Dienstag, 24. September 2019

[Rezension] World After


Autorin: Susan Ee
dt.: Angelfall - Tage der Dunkelheit (2017)
Verlag: Skyscape
Seiten: ca. 310
Erscheinungdatum: 2013
ISBN: 978-1-4778-1728-5
Taschenbuch


Penryn & The End of Days-Trilogie:
  • Angelfall  [Rezension]
  • World After
  • End of Days


! ACHTUNG - ENTHÄLT SPOILER ZUM VORGÄNGER !


Inhalt:

Penryn ist endlich wieder mit ihrer Familie vereint, und doch ist nichts mehr wie es war, denn in dem Rebellencamp werden sie nur mit Misstrauen aufgenommen. Penryn, die scheinbar von den Toten zurückgekehrt ist. Ihre Mutter, immer noch schizophren. Und nicht zuletzt Paige, bei der selbst Penryn nicht weiß, wie sie mit ihr umgehen kann. Sie ist nicht mehr die Schwester, die sie kannte - oder? Während Raffe weiterhin seine Flügel jagt und nicht weiß, dass Penryn noch lebt, hat Penryn das Gefühl, immer mehr in einem Albtraum zu leben ...

Äußere Erscheinung:

Ich würd mal sagen, das könnten Raffes neue Flügelchen sein? ^^ Ansonsten finde ich, dass das Cover sehr zu der düsteren, frankensteinigen Atmosphäre passt.

Meine Erwartung:

Ich hatte das Buch eigentlich lesen wollen, als es auf Deutsch erschien, aber wie gesagt, nachdem es nur als Taschenbuch erschen, beschloss ich, die Reihe auf Englisch weiterzulesen, was offensichtlich Jahre gebraucht hat, sodass ich erst jetzt endlich erfahre, wie sie weitergeht.

Meine Meinung:

Ich schätze, man muss damit klarkommen, wie unheimlich düster dieses Buch ist und wie viel Raum zunehmend die Horror-Elemente einnehmen. Wer mit den Experimenten am Ende des Vorgängers nicht zurechtgekommen ist, wird auch hier eine Probleme haben, denn diese Thematik setzt sich fort, und ist dabei noch gruseliger und schockierender. Durch diese, nenne wir es Frankenstencharakteristik, unterscheidet sich das Buch von anderen Engelstorys auf eine sehr düstere und nicht wirklich angenehme Weise - wie das eben bei Geschichten dieser Art so ist.
Dabei wird ganz besonders bei Paige auch die moralische Frage zentral, denn auch Penryn fällt es nicht leicht, mit ihrer Schwester umzugehen, und auch mir hat es immer wieder das Herz zerbrochen, was mit dem mitfühlenden, starken, sanftmütigen Mädchen geschehen ist. Gleichzeitig leidet Paige ja auch irgendwie darunter - das Dilemma hat die Autorin jedenfalls gelungen rübergebracht.

Ansonsten wurde mir auch bewusst, wie sehr ich Penryn mag. Schon im ersten Band wurde deutlich, als sie das erste Mal auf die Widerstandgruppe traf, dass ihr der Held*innenkomplex fehlt, den so viele Protagonistinnen aus anderen Büchern dieser Art irgendwie ja doch innehaben. Widerstand, gut und schön, und stolz ist sie ja auch irgendwie, aber Penryn sieht es nicht als Aufgabe, die Menschheit zu retten. Ihre einzige Aufgabe ist es, sich um ihre Familie zu kümmern, was sie zufällig immer wieder ganz vorne zwischen die Fronten bringt. 
Einerseits wird dadurch auch immer wieder zur Sprache gebracht, wie sehr es Penryn eigentlich belastet, dass sie mit jungen 17 die Rolle ihrer Mutter einnehmen musste und von ihr keinerlei Beistand - oder sagen wir mal, wenig verlässlichen - erwarten kann. Das wird unglaublich gut charakterisiert. Andererseits merkt man auch, wie diese Aufgabe immer mehr auf Penryn lastet und sie droht, daran zu zerbrechen.
Gleichzeitig findet sie sich immer mehr in Situationen wider, in denen quasi erwartet wird, dass sie zur Heldin wird. Dabei sieht sie sich eben nicht als Heldin und ist auch nicht bereit, diese zusätzliche Verantwortung auf sich zu laden, gleichzeitig verspürt sie eben auch die moralische Verpflichtung, Menschenleben zu retten, wenn sie es kann. Dieser innere Konflikt wurde ebenfalls sehr gelungen transportiert und überhaupt hatte ich das Gefühl, dass die Tiefgründigkeit von Penryns Charakter sehr ausgearbeitet ist.

