Ich war überrascht, dass er seine frühere Identität, die er immerhin bis zu seinem zwölften Lebensjahr inne hatte, so verdrängt hat, dass er sich an das meiste kaum noch erinnert. Was aber eben auch wieder aufgegriffen wird und definitiv Potenzial für die Fortsetzungen bietet.
Generell ist dieses Buch in vieler Hinsicht eher ein Auftakt, der vielleicht Weichen stellt, aber dramatische Entwicklungen vermutlich für die Fortsetzungen aufspart. Dennoch können einige Wendungen überraschend sein, und langweilig wird es aufgrund des Zeitlimits und der Frage nach der Richtigkeit des Auftrags und einer möglichen Lösung auch nie, selbst wenn es keinen direkten Thrill-Effekt gibt, wie man ihn von einem richtigen Thriller erwarten würde.
Die Methoden des Programms bzw. von Benjamin sind dabei sehr ausgeklügelt, was eine faszinierende, aber auch unheimliche Vorstellung ist. Gerade Benjamin denkt dabei oft sehr strategisch und zeigt sein Können, was neben seinen körperlichen auch in seinen analytischen Fähigkeiten liegt.

Fazit: Spannende Story mit Potenzial, der Frage nach Moral und einem strategisch denkendem Protagonisten in einem dubiosen Programm


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