Dienstag, 10. April 2018

[Rezension] Blood of Eden - The Forever Song


Autor: Julie Kagawa
dt.: Unsterblich - Tor der Ewigkeit
Verlag: Harlequin Teen
Seiten: ~400
Erscheinungsdatum: April 2014
ISBN: 978-0-373-21112-8
Gebunden mit Schutzumschlag
(Taschenbuch)


Blood of Eden-Trilogie:


! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZU DEN BEIDEN VORGÄNGERN !


Inhalt:

Nachdem Sarren Zeke umgebracht hat, ist Allie zu dem Monster geworden, das sie jahrelang bekämpft hat. Angetrieben von dem Drang nach Rache begibt sie sich auf die Suche nach dem Psychopathen, begleitet von Kanin und Jackal. Doch Sarren scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein und ein grausames Spiel mit ihnen zu spielen ...


Äußere Erscheinung:

Ich finde diese schimmernden, neuen Cover ziemlich schön und war positiv überrascht, als ich unter dem Schutzumschlag dann nochmal ein Mädchen - mit asiatischerem Aussehen - entdeckte.
Der Titel passt unterdessen zu Sarrens psychotischem Gelaber. ^^ Und dass die Vögel - urgh, Sarren - ein Unendlichkeitszeichen bilden, ist auch irgendwie ziemlich hübsch.

Meine Erwartung:

Dieser Cliffhanger am Ende des zweiten Teils war ja mal mies. Und nachdem ich erst ewig auf die Übersetzung dieses Buches gewartet habe und die beiden Vorgänger nun doch noch mal auf Englisch gelesen habe, brannte ich natürlich darauf, herauszufinden, wie es denn jetzt weitergeht.

Meine Meinung:

Was diese Buchreihe, aber auch noch mal explizit diesen Abschlussband ausmacht, sind die unerwarteten Wendungen. Ich meine, die Autorin hat bereits im Vorgänger gezeigt, wie sie innerhalb von zwanzig Seiten alles, was bis dato nach einem perfekten Happy End aussah, zum Teufel schicken konnte, und auch diesmal war es einfach auch ein sehr emotionsreiches Buch. 
Julie Kagawa versteht sich auf das Einbauen unerwarteter Wendungen und Überraschungen, sodass das Lesen dieser Reihe und eben auch dieses Bandes zu einer höchst emotionalen Angelegenheit wurde. Ich war komplett mitgerissen, an die Seiten gefesselt und versunken in diese düstere Story, gleichzeitig wechselten Schock, Erleichterung, Fassungslosigkeit, Verzweiflung, Ungläubigkeit ... einander ab. Ehrlich, die Bücher - und insbesondere dieser Abschluss - haben mich fertig gemacht. Und dafür liebe ich diese Reihe.
Ich liebe sie dafür, wie sie mich emotional mitgenommen hat, wie sie mich immer wieder überrascht hat, wie ich mitgefiebert habe und wie sie mich fertig gemacht hat, denn genau das macht eine gute Story aus - die Emotionen.

Gleichzeitig sind mir einige Charaktere unheimlich an Herz gewachsen. Kanin, zum Beispiel. Was eigentlich beeindruckend ist, weil man objektiv betrachtet ja gar nicht mal so viel über ihn erfahren hat, trotzdem mag ich ihn als Allies Mentor, als weisen, starken, aber auch nicht unverletzlichen Vampir irgendwie ziemlich gerne. Ich meine, auch als Leserin habe ich ihn im letzten Teil nicht gerade in seinen ruhmreichsten Momenten erlebt, und doch ... er konzentriert sich immer auf das Wesentliche, bewahrt Ruhe, erkennt die Zusammenhänge und setzt sich erfreulich viel für die Menschen ein.
Ach ja, und ich liebe ja so ein bisschen Jackal. Ich meine, der Typ ist an sich der reinste Psychopath. Was diese Reihe aber ausmacht, ist, dass auch die Psychopathen nicht ausschließlich schlecht sind. Was diese Reihe ausmacht, sind die ganzen Schattierungen von "Böse". Die Grenzen verwischen. Ich meine, Jebbadiah zum Beispiel hat Zeke geschlagen, was definitiv verabscheuenswürdig ist und auch durchaus als diskutabel dargestellt wird, aber er ist deswegen kein Antagonist und seine Gründe - wie zweifelhaft sie sein mögen - werden gezeigt, ebenso wie das Gute, das er vollbracht hat.
Und obwohl Jackal grausam und skrupellos ist, gibt es Seiten, die durchaus sympathisch sind - die Charaktere sind so vielschichtig, facettenreich und nicht einfach nur gut oder böse. Wie wohl kein Mensch. Was Jackal, wie er so gerne betont, ja auch nicht ist. Und da wäre ja noch die Interaktion zwischen Allie und Jackal.

"A church," Jackal said in obvious distaste. "Of course it would be a church. Why am I even surprised? You really don't get this whole demon thing, do you, sister?" (Seite 68)

Ich glaube, der mit Abstand am häufigsten auftauchende Satz ist "Shut up, Jackal", was mich mit zunehmendem Auftauchen immer mehr zum Grinsen brachte und eigentlich super die Beziehung zwischen den beiden reflektiert. Denn selbst wenn Allie zu einem skrupellosen Monster wird, sind es doch die Dialoge zwischen den beiden, die mich immer wieder zum Grinsen oder gar zum Lachen brachten, einfach weil die beiden gar nicht anders können, als sich zu zanken. Wie richtige Geschwister eben, auch wenn sie das nur übers Blut sind
Das i-Tüpfelchen ist dabei Kanins Reaktion, die meist aus Ignoranz besteht, bis dann schließlich doch ein entnervter Kommentar von ihm kommt - manchmal gar nicht so fern von dem, was man von einem Vater erwarten würde. Und genau diese Interaktion zwischen den dreien trägt einfach ungemein zum Unterhaltungswert bei, ohne dass das zu Konflikten mit dem Setting oder den Geschehnissen führt. Allein deswegen lohnt sich das Buch.

Ansonsten will ich hier gar nicht viel erzählen. Sarren ist ein Antagonist, den ich wirklich zu hassen gelernt habe, und ich habe unheimlich mitgefiebert und gehofft, dieses Sinnbild eines Psychopathen möge abkratzen. Und dieser verdammte letzte Satz vom Vorgänger hat mich fertig gemacht. Erst recht, da Allie so ein Monster geworden ist wegen Zekes Nicht-Tod.
Dabei hat diese Geschichte auch einfach einen unheimlichen Sog auf mich ausgeübt, sodass ich absolut an die Seiten gefesselt war und mich nur äußerst schwerlich von ihnen und vor allem aus dieser Welt heraus zu lösen vermochte.
Generell fand ich aber, dass die Art, wie alles gelöst wurde, sehr gelungen war. Stimmig, schockierend, mitreißend - ziemlich perfekt also. Weshalb diese Trilogie nun definitiv zu meinen Lieblingsreihen gehört. Und das, obwohl ich doch eigentlich gar keine Zombies mag.

Fazit: Fesselnder, vor allem emotional total mitreißender Abschluss einer genialen, düsteren Trilogie mit unerwarteten Wendungen, vielschichtigen Charakteren, bei denen jede Gut-Böse-Trennung stark verwischt wird, und einer unheimlich unterhaltsamen Interaktion zwischen den Charakteren verbunden mit einer gelungenen Auflösung einer tollen Story!



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