Freitag, 28. Juni 2019

[Rezension] Strange the Dreamer


Autor: Laini Taylor
dt. "Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte" und "Strange the Dreamer - Ein Traum von Liebe"
Verlag: Little, Brown and Company
Seiten: ca. 523
Erscheinungsdatum: März 2017
ISBN: 978-0-316-34168-4
Gebunden mit Schutzumschlag
(Taschenbuch)


Dilogie:
  • Strange the Dreamer
  • Muse of Nightmares


Inhalt:

Lazlo ist ein mitteloser Waise, der nun als junger Mann in der Bibliothek von Zosma arbeitet. Als Einziger interessiert er sich noch für die Legenden von Weep, einer Stadt, die lange für Magie, Wissen und Reichtum stand und von der seit zweihundert Jahren nichts mehr gehört oder gesehen wurde. Seit seiner Kindheit trägt Lazlo wie besessen alles zusammen, was er über die Stadt in Erfahrung bringen kann, und sein heimlicher Wunsch ist es, die Stadt einmal mit eigenen Augen zu sehen. Eines Tages stehen auf einmal die legendären Krieger von Weep vor der Tür - und Lazlo bricht auf auf eine Reise, die sein ganzes Leben verändern wird. Denn die Geheimnisse von Weep sind dunkler, als er es erwartet hätte.

Äußere Erscheinung:

Ich finde das Cover des schimmernden Schutzumschlages wunderschön und der Titel ist einfach Lazlos Spitzname.

Meine Erwartung:

Ich habe bisher eigentlich immer alle Bücher der Autorin geliebt, die ich gelesen habe - die "Daughter of Smoke and Bone"-Trilogie, "Lips Touch", und die beiden "Krähenmädchen"-Bücher mochte ich auch. Nicht zuletzt aufgrund ihres individuellen Schreibstils zählt sie zu meinen Lieblingautor*innen.

Meine Meinung:

Allein der Schreibstil wäre schon ein Grund, dieses Buch zu lesen. Laini Taylor gehört zu den Autor*innen, die sich durch ihren ganz individuellen, hervorstechenden Schreibstil auszeichnen. Auf poetische Weise beschreibt sie die Geschehnisse, und in diesem Buch habe ich die schönste Beschreibung eines Kusses gefunden, die ich je gelesen habe. Ich habe es geliebt, einfach nur ihre Beschreibungen zu lesen, die so ungemein malerisch und bildhaft sind, voller Metaphern, aber ohne, dass es zu viel wird. Lasst euch da gerne von der Leseprobe überzeugen. ;)

Aber auch ansonsten sticht dieses Buch aus der Masse hervor. Das Setting ist eine High Fantasy-Welt und der Protagonist Lazlo Strange auf den ersten Blick alles andere als ein Held. Außer vielleicht in seinen Vorstellungen als Kind. Denn Lazlo ist ein Träumer („Strange the dreamer“, daher der Titel ^^) und hat damit für viele von uns Büchermenschen durchaus Identifikationspotenzial. Er arbeitet in der Bibliothek und vergräbt den ganzen Tag seine Nase in irgendwelchen Büchern. Seine größte Obsession ist Weed, eine Stadt in der Wüste, die in den vergangenen zweihundert Jahren zur Legende geworden ist, in seiner Vorstellung jedoch eine Stadt der Magie und der Wunder ist.
Die Art und Weise, wie Lazlo oftmals in Gedanken bei dieser Stadt hängt, die mehr Fantasie als Wirklichkeit ist und dessen Faszination keine*r sonst in seinem Umfeld so wirklich zu verstehen vermag, dürfte vielen von uns durchaus bekannt sein. Darüber hinaus verfügt Lazlo als Waisenjunge, der bei Mönchen aufgewachsen ist, auch über keinerlei außergewöhnliche Fähigkeiten oder Mittel, was ihn zu einem relativ gewöhnlichen Menschen werden lässt. Nichtsdestotrotz verbirgt sich dahinter aber ein durchaus vielschichtiger Charakter.
Dabei wird ausgedrückt, wie wenig das Äußere manchmal über das Innere eines Menschen sagt (ein Thema, das durchaus von Bedeutung ist): Obwohl sein Äußeres als brutal und hart beschrieben wird (seine Nase wurde ihm mal von einem herabfallenden Buch gebrochen, was ich immer noch ziemlich witzig finde xD), ist Lazlo vielmehr freundlich, selbstlos und unbekümmert, und auf diese Weise unheimlich liebenswert. Er kümmert sich um seine Mitmenschen, geht offen an sie heran, verurteilt sie nicht und generell ist er einfach ein unheimlich sympathischer Charakter.

