Donnerstag, 15. August 2019

[Buchvorstellung] I Am Malala - The Girl Who Stood Up for Education and Was Shot by the Taliban


Autorin: Malala Yousafzai (& Christina Lamb)
dt.: Ich bin Malala - Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten, weil es für das Recht auf Bildung kämpft (2013)
Verlag: Weidenfeld & Nicolson
Seiten: ca. 300
Erscheinungsdatum: 2013
ISBN: 978-1-7802-2658-3
Taschenbuch



Ich denke mal, die meisten von euch haben an irgendeinem Punkt schon mal etwas von Malala Yousafzai gehört (hoffe ich zumindest). Was mir bekannt war, war, dass die Taliban ihr in den Kopf schossen als sie fünfzehn Jahre alt war, sie in einem Krankenhaus in Großbritannien behandelt wurde und überlebte, und 2014 den Friedensnobelpreis erhielt, weil sie für das Recht auf Bildung kämpft. Weniger bekannt war mir, dass sie das quasi schon ihr ganzes Leben tut, und dies ein Grund dafür ist, warum die Taliban sie überhaupt erschießen wollten.

Malala Yousafzai wuchs in einem kleinen Dorf in Pakistan auf, und ich muss ehrlich sagen, ich wusste bis dato kaum etwas über dieses Land und die historische und politische Situation, die Malala Yousafzai in ihrer Autobiografie kurz darlegt. Eine Situation, die geprägt ist von Kriegen und Konflikten, und vor allem auch den Interventionen Russlands und Amerikas, die einen nicht unwesentlichen Anteil an der Entstehung des islamistischen Terrorismus in dem Land hatten.
In dem Kontext dieses Terrorismus in Form der Taliban wächst Malala auf. Die Taliban verweigert Mädchen das Recht auf Bildung, aber Malalas Vater vermittelt ihr ein Bild von Bildung als hohem Wert. Er setzt seinen Traum von einer eigenen Schule um, kämpft gegen die Taliban und ermutigt Malala, es ihm gleich zu tun. Und so gibt Malala schon als junges Mädchen Interviews oder hält Reden.

Malala liebt trotz allem ihr Land und vermittelt so ein Bild von diesem, dass man ihre Gefühle nachvollziehen kann. Sie beschreibt auch ihr alltägliches Leben unter den Taliban, unter der ständigen Angst, aber trotzdem auch in seiner Alltäglichkeit, mit all den schönen Momenten und dem Aufwachsen.
Ich war dabei ungemein beeindruckt von ihr. Während sie mit 12 Jahren für die Bildung von Mädchen gekämpft hat, habe ich gerade aufgehört, mit Puppen zu spielen und habe mich mit gefühlt kindischen Belanglosigkeiten beschäftigt. Nichts hätte mir ferner gelegen, als für Rechte zu kämpfen, deren Bedeutung mir vollkommen unbekannt war - auch, weil ebendiese Rechte, für die Malala kämpft, für mich selbstverständlich waren. Und so hatte ich fast rückwirkend ein schlechtes Gewissen, für all die Male, die man rumgenörgelt hat, dass man zur Schule muss, während dies ein Privileg ist, das für viele Mädchen immer noch nicht erreichbar ist.
Das verleiht Demut, gleichzeitig inspiriert Malala aber auch dazu, zu kämpfen und sich für Dinge einzusetzen.

Malala selbst habe ich als sehr mutig, als intelligent, reif und lernbegierig wahrgenommen. Nichtsdestotrotz ist sie in dieser Autobiografie keine überragende Heldin, jedenfalls beschreibt sie sich selbst nicht als solche. Sie ist ein Mädchen mit Ecken und Kanten, Schwächen und Ängsten, das für sein Recht auf Bildung einsteht. Und so erschien es mir gemeinsam mit ihr unglaublich, dass sie am Ende weltbekannt ist, vor den Vereinten Nationen sprechen darf und den Friedensnobelpreis erhält. Heute studiert sie in Oxford und kämpft weiterhin für die Rechte von Mädchen auf der ganzen Welt.

Ihre Geschichte ist mitnehmend, sie stimmt fassungslos, verzweifelt, aber auch hoffnungsvoll, und letztendlich ist der Teil mit dem Erschießen nur ein kleiner Part nach ihrem langen Kampf für Bildung. Sie zeigt, dass auch ein einzelner, scheinbar unbedeutender Mensch etwas bewirken kann, was mich enorm beeindruckt hat.

Fazit: Sehr beeindruckende Autobiografie über ein Mädchen, das schon in jungem Alter gegen den Terrorismus und für das Recht auf Bildung gekämpft hat!
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