Mittwoch, 27. Dezember 2017

[Illuminae-Blogtour - Tag 2] Die verschiedenen Dokumentarten




Hallo,

vor einer Weile habe ich gemeinsam mit anderen Bloggern "Illuminae" von Amie Kaufman und Jay Kristoff gelesen, das wir euch nun in einer privaten kleinen Blogtour vorstellen wollen. Vorgestern hat Marianne bereits die Raumschiffe vorgestellt.

Doch worum geht es in dem Buch überhaupt?


Klappentext:

Heute Morgen noch dachte Kady, das Schlimmste, was ihr bevorsteht, ist die Trennung von ihrem Freund Ezra. Am Nachmittag dann wird ihr Planet angegriffen. Kady und Ezra verlieren sich bei der Flucht und gelangen auf unterschiedliche Raumschiffe. Doch die Fliehenden werden immer noch von dem feindlichen Kampfschiff verfolgt. Und damit nicht genug: Ein Virus, freigesetzt bei dem Angriff mit biochemischen Waffen, mutiert mit grauenhaften Folgen. Und dann ist da noch AIDAN, die Künstliche Intelligenz der Flotte, die von Raumtemperatur über Antrieb bis Nuklearwaffen alles an Bord steuert. Leider nur ist AIDAN bei dem Angriff außer Kontrolle geraten und übernimmt nun das Kommando.



Das Buch unterscheidet sich von den meisten Büchern dadurch, dass es keine typische Erzählung gibt. Stattdessen besteht es aus verschiedenen Dokumenten, die auf ihre Weise die Geschehnisse wiedergeben. Einige davon möchte ich euch heute vorstellen:


Befragungsprotokoll

Hiermit wird das Geschehen eingeleitet. Abwechselnd werden sich ergänzende Protokolle aus den Vernehmungen von den Protagonisten Kady und Ezra wiedergegeben, in denen die beiden quasi die bisherigen Geschehnisse zusammenfassen. Gleichzeitig erhält man als Leser*in dabei schon erste Einblicke in die Charaktere und ihre Beziehungen.
Authentizität wird hierbei dadurch suggeriert, dass Kady und Ezra Umgangssprache verwenden und sich von der Formalität lösen. Dabei kommt auch ihr Humor schon durch. Der Vernehmer bleibt dabei anonym, man merkt also, dass der Fokus auf den Protagonisten liegt.


Mails

Treten schon häufiger auf und bieten einen direkten Einblick in Gedankengänge, Gefühle, aber auch Beziehungen. Gleichzeitig werden hier aber auch Geschehnisse wiedergegeben. Die Liebe zum Detail merkt man in der Gestaltung, beispielsweise mit dem Absender, Datum und Empfänger.


Einsatzberichte

Ähneln quasi einer personalen Erzählung, zumal gerade die Unerfahreneren kaum Formalität zeigen. Dadurch kommen die Gefühle der erzählenden Person oft sehr ausgeprägt rüber, da sie eben meist unerfahren sind oder es sich um Extremsituationen handelt. Hierbei ist man also relativ nah an den Geschehnissen dran. Nettes Extra ist, dass "zensierte" Stellen durchgestrichen sind. Gerade bei Ezra kommen hier auch noch sarkastische Kommentare hinzu.


Transkriptionen der Aufnahmen der Überwachungskameras

Wie die Einsatzberichte ist man auch hier ziemlich nah am Geschehen dran. Auch diese Dokumentart tritt relativ häufig auf, mit zunehmender Dominanz, und zeichnet sich dadurch aus, dass die Person, die die Aufnahmen transkribiert hat, die Vorgänge kommentiert und uns mit der ihr eigenen Ironie durchaus auch öfter zum Lachen gebracht hat. Somit hat man hier einen außenstehenden Erzähler, ist aber gleichzeitig "live" dabei.


Chatverläufe

Einer der häufigsten Dokumentarten, die quasi als Dialog fungieren und somit Gedankengänge, Gefühle, aber auch Geschnisse ausdrücken. Und natürlich auch viel über die Beziehungen zwischen den Personen aussagen. Gerade zwischen Kady und Ezra sind sie oft humorvoll, manchmal ein wenig romantisch, manchmal auch traurig, auf jeden Fall gelingt es ihnen, Emotionen einzufangen.

Tagebucheinträge von Kady

Was wird klassischerweise mit sowas ausgedrückt? Richtig, Gefühle und Gedanken. Das ist hier nicht anders. Auch den Tagebucheinträgen merkt man dabei die Liebe zum Detail an, durch den Totenkopf-Header und die Gestaltung mit den Einsen und Nullen.


