Donnerstag, 8. August 2019

A Study in Scarlet [UND] The Picture of Dorian Gray


A Study in Scarlet (Arthur Conan Doyle)

 
Wer kennt Sherlock Holmes nicht? ^^ Ich plane eigentlich seit Ewigkeiten, irgendwann mal die Serie mit Benedict Cumberbatch anzufangen, und hab letztendlich aus Interesse erst mal den ersten Band der sieben Teile umfassenden Reihe gekauft.
In diesem geht es im Wesentlichen darum, dass Sherlock Holmes und Dr. Watson sich kennenlernen, nachdem beide ein WG-Zimmer suchen (was mir als Studentin sehr bekannt vorkam). Sie ziehen zusammen und der dank des Krieges von sehr schwacher Gesundheit geprägte Watson bekommt mit, wie sein Mitbewohner ein Verbrechen löst. Dieses wiederum stellt eine gefundene Leiche in einem verlassenen Haus dar, mit einem in Blut geschmiertem Wort an der Wand.

Ich war überrascht davon, wie angenehm zu lesen der Schreibstil ist. Klar, er ist altmodisch, schließlich ist das Buch schon 1887 erschienen, aber er ließ sich erstaunlich flüssig lesen.
Generell habe ich das Buch, das in meiner Ausgabe auch nur etwa 160 Seiten umfasst, als eher kurzweilig empfunden. Es ist nicht lang, und dann ist es auch noch in zwei Stories aufgesplittet, sodass die Auflösung früher kommt als erwartet. Nach der eigentlichen Geschichte folgt nämlich nochmal die Hintergrundgeschichte zu dem Verbrechen, was ich teilweise als ein wenig redundant empfunden habe, was an sich aber auch ganz interessant sein kann.

Watson ist an sich kein wirklich aktiver Charakter in diesem Buch. Er ist der Erzähler, aber ansonsten trägt er auch dank seines schwachen Zustands recht wenig zu dem Geschehen bin. Handeln tut eher Sherlock. Hier ist es interessant, die Originalfigur hinter dem oft rezipierten und auch stark durch die von mir erwähnte Serie geprägten Bild kennenzulernen, die sich in manchen Aspekten und Nuancen von diesem unterscheidet.
Das Sherlock'sche Vorgehen ist dabei natürlich sehr unterhaltsam. Obwohl ich versuchte, mitzurätseln, gelang mir das nicht, auch weil essenzielle Details überhaupt erst am Ende enthüllt werden, sodass das eigentlich gar nicht so wirklich möglich ist. Mir drängte sich zwischendurch der Gedanke auf, wie viel schneller das Ganze mit einem Fingerabdrucksensor hätte gelöst werden können - insofern bietet das Buch auch die Möglichkeit, in das London Ende des 19. Jahrhunderts einzutauchen.


The Picture of Dorian Gray (Oscar Wilde)


Inhaltlich geht es in dem 1891 erstmals erschienenen und etwa 230 Seiten dicken Buch um den jungen Adeligen Dorian Gray, dessen überragende Schönheit von allen angepriesen ist, der aber bisher noch recht unerfahren ist. Er fürchtet sich vor dem Altern und dem Verblassen seiner Schönheit. Doch als er sich wünscht, das Portrait, das sein Freund und Maler Basil Hallward von ihm angefertigt hat, möge an seiner Stelle altern, ahnt er nicht, dass dieser Wunsch Wirklichkeit werden könnte.

So ein bisschen hat mich das Buch vom Stil her an „Die Leiden des jungen Werther“ erinnert. Die Bücher teilen die sehr blumige, sehr ausufernde und sehr, sehr melodramatische Sprache, auch in Bezug auf die überschwängliche Emotionalität der Protagonisten. Das kann auf Dauer schnell anstrengend werden und in der Regel fiel es mir schwer, mehrere Kapitel hintereinander zu lesen. Daran hatte mit Sicherheit auch die Altertümlichkeit des Englisch seinen Anteil, aber vor allem der komplizierte, sehr poetische und sehr blumige Stil mit seinen verschachtelten Sätzen. „Sherlock Holmes“ fiel mir beispielsweise einfach deutlich einfacher, obgleich es ähnlich alt ist.

Auch der Protagonist ist sehr, äh, anstrengend. Was mit Sicherheit auch bis zu einem gewissen Grad so gewollt ist. Sehr einfältig, sehr naiv, sehr selbstverliebt, sehr oberflächlich und leicht zu beeinflussen. Dieses Buch ist nicht unbedingt darauf ausgelegt, die Charaktere zu mögen. Manche ihrer Ansichten sind so unbegreiflich, dass ich eher fassungslos mitverfolgte, wie sie vorgingen. Und obwohl somit viele Charaktere tendenziell auch eher unsympathisch sind, sind sie deswegen gleichzeitig auch irgendwie ungemein faszinierend, und darin liegt eine Qualität des Buches.

Was mich persönlich an dem Buch am meisten faszinierte, ist die Idee und das Konzept dahinter. Das alles ist ziemlich interessant und irgendwie cool und irgendwie gruselig und für mich durchaus ein Grund, dieses Buch zu lesen. Zentrale Themen sind Leidenschaften, der Sinn des Lebens, die Art, wie man es führt, aber eben auch die Frage nach Moral und Schuld. Und noch so viel mehr.
Witzig fand ich auch irgendwie die Liebesgeschichte, die einen relevanten, aber keinen sonderlich großen Raum einnimmt, und in der sich die altmodischen, romantischen Vorstellungen von Liebe auf den ersten Blick zeigen, die eben der Protagonist bis dato vertreten hat. Was halt in der Praxis heißt, dass man die Frau heiratet, die man erst seit wenigen Stunden kennt.
Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nachrichten zaubern ein Lächeln ins Gesicht! ♥
Ich freue mich über jeden Kommentar, gebt einfach eure Meinung/ Kritik/ etc. zu dem Post ab. Ich antworte in der Regel auch. :)

-- Datenschutz: Mit dem Abschicken deines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass Daten von dir zwecks der Zuordnung des Kommentares verarbeitet und gespeichert werden. Von dir eingegebene Formulardaten (und ggf. personenbezogene Daten wie deine IP-Adresse) werden dabei an Google-Server übermittelt. Für weitere Informationen zur Datenverarbeitung s. Datenschutzerklärung und die Datenschutzerklärung von Google. --