Samstag, 10. Februar 2018

Jahresrückblick 2017

So, heute dann der Jahresrückblick, den man eigentlich erwartet. Nämlich den vom letzten Jahr.

Auch hier verlinke ich einfach mal die Monatsrückblicke: Januar bis April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November und - oh, Überraschung - Dezember.


Statistik:

Gelesene Bücher insgesamt: 61
Man merkt, ich hatte weniger Zeit. Wobei das immer so phasenweise war, zwischendurch habe ich sogar ziemlich viel gelesen.
Englische Bücher: 16
Irgendwie dachte ich, das wären mehr gewesen - oder habe es zumindest gehofft -, andererseits habe ich gerade in der zweiten Hälfte viele Bücher von deutschen Autor*innen gelesen.
Re-Reads: 18
Ein sehr nostalgisches Jahr. :D
Bücher, die ich auf Deutsch schon gelesen und jetzt auf Englisch nochmal gelesen habe: 1
Klassiker: 2
Veröffentlichte Posts: 97
Man merkt, ich hatte auch weniger Zeit zum Bloggen.
Beendete Reihen: 7


Highlights:


Es tut mir leid für die Überbelichtung, aber Fotografieren ist auch einfach nicht so meins. Anyway.

Scherben der Dunkelheit" und Herz aus Nacht und Scherben" sind zwei tolle Bücher aus der Feder von Gesa Schwartz, die mich immer wieder mit ihrem bildreichen, metaphorischen Schreibstil überzeugt, einmal in einem düsteren Zirkus in der Bretagne und einmal zwischen den Welten in Venedig.
Es war einmal Aleppo" von Jennifer Benkau widmet sich der Flüchtlingskrise und zeigt auf authentische Weise, wie tief verwurzelt Vorurteile auch bei den Menschen sind, bei denen wir es eher nicht vermuten würden.
Der zweite Band von „Die Feenjägerin" von Elizabeth May zog mich endgültig in seinen Bann mit den fundiert recherchierten schottischen Feenmythen, eingewoben in ein düsteres Steampunk-Setting mit tiefgründigen Charakteren.
The Hate U Give" von Angie Thomas gibt der Ungerechtigkeit gegenüber Schwarzen (nicht nur) in den USA eine Stimme und steht mit diesem fiktiven Fall für die vielen realen Fälle - ein wichtiges Buch, das seinen Hype verdient.
Illuminae" von Amie Kaufman und Jay Kristoff besticht in erster Linie durch die herausragende Gestaltung: Die mitreißende Geschichte wird durch mit Liebe zum Detail gestaltete Dokumente erzählt, die zum Entdecken einladen.

Weitere Highlights, die nicht auf dem Foto sind:
Die „The Heroes of Olympus"-Reihe von Rick Riordan, die keine meiner Befürchtungen bestätigte, sondern mich vielmehr total begeisterte, da sie das Niveau der „Percy Jackson"-Reihe definitiv zu halten vermochte und mich mit dem Sarkasmus und den liebenswerten Charakteren total in ihren Bann zog.
Dann den zweiten und den dritten Band der „Red Rising"-Trilogie von Pierce Brown, eine fesselnde, mitreißende und epische Science Fiction-Reihe mit viel Action und einem faszinierenden Szenario sowie tiefgründigen Charakteren.
Auch nicht abgebildet, aber ein weiteres Highlight ist „Wo das Dunkel schläft" von Maggie Stiefvater, ein würdiger Abschluss der „Raven Cycle"-Reihe mit ihren Charakteren, die man längst tief ins Herz geschlossen hat.
Ein weiterer toller Abschluss war „Der letzte Stern" von Rick Yancey, der eine düstere, fesselnde Atmosphäre mit einem selbstenttarnenden Sarkasmus vereinbarte.

Und wenn man dann auch noch die Re-Reads mitzählt, hätten wir da noch die Edelsteintrilogie von Kerstin Gier, „Percy Jackson" von Rick Riordan, „Arkadien" von Kai Meyer und die „Violet Eden-Chapters"-Reihe von Jessica Shirvington. Außerdem „Anna Dressed in Blood" von Kendare Blake, das mich mit der düsteren Geisterstory und dem sarkastischen Schreibstil auch beim zweiten Lesen wieder überzeugen konnte.

Auch letztes Jahr waren wieder viele, viele tolle Bücher dabei, und dabei eigentlich gar keine wirklich schlechten Bücher, was mich wirklich freut.


