Montag, 14. Mai 2018

DSGVO oder wieso ich gerade ein bisschen traurig bin

Ich gebe es zu, ich war die letzten Monate auch nicht wirklich aktiv, was sich in zahlreichen entsprechenden Posts zeigt. Was daran liegt, dass ich eine Wohnung gesucht habe, Semesterferien hatte und ungezogen bin. 
Aber man kann nicht ewig darauf warten, dass sich das Leben wieder einpendelt, nicht wahr? Denn das tut es nie so ganz.

Aber darüber hinaus lag es noch an etwas anderem. Nämlich den Veränderungen in der Blogger-Sphäre.
Als ich das erste Mal aus einer kleinen Pause wieder auftauchte, erschienen plötzlich überall Posts. DSGVO. Datenschutz, Abmahnangst, neue Recht, Planlosigkeit. Mit der DSGVO, die in etwa zehn Tagen in Kraft tritt, breitete sich auf einmal glatte Panik ein. Gefolgt von Unsicherheit. Gefolgt von Resignation. (Siehe auch hier einen Beitrag von der lieben Insi dazu.)
Und auf einmal habe ich das Gefühl, die Bloggerwelt sei so leblos wie lange nicht mehr. Erst dachte ich, es läge daran, dass ich selbst in letzter Zeit so inaktiv war. Aber dann wurde mir klar, dass das nicht der einzige Grund ist.
Kommentare bleiben aus, andere posten kaum noch, immer mehr Blogs hören auf oder spielen mit dem Gedanken, aufzuhören, panisch werden Anbieter gewechselt und alle stehen da in verzweifelter Überforderung.

Und mir geht es ja nicht anders. Ich habe auch keinen Plan, wie ich legal bloggen kann, ohne dass ein unverhältnismäßiger Arbeitsaufwand entsteht. Verdammt, das war mal ein Hobby. Sich einfach nur austauschen wollen über Bücher, gemeinsam mit anderen. Und ja, solche Gesetze sind wichtig. Nur halt in dem Ausmaß nicht mehr für unsere Größe.
Aber darum soll es hier gar nicht gehen, denn darüber wurde schon genug geschrieben, sich aufgeregt, Petitionen verfasst, lamentiert. Mir geht es gerade vielmehr darum, was dieses Gesetz der Buchbloggerwelt angetan hat.

Denn irgendwas ist kaputt gegangen. Der kleine Zauber des Hobbys. Es ist, als hätten alle sich zurückgezogen, viele aufgehört, und bei dem Gedanken daran zieht sich mein Herz schmerzhaft zusammen.
Denn ich liebe dieses Hobby. Ich liebe den Austausch, ich liebe die Bloggersphäre und ich bin stolz darauf, Bloggerin zu sein. Aber wie kann ich das weiter sein, wenn die Sphäre nicht mehr besteht?
Und ja, ich habe in den letzten Tagen darüber nachgedacht, einfach aufzuhören. Aber ich möchte es nicht. Ich will weiter die Bücher rezensieren, die ich gelesen habe, meine Gedanken dazu loswerden, tolle Bücher weiterempfehlen. Ich will weiter selbst Empfehlungen oder abratende Worte bekommen, will diskutieren, über Bücher, ihren Inhalt oder bibliophile Themen. Weil ich das Bloggen liebe. Weil mir dieses Hobby so unglaublich viel gegeben hat. Und woher soll ich denn bitte sonst meine Wunschliste füllen? ^^

Also erhebe ich mich trotzig aus den Schlingen der Resignation, die ihre Fänge nach mir ausgestreckt haben. Passe meine Datenschutzeinstellungen soweit an, wie es mir möglich ist. Gebe mein Bestes, um allen Gesetzen gerecht zu werden. Aber lasse mich davon nicht einschüchtern. Ich blogge weiter. Jetzt erst recht. Und ich hoffe, von euch sind noch viele weiterhin dabei. Denn ich will ich diese Community nicht sterben lassen.

