Donnerstag, 25. Januar 2018

Was ich über Vorsätze mal sagen will

Zum Jahreswechsel folgten wie jedes Jahr wieder zahlreiche Vorsätze. Und wie jedes Jahr machte ich da einfach nicht mit.
Versteht mich nicht falsch, ich kann das absolut verstehen. Ein neuer Abschnitt suggeriert den optimalen Moment, um etwas zu ändern. Nur verfahre ich für mich persönlich ganz gut damit, Dinge das ganze Jahre über zu ändern, mir dann etwas vorzunehmen, wenn mir auffällt, dass ich etwas ändern möchte.
Und ja, natürlich habe ich Vorsätze. Mehr Klassiker lesen - aber das habe ich schon im August beschlossen. Bücher aus dem englischsprachigen Raum weitgehend nur noch im Original zu lesen - das habe ich auch zwischendurch mal beschlossen. 
Wie gesagt, ich kann verstehen, dass es einfacher fällt, dies mit einem neuen Abschnitt zu tun. Das hängt von jedem selbst ab. Nur irritiert mich manchmal dieser Vorsätzewahn nach Silvester.

Der Klassiker: Mehr Sport treiben.

Schlägt man im jungen neuen Jahr Kataloge auf, springen einem die Fitnessutensilien quasi entgegen: Sportklamotten, Therabänder, Gewichte, Gymnastikbälle und und und. Ziemlich viel lustiges Zeug, das bei den meisten ab der dritten Woche sowieso in der Ecke verstaubt.
Am meisten stört mich jedoch das mitschwingende Body Shaming: "Weg mit den Schwabbelschenkeln - so kriegst du dünne Beine", "Mit diesen Übungen bekommst du schlanke Waden in 30 Tagen", "Reiterhosen wegtrainieren", "Bye bye, Rückenfett", "Unterbauchfett - so wirst du es endlich los" und so weiter, und so fort. Verbunden mit Bildern, die vom Stil her an die Abschreckbilder auf Zigarettenpackungen erinnern, daneben dann der Optimalfall mit der straffen Haut.

Ich hab nichts gegen Sport. Ich hab auch nichts dagegen, abzunehmen, wenn man sich in seinem Körper nicht wohlfühlt oder solche Übungen an sich zu machen. Nur gefällt mir nicht, wie das aufgezogen wird.
Denn überall schwingt mit "Du musst dünn sein, du musst straffe Haut haben, Kurven sind ekelig, ...." WARUM?! Wer hat festgelegt, dass Kurven nicht länger sexy, sondern abstoßend sind, warum müssen wir alle straffe Haut haben, was haben wir davon?

Wie gesagt, ich habe nichts dagegen, wenn man Muskeln aufbauen will. Wenn man sich in seinem Körper wohler fühlt, wenn man schlank ist. Aber ich habe was dagegen, dass das das Einzige ist, was gesellschaftlich akzeptiert zu sein scheint. Ich habe was dagegen, wie unbewusst Schuldgefühle bei denen erzeugt werden, die nicht aussehen, als wären sie Model oder Leistungssportler*innen.
Statt dass auch einfach mal gesagt wird: Jede*r soll sich auch in dem Körper wohlfühlen, der er/sie hat, selbst wenn er/sie nicht aussieht wie ein photogeshoptes Size-0-Model.

Ganz abgesehen davon, dass die meisten Versprechungen total utopisch anmuten. Sixpack in sieben Tagen - wie soll das denn gehen?!

Buchige Vorsätze dagegen ...

Auf Blogs begegnet einem in diesen Tagen auch zahlreiche buchige Vorsätze, und die finde ich meist sogar ziemlich inspirierend. Wenn ich auch, wie gesagt, selbst nicht so verfahre. 
Ich setze mir kein Ziel, weil es bei mir nicht um die Menge geht, sondern ums Lesen selbst, aber fairerweise muss ich dazu sagen, dass viele oft bewusst ein niedriges Ziel setzen und da hauptsächlich der Spaß-Faktor mitschwingt.
Wie gesagt, ich kann verstehen, dass so ein Abschnittswechsel einfach auch mal den Raum bietet, Dinge verändern zu wollen. Oder sich einfach mal kleine Herausforderungen zu setzen.