Und privat so?

2017 war ein turbulentes Jahr. Zum Einen habe ich mein Abitur gemacht, was ziemlich viele Ereignisse wie den Abiball oder die Mottowoche mit sich zieht, aber eben auch Lernstress, die Anspannung vor den Klausuren und die Erleichterung, als dann das Ergebnis kam, mit dem ich mehr als zufrieden bin. Dabei habe ich auch gelernt, wie intensiv ich tatsächlich lernen kann, wenn ich muss. Und auch wenn dadurch ein Abschnitt meines Lebens vorbei ist, ein Bereich, der mit zwölf Jahren mich doch einen Großteil meines Lebens auch begleitet, mich geprägt und geformt hat, freue ich mich auf den neuen Abschnitt.
Dieser begann dann im Oktober. Nachdem ich mir im Frühjahr oder eigentlich eher frühem Sommer endlich darüber klargeworden bin, was ich studieren will, habe ich im Herbst dann mein Studium der Ethnologie und Politik begonnen. Damit einher ging ein Umzug in eine neue Stadt, das Eingewöhnen in eine andere Umgebung und der Aufbau neuer Kontakte. Ich habe dabei auch hier viele tolle Menschen kennengelernt und mich vor allem auch verändert. Ich würde sagen, dass ich selbstbewusster geworden, auf jeden Fall aber selbstständiger, und auch gelassener.
Gleichzeitig ist mir aber auch wieder richtig bewusst geworden, wie sehr ich meine „alten" Freund*innen doch ins Herz geschlossen habe und wie sehr ich die gemeinsame Zeit mit ihnen liebe und wie sehr ich sie wertschätze.

Darüber hinaus habe ich begonnen, im Rahmen der immer mehr auftretenden Debatte um Diskriminierung, auch unterschwellige und auch im Buchbereich (aber auch durch mein Studium), sensibler zu werden. Ein langandauernder Prozess, bei dem ich noch an mir arbeiten muss, aber ... nobody's perfect.
Durch die vielen Veränderungen in meinem Leben habe ich das Lesen, Schreiben und Bloggen ein wenig vernachlässigt, was ich aber wieder ändern möchte, weil das drei Hobbys sind, die ich sehr liebe. Dennoch habe ich zum Ende des Jahres hin wesentliche Fortschritte in der Überarbeitung meines Projektes erlangt.
Im März war ich zudem das erste Mal auf der LBM, was eine weitere tolle Erfahrung war. Im Dezember habe ich gemeinsam mit AnnaMarianneMalteInes und Lea „Illumiae" gelesen und in einer Blogtour vorgestellt.


2017 war also ein Jahr voller toller Erfahrungen und Momente, mit vielen tolle Menschen, in dem ich mich weiterentwickelt habe, nicht nur weil ich 18 geworden bin (was irgendwie nur bedeutet, alleine Autofahren zu dürfen und Verträge neu unterschreiben zu müssen ^^). Mal sehen, was 2018 so bringen wird.

Eure Dana

Montag, 5. Februar 2018

Die Sache mit den problematischen Büchern

Ich denke mal, die aufkommende Diskussion um problematische Inhalte (e.g. Rape Culture, Sexismus, Rassismus) in (Jugend-)Büchern ist an keinem vorbeigegangen. Und ich möchte heute einfach mal meine Gedanken zu einem Weg loswerden, wie man damit umgehen kann. Und nein, ich möchte solche Inhalte damit nicht rechtfertigen. Das ist auch nur ein Vorschlag und nichts, was alle so tun sollten. Und vielleicht sieht meine Meinung in zwei Monaten auch wieder ganz anders aus.
Aber weil dies mein Blog ist, will ich meine Gedanken einfach mal mit euch teilen. Ich bin jederzeit offen für andere Ansätze, wie gesagt, das ist alles nicht in Stein gemeißelt.