Eure Dana

6 Kommentare

  1. Ganz genau so liebe Dana, wir lassen uns nicht vertreiben

    LG Sheena

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  2. Hey liebe Dana <3
    Ich feiere dich sehr für diesen optimistischen, kampflustigen, trotzigen Post. Lass uns gemeinsam dagegen trotzen! Und ich bin wirklich froh, dass nicht nur mir diese Veränderung in der Bloggerwelt auffällt. Es ist wirklich beunruhigend wie viele bereits die Flinte ins Korn geworfen haben, den Blog umstricken oder zumindest den festen Gedanken hegen ihren Blog zu schließen. Aber es ist eben auch schwierig allen Anforderungen gerecht zu werden. Da kann man auch schon mal verunsichert sein.
    Jede Anpassung die möglich ist, habe ich nun auch umgesetzt und hoffe einfach inständig, dass es reicht und ich den Blog nicht schließen muss. Darüber wäre ich genau wie du mehr als traurig. Über die Jahre ist er ein Teil von mir geworden, den ich nicht bereit bin einfach so herzugeben. Hoffentlich wird alles gut und die Community kann wieder etwas aufblühen. So ruhig wie jetzt war es wirklich noch nie.

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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    1. Ich bin auch sehr froh, dass ich nicht die Einzige bin, die diese Veränderungen so empfindet. :D Wobei es ja leider auch verständlich ist. Was es nicht weniger traurig macht. Sehr traurig. Und ich hoffe wie du, dass die Communty wieder aufblüht.

      Liebe Grüße ♥

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  3. Hallo liebe Dana,

    du sprichst mir da ziemlich aus der Seele. Ich war am Anfang, als ich gelesen habe, was sich alles verändert durch die DSGVO und allem ehrlich gesagt überfordert. Und verunsichert. Das manche einem da auch noch mehr Panik machen bringt dann auch nicht viel.
    Ich habe dann auch einfach ans Aufhören gedachte, nach dem Motto "lieber nichts machen, als etwas falsch zu machen", aber ich liebe das Bloggen einfach und es macht mir zu viel Spaß, um es nicht mehr zu machen.
    Dann hieß es also sich mehrere Stunden ransetzten und alles ändern, was geändert werden musste und auch wenn Blogger manche Dinge nucht ändern lassen kann einfach eine Lösung/ Alternative dazu suchen. Klar es war lästig, aber ich möchte mir mein Hobby nicht davon nehmen lasse und hoffe einfach, dass ich alles richtig angepasst habe.
    Ich wollte mir mein Hobby davon auch wirklich nicht kaputt machen lassen

    Grüße, Anna ♥

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  4. Liebe Dana,

    auch wenn der Beitrag und damit auch die DSGVO schon eine Weile in Kraft getreten ist, wollte ich unbedingt hierzu noch etwas schreiben. Ich verstehe deine Ratlosigkeit - mir erging es nicht anders. Ich war wirklich sehr traurig wie viele meiner Lieblingsblogs kurzerhand das Handtuch geworfen haben. Das hat mich aber auch wütend gemacht. Nicht wütend auf die Blogger, denn die haben vielleicht das richtige in der allgemeinen Ratlosigkeit gemacht, vielmehr war ich wütend was dieser ganze Datenmist angerichtet hat. Blogger entscheiden sich aufzuhören und wenn man sieht wie viele Blogs in den letzten Wochen sang und klanglos verschwanden, tut das schon weh. Keiner traut sich mehr zu Kommentieren, was ich sehr schade finde, weil das Bloggen hauptsächlich aus dem Austausch besteht. Kaum jemand bloggt mehr. Und das ist in der Bloggerwelt schon ein riesen Einschnitt.

    Ich sehe es aber wie du: Ich lass mir das Bloggen wegen irgendwelcher neuer Richtlinien nicht wegnehmen. Dafür mache ich das schon zu lange und 6 Jahre will ich wegen solch Veränderungen nicht einfach an den Nagel hängen. "Catas Welt" wird es also auch weiterhin geben. So leicht lass ich mich nicht unterkriegen!

    Und schön, dass du auch weitermachst ;)

    Liebe Grüße,
    Cata

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