Generell lässt sich sagen, dass die Charaktere oft vielschichtig sind. Selbst der unsympathischte Charakter verbirgt mehr, wird nicht einseitig gezeichnet, sondern mit Ängsten, Schwächen, Wünschen. Einige Dialoge sind dabei durch ihren Humor auch sehr unterhaltsam.
Das Buch zeichnet sich auch dadurch aus, dass alle gewissermaßen nachvollziehbare Gründe für ihr Handeln haben, sodass man bei Konflikten oftmals beide Seiten verstehen kann. Somit sind diese Konflikte sehr authentisch. Und so führt das unter Umständen dazu, dass man auch scheinbar moralisch verwerfliche Handlungen bis zu einem gewissen Grad verstehen kann und einem der entsprechende Charakter ein wenig leid tut. Die Autorin zeigt, wie Geschehnisse Hass erzeugen können, der wiederum zerstört.

Ich will euch nicht zu viel von dem World Building verraten, damit ihr es selbst noch entdecken könnt, aber die Ideen der Autorin fand ich unheimlich faszinierend. Wie in einem Sog wurde ich in diese fremde Welt hineingezogen. Und gleichzeitig erhöhte die Ausweglosigkeit der Konflikte die Spannung ungemein. Schon der Prolog lastet wie ein Damoklesschwert über dem ganzen Buch und das Ende hat mich noch einmal komplett geschockt und mitgenommen.

Fazit: Ein unheimlich poetischer und bildhafter Schreibstil entführt in eine faszinierende Welt mit einem unauffälligen, aber sehr sympathischen, freundlichen, offenen und eher ungewöhnlichen Protagonisten und generell sehr vielschichtigen und nachvollziehbar handelnen Charakteren - unterhaltsam, unvorhersehbar und mitreißend!



6 Kommentare

  1. Hi Dana :)

    Ich bin hier zum Rückbesuch *-* Einen wunderschönen Blog hast du hier!
    Die Dilogie macht mich echt so neugierig. Aber da sie jetzt schon auf Deutsch angekündigt ist (und ich faul bin, was das Lesen auf Englisch betrifft ;)) werde ich es wohl auf Deutsch lesen ^^
    Deine Rezension macht mich auf jeden Fall noch hundertmal gespannter auf die Geschichte *-*

    Liebe Grüße
    Fina

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    1. Liebe Fina,

      vielen Dank!!
      Ich kann sie dir auf jeden Fall absolut empfehlen, ich habe sie sehr, sehr gerne gelesen und fand sie außergewöhnlich und toll geschrieben. Und die Übersetzung erscheint ja auch schon bald. ^^

      Liebe Grüße!

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    2. Yeahhyy, ich bin schon echt gespannt ^^

      Hattest du eigentlich "Daughter of smoke and bone" auch gelesen?

      Liebe Grüße
      Fina

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    3. Ja, ich habe die Trilogie tatsächlich auch letztens erst re-readet. :D Und ich liebe sie. *o* Die außergewöhnliche Story, die Charaktere, den Stil .... einfach alles! Überhaupt hat mich die Autorin bisher noch nie enttäuscht - ihre Kurzgeschichtensammlung "Lips Touch" kann ich auch absolut empfehlen, die wird zudem noch geschmckt durch die Illustrationen ihres Mannes, dessen Zeichnungen ich auch absolut liebe - und gehört wohl deshalb auch zu meinen Lieblingsautorinnen. ^^

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  2. Hey Dana,

    toll, dass dich so so begeistert hat.
    Ich habe mir schon länger von dem Buch eine Übersetzung erhofft und freue mich sehr, dass es endlich im September erscheint und ich werde Anfang September damit beginnen und bin schon super neugierig darauf :)

    Lg Callie

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    1. Hallo liebe Callie,

      dann hoffe ich, dass dich das Buch genauso begeistertn wird wie mich. Ich fand die Dilogie insgesamt unglaublich cool. ^^

      Liebe Grüße! :)

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