Ich bin ja nun durchaus ein "Throne of Glass"-Fan, wie regelmäßige Leser*innen festgestellt haben dürfte. Nun begibt es sich, dass diese Reihe auch des Öfteren mal ins Fadenkreuz der Kritik geriet. Und mich somit unweigerlich in ein moralisches Dilemma stürzte.
Klar bin ich gegen jede Art von Diskriminierung, gegen die Darstellung sexistischer Verhaltensweisen, gegen ungesunde Darstellungen von Liebe. Aber was, wenn ich kritisierte Bücher trotzdem liebe?
Unwillkürlich begann ich, nach Entschuldigungen zu suchen, nach Rechtfertigungen. Schalt mich selbst dafür. Versuchte, mir solche Bücher auszureden. Stieß auf Verzweiflung, auf Trotz. Ein ewiges Hin und Her zwischen kritischer Offenheit und dem Suchen nach Rechtfertigungen, für die ich mich dann wieder verabscheute.

Bis mir letztens irgendwann klar wurde, dass das der falsche Weg ist. In meinen Augen geht es nicht darum, alle Bücher mit problematischen Inhalten zu verteufeln. Sie plötzlich zu hassen.
Und ich schaffte es für mich selbst zu sagen: Es ist okay. Es ist okay, wenn du die Geschichten trotzdem liebst, denn natürlich kannst du den Plot/ den Schreibstil/ whatever lieben, auch wenn du die Problematik in anderen Bereichen erkennst.
Denn die Welt ist nun mal nicht schwarz und weiß. Es gibt nicht falsch und richtig, nicht gut und schlecht, nicht liebenswert und zu boykottieren.

Es geht vielmehr darum, auf solche problematische Inhalte aufmerksam zu machen. Sie zu kritisieren, zu hinterfragen, zu reflektieren. Selbst wenn ich den Rest toll fand. 
Denn die Ursache ist doch eher ein gesellschaftliches Problem. Verankerte Ansichten, sexistisch, rassistisch, und so weiter, Ansichten, die sich dann in Büchern widerspiegeln. Vielleicht wird das, was wir heute nicht als problematisch ansehen, dann in fünf/zehn/fünfzehn Jahren als problematisch angesehen.
Ich wage mal zu behaupten, dass die wenigsten Autor*innen die Intention habe, sexistisch/ rassistisch/ etc. zu sein. Sie reproduzieren im Endeffekt nur gesellschaftliche Ansichten. Das macht den Rest doch nicht automatisch schlecht.

Stattdessen sollten wir auf die Probleme aufmerksam machen, sie in die Diskussion bringen, sie problematisieren, für alle zukünftigen Bücher fordern, dass sie nicht mehr auftauchen - aber nicht zwangsläufig den Rest boykottieren. Veränderungen kommen nicht über Nacht. Aber ein Buch plötzlich abzulehnen, weil es problematische Inhalte enthält (und damit meine ich, nur solange diese Inhalte nicht dominieren!), ist mir zu Schwarz-Weiß. Zu sehr am eigentlichen Problem vorbei. Und vor allem bringt es mich in einen Konflikt zwischen meiner rationalen Erkenntnis und meinen Emotionen, und darum geht es einfach nicht.

Denn in gewisser Weise hatte ich das Gefühl, dass das zu etwas führt, weshalb Leute sich so etwas verschließen. Weil sie das Gefühl haben, dass ihnen etwas weggenommen wird, und sie deshalb übertrieben emotional nach Rechtfertigungen suchen, statt dass man über Dinge diskutiert, sie problematisiert, aber trotzdem akzeptiert, wenn man den Rest mag.
Und ja klar, wenn solche Inhalte die Story dann dominieren, dann ist das auch nicht mehr akzeptabel - ich rede hier eher von unterschwelligen, beiläufigen Inhalten. Und natürlich kommt es dann auch noch immer auf das Ausmaß an.

Ja, ich liebe "Throne of Glass". Aber ich bin mit der Darstellung der Liebesgeschichten auch unglücklich. 
Wie sehr sowas einen stört, sollte vielleicht jeder für sich entscheiden - solange er/sie sich der Problematik eben bewusst ist.

Und jetzt ihr: Denkt ihr, dass ist ein falscher Ansatz? Wie geht ihr damit um? Sollte man Bücher boykottieren, weil sie problematische Inhalte enthalten, oder die Freude am Lesen akzeptieren und sowas losgelöst davon problematisieren?

Eure Dana

Freitag, 2. Februar 2018

[Rezension] Strikers Fall


Autor: Susanne Leuders
Verlag: Verlagshaus el Gato
Seiten: ca. 330
Erscheinungsdatum: 12.09.2017
ISBN: 978-3-946049-23-4
Taschenbuch; 13,90€


Dilogie (wahrscheinlich, aber nicht sicher):



! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZUM VORGÄNGER !