Das Durchziehen ist nochmal eine ganz andere Sache.

Das Traurige an vielen Vorsätzen ist ja eigentlich immer, dass sie jedes Jahr gemacht werden und dann jedes Jahr wieder nach ein paar Wochen in der Versenkung verschwinden und man im üblichen Trott landet. Nicht immer. Aber gerade in Bezug auf die Klassiker schon irgendwie. Und das wiederum ist noch so ein Grund, weshalb ich Vorsätze lieber jederzeit treffe und mich dann ganz bewusst dafür entscheide. Und vielleicht auch nicht gleich eine 180-Grad-Wende vollführen will, sondern Dinge schleichend ändere.
Wenn wir etwas ändern wollen, sollen wir das tun. Nicht für andere, nicht für verdrehte Rollenbilder, sondern für uns selbst. Und das sollte die größte Motivation sein, das durchzuziehen.

Wie seht ihr das? Setzt ihr euch Vorsätze? Und wenn ja, welche?

Eure Dana

8 Kommentare

  1. Huhu Dana :)

    das kann ich so unterschreiben. Gerade was den Bereich Sport betrifft. Solche Vorsätze sollte man sich jederzeit machen können, wenn man meint, dass es einem gut tut und man etwas verändern möchte. Nur weil ein neues Jahr anfängt sich diesen Vorsatz zu nehmen, halte ich für völligen Unfug. Man muss es wollen und auch dahinter stehen. Und was du über diese falschen Bilder sagst, die einem von den Medien vermittelt werden ist auch völlig inakzeptabel und sehe ich genau wie du. Ich selber bin immer schon ein Pummelchen gewesen. Und ich mache Sport mittlerweile in erster Linie nur noch, weil es mir gut tut und ich mich dann wohler fühle. Natürlich wäre es schön auch Kilos zu verlieren, aber ich glaube, dass passiert dann schon automatisch, ohne dass ich mich da enorm unter Druck setze. Den Vorsatz wieder mit Sport anzufangen hatte ich mir letztes Jahr im August schon gesetzt und damit nicht erst bis zu diesem Jahr gewartet ;). Und es klappt auch ganz gut so ^^. Wie gesagt, ich fühle mich besser. Und das ist die Hauptsache.
    Deswegen mache ich mir in sofern auch keine persönlichen Vorsätze. Nur die buchigen Vorsätze bleiben, aber da es sich dabei um mein Hobby handelt, sehe ich die relativ locker :). Wenns klappt ist gut und wenn es nicht klappt, auch gut ^^.
    Sehr schöner Post ♥.

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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    1. Hallo liebe Insi,

      ich finde, das ist eine tolle Einstellung von dir! Ich denke auch, dass das Wichtigste ist, sich in seinem Körper wohlzufühlen.
      Ich finde Vorsätze beim Schreiben manchmal ganz hilfreich, um sich ein bisschen zu disziplinieren, aber auch da lasse ich in der Regel Spielraum. ^^

      Liebe Grüße ♥

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  2. Ich sehe das wie du. Neue Dinge vornehmen kann man sich zu jedem Zeitpunkt und ich glaube ja, dass die, die dafür extra ein neues Jahr abwarten, sie sowieso nicht einhalten. Viele haben einfach das Gefühl, irgendwie dazu gezwungen zu sein, weil es eben jeder macht und im Endeffekt möchten sie es gar nicht durchziehen.
    Ich habe mir zwar welche aufgeschrieben, aber das sind alles Dinge, die ich über das Jahr schon versucht habe, umzusetzen und das "nur" beibehalten will.
    Den Sport-Vorsatz finde ich grundsätzlich gut, den habe ich auch, aber nur wenn man ihn aus den richtigen Gründen setzt. Unbedingt abnehmen zu wollen, weil die Gesellschaft es einem vorschreibt (was du ja auch ansprichst) empfinde ich auf jeden Fall als falschen Grund.
    Toller Beitrag!

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    1. Interessanter Gedanke, liebe Jacquy, an dem vermutlich was Wahres dran ist. Ich meine, viele gehen da ja schon mit dem Hintergedanken ran, dass sie es eh nicht schaffen, das durchzuziehen.