Mitteilungen zwischen den Generalen

Deutlich formaler handelt es sich hierbei in erster Linie um Lageberichte, die dem/der Leser*in auch einen Einblick in die Machtstrukturen geben, die den Protagonisten natürlich eher verborgen bleiben.
Gleichzeitig erfährt man hier auch etwas über die Gefühle und Gedankengänge der betreffenden Charaktere.


Offiziersmitteilungen

Meist mit einem "Geheimsache"-Stempel versehen, aber im Prinzip gilt hier dasselbe wie für die Mitteilungen zwischen den Generalen in Bezug auf den Einblick in tatsächliche Geschehnisse.


Kommandofrequenzen

Dienen vor allem dem Spannungsaufbau, da sie vor allem Extremsituationen wiedergeben.


Countdownzähler

Wozu dient ein Countdown? Klar, ebenfalls dem Spannungsaufbau. Es gibt doch nichts über die tickende Uhr im Hintergrund.


... und dann gibt es noch eine weitere Dokumentart, die ab der Hälfte zunehmend mehr Raum einnimmt und recht nah am Geschehen ist, gleichzeitig sehr faszinierende, aber teils auch unheimliche Einblicke gibt. Aber die zu enthüllen würde spoilern, also müsst ihr das wohl selbst herausfinden. ;)

Außerdem gibt es dann noch Skizzen von den Raumschiffen, Sicherheitsprotokolle, psychologische Gutachten, Transkriptionen von Unterhaltungen, allgemeine Bekanntmachungen ...... 600 Seiten voller unterschiedlicher Dokumente, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.


Allgemein gilt aber, dass die Gestaltung immer unglaublich cool gemacht ist, mit Liebe zum Detail wie Variationen im Schriftbild, handschriftlichen Notizen, Kerndaten in Mails, Tintenflecke und so weiter. Somit wird sich immer um das Suggerieren von Authentizität bemüht, zum Beispiel dadurch, dass das Schifflogo oft mit drauf ist.
In Bezug auf die Details lohnt es sich auch, mal auf Entdeckerreise zu gehen, zum Beispiel, wenn auf einer Opferliste bekannte Namen auftauchen ...

Einleitend gibt es eine E-Mail von der sogenannten Illuminae-Gruppe, die die Dokumente zusammengestellt hat und ihnen einen Rahmen gibt. Zu einzelnen Dokumenten gibt es dabei Anmerkungen, die auch durchaus humorvoll anmuten können, gleichzeitig aber auf wichtige Zeiten u.ä. hinweisen.
Als nettes Extra wird Fäkalsprache geschwärzt, was uns dazu anregte, Spekulationen darüber anzustellen, was da eigentlich gestanden hat.

Teilweise gibt es auch nur einzelne Sätze oder sogar Wörter auf den Seiten, was erstaunlich viel rüberbringen kann. Natürlich wirken sie auf den ersten Moment bedeutungsvoller. Dazu kommt, dass somit dieses lastende Schweigen nach einer Explosion auf einmal wirklich wird. Dass die Epik von Geschehnissen nochmal unterstrichen wird. Dass Spannung aufgebaut und nochmal gesteigert wird.
Manchmal ziehen Worte auch Bahnen über Seiten, einfache Sätze, die etwas Formen oder einfach Flugbewegungen ausdrücken, was jedes Mal wieder ein kleines Kunstwerk war. Gerade schockierende/ krasse/ actionreiche Szenen werden mit chaotischen Seiten, in denen alles drunter und drüber geht, oder besonders leeren Seiten ausgedrückt.


Fazit: Abwechslunsgsreich mit Liebe zum Detail - die verschiedenen Dokumenarten geben einen umfassenden Überblick über die Geschehnisse, Gefühle, Gedanken und Beziehungen der Charaktere, sodass man als Leser*in anders als vielleicht erwartet ziemlich nah an die Ereignisse und Personen herankommt, und gleichzeitig auf fast jeder Seite wieder etwas entdecken kann.


Morgen geht es dann mit einer Vorstellung der Leserunde bei Anna weiter, übermorgen erzählt Malte etwas über künstliche Intelligenz und am 29. Dezember wird Lea euch ähnliche Bücher empfehlen.
Ich hoffe, wir können denjenigen unter euch, die das Buch noch nicht gelesen haben, dieses näher bringen. ;)

Eure Dana

Quelle Cover & Klappentext: dtv
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