Daneben ist es natürlich auch unterhaltsam, dass sie als Mädchen einfach grundsätzlich unterschätzt wird, dank jahrelanger Kampfkunsterfahrung aber genau weiß, wie sie ihre geringe Größe zur Geltung bringen kann und dann eben auch mal Typen ausknockt, wenn es denn sein muss. Trotz allem Antiheldinnen-Dasein ist sie trotzdem eine Kick Ass-Protagonistin, allerdings natürlich immer nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
Und ansonsten finde ich es unheimlich beeindruckend, wie so ein düstere Buch gleichzeitig Humor transportieren kann, der teilweise von comedy-haft anmutet. (Ich erinnere nur an die Szene aus dem ersten Teil, als Penryn mit Steinen wirft, sich super cool vorkommt und dann Raffe trifft. xD) Klar, wir müssen erst mal auf die unterhaltsamen Schlagabtausche von Penryn und Raffe verzichten, aber Penryns eigene Gedanken und Kommentare sind schon so von Sarkasmus gefärbt, dass der Unterhaltungsfaktor nicht auf der Strecke bleibt. 
Übrigens auch dank Dee-Dum. Die beiden haben sowieso Zeug zu Lieblingscharakteren, mit ihrer Lausebuben-Killer-Doppelidentität, dem genialen Timing, der unauffälligen Unterstützung von Penryn und den unterhaltsamen Dialogen. Allein diese Charakterkonzeption ist genial. :D

Zugegeben, zwischendurch gerät dieses Buch in die typische zweiter-Band-Gefahr und hat leichte Längen. Die Action und konstante Spannung drumherum schaffen es zwar, das ganz gut zu überbrücken, aber trotzdem ist der Handlungsbogen zwischenzeitlich vergleichsweise eher flach, was dem fesselnden Charakter des Buches jedoch keinen Abbruch tut. Typischerweise gibt es mehr Hintergrundinfos, nette Engelspolitik und Szenen, in denen man den Engeln am liebsten eine reinhauen würde (ich würde da Uriel favorisieren). Ich bin jedenfalls gespannt auf den Abschluss der Trilogie!

Fazit: Manchmal vom Handlungsbogen ein typischer zweiter Band, das wird jedoch durch die düstere Atmosphäre mit dem gruseligen Frankensteincharakter, einer sehr tiefgründigen, sarkastischen Kick-Ass-Antiheldin mit gut ausgearbeitetem inneren Konflikt und generell stets präsentem Humor, der der Endzeitstimmung keinen Abbruch tut, wettgemacht.

4 Kommentare

  1. Hallo Dana

    Eine tolle Reihe, die du da gerade liest. Ich fand damals den ersten Band auch so toll und war dann sehr enttäuscht, dass die Reihe (zum damaligen Zeitpunkt) nicht weiter übersetzt wurde und hab's deshalb auf Englisch gelesen. Nachdem die Folgebände dann doch noch auf Deutsch übersetzt wurden, wollte ich die Reihe unbedingt mal rereaden. Ich glaube, mir würde noch der dritte Teil bevorstehen. Aber vermutlich wäre es besser, wenn ich noch einmal ganz von vorne beginne :D Ich weiss noch, dass ich den zweiten Band eher enttäuschend fand, nach dem grandiosen Reihenauftakt. Aber wie du schreibst: Das ist vermutlich dieser "zweiten-Band-Gefahr" geschuldet :D

    Liebe Grüsse
    Mel

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    1. Hallo liebe Mel,

      danke, ich mag sie auch wirklich gerne. :)
      Haha, dann ging dir ja ähnlich wie mir mit diesem ganzen Hin und Her vom deutchen Verlag. ^^ Meiner Meinung nach war der dritte Teil definitiv ein würdiger Abschluss, in meinen Augen lohnt es sich also, weiterzulesen. ;)

      Liebe Grüße!

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    2. Ja, ich habe den dritten Band damals schon auf Englisch gelesen, nur beim deutschen Reread fehlt mir der dritte Teil, glaube ich, noch :D Ich kann mich auch gar nicht mehr so richtig an den Inhalt erinnern :D

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