      Danke. :)

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  3. Hi liebe Dana,

    ich sehe das sehr ähnlich wie du. Ich finde, dass man sich Sachen immer vornehmen kann und das zu jeder Tages-, Uhr- und Jahreszeit.

    Was ich gerne mache ist mir Ziele für das Jahr vorzunehmen, die ich gerne schaffen würde, oder Sachen, die ich gerne erleben würde, aber die sehe ich nicht zu streng und es ist eher eine kleine Richtlinie für mich

    Liebe Grüße ♥

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    1. Hey liebe Anna,

      ja, sowas finde ich auch manchmal ganz schön, einfach, weil man sich dann mal hinsetzt und sich überlegt, was man noch so machen möchte. Vermutlich bietet sich da ein Jahreswechsel auch einfach mal an. ^^

      Liebe Grüße ♥

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  4. Den Punkt mit „Wenn mir etwas auffällt“ finde ich total wichtig. Wenn mir was auffällt, was ich gerne ändern oder ausprobieren will, warum solle ich damit bis Neujahr warten? Das würde ja heißen, wenn mir im Februar etwas auffällt, habe ich bis zum nächsten Januar keine Chance, es zu ändern.
    Und andersherum: Solche festen Termine würden bei mir auch dafür sorgen, dass ich, sobald ein Vorsatz bei mir im Januar nicht so gut geklappt hat, es dann bis zu nächsten Jahr einfach völlig aufgebe. Dabei kann man ja jederzeit mit einem Vorsatz anfangen bzw. wieder von vorne anfangen.

    Das mit dem Bodyshaming ist ein guter Punkt, das geht mir auch auf den Geist. Kommt wahlweise im Winter zu Neujahr oder im Frühling, wenn es darum geht, den „Beachbody“ anzutrainieren. Dabei lerne ich grad aktuell in der Uni, wie ineffektiv Diäten sind (Sinnvoll ist nur eine dauerhafte Umstellung auf gesunde Ernährung) und dass Sport alleine den Körperfettanteil nicht reduziert. Unnötige Schönheitsideale und unrealistische Versprechen. Es lebe der Januar...

    Beim Lesen geht es mir auch nicht darum, möglichst viel zu lesen, aber ich finde die vielen Challenges, die zum Januar starten, manchmal auch echt inspirierend. Ich setze mir auch immer ein Jahresziel, aber nicht, weil ich mehr lesen will als andere, sondern um mich daran zu erinnern, dass ich manchmal Zeit sinnlos im Internet vertrödle, die ich auch mit Lesen verbringen könnte, was mir viel mehr Spaß machen würde. Mein Ziel passe ich dem an, was ich im letzten Jahr gelesen habe, damit es auch realistisch ist.

    Ich denke auch, dass das „jederzeit Vorsätze treffen§ dabei hilft, sie durchzuziehen. Wenn man sich Anfang des Jahres tausend Dinge vornimmt, die man gleichzeitig anfängt und sich zum Teil dann erst aus den Fingern saugt, ist es unwahrscheinlich, das man alle schafft. Wenn man dagegen im Laufe des Jahres Sachen findet, die man gerne machen würde, und sich Zeit nimmt, zu überlegen, wie man sie erreichen kann, sind die Erfolgsaussichten deutlich größer.

    Deswegen halte ich das so wie du. Dieses Jahr habe ich keine wirklichen Vorsätze, weil ich noch keine Zeit hatte, darüber nachzudenken ^^.

    Liebe Grüße :)

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    1. Wobei das meiste ja eher quasi gesucht wird. Ich meine, ich finde es ja gar nicht schlimm, wenn man mal drüber nachdenkt, was man in seinem Leben verändern will, aber in der Regel ist so wenig wirkliche Motivaton dahinter, es wirkt eher wie ein Zwang.
      Umgekehrt habe ich dann das Gefühl, dass das Warten bis zum nächsten Jahr dann als Ausrede dienen kann.

      Ja, wie gesagt, ich finde soche Challenges auch inspirierend. Ist zwar nicht direkt mein Fall, aber es lädt dazu ein, auch selbst mal die KOmfortzone auszuweiten oder sein Leseverhalten zu ändern.

      Liebe Grüße ^^

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